Erster Abmoosversuch - Rotbuche

Erfahrungsaustauscht und Dokumentation von Sämerein und Stecklingsanzucht von Gehölzen auf dem Weg zur Bonsai tauglichen Rohpflanze.
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Jowaju
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Erster Abmoosversuch - Rotbuche

Beitrag von Jowaju »

Hallo!
Habe gestern zum ersten Mal zwei Abmoosungen an einer sehr vitalen Hainbuche aus einer Hecke im Garten probiert. Der Stamm ist die letzten Jahre neben einem Hollunder hochgewachsen und mittlerweile ca. 6m hoch.
Den Stammdurchmesser an der Abmoosstelle schätze ich auf ca. 7cm. Die Abmoosungen selbst sind ca. 3 Finger breit angelegt. Die Entfernung der Rinde war zwar großteils frimelig, aber letztlich gings ganz gut.
Die Knospen sind noch nicht ganz offen, aber bereits langgezogen. Ich denke, der Zeitpunkt müsste daher jedenfalls noch passen.
Was mich jetzt stutzig macht, ist, dass der Abmoosring bei mir anders aussieht als in der Doku zu viewtopic.php?p=546280#p546280 ? Bei mir ist unter der Rinde alles viel grüner? Habe ich zu wenig weggenommen und sollte ich besser nochmal nacharbeiten?

Ergänzend dazu: wie lange muss ich jetzt ungefähr rechnen, dass die Abmoosung dauern wird? Sind 2-3 Monate realistisch? Der Stamm kriegt an der Stelle beinahe den ganzen Tag Sonne.

Danke für eure Einschätzung :-)
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migo
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Re: Erster Abmoosversuch - Hainbuche

Beitrag von migo »

Schätze mal, Marco liegt da richtig ...also, Beitrag gelöscht.
Zuletzt geändert von migo am 26.04.2023, 10:57, insgesamt 1-mal geändert.
Tschüüss, Michael

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MerschelMarco
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Re: Erster Abmoosversuch - Hainbuche

Beitrag von MerschelMarco »

Hallo Josef,

also, erstens bin ich mir ziemlich sicher, dass das keine Hainbuche ist (Haselnuß? oder Faulbaum?).
Zweitens, wenn du direkt unterhalb eines Astansatzes abmoost, dann werden sich bevorzugt auch da Wurzeln bilden, an den anderen Bereichen weniger oder gar nicht.

Selbst habe ich auch schon versucht an sehr vitalen Hainbuchenhecken abzumoosen, die haben aufgrund der Vitalität immer alles überwallt, bzw. einen dicken Kallus gebildet aber keine Wurzeln getrieben. Bei Topfpflanzen über dem Wurzelansatz abzumoosen hat dagegen (wenn auch mit Schwierigkeiten) schon funktioniert. viewtopic.php?t=27912&hilit=hainbuche

Beim Anlegen der Schnittstelle muss man peinlich darauf achten auch wirklich alles an Kambium zu entfernen, wenn da nur ein Fitzelchen stehen bleibt, überbrückt der Baum da sofort und es wird nix mit der Wurzelbildung, aber das sieht bei dir auf dem Foto gut aus.

Grüße,
Marco
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Jowaju
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Re: Erster Abmoosversuch - Hainbuche

Beitrag von Jowaju »

Danke für euren Input @MerschelMarco @migo !
@MerschelMarco , könntest recht haben! Wurde einfach als Buchenhecke gepflanzt, denke aber, dass es im Detail auch eine Rotbuche sein könnte :? . Zum Abmoosen wird das wenig unterschied machen, bei der Pflege wirds dann schon interessanter wahrscheinlich... *floet*
Aber verstehe ich dich richtig, dass das Ergebnis der Vorgehensweise so passen sollte, oder?
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Andreas Ludwig
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Re: Erster Abmoosversuch - Hainbuche

Beitrag von Andreas Ludwig »

Faustregel fürs Schnitzen: Ein bis zwei Jahresringe des Splintholzes dürfen weg. Dann ist das Kambium sicher ganz unterbrochen. Weiter vermisse ich den Drahtring wenigstens oberhalb des abgeschälten Ringes. Der verbessert den «Unterbruch im System» deutlich und darum geht es ja. Flach anliegende Kabelbinder haben keinen Effekt.

Alles andere wurde schon geschrieben. Bloss muss mir mal jemand erklären, woher diese plötzliche Begeisterung für Abmoosungen kommt. Ich hoffe, das mit derselben Konsequenz über die gescheiterten Versuche berichtet wird. Dann wächst vielleicht das Verständnis dafür, dass diese Technik so einfach und sicher nicht ist.
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maexart
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Re: Erster Abmoosversuch - Hainbuche

Beitrag von maexart »

Hallo Josef,
ich habe die letzten Jahre diverse Hainbuchen erfolgreich abgemoost. So wie ich das sehe hast du deutlich zu wenig entfernt. Das Gewebe auf dem Foto sieht nach Bast aus und der muss komplett entfernt werden. Das splintholz bei Hainbuche hat eine komplett glatte Oberfläche, bis dorthin kann entfernt werden.
Nur so funktionieren Abmoosungen, ich würde nochmal nachschnitzen, das ist dann auch nicht friemelig sondern lässt sich als Ring ablösen.
Anbei ein Foto einer Hainbuche die ich dieses Jahr abmoose.
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Jowaju
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Re: Erster Abmoosversuch - Hainbuche

Beitrag von Jowaju »

Andreas Ludwig hat geschrieben: 26.04.2023, 11:21 Faustregel fürs Schnitzen: Ein bis zwei Jahresringe des Splintholzes dürfen weg. Dann ist das Kambium sicher ganz unterbrochen. Weiter vermisse ich den Drahtring wenigstens oberhalb des abgeschälten Ringes. Der verbessert den «Unterbruch im System» deutlich und darum geht es ja. Flach anliegende Kabelbinder haben keinen Effekt.
Danke @Andreas Ludwig für die Info. Die Info mit den Jahresringen war mir so noch nicht bekannt. Draht kann ich noch ergänzen, wenn die Wahrscheinlichkeit dass es klappt dafür um so höher ist.
Andreas Ludwig hat geschrieben: 26.04.2023, 11:21 Bloss muss mir mal jemand erklären, woher diese plötzliche Begeisterung für Abmoosungen kommt. Ich hoffe, das mit derselben Konsequenz über die gescheiterten Versuche berichtet wird. Dann wächst vielleicht das Verständnis dafür, dass diese Technik so einfach und sicher nicht ist.
Zumindest bei mir ist es einfach rational zu erklären, da die Buche über längere Zeit unbemerkt hochgeschossen ist und jetzt wieder auf die normale Heckenhöhe eingekürzt werden soll. Wollte sie daher nicht einfach so umsägen sondern zumindest noch zum Üben nutzen.
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Jowaju
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Re: Erster Abmoosversuch - Hainbuche

Beitrag von Jowaju »

Danke @maexart , sieht gut aus.
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Andreas Ludwig
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Re: Erster Abmoosversuch - Hainbuche

Beitrag von Andreas Ludwig »

Jowaju – hast du auch ein Bild eines Triebes mit Laub? Was die Art angeht, sehe ich es wie MerschelMarco – unklar.
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Re: Erster Abmoosversuch - Hainbuche

Beitrag von Jowaju »

@Andreas Ludwig Momentan ist nur das braune Laub vom Vorjahr drauf. Die neuen Blattknospen sind leider noch nicht offen. Momentan ists einfach leider noch zu kalt...
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maexart
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Re: Erster Abmoosversuch - Hainbuche

Beitrag von maexart »

Also wenn es das gleiche Laub ist das man stellenweise auf den Fotos sieht ist es eine Rotbuche. Die gelten als ziemlich schwierig in Sachen abmoosung. Immer massiv kallus aber selten Wurzeln. Ich hab letztes Jahr eine Rotbuche nach 2 kompletten Jahren abmoosung abgetrennt. Mal sehen ob sie austreibt.

VG Max

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Jowaju
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Re: Erster Abmoosversuch - Hainbuche

Beitrag von Jowaju »

Ja, @maexart , ich gehe mittlerweile auch von einer Rotbuche aus... Nachdem was ich da jetzt gelesen habe, ist das wohl tatsächlich ein schwieriges Projekt :roll:
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Andreas Ludwig
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Re: Erster Abmoosversuch - Rotbuche

Beitrag von Andreas Ludwig »

Dann warten wir mal ab. Ist das Umgebungslaub massgebend, ist es eher eine Rotbuche, sicher keine Hainbuche, und Rotbuchen sind recht zimperlich, wenn es ums Abmoosen geht.

Für das nächste Üben würde ich dazu empfehlen, etwas später im Jahr anzufangen, wenn die Knospen offen und die Triebe entfaltet sind. Das «Wirkprinzip» ist, dass die Blätter Nährstoffe für die (hier neu zu bildenden) Wurzeln produzieren (darum auch der Draht, der das alles am richtigen Ort stauen soll). Hat es die Blätter noch nicht, verzögert sich alles bloss.

Die Meinungen dazu gehen etwas auseinander, meine Erfahrung ist, dass Photosynthese und auch Wärme hilfreich sind. Weshalb ich stets ab Mitte Mai mit schwarzer Folie abgemoost habe und manchmal die Umgebung dazu freigeholzt, um mehr «Prozesswärme» an die Abmoos-Stelle zu kriegen. Der Jet-Stream stottert wieder mal, es ist kühl und grau in diesem Frühjahr, gelegentlich bricht arktische Kälte durch. All das hat einen Einfluss.

Aber:
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Re: Erster Abmoosversuch - Rotbuche

Beitrag von maexart »

Hallo Andreas, hast du da vielleicht eine Theorie für mich was genau da verlangsamt wird? Ich Moose seit 3 Jahren mittlerweile auch mit schwellenden Knospen ab, da ja ab dann auch schon Wurzelbildung stattfindet.

Zum Thema schwarze Folie hab ich letztes Jahr leider schlechte Erfahrungen gemacht, während der krassen Temperaturen wurden neue Wurzeln direkt gekocht, danach hab ich beschlossen wenn ich nicht halbschattig abmoosen kann nur noch weiße oder transparente Folie, am besten einfach die Folie vom akadama, ist auch super stabil.

VG Max

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Re: Erster Abmoosversuch - Rotbuche

Beitrag von Andreas Ludwig »

Max - in der Vegetationsperiode ernähren die Blätter den Baum. Beim Austrieb ist es kurz umgekehrt, da müssen die Blätter aus Reserven entwickelt werden. Die sind teils im Holz, teils in den Wurzeln gespeichert. Das kann (artenabhängig) zu Engpässen führen, wenn die Verbindung Wurzel-Austrieb gekappt wird. Soweit die Theorie. Vielleicht bin auch bloss übervorsichtig, gerade beim Abmoosen. Ich will nicht üben, ich will Erfolg.

Ich weiss schon, dass viele wie du recht früh mit dem Abmoosen beginnen, ich glaube WP hat das auch mal explizit verfochten. Das mag mit dem Zeitfenster zu tun haben, das nicht überall gleich ist – zwischen Stralsund und Basel oder Bad Tölz und Luxemburg gibt es natürlich Unterschiede. Bei mir ist es statistisch recht warm, wir kriegen gute Weine und überzeugende Kirschen problemlos hin, chinesische Hanfpalmen findet man ganzjährig in geschützten Ecken, auch Salbei kann überwintern. Das gibt mir mehr Zeit.

Danke für den Hinweis wegen der gekochten Wurzeln. Ich habe vergessen anzumerken, dass ich a) wesentlich grössere Volumen als der TE für die «Bewurzelungsbehälter» gewählt habe, bevorzugt oben offene, schwarze Kunststoff-Blumentöpfchen, vollgestopft mit Torfmoos und täglich gegossen, das alles b) auf einem eher luftigen Plateau im Jura, schwach bebaut, ohne städtische Hitzeentwicklung. Hier endet die Theorie irgendwann mal, weil zuviele Variablen in der Gleichung sind.
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