Schöne Definition

Allgemeine Philosophie, Stilarten, Techniken, Vorstellung und Besprechung von Rohmaterial sowie lose Sammlung von Entwicklungs-Dokus
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Gary
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Re: Schöne Definition

Beitrag von Gary »

zopf hat geschrieben:ps In 2 Wochen werde ich hören "Der Baum ist unwürdig"
Und?
Manchmal habe ich den Eindruck wir Europäer können es Keizo Ando eben nicht recht machen.
Grüße aus dem sonnigen Baden
Gary

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Heike_vG
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Re: Schöne Definition

Beitrag von Heike_vG »

Jaaa, Harald, so ein Gedanke ist mir bei dem Artikel im Bonsai-Focus auch gekommen!
Sehr verblüfft war ich ja von Herrn Andos Antwort, dass er in Europa noch keine sehr schönen Bonsai gesehen habe! Und dass ihm die vielen großen Yamadori nicht gefallen, die als Workshopmaterial mitgebracht werden.
Nach einigem Nachdenken über diese offenen Aussagen habe ich mich gefragt, ob all die honorigen japanischen Persönlichkeiten, die sonst oft als besondere Gäste auf europäischen Ausstellungen waren und sehr lobende Worte über das Niveau der Bäume gefunden haben, nicht einfach nur viel zu höflich waren, um etwas anderes zu sagen. *kopfkratz*

Harald, ich vermute, Du kennst Herrn Ando, wie ist Dein Bild von ihm und seiner Art zu lehren?

Liebe Grüße,

Heike
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Gary
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Re: Schöne Definition

Beitrag von Gary »

Heike_vG hat geschrieben:Harald, ich vermute, Du kennst Herrn Ando, wie ist Dein Bild von ihm und seiner Art zu lehren?
Heike,
dazu kann ich nichts sagen. :oops:
Nicht wegen meiner Zwischenprüfung sondern weil ich es derzeit nicht in Worte fassen könnte.
Lies das Interview aufmerksam, auch warum und für was ihn sein Freund Kimura als Lehrer möchte.
Für Ando san scheint die Zeit nach seiner Ausbildung stehen geblieben zu sein.
Nicht einfach für Europäer - aber hoch interessant.
Grüße aus dem sonnigen Baden
Gary

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Bergi
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Re: Schöne Definition

Beitrag von Bergi »

Heike_vG hat geschrieben: Und dass ihm die vielen großen Yamadori nicht gefallen, die als Workshopmaterial mitgebracht werden.
... ich glaube, mal gelesen zu haben (dummerweise habe ich das aktuelle Interview nicht zur Hand), dass in Japan generell Einhandbäume (sagt man so?) bevorzugt werden?
In ganz grober Näherung könnte man außerdem sagen, dass es "höhere Schule" ist (1) einen kleinen, guten Yamadori zu finden oder (2) einen kleinen, glaubhaften Bonsai aus einem größeren Yamadori zu gestalten, als einen großen Yamadori zu einem relativ großen Bonsai zu gestalten.

Vielleicht ist das der Punkt?

Gruß,
Stefan
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zopf
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Re: Schöne Definition

Beitrag von zopf »

Wenn wir die Präsentation eines Baumes in einer Tokonoma
einfach übernehmen ohne den eigentlich religiösen Hintergrund
der Tokonoma zu berücksichtigen,
kann es schon mal zu unterschiedlichen Meinungen kommen.
Der "Fehler" liegt bei uns, nicht bei der Beurteilung.
Bei der Auswahl dessen was wir aus Japan lernen können,
sollt halt darauf geachtet werden,
das werden kulturelle, religiöse noch mythologische Hintergründe
mit übernommen werden.
mfG Dieter
grüsse an die bewohner von melmac
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Heike_vG
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Re: Schöne Definition

Beitrag von Heike_vG »

Gary hat geschrieben:Nicht einfach für Europäer - aber hoch interessant.
Ja, den Eindruck bekommt man! Macht durchaus neugierig. :wink:
Ein Lehrer, der nach der alten japanischen Art unterrichtet, sowohl vom Stoff als auch von der Unterrichtsweise her, ist bestimmt ein Erlebnis und wenn er auf gewisse Weise etwas schonungslos mit den Schülern umgeht, kann das sicher besondere Lerneffekte haben.

Von unseren deutschen Lehrern (ob bei Bonsai oder anderswo) erwarten wir meist, dass sie auf unterhaltsame Weise den Stoff gut verständlich rüberbringen und uns unterrichten, ohne uns zu hart zu kritisieren und uns zu frustrieren. Wir sind ein bisschen gewöhnt, als Kunde König zu sein und einen Workshop als vergnügliche Wochenendunterhaltung und gesellige Veranstaltung zu genießen. Vielleicht werden wir deswegen manchmal etwas zu sehr emotional geschont und lernen nicht ganz so viel wie wir könnten...

Das Interview mit Herrn Ando im Bonsai-Focus finde ich in vieler Hinsicht interessant und voller Denkanstöße. Da hat man wirklich mal den Eindruck, dass ein Japaner kein Blatt vor den Mund nimmt und Dinge sagt, die nicht so oft ausgesprochen werden.

Ein Punkt, den ich auch bemerkenswert finde ist, dass den Japanern die Qualität des Laubs extrem wichtig ist. Das ist hier m.E. ein eher vernachlässigter Posten. Wenn Stamm, Rinde, Totholz und Äste schön sind und dann eine grüne Krone drauf ist, sind wir doch eigentlich zufrieden. Für den Japaner scheint so ein Baum aber noch lange nicht schön zu sein, wenn dann z.B. die Nadeln nicht fein, gleichmäßig, gerade und von schöner Farbe sind.

Liebe Grüße,

Heike
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klaus s.
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Re: Schöne Definition

Beitrag von klaus s. »

Hallo!

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Das Schöpferische hat drei ganze Striche.
Das Empfandende hat sechs halbe Striche.
Das Erregende ist wie eine offene Schale.
Das Stillehalten ist wie eine umgestülpte Tasse.
Das Abgründige ist in der Mitte voll.
Das Haftende ist in der Mitte leer.
Das Heitere hat oben eine Lücke.
Das Sanfte ist unten entzwei.

liebe grüsse,
klaus
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Thierry
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Re: Schöne Definition

Beitrag von Thierry »

Heike_vG hat geschrieben:Nach einigem Nachdenken über diese offenen Aussagen habe ich mich gefragt, ob all die honorigen japanischen Persönlichkeiten, die sonst oft als besondere Gäste auf europäischen Ausstellungen waren und sehr lobende Worte über das Niveau der Bäume gefunden haben, nicht einfach nur viel zu höflich waren, um etwas anderes zu sagen. *kopfkratz*
Hallo Heike,

Das kommt drauf an, wen du genau meinst, aber in der Tat sind Erziehung u. Benehmen in Japan eben ganz anders als bei uns. :wink:
(morgen stelle ich dir, wenn du möchtest, ein Bekannter vor, der mit einer Japanerin verheiratet ist und dem ich angeboten habe, morgen mitzunehmen). Die kulturelle Kluft zw. Europa u. Japan ist schon enorm... Es gibt einige Bonsaimeister, da ist es besser, glaube ich, das die Öffentlichkeit nicht weiß was sie über unsere Art Bonsai zu machen denken... :roll: Ob man diese Kluft jemals überwinden wird ? Das bezweifle ich... und manchmal bedauere ich es auch ein bisschen... aber so ist es eben und Bonsai macht trotzdem immer noch Spaß :wink: (jedes Land hat ein bisschen seine eigene Art Bonsai zu machen und das ist auch ab und zu recht interessant zu gucken wie diese o. jene Bonsai machen - insofern man offen u. bereit ist, solche Unterschiede zu betrachten u. daraus etwas zu lernen, und nicht von vornherein abzuschieben...).

Viele Grüße,

Thierry
Viele Grüße,
Thierry

"A juniper without jin is like a dog without fleas : not natural..." - John Naka
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Niko
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Re: Schöne Definition

Beitrag von Niko »

Erwin hat geschrieben:
holgerb hat geschrieben:Erwin,

bleibt die Frage, warum so wenig Künstler von ihrer Kunst wirklich leben können.

Das sind doch nur eine handvoll....
weil sie den richtigen Sponsor nicht gefunden haben, so wie ich... :lol:

Nicht umsonst sagte mal einer: "Erwin, wenn Du mal tot bist, werden Deine Schalen richtig teuer."

Tolles Kompliment.... und was habe ich davon ?

Erwin
Du bist unsterblich :wink: auch nicht schlecht, oder?

Für viele Kulturen - die deutlich älter sind als unsere westliche Kultur - ist es das Wichtsigste.
Leben, um unsterblich zu werden.

ich hoffe du verstehst, was ich damit meine.

Bleib uns bitte, lange, lange erhalten.
gruß

Niko

Das Auge findet was es sucht.
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