Substrat ?

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hfbonsai
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Re: Brita etc.

Beitrag von hfbonsai »

Lachh hat geschrieben:
Das stimmt leider so allgemein nicht. Man muss zwischen schwach sauren Kationenaustauschern, die tatsächlich das im Wasser enthaltene Calcium und Magnesium gegen Natrium austauschen und deswegen mit Kochsalz regeneriert werden müssen und stark sauren Kationenaustauschern, die Calcium und Magnesium gegen Wasserstoffionen austauschen unterscheiden.

Demnach wird das Wasser durch das filtern nicht salziger (was für die Kaffeetrinker, die einen solchen Filter verwenden ja auch eher unangenehm wäre)
Hallo

Salzionen hat nichts damit zu tun, daß das Wasser "Salzig" schmeckt. :wink:

Sondern es wird benutzt um die Kalkionen ( Calzium, Magnesium und andere härtebildende Ionen) gegen Salzionen auszutauschen.

Was glaubst Du mit was die Wasserstoffionen im Brita-Filter geladen sind :?:

Regenerierbare Austauscher werden mit 10 %iger Salzsäure regeneriert, z.B. in der Aquarientechnik, der Brita-Filter gehört zu den nicht regenerierbaren Ionenaustauschern nur aus dem Grund, weil er nicht rückgespült und durch Strom im Privatgebrauch regeneriert werden kann.

Er gehört also eher zu den "Neutralaustauschern", wir können ja gleich einen Grundlehrgang in Chemie durchführen. :roll:

Das Prinzip, auf das es hier ankommt "stimmt", sowohl für Ionenaustauscher als auch für Neutralaustauscher.

Gruß Frank

P.S. ich habe fast 20.Jahre Diskusfische gezüchtet und mit Ionenaustauschern, Osmose und Neutralaustauschern gearbeitet, diese Fische vertragen auch kein "salziges" Wasser und trotzdem wird mit Ionenaustauschern das Wasser enthärtet, Deformationen und Krankheiten sind das Ergebnis. :wink:
Neutralaustauscher überleben die Fische zwar aber sie werden unfruchtbar.
Gruß Frank

hfbonsai= Heike + Frank-Bonsai

Ein guter Bonsai braucht Zeit, so wie die Natur die uns erschaffen hat.
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hfbonsai
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Beitrag von hfbonsai »

Hallo Lars

Noch etwas:

Moderne Austauscher in großen Kühlanlagen z.B. arbeiten nicht mehr mit Salzsäure als Regenerator sondern mit Schwefelsäure.
Allerdings sollte die Schwefelsäure Technisch rein sein und eine konzentration von mindestens 96% aufweisen.

Das Austauschgranulat arbeitet mit einem Farbindikator, so kann genau festgestellt werden wann regeneriert werden muß.

Das Abbauprodukt von Schwefelsäure ist Stickstoff und entweicht als Gas aus dem Wasser. :wink:

Für privat Haushalte ist dieses Verfahren aber nicht (noch nicht) anwendbar.

Auch hat Schwefelsäure den Nachteil, daß wenn es falsch angewand wird Explosionen entstehen.

Ich würde mein Geld nicht ausgeben für Brita-Filter oder andere Austauscher, sie sind im Wirkungsgrad schlecht und wirken sich nach kurzer zeit eher Negativ aus. :wink:

Das beste ist natürlich wenn man so arbeitet wie Walter, allerdings wollte ich damals meine Untermieterin sehen wenn ich so gegossen hätte das es unten rausläuft und alles satt ist.
JedenTag die Bäume in die Dusche tragen und nach dem Giesen wieder zurück und das womöglich Morgens und Abends ist meiner Meinung nach bei schon wenigen Bäumen sehr umständlich und nicht umsetzbar. :wink:

Frank
Gruß Frank

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Lachh
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Beitrag von Lachh »

Hallo Frank,

auch wenn es langsam OT wird:

Brita-Wasserfilter enthalten einen stark sauren Kationenaustauscher, d.h. dieser tauscht nur positiv geladene Ionen aus und zwar im wesentlichen Calcium (Ca2+) und Magnesium (Mg2+) gegen H+ (Wasserstoffionen). Das ist das Merkmal eines stark sauren Kationenaustauschers und unterscheidet diesen von schwach sauren oder Neutraltauschern, die gegen Natrium (Na+) austauschen.

Da der Britawasserfilter lt. Brita-HP zu ersteren gehört, gibt er kein Natrium ans Wasser ab, sondern H+ Ionen (= keine Salzionen). Man könnte ihn wahrscheinlich sogar selber (mit Salzsäure) regenerieren, nur macht das Brita wohl lieber selbst, so daß die Kunden weiter die Kartuschen kaufen und nicht mit Säuren hantieren müssen.

Auf den Grundlehrgang in Chemie verzichte ich dankend, ich habe das schon studiert, darin promoviert und jeden Tag auf dem Tisch, das reicht mir. Ich kenne mich also halbwegs aus. Trotzdem danke! :wink:

Gruß,

Lars
hfbonsai hat geschrieben:Hallo Lars

Noch etwas:

Moderne Austauscher in großen Kühlanlagen z.B. arbeiten nicht mehr mit Salzsäure als Regenerator sondern mit Schwefelsäure.
Allerdings sollte die Schwefelsäure Technisch rein sein und eine konzentration von mindestens 96% aufweisen.

Das Austauschgranulat arbeitet mit einem Farbindikator, so kann genau festgestellt werden wann regeneriert werden muß.

Das Abbauprodukt von Schwefelsäure ist Stickstoff und entweicht als Gas aus dem Wasser. :wink:

Für privat Haushalte ist dieses Verfahren aber nicht (noch nicht) anwendbar.

Auch hat Schwefelsäure den Nachteil, daß wenn es falsch angewand wird Explosionen entstehen.

Ich würde mein Geld nicht ausgeben für Brita-Filter oder andere Austauscher, sie sind im Wirkungsgrad schlecht und wirken sich nach kurzer zeit eher Negativ aus. :wink:

Das beste ist natürlich wenn man so arbeitet wie Walter, allerdings wollte ich damals meine Untermieterin sehen wenn ich so gegossen hätte das es unten rausläuft und alles satt ist.
JedenTag die Bäume in die Dusche tragen und nach dem Giesen wieder zurück und das womöglich Morgens und Abends ist meiner Meinung nach bei schon wenigen Bäumen sehr umständlich und nicht umsetzbar. :wink:

Frank
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andreas b
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Beitrag von andreas b »

Jetzt wird es endgültig OT:

Also:

Es gibt stark und schwach saure Austauscher (und auch entsprechende basische, tut aber für die Enthärtung nichts zur Sache).

Beide Varianten können sowohl mit Säure als auch mit Kochsalz regeneriert werden, und damit auch H- oder Na- Ionen abgeben. Hängt einzig und allein von der Aufladung des Austauschers ab, und die wieder vom Regenerationsmittel.

Enthärtung wird in der Regel mit einem stark sauren Austauscher in der Na- Form durchgeführt. Hierbei werden alle Härtebildner (im wesentlichen Calcium, Magnesium) gegen Natrium- Ionen ausgetauscht.
Im Wasser bleiben dann die entsprechenden Natriumsalze der Anionen, die vorher an die Härtebildner gebunden waren. Regeneriert wird mit Kochsalzlösung, NaCl etwa 10%. Dabei wird wieder Natrium an den Austauscher angelagert, die Härtebildner werden frei. Das Abwasser ist dann kochsalzreich und sehr hart.

Entcarbonisierung entfernt den an Kohlensäure (Carbonat) gebundenen Teil der Härtebildner (Carbonathärte). Dies erfolgt an schwach sauren Ionenaustauschern in der H- Form. Dies passiert wohl bei den Britta- Filtern. Die Härtebildner bleiben am Ionenaustauscher gebunden, es werden H- Ionen frei. Diese bilden nun mit den Carbonatanionen freie Kohlensäure, das Wasser wird saurer. Die an "stärkere" Anionen gebundene Härte (die bleibende Härte) wird nicht beeinflusst. Hier wird mit verdünnter Säure (Salzsäure etwa 3 %, Schwefelsäure etwa 5%) in regeneriert, H- Ionen lagern sich an, Härte wird vom Austauscher abgegeben.

An stark sauren Austauschern in der H- Form schliesslich werden alle Kationen (also Härtebildner wie Calcium und Magnesium und auch andere, wie Natrium und Kalium) gegen H- Ionen ausgetauscht. Dabei entstehen aus den Anionen freie Säuren (Salzsäure aus Chloriden, Schwefelsäure aus Sulfaten, Kohlensäure aus Carbonaten, usw.). Das Wasser wird sehr stark sauer (pH etwa 2- 3!). Technisch ist dies der erste Schritt für die Vollentsalzung an Ionentauschern, die Anionen werden anschliessend an basischen Austauschern entfernt. Regeneriert wird hier ebenfalls mit Säure.


Bei der Regeneration muss bei allen Verfahren ein Überschuss des Regenerationsmittels verwendet werden, bei Enthärtung etwa 50 bis 100 % Überschuss, bei Entcarbonisierung etwa 3 - 5%, bei Vollentsalzung etwa 200 - 250 % (stöchiometrisch, bezogen auf die ausgetauschte Härtemenge). Die Verfahren sind also, ohne Rückgewinnung von Regenerationsmitteln, nicht gerade umweltfreundlich.

Ob Salz- oder Schwefelsäure ist erst mal egal. Schwefelsäure ist etwas günstiger im Einkauf, dafür gibt es grössere Probleme beim Handling (Verdünnung, Gefährdung) und es muss zur etwas grösserer Überschuss verwendet werden. Das hängt wieder mit der etwas schlechteren Wasserlöslichkeit der meisten Sulfate zusammen, ausserdem läuft die Austauschreaktion während der Regenration nicht ganz so schnell ab.

Nun *back*

Meine Meinung: Da alle Verfahren zur Wasserbehandlung entweder noch mehr Wasser beeinträchtigen (Abwasser aus der Regenration beim Ionenaustausch) oder aber zusätzlich Wasser verbrauchen, sollte man versuchen, ohne auszukommen. Also mit Leitungswasser giessen, möglichst auch Regenwasser verwenden, und dem Rat von Walter Pall folgen: Es muss plätschern. :lol:

Aufbereitung nur, wenn unbedingt erforderlich, also bei extrem schlechtem Wasser (es gibt durchaus in Deutschland Gegenden mit 40 und noch mehr Härtegraden), bei besonders empfindlichen Pflanzen (oder Tieren), oder wenn es mit dem Nachbarn klappen soll (ohne dass der Balkon tropft).

P.S. Ich habe noch immer keine Antwort von Econas, wo genau denn diese Galapagoserde herkommt. Also, Butter bei die Fische!
Gruss
Andreas

Haltet die Welt an! Ich will aussteigen.
Lachh
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Beitrag von Lachh »

Hallo Andreas,

Danke für die ausführliche Antwort. Ich hatte immer im Sinn, dass die Kationenaustauscher, die ich kenne mit Säuren regeneriert werden und daher gegen H+ austauschen. Ich habe es noch mal nachgelesen und du hast natürlich recht, wenn man mit NaCl regeneriert, was konzentrationsabhängig funktionieren sollte, tauschen Kationenaustauscher gegen Na+ aus. Brita-Harze tauschen aber auf jeden Fall gegen H+ aus, d.h. es entsteht im wesentlichen Kohlensäure.

Gruß, Lars
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