Hühnermist als Dünger

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
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casimsalabim
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Hühnermist als Dünger

Beitrag von casimsalabim »

Hallo Zusammen,
ich lese hier sehr oft, dass Leute Hühnermist als Bonsaidünger verwenden.
Ich könnte von einem Bekannten, der Hühner hat, regelmäßig soviel davon bekommen wie ich wollte.
Meine Frage ist, ob man ihn vorbereiten oder gar kompostieren muss, bevor man ihn verwendet?
Irgendwie sträubt sich etwas in mir davor, frischen Dühnermist direkt auf die Bäume zu legen.
Ich könnte mir vorstellen, dass der zu "scharf" ist. (Harnstoff etc.)
Wie macht ihr das?
Was ist eure Erfahrung?
Besten Dank schon im Voraus,
Carsten
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espanna
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Re: Hühnermist als Dünger

Beitrag von espanna »

Hallo Carsten,

Ich würde von Hühnermist abraten, ist schon sehr scharf.
Bessere Erfahrung habe ich mit Pferde, oder Rinderdung in Pelletsform gesammelt (für große Kübel -> Yamadori).
Ansonsten weiß ich nicht wieviele und wie wertvolle Bäume du hast, vielleicht lohnt es sich von den Namenhaften Herstellern besser geeignete Dünger zu kaufen. Dabei würde ich auf die Nährstoffinhalte achten (Mist enthält fast nur N, aber P,K und Spurenelemente sind auch wichtig).
Gruß
László

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Andreas Ludwig
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Re: Hühnermist als Dünger

Beitrag von Andreas Ludwig »

öhm... Es ist etwas eklig, aber doch empfehlenswert: Die Kegel von Tieren, die grundsätzlich nehmen, was sie kriegen, aber scharf auf Fleisch sind. Ideal finde ich «Stadtfüchse». Man denkt es kaum, nur etwa 60 % der Ernährung von Füchsen stammen von Säugetieren. Der Rest sind ein paar Vögel, viele Insekten, einige Würmer, etwas Abfall und ziemlich viel Pflanzenmaterial (>25 %!). Damit ist Fuchskot (hat man ihn, bei uns kackt halt einer gerade so rum...) ein sehr valabler Dünger. Aber nicht den Nachbarn sagen – und Handschuhe anziehen. Es ist wirklich etwas eklig.
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achim73
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Re: Hühnermist als Dünger

Beitrag von achim73 »

aber wenigstens hat man dann das zertifikat "bonsai-freak" wirklich verdient... *ironie*
Gruss, Achim
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KHarry
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Re: Hühnermist als Dünger

Beitrag von KHarry »

Bei Fuchskot denke ich allerdings auch an den Fuchsbandwurm, und da wäre mir der Ekel noch die geringere Hürde...
Hier setzen öfter Rehe und Wildschweine was ab, da habe ich weniger Scheu.
Hippo
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Re: Hühnermist als Dünger

Beitrag von Hippo »

Salü Carsten,

Wie schon erwähnt wurde, ist Hühnermist viel zu scharf für Bäumchen.
Das muss unbedingt erst zusammen mit Grüngut kompostiert werden weil der Nitratgehalt sonst fast alles verbrennt.

Bei uns ist Hühnermist ein Abfallprodukt welches allenfalls im Kompost Verwendung findet.
In Asien ist Hühnermist die Futter-Grundlage für die Crevettenzucht. Nur mit diesem Futter werden die Crevetten und Scampi aus der Zucht wirklich schmackhaft und bekommen ihre appetitliche Farbe. Aus unbestätigter Quelle habe ich gehört, dass der Hühnermist mit Streptomycin versetzt wird um unerwünschte Nebenwirkungen vorzubeugen. Aber ich halte das für ein Gerücht.
Manche Asiaten lachen sich über die blöden Gaijin halb tot die das Zeug Tonnenweise als Delikatesse fressen. Sie selbst verzehren nur was aus frischem Fang aus der offenen See kommt. Nagut auch der "Wildfang" ernährt sich zu einem Gutteil von schon mal Verdautem, aber irgendwie tönt es für Manchen angenehmer als aus der Zucht.

En Guete und Gruss
George
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Andreas Ludwig
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Re: Hühnermist als Dünger

Beitrag von Andreas Ludwig »

KHarry hat geschrieben: 28.03.2021, 20:41 Bei Fuchskot denke ich allerdings auch an den Fuchsbandwurm, und da wäre mir der Ekel noch die geringere Hürde...
Hier setzen öfter Rehe und Wildschweine was ab, da habe ich weniger Scheu.
Blöderweise fressen Rehe keine und Wildschweine eher wenige Wirbeltiere, so wegen NPK-Zusammensetzung und so...
2016 gab es deutschlandweit übrigens 26 Fälle von Fuchsbandwurm, dafür 3214 Verkehrstote.
Verkehrstod kann man mit Handschuhen eben nicht verhindern...

Nachtrag: Hab mal so bisschen rumgeschaut und mich köstlich amüsiert. Da schreibt etwa der eingetragene Verein Jugend in Berliner Wäldern zum Thema Fuchsbandwurm: «Nach dem Streicheln von Hund oder Katze Hände waschen. Hunde und Katzen, die keine Kleinnager fressen, sind aber auch nicht infektionsgefährdet.»

Toll. Jetzt liegt da dieser Streuner auf meinem Bett, harrt der Streichelung, irgendwann will ich verdammt nochmal pennen – und dann soll ich nochmals aufstehen, mir die Hände waschen und dann die Katze von mir fernhalten, weil ich keine Ahnung habe, ob er auf dem Kirchplatz eine möglicherweise infizierte Maus gefressen hat? Ja mei. Manchmal frage ich mich, wie es der homo sapiens geschafft hat zu überleben in all diesem Dreck, mit all den Mücken, all den Infekten, all den Gefahren. Natürlich werden wir heute locker doppelt so alt wie vor hundert Jahren. Aber am Fuchsbandwurm liegt das eher nicht. Den pflegen wir möglicherweise erst so sehr, seit uns die bösen Kommunisten ausgegangen sind.
Zuletzt geändert von Andreas Ludwig am 28.03.2021, 23:28, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hühnermist als Dünger

Beitrag von sauwoidman »

Hallo!

Also grundsätzlich abraten von Hühnermist würde ich dir nicht! Aufgrund seiner hohen Nährstoffdichte und der schnellen Verfügbarkeit kann man Hühnermist durchaus mit Mineraldünger vergleichen, dementsprechend ist auch die Anwendung anzupassen. Verbrennen kannst du eine Pflanze mit jedem Dünger, auf die Dosierung kommt es an! Und wenn du gratis drankommst, warum auch nicht? :lol: Taste dich einfach am Anfang langsam mit der Menge ran, nicht zu viel und nicht zu oft, nachlegen kannst du ja immer noch.


Und der Tipp mit dem Fuchskot ... einfach nein *nono* Da ist noch gar nicht das Problem, dass es relativ eklig ist. Was in Füchsen alles für Parasiten zu finden sind (da sind Fuchsbandwürmer nur die Spitze des Eisberges), das ist es niemals wert .... und auch die Handschuhe beim Arbeiten helfen da nicht viel, Parasiteneier und -larven können im Boden über Monate und teilweise Jahre überdauern und sich somit in der Schale akkumulieren, und spätestens beim nächsten Umtopfen kann man sich dann durch Staub, Spritzwasser, etc. alles Mögliche einfangen. Und wer's nicht glaubt, soll einfach mal die Google-Bildersuche betätigen, dort sollten abschreckende Beispiele genug zu finden sein! :wink:
Die NPK-Zusammensetzung ist auch bei Hühnermist ausreichend brauchbar, unser Pflanzenbaulehrer hat uns immer recht eindrücklich eingetrichtert: "Hühnermist ist ein Volldünger!" :lol:


MfG Reinhold! :-D

PS: Es gibt nur deswegen kaum Fälle von Fuchsbandwurm in Deutschland/Österreich, weil 1. dieser durch Entwurmung des Fuchsbestandes deutlich verringert wurde und 2. kaum Menschen direkten Kontakt mit Füchsen bzw. ihren Ausscheidungen haben. Und Verkehrstote mit Fuchsbandwurmfällen zu vergleichen ... nun ja ... das hinkt doch schon gewaltig.
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Andreas Ludwig
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Re: Hühnermist als Dünger

Beitrag von Andreas Ludwig »

sauwoidman – natürlich schleppen Füchse allerhand rum. Aber wie oben erwähnt: Offenbar sind wir insgesamt einigermassen lebenstauglich als Art. Solange wir mal die Hände waschen und Handschuhe anziehen. Das ist so mal das Prinzip an sich. Hat man damit ein Problem, hat man eins. Es liesse sich sicher nachweisen, dass es sinnvoll wäre, nach jedem Umtopfen eine Tetanus-Impfung zu erneuern. Von den Pilzsporen, die bis tief in die Bronchien dringen können, rede ich gar nicht und die Weichmacher in der Düngerflasche lassen wir lieber aussen vor, die sind nämlich anerkanntermassen potenziell fruchtschädigend und kanzerogen.

Mal einfacher: Solange ich den Kram (der grad halt verfügbar ist, jeder, der sowas via Internet suchen würde, wäre in meinen Augen völlig bekloppt) verbuddle und da verrotten lasse, ist alles ok. Denn da unten (glaub es oder lass es) stürzen sich Tausende kleine Helferlein auf alles mögliche, was nicht in nützlicher Frist einen Wirt oder wenigstens Zwischenwirt findet. Nein, Fuchsbandwurmlarven oder -Eier sind keine kleinen Aliens, die auf uns lauern und uns anfallen, wenn wir uns dem Baum zubeugen. Sie haben eine recht eng definierte Lebensfrist.

Zugegeben: Manche dieser Viecher sind sehr fies. Da gibt es etwa den Schafbandwurm, dessen Larven sich in Ameisen einnisten, sie dazu bringen, sich ganz oben an Grashälmern anzuklammern bis früh am Morgen, wenn die Schafe Gras fressen und so weiter. Aber dass verbuddelte Fuchs-Köttel eine Gefahr darstellen, das müsstest du mir erst mal beweisen. Feel free, go ahead.

(P.S. die Entwurmung des Fuchsbestands halte ich für eine administrative Legende. Hat, soweit ich weiss, nie flächendeckend geklappt. Und wenn Vergleiche doch so hinken: Was wird dann hier so alles verglichen? Da wird der (kontrollierte) Einsatz von Fuchskötteln als vergrabener Dünger mit dem Verzehr gleichgesetzt, mit der Einatmung von Staub und dergleichen. Panikmache, auch so ein Menschending.)
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Andreas Ludwig
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Re: Hühnermist als Dünger

Beitrag von Andreas Ludwig »

Abschluss der für mich leidigen Diskussion: Ich machs, Ihr müsst nicht. War bloss eine meiner Ideen.

Womit auch erklärt ist, weshalb ich mich nach Jahren der Begeisterung stark zurückhalte mit Ideen. Wozu sollte ich es mir antun, mich hier dem Internet-Fleischwolf auszuliefern? Ich habe ein Leben, bin Vater, Grossvater, liebe Nachbarn, gute Freunde. Wenn ich mag, verbuddle ich halt Fuchs-Köttel. Eigentlich geht Euch das gar nichts an und mich nicht, was Ihr darüber denkt.
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Re: Hühnermist als Dünger

Beitrag von sauwoidman »

Unglaublich was du da für einen Blödsinn verbreitest Andreas!

Der Fuchs ist (genauso wie evtl. Hund und Katze) Endwirt des Fuchsbandwurmes und kann als solcher mit seinem Kot Eier oder Bandwurmglieder ausscheiden. Diese werden dann im Normalfall von Kleinsäugern aufgenommen, entwickeln sich in der Leber zu Zysten, das Tier wird von Fuchs/Katze/etc. gefressen und so schließt sich der Kreis. Nun kann es aber (z.B. durch verunreinigte Pilze, Beeren, ...) dazu kommen, dass ein Mensch diese Eier aufnimmt und dann zum Fehlzwischenwirt wird. Passiert sehr selten, das stimmt, aber wenn man seine Bonsaischalen, die man ja immer wieder mal sehr nahe bei sich hat, potenziell mit Eiern vollpumpt, so ist das Risiko, sich damit zu infizieren, doch ERHEBLICH größer, sei es durch eingeatmeten Staub, durch Wassertropfen, ... Und nein, die Eier von Bandwürmern werden nicht so mir nichts, dir nichts, von kleinen Helferlein zersetzt, ansonsten würden diese Würmer sehr schnell aussterben. Die können mitunter jahrelang im Boden überdauern, und es reicht genau ein einziges Ei, um sich zu infizieren. Wir haben nicht umsonst in den parasitologischen Übungen beim Veterinärmedizinstudium keine Präparate von Fuchsbandwurmeiern zum Mikroskopieren bekommen, weil einfach das Risiko nicht dafür steht.
Wenn man einmal mit Fuchsbandwurmzysten befallen ist, muss man oftmals sein Leben lang Chemotherapie durchführen, das ist dann vergleichbar mit einem bösartigen Tumor. Kein harmloser Schnupfen, das ist eine zumeist tödlich verlaufende Erkrankung.
Andreas Ludwig hat geschrieben: 28.03.2021, 23:39
(P.S. die Entwurmung des Fuchsbestands halte ich für eine administrative Legende. Hat, soweit ich weiss, nie flächendeckend geklappt. Und wenn Vergleiche doch so hinken: Was wird dann hier so alles verglichen? Da wird der (kontrollierte) Einsatz von Fuchskötteln als vergrabener Dünger mit dem Verzehr gleichgesetzt, mit der Einatmung von Staub und dergleichen. Panikmache, auch so ein Menschending.)
"kontrollierter Einsatz von Fuchskötteln" wäre es, wenn du jede Kotprobe vor der Verwendung mikroskopisch untersuchen (lassen) würdest, und selbst da kann man noch immer nicht 100%ig sicher sein.

Du musst es mir nicht glauben, du kannst es auch als Panikmache runterspielen, ist dir alles freigestellt. Ich hoffe nur sehr, dass du mit deiner durchaus riskanten Düngetechnik (die, nebenbei erwähnt, beim Abwägen von Kostenersparnis, Nutzen und Risiko in keinerlei Verhältnismäßgikeit steht) nicht selbst einmal einer dieser 26 Unglücklichen bist, die es immer noch Jahr für Jahr trifft.

Nochmal: Das Risiko ist nicht ein bisschen, sondern um ein VIELFACHES höher, sich an einer mit Fuchskot gedüngten Bonsaischale mit Fuchsbandwurm zu infizieren, als eine Katze zu streicheln, Brombeeren zu essen, oder sonstiges.
Wir laufen gerade 24/7 mit Masken herum, um das individuell doch geringe Risiko für die Ansteckung mit einer Krankheit, die eine geringe Wahrscheinlichkeit für schwere Verläufe hat, herunterzuschrauben, und andererseits verkaufst du das im Prinzip ungeschützte Hantieren mit potenziell infektiösem Material, das eine zu 90% tödlich endende Krankheit auslösen kann, als Panikmache oder irgendeinen Stumpfsinn mit Kommunisten (??) .... das kann ich absolut nicht verstehen.

MfG Reinhold!

PS: Die Entwurmung des Fuchsbestandes ist keine Legende, sondern die hat tatsächlich stattgefunden. Ob flächendeckend, dazu kann ich dir nichts sagen, jedoch war mein Großvater, seines Zeichens Jäger, an vorderster Front mit dabei, und der hat sich das nicht nur eingebildet. Und selbst wenn sie nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat, so bestärkt das doch nur meinen Apell, vorsichtig mit Fuchskot umzugehen!
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Re: Hühnermist als Dünger

Beitrag von espanna »

sauwoidman hat geschrieben: 28.03.2021, 23:24 Und wenn du gratis drankommst, warum auch nicht?
Weil;
-> es schwer kontrollierbar ist,
-> es sich auf der Substratoberfläche verschlammt / antrocknet und das Substrat negativ beeinflusst,
-> es für groben Wachstum / lange Internodien sorgt (gibt relativ schnell sehr viel N ab),
-> es bessere Alternativen gibt,
-> es stinkt,
-> du es für Bonsai und nicht für das Freiland benutzen möchtest,
-> du nicht zusätzlich Spurenelemente-Dünger besorgen möchtest, sondern es eher einfach halten willst,
-> du dein Substart nicht alle paar Tage auf den PH-Wert überprüfen möchtest...

Na gut, das sind jetzt nur ein paar MEINE Argumente. Da muss wohl jeder seine eigene Erfahrungen sammeln.
Manche denken auch dass eine polierte Konkavzange den Bäumen weniger „Weh tut“ als eine verrostete Rosenschere (da gehöre ich wohl auch zu den Sündern, ist aber ein anderes Thema)
Zuletzt geändert von espanna am 29.03.2021, 12:12, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß
László

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Re: Hühnermist als Dünger

Beitrag von Hippo »

sauwoidman hat geschrieben: 28.03.2021, 23:24 Also grundsätzlich abraten von Hühnermist würde ich dir nicht!
Salü Reinhold,

Du kannst bestimmt auf langjährige Erfahrung mit Hühnerhöfen und ihrem Mist zurückgreifen.
Das ist gut, denn dann sind wir schon zu zweit.
Aber wir haben offenbar unterschiedliche Beobachtungen bezüglich den Auswirkungen von Hühnerkot gemacht.
In einem schön eingerichteten und bepflanzten Hühnerhof sterben in überschaubarer Zeit alle Sträucher und alle Pflanzen ausser Strandhafer. Wobei der stirbt auch weil er weggepickt wird.
Sogar kapitale Bäume können regelrecht weggeätzt werden, so erging es auch unserem 30 jährigen Aprikosenbaum, den wir bei den Grosseltern mit in den Hühnerhof eingezäunt haben. Bei meinem vorletzten Hühnerhof war die Buxhecke direkt am Gatter des Geheges und die ist Jahr für Jahr immer gelber geworden.

Der Hühnermist wurde regelmässig zusammengekehrt und auf einen eigenen Komposthaufen geworfen und mit Kalk bestreut.
Nach einem Jahr war der Kompost brauchbar als Dünger. Haben wir zumeist für die Beerensträucher und Himbeer-Rabatten verwendet.
Darum meine ich, dass das Zeug kompostiert als Bonsaidünger taugen kann aber frisch eher weniger.

Schönen Gruss von meinen Hühnern und mir
.
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bock
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Re: Hühnermist als Dünger

Beitrag von bock »

Moin!

Donnerwetter, welch hitzige Diskussion ist mir hier entgangen!
Jauche, Gülle, Mist - wird alles seit anno Tobak in der Landwirtschaft als Dünger eingesetzt. Abgelagert.
Es stimmt, Pflanzenfresser scheiden stickstoffbetonte Hinterlassenschaften aus - Fleischfresser aber auch. Bei letzteren ist ein höherer Phosphatgehalt zu verzeichnen, aber auch nicht in ausreichendem Maß, um sie als Volldünger bezeichnen zu können.
Frische Hinterlassenschaften gasen viel Ammoniak aus, von dem sich 700l (Gas) in einem Liter Wasser lösen können. Diese stark alkalische Lösung schädigt die Wurzeln aller Pflanzen.
Generell gilt die Maxime "ob Arznei oder Gift ist lediglich eine Frage der Dosierung" - wobei wir seit der Antike inzwischen festgestellt haben, dass hierbei Ausnahmen zu berücksichtigen sind.
Hühnermist unterscheidet sich von Säugetiermist in der chemischen Formulierung des Stickstoffs.
Statt Harnstoff (leicht wasserlöslich) liegt hier Harnsäure vor. Die ist schwer wasserlöslich und wird daher langsamer aufgeschlossen. Aber sie senkt den pH-Wert (leicht) und wirkt somit der alkalischen Komponente des Ammoniaks entgegen.
Gegen abgelagerten Hühnermist ist in angepasster Dosierung nichts einzuwenden.

Der Ekelfaktor ist recht individuell, da muss jede(r) seinen eigenen Weg finden.
Die parasitologische Diskussion halte ich für recht akademisch. Von einer Bandwurminfestation durch Einatmen von Eiern habe ich noch nicht gehört. Von Salmonellen in Hühnermist schon, auch von Clostridiensporen in Kadavern, Schimmelpilzsporen in Blumenerde und Durchfall nach Verzehr frischer Holunderbeeren.

Ich verwende keinen Hühnermist. Warum auch. Aber es spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, wenn man weiß was man tut.
Die amerikanischen Ureinwohner haben mit Fischen gedüngt. Das tun die Grizzlys in Washington, British Columbia und Alaska auch.
Ich finde mineralische Dünger mit definierter Zusammensetzung leichter zu handhaben. Ist aber nur meine persönliche Ansicht.

Krähen, Stare und Kormorane düngen ihre Schlafbäume und die darunter geparkten Autos. OK, streicht die Kormorane - die kacken meist von abgestorbenen Bäumen. War wohl zu viel Fisch im Kot...

:mrgreen:
liebe Grüße Andreas
Ein Leben ohne Bonsai ist möglich - aber völlig sinnlos! :faellen:
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Re: Hühnermist als Dünger

Beitrag von sauwoidman »

Hippo hat geschrieben: 29.03.2021, 01:28 Du kannst bestimmt auf langjährige Erfahrung mit Hühnerhöfen und ihrem Mist zurückgreifen.
Nein, kann ich schon alleine aufgrund meines Alters natürlich nicht.
Hippo hat geschrieben: 29.03.2021, 01:28 In einem schön eingerichteten und bepflanzten Hühnerhof sterben in überschaubarer Zeit alle Sträucher und alle Pflanzen ausser Strandhafer. Wobei der stirbt auch weil er weggepickt wird.
Sogar kapitale Bäume können regelrecht weggeätzt werden, so erging es auch unserem 30 jährigen Aprikosenbaum, den wir bei den Grosseltern mit in den Hühnerhof eingezäunt haben. Bei meinem vorletzten Hühnerhof war die Buxhecke direkt am Gatter des Geheges und die ist Jahr für Jahr immer gelber geworden.
Man kann nicht Äpfel mit Birnen vergleichen ... natürlich sterben in einem Hühnergehege mit der Zeit alle möglichen Pflanzen ab, zum einen, weil sie gefressen/zertreten werden, zum anderen, weil die Konzentration an Hühnermist, die dort auf den Boden fällt, um ein Vielfaches höher ist als alles, was eine Pflanze aushält. Wie Andreas und auch ich zuvor schon geschrieben haben, die Dosis macht einen Stoff zum Gift. Man muss nicht eine zentimeterdicke Schicht Mist auf die Schalen legen, die Bäume müssen nicht schnellstmöglich wachsen, sondern nur schnell wachsen, gut und gesund sein, das ist alles kein Wettrennen. *daumen_new*
Wenn Hühnermist wirklich giftig wäre, müsste ich das all den umliegenden Hühnermastbetrieben erst einmal erzählen, die Jahr für Jahr ihre Felder mit Hühnermist düngen, bei denen aber nicht alle Pflanzen sterben, und das obwohl im Boden, anders als in einer Schale, nicht überschüssige Substanzen bei den nächsten Gießvorgängen vollkommen weggespült und dadurch unschädlich werden. (ich weiß, ich weiß, kann man nicht direkt vergleichen ... :lol: )
bock hat geschrieben: 29.03.2021, 07:38 Von einer Bandwurminfestation durch Einatmen von Eiern habe ich noch nicht gehört. Von Salmonellen in Hühnermist schon, auch von Clostridiensporen in Kadavern, Schimmelpilzsporen in Blumenerde und Durchfall nach Verzehr frischer Holunderbeeren.
Stimmt, es ist sicher leichter, sich irgendeinen Durchfallerreger von Hühnermist zu holen, als Bandwurmeier einzuatmen oder sonst irgendwie aufzunehmen, wenn man sich mit den Fingern ins Gesicht fährt, allerdings ist ein Durchfall auch im Normalfall keine lebensbedrohliche Erkrankung, und das Risiko ist bei Abfallprodukten aus der Haus-, Heim- und Nutztierhaltung doch um einiges kalkulierbarer als bei Wildtieren.

bock hat geschrieben: 29.03.2021, 07:38 Ich finde mineralische Dünger mit definierter Zusammensetzung leichter zu handhaben. Ist aber nur meine persönliche Ansicht.
Dem kann ich eigentlich nur uneingeschränkt zustimmen. *daumen_new* Die Preisersparnis steht nicht für den Aufwand. Man kann es durchaus organisch versuchen, würde ich auch machen (zuerst an Bäumen die nicht allzu wertvoll sind). Wenn es funktioniert, ist es auch toll, aber mineralisch ist es doch wesentlich komfortabler.

MfG! :-D
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