von Dieter (Zopf)
Bis jetzt kam an Schädlingsmeldungen Spinnmilben und Pilz (Teerflecken oder Rußflecken) oder ähnliches.
Interessant dabei ist, dass diese 2 Schädlinge ganz unterschiedliche "Ursachen" haben. einmal zu wenig und einmal zuviel Feuchtigkeit. Die Frage ist wie wir damit umgehen sollen.
Meine persönliche Meinung geht dahin, bis auf 2 Winterspritzungen auf Bekämpfung zu verzichten.
Mein erster Lehrer Frank Busch sagt, dass Insekten- und Pilzbekämpfung Prävention bedeutet, dem kann ich zustimmen wenn es um Ausstellungsbäume geht. Für unseren Hobbybereich halte ich es für sinnvoller die Pflege zu optimieren, um erst gar keine oder nur eine geringe Schädigung aufkommen zu lassen.
Wenn wir Eichen als Beispiel nehmen. Ich habe 2 Eichen die ordentlich getopft, geschnitten und gedrahtet sind. Sie stehen recht frei, so dass der Wind immer um Sie streichen kann. Kein Anzeichen von Mehltau.
Für einen Wald stehen 40 kleine Feldahorne in "Billigsubstrat" werden mit "Billigdünger" versorgt und stehen eng an dem Platz der gerade zur Verfügung steht. Sie sind voller Mehltau. Die Winterspritzung hat zwar den Erstbefall verhindert, aber durch 2maligen Schritt und "lieblose" Pflege wurde der Neuaustrieb betroffen, der dann um sich gegriffen hat.
Der kleine Schulbaum wird besser behandelt und ist befallsfrei. So kann ich bei mir zweifelsfrei feststellen, dass ich nur durch die regelmäßige Kontrolle und die Pflegemaßnahmen den Schädlingsbefall in Grenzen halten kann.
Das wäre der Weg den ich Euch vorschlagen möchte, auch wenn das bedeutet, das Ihr auf das ein oder andere Bäumchen verzichten müsstet.
Frage:
Mit Mehltau befallene Blätter beim Feldahorn einfach entfernen? Oder löst man das Übel dadurch NICHT? Mein Feldahorn hat einige Blätter, die befallen sind. Ich habe zwar gespritzt, aber die Wirkung lässt leider zu wünschen übrig.
Oder sollte ich wirklich bis zum Winter nichts machen und dann sprühen?
Antwort:
Mehltau ist bei so einer Witterung kaum zu bekämpfen. Da wir für die Winter/Frühjahrsspritzung Netzschwefel benötigen, kannst Du es Dir schon besorgen. Allerdings passiert dieses Jahr sowieso nicht mehr viel. Die Knospen für nächstes Jahr dürften ausgereift sein und es ist eher ein optisches Problem, das wir mit der Winter/Frühjahrsspritzung halbwegs in den Griff bekommen.
Zeitpunkt vorbeugender Maßnahmen:
Die Winterspritzung erfolgt Ende November/Anfang Dezember mit Kupfer/Weißöl.
Die Frühjahrsspritzung erfolgt März/April (im Mausohrstadium - Bilder werden dann kommen) mit Schwefel/Weissöl. Damit dürften die meisten Schädlinge für´s erste zurückgedrängt werden.
Es mag vielleicht interessant sein, dass meine Bäume in Schalen dieses Jahr keine Schädlinge hatten. An einem Pfaffenhütchen hat irgendetwas gefressen und an einer Eberesche sind diese Woche irgendwelche Insekten aufgetreten (kümmere ich mich am Wochenende drum).
Ansonsten habe ich bis auf Winter/Frühjahrsspritzung nur 2 mal gegen Spinnmilben gespritzt.
Die Bäumchen stehen in Aka/Kiryu und bekommen Ihre Grunddüngung mit Biogold. Nachwuchs, Pflanzen in Vorbereitung usw stehen in unterschiedlichsten Mischungen und werden mit dem Dünger der da ist (dieses Jahr hauptsächlich Aldi-Dünger) versorgt. Bei diesen Pflanzen konnte ich eine große Palette von Schädlingen feststellen.
Nachdem ich dies jetzt mehrjährig festgestellt habe, sind die Konsequenzen für mich recht klar.
Frage:
Nachdem ich mir schon mal frühzeitig Weißöl besorgt habe, schon mal eine Frage zur Spritzung:
Ist beim Spritzen die Erde der Bonsai abzudecken, oder ist das nebensächlich?
Antwort:
100% tiges pedantisches Arbeiten ist immer besser. Wenn Du Dir die Zeit nehmen willst, deck die Erde ab. Ich habe mir die Zeit nie genommen und auch keine Nachteile entdecken können, aber ein paar Prozent bessere Gesundheit wird es bringen.
Passt jetzt nicht so genau hierhin, ist aber im selben Kontext zu sehen. Das Schichtsystem beim Substrataufbau, welches von mir nie großartig beachtet wurde, werde ich nächstes Jahr beim Umtopfen wieder verwenden. Irgendwie verliert man hier ein paar Prozent, da ein paar Prozent, ist ja nicht weiter schlimm, die Pflanzen gedeihen ja, aber mit sehr ordentlichem Arbeiten kann man halt noch mehr rausholen.
ps Ob man irgendeinen Schädling oder keinen hatte, sollte nicht die Grundlage einer Entscheidung für oder gegen Spritzung zu sein. Dieser vorsorgliche Schutz ist wie eine Tetanusimpfung zu sehen.
Frage:
kann ich auch eine 30%ige Jinlösung als Winter- und Frühjahrspritzung nehmen?
Das Substrat müsste dann natürlich abgedeckt werden.
Antwort:
Jin-Lösung habe ich bisher nur beim Dreispitz und der Kerbbuche angewandt. Allerdings nur für die Winterspritzung. Der Grund lag aber eher in der Algen-Bekämpfung und im Aufhellen des Stammes.
Bei der Frühjahrsspritzung habe ich auf Weißöl/Schwefel zurück gegriffen.
Ich halte Jin-Mittel für nicht so effektiv als prophylaktische Spritzung, aber es ist auf jeden Fall besser als keine Spritzung. Wenn wir die wichtigsten Schädlinge nehmen:
Feldahorn - Mehltau
hier ist die Frühjahrsspritzung im "Mausohrstadium" und eine Spritzung bei der Ausbildung des Johannistriebes wichtig. Im Endeffekt wirkt hier der Schwefel, aber Jin-Mittel sollte beim Austrieb nicht verwendet werden.
Lärche - Wolllaus
Wenn meine Informationen stimmen ist die Lärchen-Wolllaus eigentlich nur an der Fichte zu bekämpfen, da die Lärche nur den Zwischenwirt darstellt. Also nur eine Spritzung zur allgemeinen Prophylaxe.
Ulme - Spinnmilbe
Hier halte ich nur das Weißöl für wirkungsvoll, außerdem ist die Spinnmilbe eigentlich nur bei "schlechter" Pflege und Standortproblemen ein wirklicher Schädling. Eine geringe Anzahl an Spinnmilben dürfte an jedem Baum zu finden sein und wirkt nicht weiter schädigend.
Spritzungen mit Ackerschachtelhalm zur Stärkung der Zellwände dürften die Abwehrkräfte genügend stärken.
Schädlinge - Vorsorgemaßnahmen
Schädlinge - Vorsorgemaßnahmen
Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit.
Beim Universum bin ich mir aber noch nicht ganz sicher
(Albert Einstein)
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