rätselhaftes Baumsterben

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
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flu
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rätselhaftes Baumsterben

Beitrag von flu »

Hallo Forum,

seit ein paar Tagen bin ich mit einem Freund am rätseln, woran es liegen könnte, dass ihm in diesem Frühjahr eine ganze Reihe von Bäumen eingehen, als da wären:

Kirsche
Quitte
Apfel
Pfirsich
Weißdorn
Ahorn (A. palmatum)

Die Bäume sind allesamt letztes Jahr in Kultur genommen worden und waren nach einer Vegetationsperiode bereits bestens etabliert. Sie stehen in gut durchlässigem Substrat auf einem sonnigen Süd-Balkon und werden regelmäßig gewässert. Einige von ihnen wurden Anfang März '09 mit leichtem Wurzelschnitt umgetopft.
Ab April ging es dann los. Die Symptome waren bei allen Bäumen mehr oder weniger gleich (mit Ausnahme des Ahorns):
anfangs guter Austrieb (die Kirsche sogar in voller Blüte), doch nach kurzer Zeit langsames Abtrocknen der frisch entfalteten Knospen.

Bei dem Acer sieht es etwas anders aus: mehrere Pflanzen sind bisher überhaupt noch nicht ausgetrieben.

Auffallend ist die gleiche Symptomatik and relative nahe verwandten Baumarten (Rosaceae). Könnte hier ein Pilz (Phytophtora) die Ursache sein?
Äußerlich sind bisher neben den welken Knospen keine weiteren Schäden erkennbar.
Wir sind einigermaßen ratlos. *confused*
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holgerb
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Re: rätselhaftes Baumsterben

Beitrag von holgerb »

Hallo Ulf.

Gleiches Phänomen habe ich an einem Feldahorn beobachtet, der (allerdings nur aus einer tief liegenden Stelle) austrieb, die danach vertrocknete.

Im Moment bin ich der Meinung, daß es am Winter gelegen haben könnte (trotz Winterschutz). Möglicherweise auch am schnellen Anstieg der Temperaturen und vor allem er Sonneneinstrahlung und einer danach nochmals absinkenden Temperatur....

Ich habe da auch noch einen Hibiskus, der offensichtlich unter der Rinde noch grün ist, abedr ums verrecken nicht austreiben will. Besagter Feldahorn weigert sich auch weiterhin auszutreiben, zeigt aber keine vertrockneten Stellen...

Prinzipiell könnte dafür ein Pilz in Frage kommen, allerdings halte ich, selbst bei naher Verwandschaft eine gattungsübergreifende Infektion für eher unwahrscheinlich, aber da bist Du der bessere Biologe, um das zu beurteilen.

Phytophtora würde ich wegen der fehlenden Staunässe eher ausschließen, auch müssten sich eindeutige Symptome zeigen.

Ich denke, daß daas warme Frühjahr einen plötzlichen Schub ausgelöst hat, der durch teilweise stark fallende Temperaturen wieder "eingefroren" wurde.

Könnte noch stundenlang weiterschreiben, aber ich habe Kohldampf.

Schönen ersten Mai wünsche ich!
"The mind is like a parachute. It doesn't work unless it's open."
- Frank Zappa -
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leon6969
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Re: rätselhaftes Baumsterben

Beitrag von leon6969 »

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Uwe_Kl
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Re: rätselhaftes Baumsterben

Beitrag von Uwe_Kl »

Hallo,


auch bei mir zeigen sich die von Ulf geschilderten Symptome an einer Stieleiche und einem Amberbaum. Ja, ich bin Anfänger und da könnte es an einem Pflegefehler liegen. Aber.
Am vergangenem Wochenende war ich bei meiner Mutter. Sie hält/züchtet seit ´zig Jahren Fuchsien und schilderte das gleiche. Alte und gestandene Pflanzen (die natürlich wie immer überwintert und in den ersten Sonnenstrahlen endlos rein und raus geschafft wurden) bleiben einfach im Erstaustrieb stehen, bzw. treiben gar nicht erst aus.
Befreundete Bonsai´aner, die ich auch am vergangenem WE besucht habe berichteten das ebenso solche "Phänomene".

??

MfG Uwe
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Amadeus
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Re: rätselhaftes Baumsterben

Beitrag von Amadeus »

Vielleicht Verticillium-Welke ? Ich hab dieses Trauerspiel gerade an einem Ahorn und einer Olive. :(
Viele Grüße
Holger

Ein kritisches Hinterfragen der eingestellten Bäume ist ausdrücklich erwünscht.
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leon6969
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Re: rätselhaftes Baumsterben

Beitrag von leon6969 »

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Reiner
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Re: rätselhaftes Baumsterben

Beitrag von Reiner »

Ähnliche Probleme hatte ich mit zwei Berberitzen. Beide schlugen schon schön aus und blüten auch. Dann vertrockneten sie unvermittelt. Bei einem Ginkgobaum genau das selbe.
Seit über 20 Jahren gestalte ich Forsythien. Nie war eine krank oder hatte mit Ungeziefer zu kämpfen. Dann kam dieses Jahr die Katastrophe. Drei meiner im Aufbau befindlichen Forsythien hatten sich eine Infektion geholt. Dabei wird das Holz am Infektionsherd sehr schnell zersetzt. Eine schwarze, sehr übel riechende, klebrige Flüssigkeit läuft aus diesen Wunden. Das scheint ein Virus zu sein. Nach Behandlung mit Isopropylalkohol konnte ich das zersetzen des Holzes direkt stoppen. Für eine schöne Mameforsythie kam die Behandlung zu spät. Mein neues Prachtstück kämpft noch (hioerbei befand sich die Infektion im Nebaribereich. Wer etwas über diese Erkrankung weiß, bitte ich um Hilfe. Diese Erkrankung befiel nur die Forsythien. Unten Bilder des Befalls.
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Reiner
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Re: rätselhaftes Baumsterben

Beitrag von Reiner »

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leon6969
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Re: rätselhaftes Baumsterben

Beitrag von leon6969 »

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saroner
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Re: rätselhaftes Baumsterben

Beitrag von saroner »

moin zusammen,

reiner, was du da an bildern zeigst ist mir bisher nur an kastanien begegnet.
der befall durch pseudomonas syringae stellt bei uns hier oben derzeit in der tat ein echtes problem da und ist auch der grund weshalb wir schon einige auch alte und wunderschöne kastanien wegnehmen mussten.
ich kann es zwar nicht eindeutig sagen ob es ein befall dieses bakteriums ist aber ich stelle die links hier einfach mal rein, vielleicht hilfts weiter.http://www.bba.bund.de/nn_806762/DE/Akt ... nhalt.html


http://www.landwirtschaftskammer.de/lan ... bluten.htm


http://www.wald.de/die-rosskastanie-ein ... -den-baum/

habe zu diesem thema so eben nochmal meine fachbücher befragt.
dieses bakterium befällt tatsächlich auch forsythien.
ausserdem steht geschrieben, "der befall tritt besonders in jahren mit späten frösten auf".
könnte also durchaus zutreffen.
gruss.Steffen
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Reiner
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Re: rätselhaftes Baumsterben

Beitrag von Reiner »

Hallo Steffen und Steffen,
die Links habe ich mir nun durchgelesen. Ja, dass Krankheitsbild ist identisch mit der Rosskastanie und macht mir ziemlich Angst. Hoffentlich greift das nun nicht auf alle Forsythien über. Die befallenen Bäumchen müßen nun leider in den Müll, so weh das auch tut.
Das war schnelle Hilfe, vielen Dank dafür an Euch Beide. Mit Eurem Einverständnis möchte ich das auch an das BCD-Forum weitergeben. Dort betreue ich ja ein Forsythienunterforum und diese neuen Erkenntnisse sind für alle Bonsaifreunde sehr wichtig.
Reiner
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saroner
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Re: rätselhaftes Baumsterben

Beitrag von saroner »

moin reiner,

klar, ab damit zum BCD forum.
wenn es den nutzern dort weiterhilft ist doch klasse.

wirklich schade um deine kleine forsythie, sehr schade!
reiner, ich denke am besten wäre es deine forsythien zu verbrennen, so sind diese bakterien gänzlich vernichtet.

bis dahin, gruss.steffen
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leon6969
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Re: rätselhaftes Baumsterben

Beitrag von leon6969 »

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Urikawa
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Re: rätselhaftes Baumsterben

Beitrag von Urikawa »

Flu, die Baum arten die du nennst enthalten recht viel wasser in ihre würzeln während die winterperiode. Durch den strengen frost, was mir bestättigd worden ist, hat sich bei den meisten Bäume die dieses problem zeigen, die Rinde vom Kern der Würzeln gelöst. Dann als der zeitpunt dawar das die Bäume zu treiben bekannen, trieben sie nur aus den reserven die in Stamm und Äste vorhanden war. Am zeitpunkt das diese verbraucht sind geht der Baum ein. Ob da auch Pilze mit im spiel sind kann ich jetzt noch nicht sagen. Ich hoffe bald eine antwort zum thema Pilze zu erhalten von der Universität Wageningen in den Niederlanden.
Wer bin ich das ich sagen darf wie man die Bonsaikunst erleben sollte.
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flu
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Re: rätselhaftes Baumsterben

Beitrag von flu »

Danke an dieser Stelle erst einmal allen Diskussionsteilnehmern.

Hi Urikawa,

das klingt für mich sehr plausibel, was du schreibst. Im Januar hatten wir hier -14°C in Berlin.
Genau so kam es mir auch vor, dass die Bäume wirklich nur ihre Reserven aufbrauchten.
Ich werde meinem Kumpel das mal weiter leiten.
Wie schätzt du die Chancen ein, dass die Bäume doch noch neue Wurzeln bilden und zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht noch austreiben?
Sie sind noch allesamt grün unter der Borke.
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