Glasurentwicklung: nur was für Sturköpfe
Verfasst: 27.07.2008, 13:03
Da möchte jemand von mir eine Schale mit matter, beige- oder sandfarbener Glasur, bevorzugt Sand. Alles klar, bloß: welcher Sand? Seesand, Rheinsand, Silbersand, Füllsand, Putzsand, Mauersand….
Für den Chris P. habe ich mal eine Glasur entwickelt und über 70 Proben gebrannt, bis das dabei war, was er sich vorgestellt hatte. Die Glasur sollte bräunlich sein, aber nicht zuu braun, möglichst eine raue Oberfläche haben (wie zum Teufel kriegt man eine raue Oberfläche bei einer Glasur hin?), und zu allem Überfluss dann auch noch etwas blasig sein. Da haben wir uns über mehrere, ich glaube, es waren vier, Probebrände gemeinsam hingetastet. Sh. Bild „verbrannte Erde“ Ich weiß also, was auf mich zukommt. Sh. Auch Bild „Zur Abschreckung“. Alles verschiedene Mixturen bei den Blautönen und nichts wirklich Brauchbares dabei.
Damit sich keiner unbedacht auf derartige Experimente einlässt, möchte ich hier mal meine Herangehensweise an so etwas dokumentieren. Bewusst zeitnah, damit auch klar wird, wie lange das dauern kann.
Grundsätzlich will ich 2 Grundglasuren verwenden, nämlich Weiß matt und Transparent matt. Von Weiß verspreche ich mir in diesem Fall mehr, da man hiermit besser Pastelltöne erzeugen kann. Bei Transparent kommen die Farben wesentlich intensiver und sind schwieriger abzustimmen. Natürlich kann man solche Proben nur mit Pulverglasuren machen, da bei den Fertigglasuren der Wasseranteil nicht abschätzbar ist und jede Mischung geraten und somit nicht sicher reproduzierbar ist.
Um Farbe da rein zu kriegen, will ich in der Hauptsache sog. „Farbkörper“ verwenden. Das sind mikrofein gemahlene Pülverchen, die man unter die Grundglasur rührt und zwar in Anteilen von etwa 0,2 bis max. 4 Prozent. Dazu kann man noch das eine oder andere Pülverchen aus der Alchimistenküche fügen, um Blasen, Farbpunkte und andere Effekte zu erzeugen. Da ich noch in der Experimentierphase bin, werde ich hier nicht alle Geheimzutaten verraten. Schließlich soll ja etwas dabei herauskommen, was nicht jeder sofort nachmachen kann. Die Glasur auf der kürzlich gezeigten gelben Schale zum Beispiel ist zusammengerührt aus: Grundglasur Weiß matt, 5% Gelb und 2% von dem Zaubersalz, mit dem ich bei der Schale für Chris die Blasen erzeugt hatte. Also ganz easy.
Zum auftragen der Proben habe ich mir aus nicht brauchbarem Ton etliche Probeträger gemacht (60!), sh. Bild „in Reih und Glied“. Hier will ich auf die eine Seite die Probe in Weiß auftragen und auf die andere Seite in transparent mit demselben Mischungsverhältnis. Um zu demonstrieren, wie unterschiedlich das Ergebnis ausfallen kann, füge ich mal 2 Bilder von Proben an, die mit identischen Zugaben gemacht sind. Sh. Bilder „grauer Fels“ und „schwarzblauer Fels“. Diese Richtung werde ich auch noch weiter verfolgen
Da man in Verhältnis sehr wenig Glasur für so eine Probe braucht und z. B. eine Zugabe von 0,5% Schwarz einen deutlichen Effekt erzielen kann (bis hin zur völligen Unbrauchbarkeit), habe ich mir eine Waage gekauft, die eine Genauigkeit von einem Hundertstel Gramm hat. Das ist nicht übertrieben, denn mindestens auf ein Zehntel Gramm genau sollte man eine solche Probe wiederholen können.
Die Glasurträger sind ca. 10 x 5 cm groß. Die oberen ca. 4 cm will ich glasieren, unten verbleibt ein Rand, damit ich in etwa abschätzen kann, ob und wie die Glasur läuft. Außerdem habe ich die Probeplatte senkrecht gestellt, damit ich erkennen kann, ob die Körnchen und Pülverchen, die ich hinzufüge, eine Art Verlaufseffekt erzeugen. Bei liegenden Proben ist mir so etwas bisher natürlich nicht aufgefallen.
Für die Fläche von 4 x 10 cm dürften erfahrungsgemäß etwa 12-15 Gramm Grundglasur ausreichend sein. Zum besseren Rechnen werde ich also 20 Gramm verwenden, damit ich nicht immer den Taschenrechner bemühen muss.
Soll ich noch weitermachen oder habt Ihr schon die Nase voll?
Erwin
Für den Chris P. habe ich mal eine Glasur entwickelt und über 70 Proben gebrannt, bis das dabei war, was er sich vorgestellt hatte. Die Glasur sollte bräunlich sein, aber nicht zuu braun, möglichst eine raue Oberfläche haben (wie zum Teufel kriegt man eine raue Oberfläche bei einer Glasur hin?), und zu allem Überfluss dann auch noch etwas blasig sein. Da haben wir uns über mehrere, ich glaube, es waren vier, Probebrände gemeinsam hingetastet. Sh. Bild „verbrannte Erde“ Ich weiß also, was auf mich zukommt. Sh. Auch Bild „Zur Abschreckung“. Alles verschiedene Mixturen bei den Blautönen und nichts wirklich Brauchbares dabei.
Damit sich keiner unbedacht auf derartige Experimente einlässt, möchte ich hier mal meine Herangehensweise an so etwas dokumentieren. Bewusst zeitnah, damit auch klar wird, wie lange das dauern kann.
Grundsätzlich will ich 2 Grundglasuren verwenden, nämlich Weiß matt und Transparent matt. Von Weiß verspreche ich mir in diesem Fall mehr, da man hiermit besser Pastelltöne erzeugen kann. Bei Transparent kommen die Farben wesentlich intensiver und sind schwieriger abzustimmen. Natürlich kann man solche Proben nur mit Pulverglasuren machen, da bei den Fertigglasuren der Wasseranteil nicht abschätzbar ist und jede Mischung geraten und somit nicht sicher reproduzierbar ist.
Um Farbe da rein zu kriegen, will ich in der Hauptsache sog. „Farbkörper“ verwenden. Das sind mikrofein gemahlene Pülverchen, die man unter die Grundglasur rührt und zwar in Anteilen von etwa 0,2 bis max. 4 Prozent. Dazu kann man noch das eine oder andere Pülverchen aus der Alchimistenküche fügen, um Blasen, Farbpunkte und andere Effekte zu erzeugen. Da ich noch in der Experimentierphase bin, werde ich hier nicht alle Geheimzutaten verraten. Schließlich soll ja etwas dabei herauskommen, was nicht jeder sofort nachmachen kann. Die Glasur auf der kürzlich gezeigten gelben Schale zum Beispiel ist zusammengerührt aus: Grundglasur Weiß matt, 5% Gelb und 2% von dem Zaubersalz, mit dem ich bei der Schale für Chris die Blasen erzeugt hatte. Also ganz easy.
Zum auftragen der Proben habe ich mir aus nicht brauchbarem Ton etliche Probeträger gemacht (60!), sh. Bild „in Reih und Glied“. Hier will ich auf die eine Seite die Probe in Weiß auftragen und auf die andere Seite in transparent mit demselben Mischungsverhältnis. Um zu demonstrieren, wie unterschiedlich das Ergebnis ausfallen kann, füge ich mal 2 Bilder von Proben an, die mit identischen Zugaben gemacht sind. Sh. Bilder „grauer Fels“ und „schwarzblauer Fels“. Diese Richtung werde ich auch noch weiter verfolgen
Da man in Verhältnis sehr wenig Glasur für so eine Probe braucht und z. B. eine Zugabe von 0,5% Schwarz einen deutlichen Effekt erzielen kann (bis hin zur völligen Unbrauchbarkeit), habe ich mir eine Waage gekauft, die eine Genauigkeit von einem Hundertstel Gramm hat. Das ist nicht übertrieben, denn mindestens auf ein Zehntel Gramm genau sollte man eine solche Probe wiederholen können.
Die Glasurträger sind ca. 10 x 5 cm groß. Die oberen ca. 4 cm will ich glasieren, unten verbleibt ein Rand, damit ich in etwa abschätzen kann, ob und wie die Glasur läuft. Außerdem habe ich die Probeplatte senkrecht gestellt, damit ich erkennen kann, ob die Körnchen und Pülverchen, die ich hinzufüge, eine Art Verlaufseffekt erzeugen. Bei liegenden Proben ist mir so etwas bisher natürlich nicht aufgefallen.
Für die Fläche von 4 x 10 cm dürften erfahrungsgemäß etwa 12-15 Gramm Grundglasur ausreichend sein. Zum besseren Rechnen werde ich also 20 Gramm verwenden, damit ich nicht immer den Taschenrechner bemühen muss.
Soll ich noch weitermachen oder habt Ihr schon die Nase voll?
Erwin