Hallo Jose,
die Wasserhärte des Seewassers kannst du z.B. mit Teststreifen aus der Apotheke testen.
Ein paar tolle Tipps zum Thema Kalk stehen in diesem Artikel von Martin, den er vor einiger Zeit veröffentlicht hat, und den ich dank seinem Einverständnis hier wiedergeben darf:
Martin S hat geschrieben:Aber, aber! Leicht Verkalkt?
Wer kennt ihn nicht. Weiß oder leicht gelblich verfärbt haftet er mit ungeheurer Hartnäckigkeit auf fast jeder Unterlagen. Er läßt die oft so geplagte Hausfrau bzw. den in der Regel noch geplagteren Hausmann verzweifeln. Hast du mal nicht direkt nach der morgendlichen Dusche ordentlich die Fliesen abgewienert, hast du abend ein Problem. Ja. Und den begeisterten (und gelegentlich auch geplagten) Bonsaifreund stört er natürlich erst recht! Warum? Die Bäume da draußen in der Natur haben eben so selten schneeweiße „Nebaris“. Na und schädlich ist er für den ein oder anderen Baum auch, der Kalk.
Um es gleich vorweg zu sagen. Unter Kalk verstehe ich in diesem Artikel das was in der größten Konzentration an gelösten Mineralien im Gießwasser enthalten ist und gemeinhin im Begriff der Wasserhärte zusammengeführt wird. Nur damit sie sehen was man definitionsgemäß darunter versteht bzw um es ihnen noch einmal in Erinnerung zu rufen, der folgernder Satz:
„Die im Wasser gelösten Erdkalisalze (Magnesium.-, Calcium.-, Strontium.- und Bariumsalze) bilden die Gesamthärte des Wassers. In den meisten natürliche Wässern sind weitestgehend nur Calcium.- und Magnesiumverbindungen enthalten. Die Gesamthärte stellt also die Summe der Karbonathärte (Gehalt an Calciumverbindungen) und der Nichtkarbonathärte (Gehalt an Magnesiumverbindungen) dar. Sie wird vielfach in Form der „deutschen Härtegrade“ (Abkürzung auch im Text = °dH) angegeben.“
Soviel zu Definition! Haben Sie das verstanden?? Wenn nicht ist das jetzt auch nicht so tragisch. Denn am Ende kommt es nur darauf an, daß sie den Kalk irgendwie loswerden.
Viele Leute haben hier ein Problem. Denn desto höher der Gehalt an, gelösten Calcium.- und Magnesiumverbindungen im Gießwasser, desto schneller sehen die „Füße“ der Bonsai ausgesprochen häßlich aus. Fast so als steckten sie in weißen Turnschuhen!
Ich meine ich hätte schon einmal erwähnt, zu den Glücklichen zu gehören, die ihre Bäume mit Regenwasser oder Brunnenwasser gießen können. UND durch die Region in der ich lebe (Niederrhein) brauche ich mir mal überhaupt keine Gedanken wegen einem etwaigen „Ausbleiben des Nachschubs“ zu machen. Möchte fast sagen, daß es höchst selten im Sommer vorkam, daß ich mal im Hinblick auf einen niedrigen Wasserstand in meinen Regensammeltonnen vor erstaunen hätte die Augenbrauen hochziehen müssen.
Aber was macht man, wenn man so in der dritten Etage wohnt und einen kleinen Balkon voller Bonsai hat? Da wird Wassersammeln schnell zu einer abenteuerlichen Aufgabe. Na ja. Und dann bleibt einem eben nur der Gang zu Wasserhahn. Nur um es der Vollständigkeit halber zu sagen: ich habe halt auch ein paar Jahre meine Sammlung mit Leitungswasser versorgt. Aber glauben Sie es oder nicht: seit einigen Jahren stehen meine Bäume in einem Garten und ich kann ihnen heute noch teilweise leicht verkalkte Stellen an dem ein oder anderem Bonsai zeigen! Gerade bei einer borkigen Rinde setzt sich der Kalk sehr hartnäckig fest und läßt diese auch schneller „brösseln“.
Wissen sie was sie mal machen müssen? Gehen sie mal in ein größeres Bonsaizentrum, so mit angeschlossener „Pflegestation“. Lassen sie sich da mal vor allem die kranken Zimmerbonsai zeigen. Neben den „klassischen“ Trockenschäden (wer kennt die nicht!) findet man oft Bäume an denen ein trauriges Grün versucht zu hängen und die so miserabel dreinschauen, das man ihnen den Gnadenschuß geben möchte (ist nur ein Scherz, das mit dem Gnadenschuß). So. Und jetzt schauen sie sich da mal den Stammansatz an. Wetten das sie hier deutlich sichtbare Kalkablagerungen finden? Das habe ich mittlerweile schon so oft gesehen! Warum gerade bei den Zimmerbonsai werden sie jetzt sicher fragen. Der Versuch einer Erklärung könnte sein, daß die Besitzer dieser Bäume Zimmerbonsai bevorzugen, weil sie keinen Garten haben in dem sie Outdoors halten können. Na. Und wenn du keinen Garten hast dabei gleichzeitig im Hochhaus wohnst und trotzdem auf Bonsai nicht verzichten willst, hast du Zimmerbonsai und die werden dann wahrscheinlich mit Leitungswasser versorgt weil man eben an Regenwasser nicht oder nur schwer herankommt. Übrigens ein kleiner Tip: Ein Blick in die „Intensivstation“ eines Bonsaihändlers lohnt sich! Wenn sie sich hier ein wenig umschauen, bekommen sie sehr unterschiedliche Krankheitsbilder zu sehen. Und wenn sie etwas finden, so im Sinne von „ Oh Mann! Was hat DER denn????“, SOFOT(!) den Händler fragen
was das ist,
woher das kommt und
was man dagegen machen kann! (Ich nenne das die drei „W“´s ) Sie glauben gar nicht wie das „bildet „ !
Im Forum des BCD kommt es häufig vor, daß besorgte Bonsaifreunde wegen kranker Serissabonsai anfragen. Hier wird oft geraten auf möglichst kalkarmes Giesswasser umzusteigen. In einer Reihe von Fachbüchern steht ähnliches und das so ein Baum der tausend Sterne sehr schnell empfindlich reagiert habe ich selber schon mindesten dreimal getestet. Die dritte Serrissa war für mich dann der letzte Zimmerbonsai. Ich bewundere diejenigen unter ihnen, die es schaffen ihre Zimmerbonsai über die Jahre zu bringen. Ehrlich!
Ok. Kommen wir zurück zum Kalk im Gießwasser. Zunächst muß man einmal wissen, wie hoch den die Konzentration an Kalk im Leitungswasser der Stadt ist. Das läßt sich (meistens!) leicht bei der Stadtverwaltung in Erfahrung bringen. Einfacher kann es sein mittels Gesamthärteteststäbchen den Gehalt selber zu bestimmen. Bei diesen Stäbchen wird die Gesamthärte durch einen komplexbildende Reaktion der Calcium.- und Magnesiumionen mit Ethylendinitriloessigsäuredinatriumsalz bestimmt. (Kommen sie! Versuchen sie „Ethylen…“ mal schnell aufzusagen.). Um den Wert „ihres“ Wassers zu finden , können sie natürlich auch ins Internet schauen. Die meisten Städte und Gemeinden biten solchen Service heute an. Haben wir den Wert für die Gesamthärte erfahren, orientieren wir uns an folgender einfachen Einteilung:
Regenwasser / destilliertes Wasser 0-5°dH = ein entkalken ist nicht notwendig
Weiches Leitungswasser 5-10°dH = ein entkalken ist auch hier nicht zwingend erforderlich (wer hier „landet“ hat es geschafft! Sie brauchen nicht weiter zu lesen!)
Hartes Leitungswasser mehr als 15 - 20°dH = man sollte sich um entkalktes Wasser bemühen.
Sehr hartes Leitungswasser 20°dH und höher = man sollte unbedingt das Gießwasser entkalken!
Wir in Krefeld haben satte 25°dH! Mit diesem Leitungswasser habe ich meine Versuche gemacht. Also hier können wir schon von „extremen“ Bedingungen sprechen.
ABER WIE WERDE ICH DEN KALK DEN LOS????
Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten den Kalkgehalt oder besser die Gesamthärte im Wasser zu senken. Eine recht effektive sind die sogenannten Entkalker (Komplexbildner) für zB. die Wasch.- oder Spülmaschine. Leider scheiden diese wegen einer „gewissen Unverträglichkeit“ mit unseren Bäumen für das Entkalken unseres Wasser laus (! Machen Sie da bloß keine Experimente! Habe ich für sie schon gemacht! Fazit: „Somat“ tötet junge chinesische Ulmen).
Leidlich effektiv das „Abkochen“. Hat Nachteile wie recht hoher Energieverbrauch, größere Mengen sind schwer verfügbar. Und Töpfe schrubben ist angesagt! Ausserdem senkt es die Gesamthärte lediglich um ca. 10°dH bei 30 Minuten Kochzeit.
Um das Verfahren des „Abkochens“ ein wenig zu beschleunigen, kam ich auf die Idee einmal unsere Kaffeemaschnine „prozesstechnisch“ einzubinden. Erfolg? Nicht nennenswert.
Was ganz gut geht ist das Verdünnen mit destilliertem Wasser. Das bekommen sie in jedem größeren Supermarkt. Schauen sie hier in die Abteilung mit dem PKW Zubehör. Braucht man zum auffüllen der Batterie. Verdünnen sie destilliertes Wasser mit Leitungwasser zB. wie folgt:
1:1 sie halbieren die Gesamthärte
1:2 sie haben noch zwei drittel der ursprünglichen Gesamthärte
1:3 sie haben ca. drei viertel der ursprünglichen Gesamthärte. Alles darüber hinaus bringt nicht mehr viel. Mein Tip hier 1:2.
Ganz ausgezeichnet arbeiten die sogenannten „Ionentauscher“! Sehr bekannt ist das sogenannte „Britta Filter“. Hier kommen sie auf die „richtigen“ Werte wenn sie hartes bzw. sehr hartes Wasser haben. Die „Betriebskosten“ sind akzeptabel und das ganze ist leicht zu handhaben, solange man nicht gerade „kubikmeterweise“ Gießwasser verbraucht.
Eigentlich könnte ich hier aufhören etwas zum entkalken zu sagen, wenn, ja wenn ich da nicht diesen Artikel in einer alten Clubzeitschrift gefunden hätte, Da schrieb nämlich mal jemand zu dem Problem, daß man gute Resultate erzielt, wenn man das Wasser mit etwas Torf(!!) versetzt und diesen nach einer Weile abfiltriert. Na da hatte der Autor des Artikels natürlich meine Neugierde geweckt! Ich glaube, daß sie mittlerweile gemerkt haben, daß die Chemie einen „gewissen Reiz“ auf mich ausübt, ähnlich wie die Bonsai! Wenn ich dann so etwas lese, MUSS ich das einfach ausprobieren. Und das habe ich getan! Mit folgendem, für mich doch sehr überraschendem Ergebnis:
Der Härtegrad meines Leitungswasser 25°dH. Nach einer Behandlung mit ca. 40g Torf bei einem Liter Gießwasser und einer Stunde „Kontaktzeit“ 10 - 15°dH! Ich konnte das nicht glauben! Daher habe ich das gleich noch dreimal ausprobiert! Das Resultat war immer das Gleiche! Weil ich das so toll fand (Torf ist super billig, leicht zu entsorgen, nicht umweltgefährlich, wiegt fast nix und stinkt nicht!) habe ich noch ein bisschen rumexperimentiert. Und das kam dabei heraus:
stopfen sie drei Hände voll Torf in ein Damensöckchen (Nylon) oder in ein Stück einer Damenstrumpfhose aus Nylon. Nicht zu feste drücken! Zubinden. Tauchen sie dieses „Gebinde“ dann unter die Oberfläche ihres Wassers und drücken sie es so ein bisschen, damit sich der Torf mit Wasser vollsaugt. Lassen sie das Ganze eine Stunde stehen. Rühren sie ab und an zwischendurch. Danach den Socken rausnehmen. Fertig. Das mit dem Söckchen ist nicht von mir! Das schrieb schon der Autor des Artikels. Ich möchte nicht, daß jemand sagt: „Der Schillings schmückt sich mit fremder Leute Federn!“
Sollte ihr Wasser danach ein wenig verfärbt sein oder trübe (so war es bei mir) stören sie sich nicht daran. Es schadet ihrem Bonsai nicht! Ganz im Gegenteil. Wenn sie das nicht wollen, weil sie zB eine dieser herrlichen Glasgießkannen haben können sie das Gießwasser anschließend noch über ein, zwei Kaffeefilter filtrieren. Es sollte dann klar sein (aber eventuell immer noch leicht braun).
Jetzt seinen sie mal ehrlich! Das ist doch toll oder?
Ok. Die Erklärung liegt in der Huminsäure die im Torf enthalten ist. Diese „bindet“ den Kalk. Klar das ich mich gleich auf die Suche nach Huminsäure in reiner Form machte. Aber die ist doch recht teuer. Daher würde ich bei dem Torf bleiben. Dann habe ich noch etwas ausprobiert was auch ging aber nicht ganz so gut wie mit dem Torf. Durch die Huminsäure kam ich zum „Humus“. Vom „Humus“ ist es ein kleiner Schritt bis zum Komposthaufen. Also habe ich das alles noch mit dem Kompost im Garten versucht. Auch das senkt die Gesamthärte ähnlich wie der Torf. Na ja. Dann habe ich mir folgendes gedacht: „Wenn jemand einen Komposthaufen hat, dann hat er vermutlich einen Garten. Wenn einer einen Garten hat dann hat er auch Regenwasser. Wenn einer Regenwasser hat, ja wofür gießt der den dann mit Leitungswasser?“
Bis hierhin ist das, glaube ich, alles ganz gut. Sie haben jetzt die einige Möglichkeiten gesehen, wie man die Gesamthärte des Leitungswassers billig und effektiv reduzieren kann. ABER was ist nun mit den „tennischuh-weißen“ Stammansätzen??
Auch da habe ich so ein bisschen getestet. Sie können etwas ganz ungefährliches machen um diese Stellen wieder (fast zur Gänze) los zu werden. Zunächst stechen sie mit einer Nadel ein wenig in die Ablagerungen. Dabei brösselt schon so das ein oder andere weg. Danach legen sie auf diese Stellen Moos auf. Die grüne Seite nach unten, also auf die Stellen. Binden sie das mit etwas Raffia oder Veredlungsband fest (damit das Moos beim gießen nicht immer wieder verrutscht bzw. damit die Vögel sich das nicht schnappen). Lassen sie das Moos für ca. 3 – 6 Wochen so liegen und halten es feucht (einfach beim gießen). Das Moos dient hier wie der oben schon erwähnte Ionentauscher. Dh. es bindet den Kalk und löst ihn über die Zeit wieder ab. Sollten sie nach der angegebenen Zeit noch keinen „so richtigen“ Erfolg damit haben, beginnen sie die Behandlung erneut. Uns ist klar, daß wir während der Zeit auch mit vorher entkalktem Gießwasser gießen! Über kurz oder lang sollte der größte Teil abgelöst sein und der Baum sieht wieder normal aus.
Alles klar?
