Umtopfen Ahorn 1 - Beispiel

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Holger
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Umtopfen Ahorn 1 - Beispiel

Beitrag von Holger »

von Helge4u

Der Wurzelballen des Ahorns in seinem Topf erwies sich als überaus kompaktes Gewirr relativ dünner Wurzeln. Ich hatte meine liebe Mühe, mit einem Sushi-Eß-Stäbchen vorsichtig dieses Gewirr halbwegs auseinander zu bekommen. Zwei Ess-Stäbchen sind dabei gebrochen, so sehr haben sich Wurzeln gewehrt. Ich habe noch massenweise davon, also egal.

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Da so eine Wurzelentwirrung recht lange dauern kann (und da es beim Entwirren auch hilft) tunke ich den Ballen immer wieder in`s Wasser, damit die feinen Wurzeln nicht austrocknen. Ich fange unten und außen an, und arbeite mich nach innen und oben vor. Dabei bin ich bei meinem Ahorn an eine recht massive Grenze gestoßen. Als ich endlich den Wurzelhals freigelegt hatte (und das war schon eine Geduldsprobe!) gab es vom Wurzelhals abwärts einen etwa 6cm dicken und scheinbar völlig undurchdringlichen Teppich.

Ich habe mich schließlich an zwei Lehren aus Bonsai-Technik 1 von John Naka erinnert. (Als ich vor 3 Jahren mit den ersten Indoor anfing, habe ich mir dieses Buch gekauft. Allmählich beginne ich sogar, das eine oder andere daraus zu verstehen !)

Mr Naka meinte (sinngemäß aus meiner Erinnerung, bitte nicht darauf festnageln) :

1) unter dem Baum sollen nach dem Umtopfen am besten gar keine Wurzeln mehr sein. Das ist eine Einladung für Staunässe und Fäulnis.
2) Zwischen den Hauptwurzeln eines schönen Nebari schneidet man tortenstückmäßig dreieckige Freiräume für neue Wurzeln heraus.

Ich habe ein Tortenstück zwischen zwei dicken Hauptwurzeln mit der Rosenschere heraus operiert, und auf einmal hat sich einiges aus dem Filz gelöst!

Ich habe mich also weiter mühsam mit meinem Ess-Stäbchen von unten her in Richtung Wurzelhals vorgearbeitet, durch einen wirklich fast undurchdringlichen Wurzelfilz. Und endlich sah ich, was da los war. Ein etwa 5 cm langer Rest der Pfahlwurzel, um den herum sich alles verfilzt hatte ! Das Bäumchen hätte so niemals in eine halbwegs flache Schale gepasst ! Die Rosenschere schlug erneut zu ...
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ahornwurzeln2_161.jpg (49.17 KiB) 1628 mal betrachtet

Lehrbuchmäßig habe ich dann

- einen Kegel aus Erde im Teichpflanzkorb gebaut
- den Ahorn (der nun unten wurzelmäßig von unten eine "Hohlform" hatte) mit vorsichtigen drehenden Bewegungen hinein gedrückt
- mit Erde aufgeschüttet
- mit Stäbchen sehr vorsichtig nach Hohlräumen gestochert und sie gefüllt
- bisschen Moos oben um den Wurzelhals gelegt
- bisschen Erde drauf zum Abdecken
- das legendäre "Zopf-Bambus-Viereck" festgezurrt
- und mit der Wasser-Superthrive-Mischung angegossen.

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dreier_429_564.jpg (43.82 KiB) 1628 mal betrachtet

P.S.: dieser unscheinbare Ahorn könnte sich zum schönsten Bäumchen aus meinem Fachforum-Paket entwickeln, ich bin darauf gespannt, wenn der loslegt...
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