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Frage an Tonschläger

Verfasst: 09.01.2008, 18:25
von Jens
Hallo,

Habe mal eine Frage bezüglich dieser Schale von H.H.

Wie werden die Risse bei so etwas gemacht.

Nicht falsch verstehen nicht die Glasur/ Oxide, sonder nur die Risse???

Gruss Jens

Verfasst: 09.01.2008, 20:05
von Marc Berenbrinker
Eine Möglichkeit wäre, die entsprechenden Stellen mit Feuchtigkeit (Wasser) zu übersättigen. Das führt beim trocknen zu Spannungsrissen in der Oberfläche, weil die feuchteren Stellen gegenüber den nicht mit Wasser behandelten Stellen einem anderen Schrumpfungsprozess unterliegen. Nicht richtig angewendet kann das aber auch zum Verlust der ganzen Schale führen!
Die andere Möglichkeit wäre die Risse in den trockenen, noch nicht gebrannten Ton zu fräsen oder zu meisseln :wink:

Verfasst: 09.01.2008, 23:06
von Soeren
Hallo,
ich kenne mich zwar ehr mit den Abläufen im Scherben aus als mit Töpfern, aber für mich sieht die Schale aus als wäre sie mit zu trockenem Ton, in Segmenten entstanden. Wird der Ton zu trocken verarbeitet, verbindet er sich auch nicht, das sieht dann so ähnlich aus. Kann aber auch total daneben liegen.
mfg

Verfasst: 10.01.2008, 13:36
von geha
hi

da stimme ich Soeren zu, denke auch dass hier trockener Ton verwendet
wurde und nur innen zum glätten ein feuchter Rakel verwendet wurde...


Gruss Geha

Verfasst: 10.01.2008, 15:09
von Philipp
Hallo,

denke auch das es schon angetrockneter Ton war.

Eine weitere Möglichkeit wäre die behandlung des noch feuchten Tons mit einem Gasbrenner, der die obere schicht schnell trocknen lässt und so auch Risse entstehen. Habe ich selbst noch nicht probiert aber aus einer vertrauenswürdigen Quelle erfahren.

gruß Philipp

Verfasst: 11.01.2008, 18:16
von Jens
Hallo ,

Ja erst mal vielen Dank.

Phillip,

Ich glaube Du bist auf dem richtigen Weg, mit Brenner hört sich gut an habe ich auch schon gehört aber noch nicht ausprobiert.

Werde das mal in Angriff nehmen.

Gruss Jens

Verfasst: 09.02.2008, 21:48
von Marc Berenbrinker
Das mit dem Brenner hört sich nicht nur gut an, es funktionirt auch!
Man muss nur sehr vorsichtig mit dem Brenner auf dem noch feuchten Ton zuwerke gehen, sonst reisst durch den raschen Feuchtigkeitsentzug die ganze Schalenwand komplett ein, aber es lassen sich mit dieser Methode durchaus ganz akzeptable Resultate erzielen :wink:

Verfasst: 24.09.2008, 22:38
von der1
Hallihallo,

ich teste gerade an einem Beistellerschälchen eine Technik, um Risse zu provozieren. Anbei habe ich mal eine Skizze beigefügt, wie ich mir das ungefähr vorstelle. Die Phasen zeigen jeweils einen Querschnitt der Schalenwand. Ein Ergebnis habe ich derzeit noch nicht, jedoch zeichnet sich beim Trocknen des Beistellerschälchens, dass die Technik durchaus funktionieren könnte.

Wens klappt ist diese Technik zwar langwieriger als die Geschichte mit dem Gasbrenner, dafür aber auch weniger gefährlich ;)

Liebe Grüße

Christian

Verfasst: 25.09.2008, 07:40
von schmieda
Hallo Christian

Da bin ich aber mal gespannt wie das wird.
Ich habe jetzt schon mehrmals den Trick mit der Gaßflamme probiert, aber bei kommt da nur Mist raus. Die Oberfläche reißt nicht, und wenn dann nur ganz minimal. Irgendwann kommt dann immer der Punkt, wo dann alles zu hart ist und reißt.
Ich glaub ich bin zu blöd.

Verfasst: 25.09.2008, 14:20
von Gisela V.
Hallo zusammen,

ich glaube, so wirklich richtig funktionierts nur mit ziemlich trockenem Ton.
Zum Beispiel, wenn man drei Mal mit der geformten "Schüssel" nicht zufrieden ist und sie wieder zusammenmanscht. :roll:

Beim vierten Mal dann hat man dieses Ergebnis.

Grüßle, Gila

Verfasst: 25.09.2008, 18:32
von Andreas Ludwig
Noch ein Tippchen:

Schale formen, gut antrocknen lassen bis zur Lederhärte, mit Messer etwas aufrauhen, etwas befeuchten und dann eine dünne Schicht Schlicker drauf.

Die Schlickerschicht schwindet stärker als die lederharte Vorform, das Aufrauhen und befeuchten ist für die Haftung wichtig.

Wie immer:
Keine Garantie für Resultate,
learning by doing,
der Weg ist das Ziel,
der Zufall ist schön
usw.

Verfasst: 25.09.2008, 18:40
von der1
Hallo Frank,

bei mir sind bisher auch nur minimale Risse entstanden, dafür allerdings genau da, wo ich sie haben will: in den Rillen. Ich denke, wenn der Feuchtigkeitsunterschied zwischen der ersten und zweiten Tonschicht größer wäre, würden auch die Risse deutlicher herauskommen.

Ich hab mein Testobjekt vorhin auch einfach mal kurz in die Mikrowelle gestellt (nur ca. 10 Sekunden, aber schon dann wirds stellenweise heiß) und bilde mir ein, dass sich die kleinen Risse etwas vergrößert haben. Ich habe noch ein zweites Testobjekt, das ich genauso behandeln werde, wenns noch trockener geworden ist. Vielleicht verstärkt sich dann auch der Effekt.

Hallo Gisela,

mit etwas zu trockenem Ton hab ich auch ein wenig experimentiert. Ist zwar auch schön rissig geworden, aber eben, wie bei deinen Beispielen eher als unkontrolliertes, großflächiges Rissenetz. Mein Ziel wäre ja, die Risse "kontrolliert" entstehen zu lassen.

Liebe Grüße

Christian