Ich muss doch nochmals bestärken, dass ich jetzt nicht der Anwalt der genmodifizierten Pflanze sein will. Ich stehe auch eher Kritisch dem gegenüber.
Was mir bei solchen Diskussionen früher oder später aufstösst ist, erstens die Verallgemeinerung und dass viele Schlüsse ziehen ohne genau zu wissen und dasselbe der Wissenschaft vorwerfen. Ich mache jezt schon eine Zeit " Wissenschaft" hauptsächli im Virus/Gen-therapy Bereich, ich weiss längst nicht alles, aber ich kann gewisse Fakten kritisch betrachten.
Ich will auch nicht für Gentech missionieren, auch will ich keine Grundsatzdiskussion führen, weil diese zu nichts führen
Man kann dafür oder dagegen sein, ist in Ordnung, aber eine solche Diskussion sollte ohne Emotionen geführt werden, den es geht um Wissenschaft und die ist im Grunde emotionslos.
Ich verstehe, dass dieses Gebiet auch Ängste auslöst, sicher auch aus einer Unwissenheit, oder falschen Vorstellungen, auch teilweise zurecht. Aber eben weil die ganze Biologie sehr komplex ist, kann man nicht jedes Argument verstehen.
Wenn wir Viren modifizieren z.B. muss der Virus zwangsläufig schon recht bekannt sein. Wenn Viren zu therapeutischen Zwecken modifiziert werden, werden "sicherheits-tools" eingebaut, ähnlich wie Sollbruchstellen. Man kann durch das ganze Wissen auch sehr gut abschätzen, wie sich so ein Virus verhält.
Ja, ist sicher so, aber dieses Argument gilt für fast alle neueren Forschungsergebnisse aus Chemie, Pharma, Biologie, Wirtschaftsforschung usw. Ich meine es gibt kein System ( das lebt und Veränderungen ausgesetzt ist), wo man mit 100%iger Sicherheit voraussagen kann, was in 20 Jahren sein wird. Aber man kann durch rückwirkende Betrachtung einen Schluss auf das vorraussichtliche Verhalten ziehen.zopf hat geschrieben:Hallo Christoph
Ein "Wackelpunkt" bei der Verwendung gentechnischer Spielereien
ist die Überprüfung im Langzeitbereich.
Ein Überprüfungszeitraum von 20 Jahren (nicht der Realität entsprechend)
kann nicht annähernd den Grossteil der möglichen
Wechsel- und Nebenwirkungen nachvollziehen.
mfG Dieter
So kann man auch das Verhalten oder Stabilität von Genen, auch von ihrem Konservierungsgrad (ein Gen hat sich evolutionär kaum verändert, vom z.B Bakterium bis zum Menschen) ableiten.
Dass ein Einfluss in ein Ökosystem, mit all den Vernetzungen schwieriger zu erfassen ist, bezweifle ich auch nicht. Aber es gibt Wahrscheinlichkeiten, dass etwas passiert oder nicht.
Das stimmt sicher, keine Frage, aber kann man diese Aussage wirklich als Argument gegen eine Technologie, oder überspitzt gesagt "Fortschritt" benutzen? Forschung und Entwicklung zeichnet sich doch gerade auch dadurch aus, dass man sich an der Vergangenheit orientiert, in der Gegenwart Schlüsse zieht, ob bestärkende oder entwertende und abschätzt, nach geltenden Regeln der Wissenschft, der Ethik und der Moral, ob man es in Zukunft benutzen kann. Auch die Wissenschaft hat im Moment Tabus, man hat Forschungsgebiete, die aus ethischen und moralischen Gründen nicht erschlossen werden dürfen.Sollte die Forschung auch nur sehr kleine Fortschritte im Erfassen
von Zusammenhängen machen, könnten die Tests der
Vergangenheit an Aussagekraft verlieren.
Die Menschheit (Natur) entwickelt sich doch immer weiter, das liegt in der Natur (des Menschen). Es gäbe viel weniger Krebs oder andere altersbedingte Krankheiten, wenn wir nicht solche medizinischen, verhaltens oder Hygiene Fortschritte gemacht hätten, dass unser Durchschnittsalter auf 70-80 gestiegen ist... noch vor hundert Jahren, wären wir noch so um die 45-50 geworden, da "gab" es gewisse Krebsarten noch gar nicht. Muss man also diese Entwicklung als grundsätzlich schlecht anschauen?
Gruss
Christoph



