Betula veruccosa yamadori Frühjahr 2010

Allgemeine Philosophie, Stilarten, Techniken, Vorstellung und Besprechung von Rohmaterial sowie lose Sammlung von Entwicklungs-Dokus
Benutzeravatar
avicenna
Beiträge: 2307
Registriert: 04.08.2009, 22:29
Wohnort: niedersachsen ... emsland

Betula veruccosa yamadori Frühjahr 2010

Beitrag von avicenna »

Diese Birke ist ein Yamadori aus dem Frühjahr. In der jetzt doch windigen und klaten Zeit braucht man etawas zu drahten ;-) findet ihr nicht ?. Ich habs mal mit dieser Birke gemacht. Sie ist noch ganz frisch und Birken neigen ja dazu, manche Äste einfach so auch einmal mit Absterben reagieren zu lassen. Daher hab ich diesmal nicht abgeschnitten sondern alles gedrahtet und im Frühjahr kann ich sehen was "geht", ob vielleicht Rückknospungen sich zeigen die eine Reduktion und Anpassung ermöglichen usw.. Das fertige Bild zeigt wuselige Schattenwürfe, sorry dafür, aber deshalb noch mal raus :shock: ... Ich werd morgen nochmal welche nachschicken ;-)
saludos
avicenna
Dateianhänge
Betula pendula 2010 002.JPG
Betula pendula 2010 002.JPG (61.37 KiB) 1519 mal betrachtet
Betula pendula 2010 003.JPG
Betula pendula 2010 003.JPG (56.41 KiB) 1519 mal betrachtet
Betula pendula 2010 006.JPG
Betula pendula 2010 006.JPG (64.96 KiB) 1519 mal betrachtet
Betula pendula 2010 007.JPG
Betula pendula 2010 007.JPG (65.68 KiB) 1519 mal betrachtet
Benutzeravatar
Hinhan
Beiträge: 152
Registriert: 22.07.2010, 08:26
Wohnort: Bernau bei Berlin

Re: Betula veruccosa yamadori Frühjahr 2010

Beitrag von Hinhan »

Aloha!
Das Grundprinzip gefällt mir sehr gut. Möchte in 3-4 Jahren meine Birke auch gestalten und wollte auch dei Äste (wie es auch bei den "wilden" Birken ist) in einem Bogen nach unten draten.
Bin schon gespannt wie das später bei dir aussieht. Also bitte Bilder mit Grün reinstellen.
Grüße
der Sven
Derjenige, der zum erstenmal an Stelle eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation.

Die Stimme der Vernunft ist leise.
(Sigmund Freud)
Benutzeravatar
avicenna
Beiträge: 2307
Registriert: 04.08.2009, 22:29
Wohnort: niedersachsen ... emsland

Re: Betula veruccosa yamadori Frühjahr 2010

Beitrag von avicenna »

Hallo Hinhan,
wenn Du dir 3-4 Jahre Zeit lässt wird es umso schwieriger ... Die Äste werden nicht dünner und ne Birke wächst schnell. Ich laufe lieber Gefahr, dass ich im Sommer wieder entdrahten muss oder sogar der Draht einwächst als dass ich zu dicke Äste drahten muss ...

saludos
avicenna
Benutzeravatar
Hinhan
Beiträge: 152
Registriert: 22.07.2010, 08:26
Wohnort: Bernau bei Berlin

Re: Betula veruccosa yamadori Frühjahr 2010

Beitrag von Hinhan »

Mal ganz grob gefragt: Wie alt ist denn deine Birke?
Bei meiner bin ich momentan eher dabei noch etwas an der Stammdicke zu arbeiten und die richtigen Hauptäste auszuwählen. Meine ist nähmlich gerade mal ca. 3-4 Jahre alt....
Also das sie verdammt schnell wachsen stimmt sehr wohl das kann ich mehr als bestätigen. Aber wie gesagt, bei mir hätte ich mich jetzt erstmal auf den Aufbauen konzentriert. Eventuell, wenn der Grundaufbau fertig ist mache ich einen Neuaufbau der Feinverzweigung. Austreiben tun sie ja genug...
Grüße
der Sven
Derjenige, der zum erstenmal an Stelle eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation.

Die Stimme der Vernunft ist leise.
(Sigmund Freud)
Benutzeravatar
avicenna
Beiträge: 2307
Registriert: 04.08.2009, 22:29
Wohnort: niedersachsen ... emsland

Re: Betula veruccosa yamadori Frühjahr 2010

Beitrag von avicenna »

Also ich schätze diese Birke auf ca. 6 Jahre. Obwohl sie bereits schon Betulin eingelagert hat und eine weiße Rinde zeigt, ist sie sicher noch nicht älter. Ich hatte einen Birkenyamadori aus dem Moor und der ist leider gehimmelt, so sch... aber auch, aber aus Erfahrung wird man klug ... so'n sche... :oops: . Dieser yamadori hatte weiße Rinde und eine Brotkrustenborke, eben wie eine sehr alte Birke eben. Ich hätte sie leicht auf 30 Jahre geschätzt ... aber !!! nach einem Stammquerschnitt habe ich ganze 8 Jahresringe gezählt !!! 8 Jahre, weiße Rinde, Brotkrustenborke wie ein Landbrot :) und einen Stammdurchmesser von 7 cm. Nimm dir einmal ein Lineal ... ist schon ganz schön dick !!! und dann erst 8 Jahre. Ich war verblüfft weil ich immer der Meinung war erst nach ca. 10 Jahren oder einem höhreren Alter lagern sie Betulin ein. Ist aber wohl nicht so, es kommt auf die Sonnenexposition der Birke an, denke ich.

Auf Stammaufbau und Aufbau der Feinverzweigung kannst du auch in gedrahtetem Zustand einfluß nehmen. Wieso möchtest Du sie dazu ungedrahtet halten ?

saludos
avicenna
Benutzeravatar
Hinhan
Beiträge: 152
Registriert: 22.07.2010, 08:26
Wohnort: Bernau bei Berlin

Re: Betula veruccosa yamadori Frühjahr 2010

Beitrag von Hinhan »

Es ist schon beeindruckend dein Bäumchen. Sieht irgendwie viel kleiner aus auf dem Bild. (hab mir jetzt auch erstmal ein 2 Euro-Stück genommen und nachgemessen :wink: )
Ich bin ein Mensch der ungern vorschnelle Entscheidungen rifft (und wenn man sich bei meinen Einträgen umschaut weiß man auch wieso- die sind nämlich meist falsch).
Habe mir gedacht im Fühjahr schau ich mir den Baum nochmal genauer an und schneide dann überflüssiges Astwerk ab. Ok sie hat jetzt auch nochmal zugelegt aber davon hab ich kein Foto. Aber der Stamm könnte ruhig noch ein bisschen dicker sein...
Kann dir ja mal ein Bild zeigen. Sie hat auch noch keinen weißen Stamm und von Brotkruste ist noch sehr lange nichts zu sehn... :oops:
Das lustigste an ihr ist, dass der kleine Stamm links mal der Hauptstamm war (bis ich ihn geschnitten habe). Soviel zum schnellen Wachstum der Birke. :wink:
Grüße
der Sven
Dateianhänge
Birke im Juni 1.JPG
Birke im Juni 1.JPG (69.09 KiB) 1435 mal betrachtet
Derjenige, der zum erstenmal an Stelle eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation.

Die Stimme der Vernunft ist leise.
(Sigmund Freud)
Benutzeravatar
avicenna
Beiträge: 2307
Registriert: 04.08.2009, 22:29
Wohnort: niedersachsen ... emsland

Re: Betula veruccosa yamadori Frühjahr 2010

Beitrag von avicenna »

Ok Sven, die kann noch ein paar Jährchen vertragen ;-). Hast recht !!
Wenn Du einmal in eine Kiesgrube oder einen Schotterplatz oder ähnliches gehen würdest und im Frühjahr eine neue, bereits schon ältere Birke als yamadori ausmachen würdest, gings schneller. Dort findest Du prima Material und es ist schon netsprechend weiter. An diesen genannten Flächen ist das ausgraben auch nicht so mühsam und es ist erfolgversprechend. Dort kannst Du dir bereits schon "weiße" Bäume aussuchen ... kein Problem.
Wie gesagt, die hier von mir gezeigte Birke ist aus dem Frühjahr dieses Jahres !!! Sie hat wunderbar gewurzelt und wie du siehst ist sie jetzt gedrahtet. Abschneiden kann ich im Weiteren immer noch aber gleichzeitig kann sich die Feinaststruktur entsprechend entwickeln.

saludos
avicenna
mabi
Beiträge: 14
Registriert: 29.01.2009, 20:15
Wohnort: Albstadt

Re: Betula veruccosa yamadori Frühjahr 2010

Beitrag von mabi »

Hallo,

interessanter Beitrag, danke dafür.

Bei meinen Birken hatte das Drahten nicht wirklich Erfolg. Der Drang der Äste nach oben
war immer sehr gross. Hängende Äste, obwohl mir diese sehr gefallen, mag wohl meine Birke nicht.
Und damit hab ich dies auch aufgegeben .

Gibts da spezielle Tricks/Vorgehensweise um dies zu Erreichen ?

Grüße
Marcus
Benutzeravatar
avicenna
Beiträge: 2307
Registriert: 04.08.2009, 22:29
Wohnort: niedersachsen ... emsland

Re: Betula veruccosa yamadori Frühjahr 2010

Beitrag von avicenna »

In der Natur wachsen auch alle Neuaustriebe nach oben aber durch die Schwere des Astwerkes und des Laubes geht alles dann bei der Boirke eher nach unten...vor allem bei der Betula pendula ... der Hängebirke. Da das Astwerk und das Laub bei den Bonsai nicht so schwer ist, muss man es immer wieder drahten und vor allem auch ein wenig einwachsen lassen. Wenn es ca. zu einem Drittel des Drahtdurchmessers eingewachsen ist sollte man es lösen. Dann verwachsen die "Eindrahtungen" wieder und die Narbengewebebildungen stabilisieren den Ast in der Stellung besser. Sehr arbeitsintensiv aber das Erscheinungsbild ist dann bei der Birke natürlicher.
Eine gewisse Höhe sollte die Birke jedoch von vornherein haben, dass das hängende Astwerk auch hängend ausschaut ;-)
saludos
avicenna
mabi
Beiträge: 14
Registriert: 29.01.2009, 20:15
Wohnort: Albstadt

Re: Betula veruccosa yamadori Frühjahr 2010

Beitrag von mabi »

Hallo,

ja, das Einwachsen habe ich bisher immer vermieden.
Vielleicht werde ich es nochmals probieren.

Danke für die Tipps.

Grüße
Marcus
Benutzeravatar
Bergi
Beiträge: 1468
Registriert: 21.07.2007, 12:36
Wohnort: westlich von München

Re: Betula veruccosa yamadori Frühjahr 2010

Beitrag von Bergi »

Hallo Dietmar,
(weil gerade der einzige freie Platz in der Lounge der beim Internet ist, und ich irgendwie rechtfertigen muss, warum ich ihn besetzt habe, obwohl ich mich lieber in einen der anderen Sessel gesetzt und weitergeratzt haette)
Das ist ein schoenes Thema, interessiert mich, weil ich selbst ueber die Jahre doch eine ganze Reihe ganz schoener Birken angesammelt habe.

Zum Drahten: Birken lassen nach meiner Erfahrung vor allem dann Aeste fallen, wenn sie zu dicht stehen. Mit einem kraeftigen Rueckschnitt auf die Knospen, die man wirklich will, habe ich nie Probleme gehabt.
Ich bin immer von so was wie der "Fallschirmmethode" (heisst die so?) ausgegangen, dass also jedes Jahr eine bzw. die neue Zweiggeneration nach unten gebogen wird und von der vorherigen nur ein kurzes Stueck uebrigbleibt.
Betula verrucosa ist uebrigens ein Synonym zu B. pendula.
Gruss,
Stefan
"Leoparden brechen in den Tempel ein und saufen die Opferkrüge leer; das wiederholt sich immer wieder; schließlich kann man es vorausberechnen, und es wird ein Teil der Zeremonie." (F. Kafka)
Benutzeravatar
avicenna
Beiträge: 2307
Registriert: 04.08.2009, 22:29
Wohnort: niedersachsen ... emsland

Re: Betula verrucosa yamadori Frühjahr 2010

Beitrag von avicenna »

Bergi hat geschrieben:Betula verrucosa ist uebrigens ein Synonym zu B. pendula.
Ich weiß Stefan :D Die Hänge-Birke (Betula pendula) (Syn.: B. alba, B. verrucosa), auch Sandbirke, Weißbirke oder Warzenbirke genannt, hat viele Namen ich hab sie nur in einer Variante ins Thema geschrieben und dabei noch falsch :oops: B.verrucosa ist richtiger :oops: . soory :)

Mit dem Drahten hast Du sicherlich recht ... Fallschirmmethodeden Begriff finde ich passend, hast Du es gut getroffen. Sieht man sich die Birken in der Natur einmal an, wachsen sie genau so wie Du es beschreibst.
Bergi hat geschrieben:Ich bin immer von so was wie der "Fallschirmmethode" (heisst die so?) ausgegangen, dass also jedes Jahr eine bzw. die neue Zweiggeneration nach unten gebogen wird und von der vorherigen nur ein kurzes Stueck uebrigbleibt.
.

Dabei kommt man dann sicher zu einem realistischeren Ergebnis im Verzweigungsmodus ... aber ich konnte micht nicht bremsen und wollte schnell ein Ergebnis :D . Insbesondere im oberen Teil wird eine solche Vorgehensweise sinnvoller sein und kräftiger auslichten sollte ich auch noch ... Ich will aber erst warten bis der Austrieb im Frühjahr kommt um zu sehen welche Knospen sie fördert und welche nicht. Man sagt Birken ja auch nach, dass sie " unvermittelt" manchmal Äste absterben lässt und dann hätte ich noch Reserven.

saludos
avicenna
Benutzeravatar
avicenna
Beiträge: 2307
Registriert: 04.08.2009, 22:29
Wohnort: niedersachsen ... emsland

Re: Betula veruccosa yamadori Frühjahr 2010

Beitrag von avicenna »

Hier noch einmal schnell ein update bei Tageslicht und zwei weitere Betula pubescenz die noch gedrahtet werden ...
Alles yamadori aus dem Frühjahr 2010 ...
saludos
avicenna
Dateianhänge
betula pubescens 001.JPG
betula pubescens 001.JPG (61.74 KiB) 1302 mal betrachtet
betula pubescens 004.JPG
betula pubescens 004.JPG (59.54 KiB) 1302 mal betrachtet
betula pubescens 005.JPG
betula pubescens 005.JPG (59.95 KiB) 1302 mal betrachtet
betula pubescens 007.JPG
betula pubescens 007.JPG (55.95 KiB) 1302 mal betrachtet
betula pubescens 010.JPG
betula pubescens 010.JPG (56.92 KiB) 1302 mal betrachtet
Benutzeravatar
Martin_S
Beiträge: 11869
Registriert: 05.01.2004, 20:26
Wohnort: Linker Niederrhein, da wo et geil is'

Re: Betula veruccosa yamadori Frühjahr 2010

Beitrag von Martin_S »

Hi Dietmar!
Ganz spontan: bei diesem Baum (den ersten gezeigten) hätte ich(!!! eines extra !) auf die unteren Zweige verzichtet. Die sind für einen Mehrfachstamm zu hoch ansetztend und für glaubwürdige Zweige zu tief am Stamm. Wenn du die unteren zwei entfernst, wird das ein schönes Exemplar. Selbst wenn dir dann oben was absterben würde, würden dir die unteren ja auch nix mehr nutzen, oder?
M
Beste Grüße
Martin

Lieber Querlüften als Querdenken!
Benutzeravatar
Georg
Beiträge: 5358
Registriert: 11.01.2004, 14:40
Wohnort: Kurpfalz-Gott erhalt´s

Re: Betula veruccosa yamadori Frühjahr 2010

Beitrag von Georg »

Hallo Dietmar,
das sehe ich ähnlich wie Schilli, allerdings vor allem durch die ja "ntürliche" Hängeform der Zweige. Das ist mit so weit unten angesetzten Zweigen m.E. nicht glaubwürdig darstellbar. Aber mit den oberen schon. Und, auch wenn ich mich wiederhole, meine Erfahrung sagt, Birken werfen nur die Äste weg, die zuwenig Licht bekommen haben.
Also davor habe zumindest ich keine Angst mehr.
Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben geben, daß Du es sagen darfst(Voltaire)
Antworten