Acer Palmatum: Betreutes growen ;-)

Allgemeine Philosophie, Stilarten, Techniken, Vorstellung und Besprechung von Rohmaterial sowie lose Sammlung von Entwicklungs-Dokus
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Patrick Feldmann
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Acer Palmatum: Betreutes growen ;-)

Beitrag von Patrick Feldmann »

Hallo ihr Lieben,
da ich neu hier bin, stelle ich mich erstmal kurz vor. Ich bin Patrick, 30 Jahre alt, noch relativ neu im Hobby, aber schon sehr lange Bonsai-interessiert. Jetzt habe ich auch endlich die räumlichen Möglichkeiten, mich intensiv auch draußen mit Bonsais beschäftigen zu können und daher gab es am Wochenende meinen ersten Acer Palmatum, den ich euch hier in seinem jetzigen Zustand zeigen möchte und dessen Entwicklung ich gerne mit euch teilen möchte, auch in der Hoffnung auf ein paar gute Tipps und Hilfestellungen 

Jetzt möchte ich euch den Baum erstmal zeigen und beschreiben, was ich gut finde, was weniger gut und wo es vielleicht mal hingehen könnte mit ihm.

Ihr seht den Baum nachdem ich ihn erstmal ein bisschen zurückgeschnitten habe, um ihn jetzt neu austreiben zu lassen. Schritt 1 in diesem Sommer wird also schneiden, wachsen lassen, gesund halten und schon mal auf ein kleines bisschen bessere Verzweigung hoffen. „Richtig“ mit der Gestaltung beginnen werde ich erst ab Herbst / Winter.

Zum Material:
Der Gute ist circa 18 Jahre alt und macht einen gesunden Eindruck. Er war auch nicht der erste, der mir in die Hand gefallen ist, sondern ich habe sicherlich 30 Bäume begutachtet und mich dann aus verschiedenen Gründen für diesen entschieden. Gleichwohl sehe ich jetzt wieder einige Schwächen mehr, als noch im Laden, aber dazu später mehr. Für ihn sprach meiner Meinung nach vor allem die Anordnung der primären Äste (jetzt natürlich schwierig zu erkennen, im Herbst mehr Bilder dazu ;-) ). Die Anordnung erscheint mir jedenfalls vielversprechend, so dass da mal ein in meinen Augen schönes Bäumchen draus werden kann.

Nebari:
Das Nebari war zwar aufgrund seiner Wichtigkeit für den späteren Baum zwar ein Hauptkriterium für mich, aber am Ende dennoch ein Kompromiss. Ich weiß, da sollte man keine Kompromisse machen, aber denkt daran: In mir ist zwar der Drang, ein echter Experte zu werden, aber es schlägt auch das Amateurherz, dass schon unbedingt einen Baum mit nach Hause nehmen wollte ;-) Und ich hab ja keinen Solitär gekauft, sondern Material, dass ich jetzt über hoffentlich viele, viele Jahre weiterbringen kann und mit dem ich ja auch arbeiten will, um eigene Ergebnisse zu erzielen und nicht nur die schönen Ergebnisse von anderen zu bewundern. Letztlich war es jedenfalls schon eines der schönsten Nebaris, die ich finden konnte, aber leider hat es sich vorwiegend zu einer Seite entwickelt. Und da kommen wir zu meinem ersten Problemchen. So kann es ja nicht bleiben, aber jetzt weiß ich noch nicht, wie ich da mal am besten vorgehen werde.
Versuche ich die linke Seite durch Abmoosung zum Wachstum zu bringen? Würde es funktionieren, wenn ich die Rinde nur in dem Bereich und nicht ringsum entferne? Oder gibt’s da grundlegend bessere Möglichkeiten für diesen Baum, die ich noch nicht kenne? Wäre es vielleicht sogar noch besser, ein Stück weiter oben komplett abzumoosen, um erstens ein von Anfang an gleichmäßiges Nebari entwickeln zu können und gleichzeitig den untersten Ast etwas weiter nach unten zu bekommen? Und wenn mit Abmoosung, dann auch erst nächstes Jahr, oder?

Stamm / Krone:
Ja, da war beim Stamm mein erster Eindruck vor dem Kauf ein besserer, als nach dem Kauf. Wie bei einer neuen Hose ;-) Im Laden dachte ich, die Verjüngung sei doch ganz gut. Jetzt sehr ich das etwas anders. Er verjüngt sich zwar, aber sooooo richtig gut wahrscheinlich auch nicht. Unten muss er sowieso noch dicker werden, weswegen ich mittelfristig die unteren Äste stärker wachsen lassen werde, als sie eigentlich irgendwann mal sein sollten. Bewegung ist auch nicht wirklich drin. Erst dachte ich, das sei super, jetzt bin ich mir nicht mehr so sicher.
Die Proportionen insgesamt sollen sich natürlich noch deutlich verändern und hier grübele ich auch noch rum, wie ich das erreichen kann. Ziel ist (natürlich) Ein breiter Stamm, eine schöne Verjüngung. Und generell möchte ich irgendwann eine schöne, runde Krone haben, damit er nicht aussieht, wie ein Ahorn gefangen im Skelett einer Tanne.
Die Frage ist nur, wie gehe ich vor?
Hier meine Theorien:
1.: Ich kürze im Winter den Stamm oben um ein ganzes Stück. Aber da bin ich mir echt unsicher, ob das Sinn macht. Es hätte natürlich den Effekt, dass die Proportionen schlagartig vermeintlich besser würden. Aber hätte es nicht auch den Effekt, dass ich das Wachstum in die Breite verlangsame? Wenn der Stamm dicker werden soll, muss er ja auch noch höher werden dürfen, oder liege ich falsch? Gut wäre natürlich, dass ich so dann doch noch etwas Bewegung und Verjüngung in den Stamm bekäme, auch wenn das sicher einige Jahre in Anspruch nehmen würde. Generell weiß ich nämlich auch nicht, wie ich eine filigrane Krone oben in der Spitze erreichen kann, wenn ich den Stamm so hoch lasse, wie jetzt. Die müsste dann ja jetzt noch oben drauf kommen, was den Bsum noch länger machen würde, wohingegen er ja eigentlich auch an Breite gewinnen soll…Hmmm…

2.: Ich lasse den Stamm oben, wie er ist. Dann versuche ich, nach oben eine feine Verzweigung zu erreichen und lasse gleichzeitig die Mitte des Baumes deutlich breiter werden, was ja auch den Stamm verdicken würde. Allerdings müsste die Verzweigung nach oben ja geschätzt um ein Drittel der jetzigen Baumhöhe wachsen, da der Stamm ja nicht bis in die Spitze gehen soll. Ist das proportional überhaupt realistisch?
Da es mir ja schon um eine langfristige Entwicklung geht und ich lieber in 15 Jahren einen für mich richtig guten Baum haben möchte, als einen dessen Proportionen mit einem Schnitt zwar besser wirken, aber er dann langfristig eher an Qualität verliert, wenn ihr versteht, was ich meine, tendiere ich zu 2. Aber da würde ich mich gerne von eurer Erfahrung und eurem Wissen beraten lassen.

Es ist ja auch wie gesagt noch Zeit, bis ich mich an die Gestaltung machen kann. Bis dahin, oder spätestens dann werde ich mir auch noch ein Seminar aussuchen, bei dem ich mir handwerkliche und inhaltliche Hilfe suchen kann. Bis dahin spielt sich der Spaß erstmal nur im Kopf ab und da ich noch nicht so viele Bäume habe, dass ich mich jetzt erstmal mit 20 anderen beschäftigen kann, daher dieser Roman. Schonmal danke an alle, die bis hierhin gelesen haben und noch größeren Dank an alle, die mir ein bisschen dabei helfen können und wollen, nicht schon am Anfang Fehler zu machen, die ich in den nächsten 30-40 Jahren bereuen werde 

Viele Grüße

Patrick
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Nach dem Friseur in voller Pracht...
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Da sieht es doch ganz gut aus
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Hier eher nicht
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Viel erkennt man zwar nicht, aber so für den ersten Eindruck ;-)
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grüner_hesse
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Re: Acer Palmatum: Betreutes growen ;-)

Beitrag von grüner_hesse »

Hallo Patrick.

was mich in den ersten Jahren Bonsai am meisten beschäftigt sind Proportionen. Ich versuche mir bei jedem Baum den ich sehe darüber klar zu werden, wie sich Stamm, Astaufbau und Krone zueinander verhalten. Dabei gibt es im engeren Sinne kein richtig oder falsch, sehr wohl aber ein "sagt mir zu". Und dann versuche ich genauer zu schauen, warum das so ist, um es bei mir im Garten möglichst zur Anwendung zu bringen.

Versuche, für dich zu entscheiden, welches Erscheinungsbild der Baum bekommen soll. Leider ist das Foto recht klein, ich persönlich könnte mir aber einen schlanken, eleganten Baum mit der aktuellen Höhe ebenso vorstellen, wie eine etwas breitere Krone, die nur noch 2/3 der jetzigen Höhe hat. Noch höher und gleichzeitig breiter würde ich nicht gehen.

Wie du dann an dein Ziel kommst hat, wie du richtig sagst, noch Zeit. Sicherlich sollte der Ahorn im Frühjahr ordentlich umgetopft werden. Um den Ansatz scheint mir noch ältere Erde zu sein, ggf gut beobachten. Um das Nebari würde ich mich erstmal nicht sorgen, auf der anderen Seite versteckt sich bestimmt noch was unter der Erde. Die Idee mit dem workshop ist eine sehr gute, auch ein Arbeitskreis kann eine große Hilfe sein.

viele Grüße
Benny
Patrick Feldmann
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Re: Acer Palmatum: Betreutes growen ;-)

Beitrag von Patrick Feldmann »

Hallo Benny,

vielen Dank für deine Antwort und deine Tipps! In der Tat hast du recht und ich sollte den Baum erst mal noch eine Weile einfach auf mich wirken lassen und dann feststellen, wo er überhaupt hin will, um dann zu gucken, wie ich ihn so unterstützen kann, dass wir beide dann glücklich damit sind. :-)

Gerne hätte ich einen Ahorn, der irgendwann schön breit in der Krone ist. Aber hier habe ich mir ja nun mal auch ein Exemplar zugelegt, das eher schlank ist. Was ich auch schön finde, so ist das ja nicht. Vielleicht lasse ich mir also von diesem Baum zeigen, was ihm lieber wäre. Und wenn ich einen breiten Ahorn haben möchte, besorge ich mir beim nächsten Mal einfach Material, das dem schon eher entspricht.

Bis Winter habe ich ja noch eine Weile Zeit, ihn kennenzulernen und dann zu entscheiden, wo die Reise hingeht.

Das Bild war echt viel zu klein. Hier ist es noch einmal in größer.

Das Substrat gefällt mir auch nicht so. Ziemlich lehmig und fest wirkt es und der Draht ist auch für meinen Geschmack arg stramm auf den Wurzeln. Aber jetzt lasse ich es besser bis Frühjahr so, bevor ich es wegen der Jahreszeit nur verschlimmbessere. ;-) Jedenfalls so lange der Baum keine Anzeichen macht, eine Not-OP am Substrat zu brauchen.

Bis es also Zeit für die ersten bedeutsamen Eingriffe ist, bin ich aber über jede Anregung zur Gestaltung und jeden Praxistipp für die Pflege sehr dankbar! Anlesen kann man sich ja vieles, aber der Austausch hier ist sicher noch wertvoller. :-)

Wenn es niemanden stört, stelle ich auch immer mal wieder Bilder ein, wie er sich den Sommer über so bei mir schlägt :-)

Viele Grüße

Patrick
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Patrick Feldmann
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Re: Acer Palmatum: Betreutes growen ;-)

Beitrag von Patrick Feldmann »

Ich hab da nochmal eine ziemlich grundsätzliche Frage. Gehört eigentlich eher in den Bereich Pflege, aber da jetzt noch einen Thread mit diesem Baum aufzumachen, macht ja auch wenig Sinn. ;-)

Liege ich mit meinem Plan, dieses Jahr nicht viel am Baum zu machen, außer wachsen zu lassen und ab und zu wieder oben rum zurückzuschneiden richtig? Blattschnitt oder sowas macht ja jetzt noch nicht so ganz viel Sinn, oder? Zumal sich die Äste ja noch entwickeln sollen, was ohne Blätter ja eher schwierig ist. Ich dünge jetzt mit Biogold, habe den Baum halbschattig stehen und hoffe, er kriegt bei dem Wetter zur Zeit keinen Wasserschaden, aber ich denke das geht noch so einigermaßen.

Kann ich so weiter machen, oder gibt es Empfehlungen für die nächsten Wochen ;-)
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Pflanzbert
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Re: Acer Palmatum: Betreutes growen ;-)

Beitrag von Pflanzbert »

Zum Thema proportion gibt es in der Kunst die Idee des "goldenen Schnitts". Das ist ein Seitenverhältnis, das angenehm und harmonisch wirkt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Goldener_Schnitt
http://www.golden-section.eu/kapitel5.html

Dazu noch die goldene Spriale oder Fibonacci-Spirale, als Schachtelung immer kleinerer Formen:
http://www.foto-kurs.com/bildgestaltung ... chnitt.htm

Lass Dich nicht von der Mathematik verwirren. Es ist nichts anderes als ein Seiten- oder Längenverhältnis von etwa 10:16 (ja, auch Bildschirmhersteller haben sich da orientiert).

D.h. immer wenn Du keine bessere Idee hast was proportionen angeht, dann ist der goldene Schnitt eine gute Wahl. Er wirkt harmonisch.

Andere Verhältnisse bringen Spannung. Das kann gewünscht sein. Eine extreme Form sind z.B. die Literaten die gerade davon leben, dass sie so gestreckt sind.
Viele Grüße,
Hajo
Patrick Feldmann
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Re: Acer Palmatum: Betreutes growen ;-)

Beitrag von Patrick Feldmann »

Danke, Hajo! Mittlerweile bin ich da in meiner Vorstellung schon etwas weiter gekommen:-)
Mal gucken, wie er dann im Winter aussieht.
Unsicher bin ich mir, ob ein Blattschnitt in den nächsten Wochen gut und sinnvoll, oder eben ziemlicher Quatsch wäre. Hat da jemand einen Rat?
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grüner_hesse
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Re: Acer Palmatum: Betreutes growen ;-)

Beitrag von grüner_hesse »

Hi Patrick
der Fächerahorn ist eigentlich kein Kandidat für einen radikalen Blattschnitt wie ihn bspw. Dreispitzahörner vertragen. Der Blattschnitt bremst Wuchskraft und soll für feine Strukturen und Verzweigung sorgen.

Trotzdem wirst du diese Saison sicherlich nochmal die Schere in die Hand nehmen können. Ich würde versuchen, möglichst viel Wachstum zuzulassen, ohne das dabei die inneren Triebe zu sehr beschattet werden. Sollte dies der Fall sein kannst du, vor allem in der Spitze, zurückschneiden, oder die Blattfläche durch einen Teilblattschnitt reduzieren. Das Ziel sollte sein, möglichst viel Kraft zu tanken, die der Baum dann nach einem ordnenden Schnitt in neuen Austrieb stecken kann.

viele Grüße
Benny
Patrick Feldmann
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Re: Acer Palmatum: Betreutes growen ;-)

Beitrag von Patrick Feldmann »

Ihr Lieben,

bis hier hin schonmal vielen Dank für die Tipps. Weiß jemand von euch zufällig auf Anhieb, um welche Art des Acer Palmatum es sich eigentlich handelt?

Beste Grüße
Patrick Feldmann
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Re: Acer Palmatum: Betreutes growen ;-)

Beitrag von Patrick Feldmann »

Hallo! Nach einem Sommer, in dem der Baum gesund und munter vor sich hin gedeiht ist, lässt er aktuell auf einmal ziemlich die Blätter hängen, verliert einige und manche verfärben sich etwas. Leider habe ich gerade nicht die Möglichkeit, ein Foto einzustellen. Ich hoffe, ich schaffe das gleich noch. Ich ahne aber, dass es ein Wurzelschaden ist. Er steht ja auch immer noch in der Pampe aus dem Laden.
Würdet ihr jetzt umtopfen empfehlen?
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bonsaiheiner
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Re: Acer Palmatum: Betreutes growen ;-)

Beitrag von bonsaiheiner »

Hallo,
zu Deinen Fragen:
Es könnte ein "normaler" grüner Fächerahorn sein.
Umtopfen würde ich an Deiner Stelle jetzt nicht, sondern erst im April, wenn Du ihn danach frostfrei halten kannst. Wir haben jetzt einige Hochsommertage gehabt, da kommt es leicht zu einem Mißverhältnis von Sonnenseinstrahlung, Wasserverwertung und Blattbeschaffenheit. Ich nehme meine Fächerahorne ab Mitte Juni alle aus der knalligen Sonne raus, sonst bekommen sie Blattschäden. Die halbschattig stehenden behalten ihr schönes, gesundes Laub, hängt natürlich etwas von Deinem Wohnort ab. Die Freunde aus dem hohen Norden kennen diese Schwierigkeiten nicht.
Die Äste am Stamm sind nicht ganz bündig entfernt worden, hat jetzt Knubbelbildung zur Folge, wächst sich aber aus, dauert aber 10 Jahre (mindestens) und kann den Stamm dann ganz ordentlich aussehen lassen.
Unten wenig, oben mehr wegschneiden ist richtig, nicht Pinzieren im April, wachsen lassen nach dem Austrieb bis Ende Juni/Anfang Juli, dann rundum einkürzen, oben mehr... Erfahrene benützen dazu tatsächlich so was ähnliches wie eine Heckenschere.
Die bisherige Gestaltungsform nähert sich einem Besenstiel mit durchgehendem Hauptstamm an. Dieser sollte sich aber im oberen Drittel weiter aufbesen (aufteilen).
Worum Du Dich nmE am wenigsten kümmern musst, ist das Nebari, vorausgesetzt, Du verwendest weiterhin flache Schalen und schneidest beim Umtopfen (alle 2-3 Jahre) konsequent alles weg, was nach unten wächst und hältst den Bereich, der einmal Nebari werden soll, bedeckt, denn ein Nebari kann sich nur im Substrat bilden.
Den Baum nach dem Blattfall im Herbst - vor dem Herbst/Winterschnitt - nochmals zeigen, dann sehen wir weiter.
Und noch ein Tip: Drahtungen, vor allem stammnahe, rechtzeitig entfernen, sonst gibt´s hässliche Drahtnarben, die ewig sichtbar bleiben.
Gruss,
Heiner
Ein Tag ohne Beschäftigung mit Bonsai ist ein verlorener Tag!
Patrick Feldmann
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Re: Acer Palmatum: Betreutes growen ;-)

Beitrag von Patrick Feldmann »

Hallo Heiner,
ganz herzlichen Dank für die vielen Antworten auf die vielen Anfängerfragen, die ich so habe. Die Sonne hat in NRW in der Tat ziemlich geknallt in den letzten Tagen. Habe zwar versucht, ihn halbschattig zu stellen, aber am Nachmittag stand er dann doch häufiger mal voll drin. Vielleicht hängt es auch damit zusammen, dass er im Moment alles andere als gut aussieht. Ich beobachte weiter, stelle bald Bilder vom aktuellen Zustand ein und hoffe derweil, dass er nicht die Biege macht. ;-)

Viele Grüße
Patrick
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