Wie man sieht, bin ich hier seit ca 3 Jahren registriert, und das hat einen Grund, denn vor vier Jahren ist eine Salweide ungefragt in einen Balkonkasten emigriert. Die ich zunächst für einen Apfelbaum hielt. Ich wollte sie nicht wegwerfen, und so fragte ich einen Bekannten, der Gärtner ist, ob man sowas im Topf halten könne. Der hat gemeint, dann müsse man sie klein halten und die Wurzeln schneiden, ich sollte mich mit Bonsaitechniken vertraut machen. Bis zu dem Zeitpunkt dachte ich, Bonsais wären spezielle japanische Sorten aus dem Baumarkt.
Mittlerweile hab ich ein furchtbares und ein ganz gutes Buch durchgelesen und ziemlich den ganzen Wissensbereich hier im Forum. Hab eine Ausstellungen und ein paar Bonsaiverkäufer besucht und zahllose meiner nichtsahnenden Topfpflanzen mit meinen Schnitt- und Draht-Übungen malträtiert (Niemand wurde dabei verletzt. Obwohl, doch, ein Wacholder frisch aus der Baumschule vor zwei Jahren überlebte die "Erstgestaltung" leider nicht. Da wäre ich mittlerweile auch schlauer). Aber so richtig schlau bin ich wohl erst, wenn ich selbst mal ein paar richtige Bäume eine Weile hatte. Hab ich mich noch nicht rangetraut, aber im Mai geht's zum Enger
Hier also der Verantwortliche im dritten Jahr.

Die Nebaribildung, falls man das jetzt schon so nennen kann, war übrigens beim letzten Umtopfen sehr schön gleichmäßig sternförmig. Ich werde sie sobald der Winter entgültig vorbei ist noch mal umtopfen und dabei festhalten, was mittlerweile draus geworden ist. Ich möchte die Entwicklung alle ein bis zwei Jahre hier dokumentieren, und hoffe, dass mich Menschen hier zurechtweisen bzw. beratschlagen, was zu tun ist. Oder mir sagen, dass das alles Unsinn ist :D Dann muss ich mit Unsinn weitermachen...
Wie man sieht, hab ich es bereits geschafft, ein paar Drahtungsnarben reinzubekommen, ohne dabei Dynamik in die ersten beiden Äste zu bringen, die sind kerzengerade...
Ich hab mir auch Gedanken zu einer möglichen Entwicklung in den nächsten 5 - 10 Jahren gemacht. Ist das realistisch?


Fragen hab ich jetzt schon zwei:
- Kann ich den ersten Ast noch mit einem Keilschnitt etwa auf dem halben ersten Internodium (nennt man das da überhaupt noch so?) einen leichten Winkel geben, wie man das am Astansatz machen kann, wenn die gewünschte Korrektur größer ist als mit Draht machbar? Denn zum Drahten ist der schon zu solide.
- Macht es überhaupt Sinn, von Anfang an so vorzugehen wie ich hier? Wenn ich nach den frühen Gestaltungen hier im Forum geh, sind fast immer Yamadori mit bereits viel dickeren ausgereifteren Stämmen erst mal fast kahl gemacht worden, und daraus wurden neue Äste gezogen.
Sorry für den vielen Text. Man neigt so schnell dazu, Romane zu schreiben...
