Wer hat Erfahrung mit ausgedruckten Schalen?

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Bonsette
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Wer hat Erfahrung mit ausgedruckten Schalen?

Beitrag von Bonsette »

Hallo zusammen,
ich hoffe, ihr hattet angenehme Feiertage!

Hier gab es zu Weihnachten einen 3d-Drucker (eigentlich, um damit mal defekte Spezial-Sollbruch-Plastikteile wie Zahnräder, Gehäuseteile, Schalter… für Geräte nachmachen zu können). Aber nun entdecke ich im Internet auch immer mehr andere Spielereien, sogar Programme für Bonsai-Schalen, Tische und Bewässerungsdüsen. :-D
Das ist ja sehr verlockend, aber sind solche Ausdrucke vom Material, Optik und sonstigen Eigenschaften wirklich geeignet für Bonsai und draußen?
Hat vielleicht schon jemand Erfahrung damit gesammelt?

LG
Steffi
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Gary
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Re: Wer hat Erfahrung mit ausgedruckten Schalen?

Beitrag von Gary »

Bonsette hat geschrieben: 29.12.2019, 13:59 Das ist ja sehr verlockend, aber sind solche Ausdrucke vom Material, Optik und sonstigen Eigenschaften wirklich geeignet für Bonsai und draußen?
Hallo Steffi,
Deine Frage lässt sich mangels derzeit noch fehlender Langzeiterfahrungen wohl nicht abschließend beantworten. Doch das Thema ist längst in der Szene angekommen.

Beim Bonsai Ceramic Contest auf der ersten AKI TEN (11/2017) machte eine Schale aus dem 3d-Drucker den ersten Platz. Diese wurde unter den Clubmitgliedern verlost und musste auf der zweiten AKI TEN (11/2019) bepflanzt präsentiert werden. Sieh selbst.

3d-Drucker_Schale.jpg
3d-Drucker_Schale.jpg (125.93 KiB) 2956 mal betrachtet
Grüße aus dem sonnigen Baden
Gary

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Olaf_Gd
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Re: Wer hat Erfahrung mit ausgedruckten Schalen?

Beitrag von Olaf_Gd »

Ich hab schon ein paar mal in Ausstellungen gedruckte Keramik gesehen. Das verfahren ist Toll und es sind Formen möglich die mit von Hand geformter Keramik sicher nicht zu machen sind. Das meiste ist jedoch sehr fein, weshalb ich glaube das es für Bonsaischalen wegen der Empfindlichkeit eher nicht so gut geeignet ist. Für Beisteller aber...
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Heike_vG
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Re: Wer hat Erfahrung mit ausgedruckten Schalen?

Beitrag von Heike_vG »

Hallo Steffi,

Erfahrungen habe ich da auch keine, kann aber weitere 3D-Druckerschalen zeigen, die Igor Carino auf dem Crespi Cup ausgestellt hat.

Liebe Grüße,
Heike

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Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

AK Hamburg & Umland
zwanziger
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Re: Wer hat Erfahrung mit ausgedruckten Schalen?

Beitrag von zwanziger »

Hallo Steffi,

ich befasse mich beruflich unter anderem mit "3D-Druck" bzw. additver Fertigung.
Um deine Frage mal anders zu beantworten,
Keramik kann man additiv fertigen, Zahnlabore sind da ganz vorne aber auch verhalten, wegen der Genauigkeit.
Mit selbst gefertigten Bewässerungsdüsen sammle ich schon eine weile Erfahrungen,
geht also auch.
Bei vielen dieser Produkte hängt es weniger an der Technik, sondern eher an der Vorstellungskraft, Knowhow und dem Willen, etwas zu verändern.
MfG André

Hummel Hummel, Mors Mors
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Bonsette
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Re: Wer hat Erfahrung mit ausgedruckten Schalen?

Beitrag von Bonsette »

Vielen Dank für Eure Beispiele und Einschätzungen!
Da können sich die Künstler ja wirklich mit den interessantesten Formen austoben.
Vielleicht werde ich im Frühjahr einfach mal ein paar Bäumchen in ausgedruckte Schalen pflanzen, um die Haltbarkeit des Materials zu testen. (Da sind ja verschiedene Plastik- und Naturfaser-Materialien möglich.)
Zum Ausprobieren habe ich mal zwei Beispiele von der Seite www.thingiverse.com ausgedruckt. (Man könnte die Schale noch schleifen, polieren und lackieren.)
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IMG_20191228_234338_.jpg (65.64 KiB) 2827 mal betrachtet
IMG_4518_.JPG
IMG_4518_.JPG (89.38 KiB) 2827 mal betrachtet
Wenn ich das CAD-Programm etwas besser kennengelernt habe, versuche ich mich vielleicht auch mal an eigenen Formen.
Der Drucker ist auf jeden Fall ein schönes Spielzeug. Und nach dem Ausdruck eines Ersatzteils für Mutters Spülmaschine, einer Handy-Ladeschale fürs Auto und einem Gehäuse für ein Arduino-Projekt sind die 300€ Kaufpreis jetzt nach ein paar Tagen schon fast wieder rausgeholt. :-D

LG
Steffi
zwanziger
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Re: Wer hat Erfahrung mit ausgedruckten Schalen?

Beitrag von zwanziger »

Hi Steffi,

welchen Werkstoff verwendest du dafür?
PLA?
Das kannst und solltest Du behandeln, denn es saugt Wasser und wird Porös.
Allerdings sind meine Bewässerungsdüsen auch aus PLA und seit 2 Jahren im Einsatz,
also try and error.
Wenn du ein Autodesk Programm verwendest (bsp. Fusion360),
kann ich dir helfen.
MfG André

Hummel Hummel, Mors Mors
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migo
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Re: Wer hat Erfahrung mit ausgedruckten Schalen?

Beitrag von migo »

Frage an die Fachleute: Können diese Drucker auch nach Vorlage/Muster arbeiten? Also eine perfekte Kopie herstellen?
Tschüüss, Michael

Schützt unsere Wälder, eßt mehr Biber!
Hippo
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Re: Wer hat Erfahrung mit ausgedruckten Schalen?

Beitrag von Hippo »

Salü Steffi,

Es gibt natürlich auch noch den Weg den ein Keramiker wählen würde.

Man kann von deinem Kunststoffmodell relativ einfach eine Gipsform giessen.
Für so eine konische Form kann man eine einfache Hohlform giessen.
Für Schalen mit Mustern oder Reliefs kann man auch einzelne Seiten abgiessen. Damit fertigt man die Schalenseiten einzeln an und fügt sie dann zusammen.
Ich habe etliche solcher Gipsformen hergestellt und jeweils 1 Ofen voll Biskuits gebrannt. Ein Biskuit ist ein rohgebranntes Objekt aus Steinzeugton oder Porzellan was auf die Glasur und den Glattbrand wartet.
Hat man eine oder zwei Handvoll solcher geschrühter Schalen, kann man Experimente mit der Glasur und/oder Metallsalzen machen und den Speziellsten oder Besten behalten und den Rest verkaufen. Ich habe auf diese Weise meine Öfen amortisiert.

Jeder Keramiker hat seine Tricks für den Formabguss und falls erwünscht kann man sich darüber in der passenden Rubrik austauschen.

Gruss George
Grumpy old fat Kiboko.
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Bonsette
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Re: Wer hat Erfahrung mit ausgedruckten Schalen?

Beitrag von Bonsette »

Hi André!
zwanziger hat geschrieben: 29.12.2019, 21:13 welchen Werkstoff verwendest du dafür?
PLA?
Ja, bis jetzt drucke ich mit PLA, das war beim Drucker dabei. Wenn Deine Bewässerungsdüsen damit schon zwei Jahre gehalten haben, ist es doch super. Du kannst Dir ja immer neue drucken, und irgendwann sind sie sowieso verstopft. Ich habe gelesen, dass PLA auch nur bei optimalen Bedingungen gut verrottet, 70°C und die passenden Bakterien.
PETG, ABS und vielleicht „wood“ möchte ich aber auch noch ausprobieren. Und dann mal einen Langzeittest mit bepflanzten Schalen aus den verschiedenen Materialien starten.
zwanziger hat geschrieben: 29.12.2019, 21:13 Wenn du ein Autodesk Programm verwendest (bsp. Fusion360),
kann ich dir helfen.
Danke, aber ich übe gerade erstmal mit FreeCAD, weil das kostenlos ist.

migo hat geschrieben: 29.12.2019, 21:49 Frage an die Fachleute: Können diese Drucker auch nach Vorlage/Muster arbeiten? Also eine perfekte Kopie herstellen?
Dafür braucht man einen 3d-Scanner, die für bezahlbares Geld (ab ca. 500€) aber nur relativ kleine Gegenstände scannen. Mit den genauen Möglichkeiten und der dafür benötigten Software kenne ich mich nicht aus.

Hippo hat geschrieben: 29.12.2019, 21:57 Jeder Keramiker hat seine Tricks für den Formabguss und falls erwünscht kann man sich darüber in der passenden Rubrik austauschen.
Da ergeben sich ja tatsächlich viele Möglichkeiten. Wäre interessant, hier mal Beispiele mit Porzellan-Gussformen zu sehen. Mir fehlt leider die Zeit, um mich jetzt auch noch mit Porzellan zu beschäftigen.
zwanziger
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Re: Wer hat Erfahrung mit ausgedruckten Schalen?

Beitrag von zwanziger »

Hi Michael,

ja das geht.
In der Industriellen Anwendung wird das immer interessanter und zwar für nichtmehr produzierte Oldtimer Teile o.ä..
Für ein Replika bräuchtest du einen 3D-Scanner, der dir einen digitalen Zwilling erstellt, der dann schließlich gedruckt werden kann.
Wenn du eine konkrete Idee hast schreib mir gerne,
ich helf dir gern wenn ich kann.

Es hängt wie so oft am Detail.
Je nachdem welche Genauigkeit, Optik und Haltbarkeit du anstrebst, ist das dann noch bezahlbar.
Im Vergleich: diese Schale wie oben im Bespiel vom Steffi im FDM Verfahren hergestellt, kostet rund 3Euro, industriell in Kunststoff ca.30Euro, industriell in Alu oder Stahl ca. 300Euro.
MfG André

Hummel Hummel, Mors Mors
zwanziger
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Re: Wer hat Erfahrung mit ausgedruckten Schalen?

Beitrag von zwanziger »

Hi Steffi,
Wenn Deine Bewässerungsdüsen damit schon zwei Jahre gehalten haben, ist es doch super. Du kannst Dir ja immer neue drucken, und irgendwann sind sie sowieso verstopft. Ich habe gelesen, dass PLA auch nur bei optimalen Bedingungen gut verrottet, 70°C und die passenden Bakterien.
Die Antwort darauf gründet sich in meiner Berufung, ich arbeite für das Handwerk.
Meine Anlage ist noch im Prototypenstatus und dafür ist PLA top.
Das Ziel könnte Stahl oder ein anderer Kunststoff sein.
Verrottung hatte ich noch garnicht im Sinn, das dauerproblem sind die Weichmacher im Kunststoff, wenn die raus sind wird das Mikroplastik.
PETG, ABS und vielleicht „wood“ möchte ich aber auch noch ausprobieren. Und dann mal einen Langzeittest mit bepflanzten Schalen aus den verschiedenen Materialien starten.
Alles mögliche an Kunststoff kannst du mit dem Ding ausprobieren, PETG und ABS erfordern aber höhere Temperaturen.
Zu dem Holzbreizeugs kann ich nichts sagen, ausser ich bin auf deine Versuche gespannt.

Kann es sein, das du bei Layer 13 (über den Füssen) einen kleinen Absatz hast?
Den würde ich im Auge behalten.
MfG André

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Arthur Dent
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Re: Wer hat Erfahrung mit ausgedruckten Schalen?

Beitrag von Arthur Dent »

Soweit ich bezüglich der Schalen von der AKI TEN (siehe oben) informiert bin, wurden die Urmodelle mit dem Drucker gedruckt und diese dann abgeformt. Das hat zwei Vorteile:
1. das Material kann nach der Abformung ein anderes sein.
2. Die typischen Höhenlinien des Druckprozesses können einfacher überarbeitet werden (entweder schon im gedruckten Modell oder später im Ton).

Bezüglich des Einscannen von Modellen:
Der letzt Stand der Technik ist das Fotografieren der Vorlage mit dem Handy, freihand. Mit einer ausreichenden Anzahl von Bildern konvertiert eine Software diese in ein tesseliertes 3D-Modell. Sieht aus wie Zauberei.... Habe ich aber selber noch nie gemacht.

Nach meinen Erfahrungen liegt die Schwierigkeit beim Drucken von anspruchsvollen Modellen, nicht im Drucken, sonder im Erstellen von komplexeren CAD-Modellen. Sobald man in die Welt der Freiformen eintaucht sind viele Softwarepackete schnell am Limit und es wird kompliziert. Dann braucht man viel Zeit bzw. Erfahrung.

Gruß Arthur
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zopf
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Re: Wer hat Erfahrung mit ausgedruckten Schalen?

Beitrag von zopf »

Hallo
Für einen "langlebigeren" Druck wäre PETG zu empfehlen,
benötigt zwar eine beheizte Druckplatte, ist aber ansonsten einfach zu drucken.
Für den Keramikdruck gibt es Systeme wie "Cerambot",
wer googelt kann auch die Nachteile dieses Herstellungsverfahrens sehen.
Photogrammetrie wäre das Stichwort zum Scannen und Verarbeiten von Fotoaufnahmen.
Meshmixer (kostenlos) zum Nachbearbeiten und rumspielen.
Für anspruchsvollere Freiformbearbeitung bieten sich Programme wie Rhino an.
Ansonsten viel Spass
Dieter
grüsse an die bewohner von melmac
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Wolfgang S
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Re: Wer hat Erfahrung mit ausgedruckten Schalen?

Beitrag von Wolfgang S »

Hallo,
die von Gary gezeigte weiße Schale von der Aki-Ten 2017 hat Igor direkt gedruckt, die braunen von Heike gezeigten sind abgeformt und gegossen. Das hat Igor auch vorgeführt bei der Töpfer-Demo, direkt am Arbeitsplatz neben mir. Interessant war, daß er den Gießton extrem lange in der Form gelassen hat.

Frage: warum druckt ihr nicht direkt Keramik, sondern erst Kunststoff? Es gibt fertige 3D Keramik Drucker für Hobbykeramiker, bzw. die Extruder (? heißt das so ?) für keramische Massen zum Umrüsten.

Gruß,
Wolfgang
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