Nachdem wir gegen Mittag die Ausstellung schweren Herzens verlassen haben, wollten wir den Shuttlebus zum Green Club nehmen.
Auf Nachfrage am Eingang der Ausstellung, habe ich dann einen Zettel mit einer Skizze und japanischen Schriftzeichen bekommen.
Wir haben uns dann da angestellt, wo wir meinten das es los ging und sind in einen auf Japanisch beschrifteten Bus eingestiegen.
Da sonst nur Fahrgäste über 80 im Bus waren, musste es wohl der richtige sein (Jean-Pierre meint das könnte auch der Bus zur Seniorenresidenz am Rand von Japan sein

)
Wir waren aber richtig! (man hätte allerdings zu Fuß auch nur 10 min gebraucht.
Im Green Club selber haben dann fast alle bekannten Bonsaigärtnereien ihre Stände. Im Außenbereich eher die großen (für mich interessanten Bäume) innen dann kleinere Bäume, Schalen und Zubehör.
Im dritten Stock gab es dann nur noch shohin.
Bäume in allen Preislagen waren da, aber auch hier eher schon gute bis sehr gute Qualität. Startermaterial und sehr rohe Bäume waren wenig zu sehen (zumindest bei den größeren Bäumen. Unbearbeitete Yamadori so gut wie gar nicht.
Fast alle Bäume waren ausgepreist und wenn nicht, war es kein Problem den Preis zu erfahren.
Ich habe mich gut mit Björn Bjorholm unterhalten, der bereitwillig Auskunft gegeben hat. Fujikawa-san war bereits sehr zufrieden, da ihm Chinesen direkt am ersten Tag den Stand fast leergekauft haben.
Björn hat mir eine tolle Buche gezeigt, die im Gegensatz zu den meisten Kerbbuchen schön bewegt war. Da steckt zwar noch viel Arbeit drin, aber der Baum wird sicher mal Klasse. Letztendlich habe ich den Baum nicht gekauft, aber er kommt trotzdem nächstes Jahr nach Europa.
Eine kleinerer Dreispitz hat mir auch sehr gut gefallen, weil er einfach für einen Dreispitz sehr elegant war, ein tolles Nebari hatte und wirklich schon sehr gut verzweigt war. Da Dreispitzer extrem arbeitsaufwendig sind fand ich auch die Größe von 40 cm sehr absprechend.
Da ich aber schon seit ein paar Jahren auf der Suche nach einer Besenzelkove bin und eben genau so ein Baum zum Verkauf stand, hatte ich dann doch nicht zu lange zu überlegen…
Das Problem beim Baumkauf in Japan ist halt nur: Wie kriege ich den Baum nach Hause? Einen 70 cm Laubbaum, kriegt man nicht in den Koffer.
Ich hatte aber schon mit meinem Importeur besprochen, wie es ablaufen sollte. Mit der Hilfe von Peter Warren und einigen Telefonaten nach Holland konnte ich den Baum kaufen!
Der Baum wird nun ein Jahr bei Iura stehen, in der Zeit können die ganzen Permits und Pflanzenschutzzeugnisse besorgt werden und im nächsten Frühjahr geht der Baum dann auf die Reise nach Europa.
Ich bin sehr happy und außerdem von den ganzen Eindrücken erschlagen und todmüde!
Morgen geht es dann mit dem Shinkansen nach Shizuoka zu Taiga Urushibata.