Pflege von Japanischen Ahornen
Pflege von Japanischen Ahornen
Liebes Forum
Gerne möchte ich meine bisherigen Erfahrungen teilen, die ich mit der Entwicklung von verschiedenen Ahornensorten gemacht habe.
Eines vorneweg: dieses Thema ist nicht neu und es wurden bereits Beiträge verfasst, bei denen sich eine Anleihe lohnt. Zur vertieften Lektüre kann ich die Beiträge von Michael Hagedorn, William Valavanis und Andrea Meriggioli wärmstens empfehlen.
Zu Beginn möchte ich einige Worte zum Hintergrund dieses Beitrags und zum Anwendungsspektrum meiner Methoden schreiben. Anschliessend nehme ich Bezug auf die verschiedenen Pflegebereiche, die ich bei Ahornen für bedeutsam halte.
1. Hintergrund
Ich beschäftige mich seit etwa 20 Jahren mit Ahornen und wohne im Bodenseekreis. Über die Jahre habe ich etwa 100 Ahorne unterschiedlicher Couleur gepflegt/entwickelt, die ich in Baumschulen in verschiedenen Teilen Europas aufgegabelt habe. Dazu zählen grün-, gelb- und rotlaubige, basal- und apikaldominante, zwergwüchsige oder schnellwachsende Sorten der „Palmatum-Linie“ oder „Japonicum-Linie“.
Das Hauptinteresse dieses Berichts ist die Entwicklung von Baumschulware zum Präbonsai. Wir sprechen also über die ersten 10-15 Jahre der Baumentwicklung. Die Einordnung des Anwendungsspektrums der Methoden ist wichtig, denn sie würden bei Bäumen in anderen Entwicklungsstadien zu ungewünschten Entwicklungen führen. Auch bezieht sich der Geltungsbereich auf meine lokalen Standortbedingungen. Sie sind nicht notwendigerweise auf andere Standorte übertragbar.
Einschränkend möchte ich ebenfalls sagen, dass ich bewusst von „meinen bisherigen Erfahrungen“ berichte. Persönliche Erkenntnisse sind immer vorläufig, subjektiv und interpretiert. Wie bei jedem komplexen Lernfeld ist das Bisherige nur solange gültig, bis es durch Erfahrung widerlegt wird. Es ist ein ergebnisoffener Prozess. Ich sehe die Darstellung meiner Methoden als vorsichtige Annäherung. Ein Absolutheitsanspruch liegt mir fern, ich erkenne an, dass mein Weg einer von Vielen ist. Fragen beantworte ich selbstverständlich gerne, jedoch möchte ich hier keine Grundsatzdiskussionen führen.
Auch möchte ich anmerken, dass es unmöglich ist, auf jede Ahornsorte im Detail einzugehen, das würde den Rahmen hier sprengen. Es gibt grosse Unterschiede in der Pflege der unzähligen Ahornsorten. In einer Liste habe ich vor einigen Jahren einmal meine intuitive Einschätzung zur Eignung der unterschiedlichen Sorten gemacht, zumindest der, die mir vertraut sind. Andere Pfleger werden wahrscheinlich zu einer anderen Einschätzung kommen. Der normale grüne Acer Palmatum schneidet für mich am besten ab, doch auch er hat seine Tücken.
Grüner Acer Palmatum 1
Aconitifolium 3
Ariadne 2
Beni Komachi 5
Beni Maiku 2
Bloodgood 2
Butterfly 3
Deshojo 2
Fireglow 2
Kaba 3
Kiohyme 2
Kogane Nishiki 3
Kotohyme 4
Linearilobium 4
Little Princess 3
Mikawa Yatsubusa 4
Murasaki Kiyohime 2
Osakazuki 3
Red Autumn 3
Red Pygmy 3
Sango Kaku 2
Sazanami 2
Shirasawanum Aureum 2
Shirasawanum Jordan 2
Shishigashira 2
Skeeters Broom 2
Sumi Nagashi 3
Taro Yama 4
Über die verschienen Sorten hinweg sind mir ein paar generelle Pflegeprinzipien aufgefallen, auf die ich nun näher eingehen möchte. Sie sind grundsätzlich auf die meisten der Varietäten anwendbar.
2. Pflegeprinzipien
Die artgerechte Pflege von Ahornen ist wie bei Bonsai allgemein ein komplexes Zusammenspiel verschiedenster Faktoren. Im Laufe der Jahre fiel mir auf, dass Ahorne vergleichsweise sensibel sind und recht rasch aus dem Gleichgewicht geraten. Ich habe festgestellt, dass ich jeden der nachfolgenden Faktoren berücksichtigen muss, um die Vitalität der Bäume dauerhaft zu erhalten.
2.1 Standortbedingungen
Mikroklima: Zu Beginn hatte ich eine kleine Dachterrasse in Südrichtung in Konstanz, auf der ich versuchte, meine Bäume am Leben zu erhalten - leider mit grossen Ausfällen. Die Aufheizung der Terassenplatten aus Stein und der umliegenden Fassaden führte zu einem unmöglichen Mikroklima. Selbst eine Schattierung richtete hier nichts mehr aus. Ich war gezwungen, mir einen anderen Standort zu suchen. In einem ländlichen Gebiet fand ich schliesslich eine Möglichkeit. Hier war ringsum dichter Bewuchs vorhanden, der die notwendige Luftfeuchtigkeit und Verdunstungskälte lieferte. Das wirkte sich sofort positiv auf die Vitalität meiner Bäume aus. Die Südrichtung des Grundstückes stellte mich jedoch auch hier vor Herausforderungen. Die Bäume waren zu Beginn eigentlich den ganzen Tag sonnenexponiert. Deshalb möchte ich zum Punkt "Sonne" ein paar Zeilen mehr schreiben.
Sonne: Ahorne mögen am liebsten einen halbschattierten Platz sowie ein Mikroklima mit möglichst hoher Luftfeuchtigkeit. In meinem Garten sind die meisten Schadbilder durch zu viel direkte Sonne entstanden. Dazu zählen Stamm- und Astrücktrocknungen, Blattschäden und eine höhere Pilzanfälligkeit. Wenn die Schale oder grössere Stamm- und Astbereiche sonnenexponiert sind, v.a. mittags, können in Kürze Schäden entstehen. Es kann z.B. sein, dass ein Hochsommertag mit über 30 Grad und direktem Sonnenlicht auf einen Stammabschnitt zu einer Rücktrocknung mit Saftrückzug führt. Klassischerweise bilden sich dann zunächst Risse, anschliessend löst sich die Rinde ab. In der Regel heilt das schnell wieder ab und ist nicht existenzgefähdend, es ist aber dennoch ärgerlich. Das gilt besonders auch für Wetterumschwünge vom Regen auf promt einsetzende Hitzeperioden, wie sie dieser Tage häufiger vorkommen. Wenn sich ein Baum durch eine bereits etablierte Krone vollumfänglich selbst beschattet, ist volle Sonne besser verträglich. Erst als ich hier am Bodensee begonnen habe, ganztags mit Segeln zu schattieren, wurden meine Ahorne vitaler. Sie halten den bonsaitypischen Zumutungen jetzt besser stand und Pflegefehler können vom Baum selbst wieder kompensiert werden. Ein Schattierungsgrad von 30-60% ist ideal. In den Hochtemperatur-Monaten wie Juni, Juli und August stelle ich die Bäume auch gerne mal in den Vollschatten und sorge zusätzlich für Verdunstungskälte, z.B. durch Besprühen, Wasserschalen oder Flächengiessen.
Wind: Nach meiner Erfahrung ist ein windgeschützter Standort wichtig, besonders wenn Sommerwinde mit hohen Temperaturen einherhegen. Ideal zur Windabschottung sind Gebäude, Zäune oder Mauern. Ich habe mich für einen Bambuszaun von 1,8m Höhe entschieden. Bei Gewittergefahr sichere ich meine Bäume zusätzlich und sorge für einen Hagelschutz.
Platzierung: Üblicherweise werden Bonsai auf Tischen oder Stelen platziert. Die Unterlage sollte einen möglichst geringen Wärmeleitfähigkeitskoeffezienten haben. Holz eignet sich nach meiner Erfahrung am besten. Oder man verwendet eine Unterlage, in der Wasser stehen kann, z.B. flache Schalen. Bei Materialen wie Edelstahl, Stein oder Glas kommt es rasch zu einer hohen Wärmeentwicklung. Die Aufheizung der Schale und damit des Wurzelballens kann große Schäden verursachen. Ich selbst habe mich aus verschiedenen Gründen für Glastische mit Edelstahlgestellen entschieden. Ich muss darauf achten, dass die Temperatur abgepuffert wird. Ich mache das entweder mit Aluschalen, in denen das Wasser stehen bleibt oder mit Styrodurplatten, die ich unter das Pflanzgefäss stelle.
Überwinterung: Ich überwintere meine Ahorne nicht frostfrei. Bis zu einer Temperatur von -5 Grad bin ich ganz entspannt. Ein Gewächshaus ist ideal, aber nicht unbedingt notwendig. Ein solches erleichtert aber schon viel. Meines gebe ich jedenfalls nicht mehr her. Auch ein dunkler Standort ist möglich, z.B. im Keller oder der Garage. Im Vorfrühling braucht es dann Licht und ein wachsames Auge auf den Temperaturverlauf. Wichtig ist der Feuchtigkeitshaushalt. Vorletzten Winter habe ich meine Bäume zuviel gegossen, es entstand dadurch Wurzelfäule. Einmal giessen alle zwei Wochen ist ausreichend, viele giessen noch weniger. Rasche Aufheizung sollte im Winter vermieden werden, an eine gute Belüftung sollte man denken.
2.2 Wurzelbearbeitung
Sanierung des Wurzelballens: In der Regel kauft man einen Baum in einem grossvolumigen Plastikeimer, der höher als breit ist. Die Erde ist häufig schwer, verdichtet, teilweise mit Steinen versetzt. Der erste Schritt besteht darin, die Erde mit einem scharfen Wasserstrahl auszuwaschen oder vorsichtig auszurechen. Ich mache das zwischen März und April, je nach Temperaturverlauf und Austriebszeitpunkt. Es macht nichts, wenn etwas Muttererde im Wurzelballen verbleibt. Häufig ist es im ersten Schritt noch nicht möglich, die Erde gänzlich zu entfernen. In jedem Jahr werden unten ca. 10-15cm cm der Wurzelmasse mit einer Säbelsäge entfernt. Seitlich fällt die Reduktion weniger stark aus. Sie richtet sich nach der Stärke der vorhandenen Wurzeln und dem Wuchskraftausgleich. In der Regel ist dann spätestens im vierten Jahr ein flacher Wurzelballen mit vielen Feinwurzeln entstanden. Es empfiehlt sich, Sphagnummoos auf die Substratoberfläche aufzubringen, um die Nebarientwicklung zu fördern. Zusätzlich kann man eine Abdeckung mit einer Folie in einem Ring um das Nebari herum anbringen. Zum einen schafft die Folie eine gute Temperatur zur Wurzelentwicklung, zum anderen bietet sie Schutz gegenüber Vögeln, die das Moos gerne klauen.
Pflanzgefäss: Das Pflanzgefäß wird im Laufe der Jahre schrittweise flacher. Am Anfang eignen sich Pflanzschalen aus Plastik, da sie preisgünstig sind und die erforderliche Höhe mitbringen. Der Baum profitiert davon, bereits am Anfang in eine Holzkiste gepflanzt zu werden. Ich selbst nutze entweder alte Weinkisten oder selbst angefertigte Kisten aus Siebdruckplatten. Auch mit Styroporkisten habe ich gute Erfahrungen gemacht, sie jedoch aus ästethischen Gründen wieder verworfen. Ich halte alle meine Ahorne die ersten Jahre in einer Anzuchtschale oder -kiste, bevor sie in die Schale kommen.
Substrat: Die Substratzusammensetzung ist ein Garant für einen guten Streit zwischen Bonsaianern. Ich muss zugeben: ich habe keine Ahnung, was das ideale Substrat ist. Mir war klar, dass jeglicher Versuch, das empirisch zu untersuchen, scheitern wird und dass die Meinungspluralität derart gross ist, dass ich erstmal gar nichts weiss und pragmatisch vorgehen muss. Mir war es wichtig, die Argumente zu verstehen, die für ein bestimmtes Substrat sprechen. Ich habe gelesen, dass Ahorne ein leicht saures Milieu mögen. Andererseits wollte ich auf die Kosten achten.
Ich kürze ab: mein aktuelles Ahornsubstrat setzt sich aus 6 Teilen Akadama, 6 Teilen Blähton, 6 Teilen Bims, 1 Teil Spagnum, 1 Teil Kanuma und 1 Teil Weisstorf mit einer Korngröße von 3-7mm zusammen. Ich nutze es für alle Bäume, ungeachtet vom Entwicklungsstand. Akadama ist natürlich eine Kostenfrage. Ich kultiviere auch Ahorne mit sehr hohem Bimsanteil oder reinem Bims, ohne einen negativen Effekt festzustellen. Man bekommt Bims in Bigpacks recht günstig, braucht aber Platz für die Bevorratung.
Abmoosen: Die meisten Ahornsorten werden auf den normalen grünen Acer Palmatum gepfropft, weil er die beste Wurzelvoraussetzung mitbringt. Die Veredelung machen die grossen Baumschulen in grossem Umfang. Das Abmoosen kann bei den unterschiedlichen Sorten klappen, muss aber nicht. Meine Erfahrungeswerte sind hier begrenzt. Am besten man bewertet dies am aktuellen Fall.
2.3 Kronenbearbeitung
Schnitt: Für Ahornrohlinge empfehle ich den Schnitt größerer Äste zwischen Mai und Juli. In diesem Zeitraum ist der Baum sehr wüchsig und kann sofort reagieren. Je nach Sorte, Vitalität und Wuchsverhalten sind 1-5 Schnitte der Silhouette pro Jahr möglich. In der Regel reicht es im Anfangsstadium, unschöne Äste zu entfernen und den Baum ansonsten ungefähr auf Silhouette zu schneiden. Der Wuchtskraftausgleich ist bedeutsam, dabei ist die Basal- oder Apikaldominanz der Sorte zu berücksichtigen. Bei basaldominanten Sorten lasse ich tendenziell den oberen Kronenbereich, bei apikaldominanten Sorten die unteren Äste längere Zeit frei wachsen. Lange Internodien kann man, muss man aber nicht immer entfernen. Ahorne haben eine gute Fähigkeit zur Rückknospung.
Durch Schnittmaßnahmen entstehen immer Verletzungen, die den Baum schwächen. In der Anfangszeit muss der Baum ohnehin viel verkraften. Ahorne neigen mehr als andere Bäume zu Saftrückzug und Eindringen von Fäulepilzen. Große Schnitte sollten immer zeitversetzt gemacht werden, d.h. auf verschiedene Jahre aufgeteilt werden. Die Aufrechterhaltung des Saftflusses ist zu jedem Zeitpunkt wichtig. Kaliberstarke Zug- und Opferäste eignen sich als probates Mittel, den Baum zu kräftigen und die Wundversorgung aufrechtzuerhalten. Für mich hat die Entwicklung der Stammlinie in den ersten Jahren oberste Priorität. In meinem Garten sieht man nicht wenige Bäume, bei denen der Leittrieb zwei Meter lang ist. Damit können auch grössere Wunden zuverlässig überwallt werden. Ich habe schlechte Erfahrungen mit einem Winterschnitt gemacht, weiss aber, dass andere damit gut zurechtkommen.
Drahten: Cut and Grow ist grundsätzlich bei den zwergwüchsigen Sorten besser möglich als bei den schnellwachsenden. Am liebsten drahte ich im Frühling und Sommer. Dies hat den Grund, weil ich im Winter schon Astverluste zu beklagen hatte. Um an die Krone zu kommen, ist ein Teilblattschnitt notwendig. Ich selektiere die Triebe gleich nach dem Austrieb und bringe sie mit Draht in die gewünschte Form. Auf diese Weise kann ein sparriger Wuchs vermindert werden. Der Draht muss bereits nach wenigen Tagen/Wochen wieder entfernt werden, weil es sonst zu Einwachsungen kommt. Das geht beim Ahorn sehr schnell. Auch arbeite ich sehr gerne mit Zugdrähten oder Kabelbindern. Ich behalte mir aber im Hinterkopf, dass es um vorläufige Lösungen geht. Im Laufe der Zeit werden viele Äste wieder entfernt und durch neue ersetzt.
Wundversorgung: Die Wundstellen versorge ich heute durchwegs mit japanischer Wundknete – entgegen meiner anfänglichen Skepsis. Die Effekte auf die Kallusbildung sind bei Ahornen nachweisbar. Bei größeren Wunden reicht es, die Wundränder mit Wundknete abzudecken. Zusätzlich verwende ich eine Abdeckung aus selbstklebender Alufolie, um zu verhindern, dass Tiere die Knete fressen.
2.4 Pflanzengesundheit
Schädlinge: In meinem Garten habe ich hauptsächlich Schäden durch Thripse und Läuse zu beklagen. Ameisen gehen eine gefährliche Liaison mit Blattläusen ein, weshalb ich sie sofort mit Ameisenmittel bekämpfe. Ich nutze handelsübliche Insektizide, die ich vor und während dem Austrieb und 1-2x pro Saison mit einem Sprühgerät aufbringe. Früher habe ich mit Winterspritzungen aus Weissöl und/oder verdünntem Yinmittel gearbeitet. Die Effekte haben mich nicht überzeugt.
Pflanzenstärkung: Ein kontroverses Thema mit vielen unterschiedlichen Meinungen ohne jegliche Evidenzgrundlage. Ich selbst nutze als Beigabe zum Giesswasser Aminosol im Wechsel mit Orus. Aliette mische ich zur Pilzprävention in grösseren Abständen ebenfalls ins Giesswasser. Angaben zur Dosierung überlese ich und mache das nach Bauchgefühl. Ob es wirkt kann ich nicht sagen, zumindest bilde ich es mir ein.
Düngung: Ich dünge mineralisch und organisch, und zwar viel. An mineralischen Düngern nutze ich preisgünstige Produkte (Discounter-Ware) und teure Produkte (Wuxal), die ich niederprozentig ins Giesswasser gebe. Auch das mache ich nach Bauchgefühl. Ich giesse die gesamte Kronenfläche der Bäume, damit möchte ich auch die Blattdüngung abdecken. Von Biogold bin ich überzeugt, ich lege es jedes Jahr nach Dosierungsanleitung auf das Substrat und zerbrösle es zwischendurch nach Belieben.
2.5 Entwicklungsgeschwindigkeit
Es geht mit Ahornen in der Regel langsamer vorwärts als sich das Gestaltungsherz wünscht. Die ersten zehn Jahre sind eine Geduldsprobe, weil ambitionierte Gestaltungsideen zurückgestellt bzw. langsam an den Rhythmus des Baumes angepasst werden müssen. Bei herben Rückschnitten im Wurzelbereich mache ich weniger starke Rückschnitte in der Krone und umgekehrt. Bei mir hat sich maximal eine harte Intervention pro Saison bewährt. Auch schadet es nicht, dem Baum zwischendurch ein oder zwei Jahre ungebremstes Wachstum zu gönnen. Ich achte mittlerweile akribisch auf ausreichende Regenerationsintervalle. Rückschritte sind auf der langen Zeitachse mit einzudenken. Lieber warten als übereilte Schritte machen, auch wenn es in den Fingern juckt.
Wenn ein Baum schwächelt, pflanze ich ihn sofort in eine Kiste mit 4-8mm oder 3-6mm Bims und stelle ihn schattig. Am Anfang dachte ich, dass der Welkepilz viel erklärt. Heute sehe ich das anders. Zwar eine vielbenannte Ursachenzuschreibung, die aber nur selten wirklich zutrifft. Bei den meisten Bäumen hatte ich schon mehr oder wenige gravierende Anzeichen für eine Pilzinfektion. Ob es die Welke war, habe ich nie erfahren. Und totgeweiht waren die wenigsten.
Ich denke eher, dass das ein graduelles Geschehen ist. Mit jeder Schwächung steigt die Pilzgefahr. Er kann nur durchschlagen, wenn der Baum sich selbst nicht mehr wehren kann. Das kann ein zu herber Rückschnitt im Wurzelbereich sein, zu viel Sonne, oder unzählige andere Fehler, die wir machen. Ich habe häufig die Erfahrung gemacht, dass sich der Ahorn von einer Pilzinfektion wieder erholen kann, das aber nur, wenn er Zeit bekommt. Man muss viel Zeit investieren und lernen, den Gesundheitszustand eines Ahorn richtig lesen zu lernen. Wurzeln, Rinde, Blatt, Wüchsigkeit, Austriebsverhalten, Blühfreudigkeit und Kallusbildung sind Faktoren, die miteinbezogen werden sollten.
Weitere Infomationen und Bilder findet Ihr in den Entwicklungsdokumentationen. Viel Erfolg bei der Ahornpflege!
Liebe Grüsse
Ben
Gerne möchte ich meine bisherigen Erfahrungen teilen, die ich mit der Entwicklung von verschiedenen Ahornensorten gemacht habe.
Eines vorneweg: dieses Thema ist nicht neu und es wurden bereits Beiträge verfasst, bei denen sich eine Anleihe lohnt. Zur vertieften Lektüre kann ich die Beiträge von Michael Hagedorn, William Valavanis und Andrea Meriggioli wärmstens empfehlen.
Zu Beginn möchte ich einige Worte zum Hintergrund dieses Beitrags und zum Anwendungsspektrum meiner Methoden schreiben. Anschliessend nehme ich Bezug auf die verschiedenen Pflegebereiche, die ich bei Ahornen für bedeutsam halte.
1. Hintergrund
Ich beschäftige mich seit etwa 20 Jahren mit Ahornen und wohne im Bodenseekreis. Über die Jahre habe ich etwa 100 Ahorne unterschiedlicher Couleur gepflegt/entwickelt, die ich in Baumschulen in verschiedenen Teilen Europas aufgegabelt habe. Dazu zählen grün-, gelb- und rotlaubige, basal- und apikaldominante, zwergwüchsige oder schnellwachsende Sorten der „Palmatum-Linie“ oder „Japonicum-Linie“.
Das Hauptinteresse dieses Berichts ist die Entwicklung von Baumschulware zum Präbonsai. Wir sprechen also über die ersten 10-15 Jahre der Baumentwicklung. Die Einordnung des Anwendungsspektrums der Methoden ist wichtig, denn sie würden bei Bäumen in anderen Entwicklungsstadien zu ungewünschten Entwicklungen führen. Auch bezieht sich der Geltungsbereich auf meine lokalen Standortbedingungen. Sie sind nicht notwendigerweise auf andere Standorte übertragbar.
Einschränkend möchte ich ebenfalls sagen, dass ich bewusst von „meinen bisherigen Erfahrungen“ berichte. Persönliche Erkenntnisse sind immer vorläufig, subjektiv und interpretiert. Wie bei jedem komplexen Lernfeld ist das Bisherige nur solange gültig, bis es durch Erfahrung widerlegt wird. Es ist ein ergebnisoffener Prozess. Ich sehe die Darstellung meiner Methoden als vorsichtige Annäherung. Ein Absolutheitsanspruch liegt mir fern, ich erkenne an, dass mein Weg einer von Vielen ist. Fragen beantworte ich selbstverständlich gerne, jedoch möchte ich hier keine Grundsatzdiskussionen führen.
Auch möchte ich anmerken, dass es unmöglich ist, auf jede Ahornsorte im Detail einzugehen, das würde den Rahmen hier sprengen. Es gibt grosse Unterschiede in der Pflege der unzähligen Ahornsorten. In einer Liste habe ich vor einigen Jahren einmal meine intuitive Einschätzung zur Eignung der unterschiedlichen Sorten gemacht, zumindest der, die mir vertraut sind. Andere Pfleger werden wahrscheinlich zu einer anderen Einschätzung kommen. Der normale grüne Acer Palmatum schneidet für mich am besten ab, doch auch er hat seine Tücken.
Grüner Acer Palmatum 1
Aconitifolium 3
Ariadne 2
Beni Komachi 5
Beni Maiku 2
Bloodgood 2
Butterfly 3
Deshojo 2
Fireglow 2
Kaba 3
Kiohyme 2
Kogane Nishiki 3
Kotohyme 4
Linearilobium 4
Little Princess 3
Mikawa Yatsubusa 4
Murasaki Kiyohime 2
Osakazuki 3
Red Autumn 3
Red Pygmy 3
Sango Kaku 2
Sazanami 2
Shirasawanum Aureum 2
Shirasawanum Jordan 2
Shishigashira 2
Skeeters Broom 2
Sumi Nagashi 3
Taro Yama 4
Über die verschienen Sorten hinweg sind mir ein paar generelle Pflegeprinzipien aufgefallen, auf die ich nun näher eingehen möchte. Sie sind grundsätzlich auf die meisten der Varietäten anwendbar.
2. Pflegeprinzipien
Die artgerechte Pflege von Ahornen ist wie bei Bonsai allgemein ein komplexes Zusammenspiel verschiedenster Faktoren. Im Laufe der Jahre fiel mir auf, dass Ahorne vergleichsweise sensibel sind und recht rasch aus dem Gleichgewicht geraten. Ich habe festgestellt, dass ich jeden der nachfolgenden Faktoren berücksichtigen muss, um die Vitalität der Bäume dauerhaft zu erhalten.
2.1 Standortbedingungen
Mikroklima: Zu Beginn hatte ich eine kleine Dachterrasse in Südrichtung in Konstanz, auf der ich versuchte, meine Bäume am Leben zu erhalten - leider mit grossen Ausfällen. Die Aufheizung der Terassenplatten aus Stein und der umliegenden Fassaden führte zu einem unmöglichen Mikroklima. Selbst eine Schattierung richtete hier nichts mehr aus. Ich war gezwungen, mir einen anderen Standort zu suchen. In einem ländlichen Gebiet fand ich schliesslich eine Möglichkeit. Hier war ringsum dichter Bewuchs vorhanden, der die notwendige Luftfeuchtigkeit und Verdunstungskälte lieferte. Das wirkte sich sofort positiv auf die Vitalität meiner Bäume aus. Die Südrichtung des Grundstückes stellte mich jedoch auch hier vor Herausforderungen. Die Bäume waren zu Beginn eigentlich den ganzen Tag sonnenexponiert. Deshalb möchte ich zum Punkt "Sonne" ein paar Zeilen mehr schreiben.
Sonne: Ahorne mögen am liebsten einen halbschattierten Platz sowie ein Mikroklima mit möglichst hoher Luftfeuchtigkeit. In meinem Garten sind die meisten Schadbilder durch zu viel direkte Sonne entstanden. Dazu zählen Stamm- und Astrücktrocknungen, Blattschäden und eine höhere Pilzanfälligkeit. Wenn die Schale oder grössere Stamm- und Astbereiche sonnenexponiert sind, v.a. mittags, können in Kürze Schäden entstehen. Es kann z.B. sein, dass ein Hochsommertag mit über 30 Grad und direktem Sonnenlicht auf einen Stammabschnitt zu einer Rücktrocknung mit Saftrückzug führt. Klassischerweise bilden sich dann zunächst Risse, anschliessend löst sich die Rinde ab. In der Regel heilt das schnell wieder ab und ist nicht existenzgefähdend, es ist aber dennoch ärgerlich. Das gilt besonders auch für Wetterumschwünge vom Regen auf promt einsetzende Hitzeperioden, wie sie dieser Tage häufiger vorkommen. Wenn sich ein Baum durch eine bereits etablierte Krone vollumfänglich selbst beschattet, ist volle Sonne besser verträglich. Erst als ich hier am Bodensee begonnen habe, ganztags mit Segeln zu schattieren, wurden meine Ahorne vitaler. Sie halten den bonsaitypischen Zumutungen jetzt besser stand und Pflegefehler können vom Baum selbst wieder kompensiert werden. Ein Schattierungsgrad von 30-60% ist ideal. In den Hochtemperatur-Monaten wie Juni, Juli und August stelle ich die Bäume auch gerne mal in den Vollschatten und sorge zusätzlich für Verdunstungskälte, z.B. durch Besprühen, Wasserschalen oder Flächengiessen.
Wind: Nach meiner Erfahrung ist ein windgeschützter Standort wichtig, besonders wenn Sommerwinde mit hohen Temperaturen einherhegen. Ideal zur Windabschottung sind Gebäude, Zäune oder Mauern. Ich habe mich für einen Bambuszaun von 1,8m Höhe entschieden. Bei Gewittergefahr sichere ich meine Bäume zusätzlich und sorge für einen Hagelschutz.
Platzierung: Üblicherweise werden Bonsai auf Tischen oder Stelen platziert. Die Unterlage sollte einen möglichst geringen Wärmeleitfähigkeitskoeffezienten haben. Holz eignet sich nach meiner Erfahrung am besten. Oder man verwendet eine Unterlage, in der Wasser stehen kann, z.B. flache Schalen. Bei Materialen wie Edelstahl, Stein oder Glas kommt es rasch zu einer hohen Wärmeentwicklung. Die Aufheizung der Schale und damit des Wurzelballens kann große Schäden verursachen. Ich selbst habe mich aus verschiedenen Gründen für Glastische mit Edelstahlgestellen entschieden. Ich muss darauf achten, dass die Temperatur abgepuffert wird. Ich mache das entweder mit Aluschalen, in denen das Wasser stehen bleibt oder mit Styrodurplatten, die ich unter das Pflanzgefäss stelle.
Überwinterung: Ich überwintere meine Ahorne nicht frostfrei. Bis zu einer Temperatur von -5 Grad bin ich ganz entspannt. Ein Gewächshaus ist ideal, aber nicht unbedingt notwendig. Ein solches erleichtert aber schon viel. Meines gebe ich jedenfalls nicht mehr her. Auch ein dunkler Standort ist möglich, z.B. im Keller oder der Garage. Im Vorfrühling braucht es dann Licht und ein wachsames Auge auf den Temperaturverlauf. Wichtig ist der Feuchtigkeitshaushalt. Vorletzten Winter habe ich meine Bäume zuviel gegossen, es entstand dadurch Wurzelfäule. Einmal giessen alle zwei Wochen ist ausreichend, viele giessen noch weniger. Rasche Aufheizung sollte im Winter vermieden werden, an eine gute Belüftung sollte man denken.
2.2 Wurzelbearbeitung
Sanierung des Wurzelballens: In der Regel kauft man einen Baum in einem grossvolumigen Plastikeimer, der höher als breit ist. Die Erde ist häufig schwer, verdichtet, teilweise mit Steinen versetzt. Der erste Schritt besteht darin, die Erde mit einem scharfen Wasserstrahl auszuwaschen oder vorsichtig auszurechen. Ich mache das zwischen März und April, je nach Temperaturverlauf und Austriebszeitpunkt. Es macht nichts, wenn etwas Muttererde im Wurzelballen verbleibt. Häufig ist es im ersten Schritt noch nicht möglich, die Erde gänzlich zu entfernen. In jedem Jahr werden unten ca. 10-15cm cm der Wurzelmasse mit einer Säbelsäge entfernt. Seitlich fällt die Reduktion weniger stark aus. Sie richtet sich nach der Stärke der vorhandenen Wurzeln und dem Wuchskraftausgleich. In der Regel ist dann spätestens im vierten Jahr ein flacher Wurzelballen mit vielen Feinwurzeln entstanden. Es empfiehlt sich, Sphagnummoos auf die Substratoberfläche aufzubringen, um die Nebarientwicklung zu fördern. Zusätzlich kann man eine Abdeckung mit einer Folie in einem Ring um das Nebari herum anbringen. Zum einen schafft die Folie eine gute Temperatur zur Wurzelentwicklung, zum anderen bietet sie Schutz gegenüber Vögeln, die das Moos gerne klauen.
Pflanzgefäss: Das Pflanzgefäß wird im Laufe der Jahre schrittweise flacher. Am Anfang eignen sich Pflanzschalen aus Plastik, da sie preisgünstig sind und die erforderliche Höhe mitbringen. Der Baum profitiert davon, bereits am Anfang in eine Holzkiste gepflanzt zu werden. Ich selbst nutze entweder alte Weinkisten oder selbst angefertigte Kisten aus Siebdruckplatten. Auch mit Styroporkisten habe ich gute Erfahrungen gemacht, sie jedoch aus ästethischen Gründen wieder verworfen. Ich halte alle meine Ahorne die ersten Jahre in einer Anzuchtschale oder -kiste, bevor sie in die Schale kommen.
Substrat: Die Substratzusammensetzung ist ein Garant für einen guten Streit zwischen Bonsaianern. Ich muss zugeben: ich habe keine Ahnung, was das ideale Substrat ist. Mir war klar, dass jeglicher Versuch, das empirisch zu untersuchen, scheitern wird und dass die Meinungspluralität derart gross ist, dass ich erstmal gar nichts weiss und pragmatisch vorgehen muss. Mir war es wichtig, die Argumente zu verstehen, die für ein bestimmtes Substrat sprechen. Ich habe gelesen, dass Ahorne ein leicht saures Milieu mögen. Andererseits wollte ich auf die Kosten achten.
Ich kürze ab: mein aktuelles Ahornsubstrat setzt sich aus 6 Teilen Akadama, 6 Teilen Blähton, 6 Teilen Bims, 1 Teil Spagnum, 1 Teil Kanuma und 1 Teil Weisstorf mit einer Korngröße von 3-7mm zusammen. Ich nutze es für alle Bäume, ungeachtet vom Entwicklungsstand. Akadama ist natürlich eine Kostenfrage. Ich kultiviere auch Ahorne mit sehr hohem Bimsanteil oder reinem Bims, ohne einen negativen Effekt festzustellen. Man bekommt Bims in Bigpacks recht günstig, braucht aber Platz für die Bevorratung.
Abmoosen: Die meisten Ahornsorten werden auf den normalen grünen Acer Palmatum gepfropft, weil er die beste Wurzelvoraussetzung mitbringt. Die Veredelung machen die grossen Baumschulen in grossem Umfang. Das Abmoosen kann bei den unterschiedlichen Sorten klappen, muss aber nicht. Meine Erfahrungeswerte sind hier begrenzt. Am besten man bewertet dies am aktuellen Fall.
2.3 Kronenbearbeitung
Schnitt: Für Ahornrohlinge empfehle ich den Schnitt größerer Äste zwischen Mai und Juli. In diesem Zeitraum ist der Baum sehr wüchsig und kann sofort reagieren. Je nach Sorte, Vitalität und Wuchsverhalten sind 1-5 Schnitte der Silhouette pro Jahr möglich. In der Regel reicht es im Anfangsstadium, unschöne Äste zu entfernen und den Baum ansonsten ungefähr auf Silhouette zu schneiden. Der Wuchtskraftausgleich ist bedeutsam, dabei ist die Basal- oder Apikaldominanz der Sorte zu berücksichtigen. Bei basaldominanten Sorten lasse ich tendenziell den oberen Kronenbereich, bei apikaldominanten Sorten die unteren Äste längere Zeit frei wachsen. Lange Internodien kann man, muss man aber nicht immer entfernen. Ahorne haben eine gute Fähigkeit zur Rückknospung.
Durch Schnittmaßnahmen entstehen immer Verletzungen, die den Baum schwächen. In der Anfangszeit muss der Baum ohnehin viel verkraften. Ahorne neigen mehr als andere Bäume zu Saftrückzug und Eindringen von Fäulepilzen. Große Schnitte sollten immer zeitversetzt gemacht werden, d.h. auf verschiedene Jahre aufgeteilt werden. Die Aufrechterhaltung des Saftflusses ist zu jedem Zeitpunkt wichtig. Kaliberstarke Zug- und Opferäste eignen sich als probates Mittel, den Baum zu kräftigen und die Wundversorgung aufrechtzuerhalten. Für mich hat die Entwicklung der Stammlinie in den ersten Jahren oberste Priorität. In meinem Garten sieht man nicht wenige Bäume, bei denen der Leittrieb zwei Meter lang ist. Damit können auch grössere Wunden zuverlässig überwallt werden. Ich habe schlechte Erfahrungen mit einem Winterschnitt gemacht, weiss aber, dass andere damit gut zurechtkommen.
Drahten: Cut and Grow ist grundsätzlich bei den zwergwüchsigen Sorten besser möglich als bei den schnellwachsenden. Am liebsten drahte ich im Frühling und Sommer. Dies hat den Grund, weil ich im Winter schon Astverluste zu beklagen hatte. Um an die Krone zu kommen, ist ein Teilblattschnitt notwendig. Ich selektiere die Triebe gleich nach dem Austrieb und bringe sie mit Draht in die gewünschte Form. Auf diese Weise kann ein sparriger Wuchs vermindert werden. Der Draht muss bereits nach wenigen Tagen/Wochen wieder entfernt werden, weil es sonst zu Einwachsungen kommt. Das geht beim Ahorn sehr schnell. Auch arbeite ich sehr gerne mit Zugdrähten oder Kabelbindern. Ich behalte mir aber im Hinterkopf, dass es um vorläufige Lösungen geht. Im Laufe der Zeit werden viele Äste wieder entfernt und durch neue ersetzt.
Wundversorgung: Die Wundstellen versorge ich heute durchwegs mit japanischer Wundknete – entgegen meiner anfänglichen Skepsis. Die Effekte auf die Kallusbildung sind bei Ahornen nachweisbar. Bei größeren Wunden reicht es, die Wundränder mit Wundknete abzudecken. Zusätzlich verwende ich eine Abdeckung aus selbstklebender Alufolie, um zu verhindern, dass Tiere die Knete fressen.
2.4 Pflanzengesundheit
Schädlinge: In meinem Garten habe ich hauptsächlich Schäden durch Thripse und Läuse zu beklagen. Ameisen gehen eine gefährliche Liaison mit Blattläusen ein, weshalb ich sie sofort mit Ameisenmittel bekämpfe. Ich nutze handelsübliche Insektizide, die ich vor und während dem Austrieb und 1-2x pro Saison mit einem Sprühgerät aufbringe. Früher habe ich mit Winterspritzungen aus Weissöl und/oder verdünntem Yinmittel gearbeitet. Die Effekte haben mich nicht überzeugt.
Pflanzenstärkung: Ein kontroverses Thema mit vielen unterschiedlichen Meinungen ohne jegliche Evidenzgrundlage. Ich selbst nutze als Beigabe zum Giesswasser Aminosol im Wechsel mit Orus. Aliette mische ich zur Pilzprävention in grösseren Abständen ebenfalls ins Giesswasser. Angaben zur Dosierung überlese ich und mache das nach Bauchgefühl. Ob es wirkt kann ich nicht sagen, zumindest bilde ich es mir ein.
Düngung: Ich dünge mineralisch und organisch, und zwar viel. An mineralischen Düngern nutze ich preisgünstige Produkte (Discounter-Ware) und teure Produkte (Wuxal), die ich niederprozentig ins Giesswasser gebe. Auch das mache ich nach Bauchgefühl. Ich giesse die gesamte Kronenfläche der Bäume, damit möchte ich auch die Blattdüngung abdecken. Von Biogold bin ich überzeugt, ich lege es jedes Jahr nach Dosierungsanleitung auf das Substrat und zerbrösle es zwischendurch nach Belieben.
2.5 Entwicklungsgeschwindigkeit
Es geht mit Ahornen in der Regel langsamer vorwärts als sich das Gestaltungsherz wünscht. Die ersten zehn Jahre sind eine Geduldsprobe, weil ambitionierte Gestaltungsideen zurückgestellt bzw. langsam an den Rhythmus des Baumes angepasst werden müssen. Bei herben Rückschnitten im Wurzelbereich mache ich weniger starke Rückschnitte in der Krone und umgekehrt. Bei mir hat sich maximal eine harte Intervention pro Saison bewährt. Auch schadet es nicht, dem Baum zwischendurch ein oder zwei Jahre ungebremstes Wachstum zu gönnen. Ich achte mittlerweile akribisch auf ausreichende Regenerationsintervalle. Rückschritte sind auf der langen Zeitachse mit einzudenken. Lieber warten als übereilte Schritte machen, auch wenn es in den Fingern juckt.
Wenn ein Baum schwächelt, pflanze ich ihn sofort in eine Kiste mit 4-8mm oder 3-6mm Bims und stelle ihn schattig. Am Anfang dachte ich, dass der Welkepilz viel erklärt. Heute sehe ich das anders. Zwar eine vielbenannte Ursachenzuschreibung, die aber nur selten wirklich zutrifft. Bei den meisten Bäumen hatte ich schon mehr oder wenige gravierende Anzeichen für eine Pilzinfektion. Ob es die Welke war, habe ich nie erfahren. Und totgeweiht waren die wenigsten.
Ich denke eher, dass das ein graduelles Geschehen ist. Mit jeder Schwächung steigt die Pilzgefahr. Er kann nur durchschlagen, wenn der Baum sich selbst nicht mehr wehren kann. Das kann ein zu herber Rückschnitt im Wurzelbereich sein, zu viel Sonne, oder unzählige andere Fehler, die wir machen. Ich habe häufig die Erfahrung gemacht, dass sich der Ahorn von einer Pilzinfektion wieder erholen kann, das aber nur, wenn er Zeit bekommt. Man muss viel Zeit investieren und lernen, den Gesundheitszustand eines Ahorn richtig lesen zu lernen. Wurzeln, Rinde, Blatt, Wüchsigkeit, Austriebsverhalten, Blühfreudigkeit und Kallusbildung sind Faktoren, die miteinbezogen werden sollten.
Weitere Infomationen und Bilder findet Ihr in den Entwicklungsdokumentationen. Viel Erfolg bei der Ahornpflege!
Liebe Grüsse
Ben
Zuletzt geändert von BenBonsai am 24.07.2025, 11:31, insgesamt 11-mal geändert.
Re: Pflege von Japanischen Ahornen
Hey super, vielen Dank ! Was dagegen, wenn wir das insFachwissen kopieren ? Dann kann man diesen Faden zum diskutieren behalten.
Gruss, Achim
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten"
chinesische Weisheit
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten"
chinesische Weisheit
Re: Pflege von Japanischen Ahornen
Gerne Achim. Ich brauche dann den Link, da ich im Gestaltungsfaden "Sango Kaku" darauf Bezug genommen habe.
Re: Pflege von Japanischen Ahornen
Danke für diese lehrreiche Zusammenfassung, dass du so viel Arbeit investiert hast.
Hier der Link zu deinem Sangokaku/ Sango Kaku: viewtopic.php?p=512802#p512802
Grüße
Rainer
Hier der Link zu deinem Sangokaku/ Sango Kaku: viewtopic.php?p=512802#p512802
Grüße
Rainer
“Fais de ta vie un rêve, et d'un rêve, une réalité“ Antoine de Saint-Exupéry
Re: Pflege von Japanischen Ahornen
Lieber Ben,
vielen Dank für deine Zeit und die Mühen, Deine reichhaltige Erfahrungen mit uns zu teilen. Find ich ganz toll!
Als Fächerahornanfänger steht es mir eigentlich gar nicht zu, mich hier zu Wort zu melden, einige Anmerkungen, die nicht als Kritik verstanden werden sollen, seien mir trotzdem erlaubt... als Ergänzung oder Diskussionsgrundlage gemeint, obwohl es die durchaus auch schon hier gab. Überwiegend sind das tatsächlich auch eher "allgemeine Laubaumerfahrungen"...
Microklima:
Das ist aus meiner Sicht ein sehr wichtiger Punkt, gerade mit Blick auf die Zukunft. Eine natürliche Beschattung durch Bäume bzw. große Sträucher ist etwas anderes als ein dichtes Sonnensegel, weil sich unter letzterem die Sommerhitze staut und es keine Luftfeuchtigkeit hält.
Substrat:
Wie gesagt, ich bin alles andere als ein Experte für Fächahorne, aber meine Laubbaumerfahrung sagt, hier sind wahrscheinlich viele Variationen möglich und jede/r muss gucken, womit er am besten klar kommt. Akadama, da verstehe ich persönlich nicht, wozu man es braucht, teuer, wird um die halbe Welt geschippert und hat aus meiner persönlichen Sicht keinen Mehrwert - kann meiner Erfahrung nach bei allen Baumarten durch Lava/Bims/gebrochenem Blähton tc. ersetzt werden. Torf ist ökologisch problematisch und kann wunderbar durch Kokosfasern ersetzt werden (sogar mit deutlichen Vorteilen), allerdings mit etwas mehr finanziellem Einsatz (den spart man sich durch den Verzicht auf Akadame wieder rein:)). Es gibt da einen Anbieter, der das in lockerer Form in Säcken verkauft, man muss keine gepressten "Ziegel" kaufen.
Dünger:
Warum Biogold, wenn es Saidung gibt. Ähnliche Argumentation: Biogold ist zwar ausgewogen und funktioniert, ist aber unverschämt teuer und wird (vermutlich auch deshalb so teuer) um die halbe Welt geschippert. Saidung ist Biogold aus meiner Sicht überlegen, zumindestens in Sachen Stickstoff deutlich.
Zu den anderen Aspekten steht mir wirklich keine Meinung zu. Nochmal lieben Dank für deine Expertise, lieber Ben!
LG, Lutz
vielen Dank für deine Zeit und die Mühen, Deine reichhaltige Erfahrungen mit uns zu teilen. Find ich ganz toll!
Als Fächerahornanfänger steht es mir eigentlich gar nicht zu, mich hier zu Wort zu melden, einige Anmerkungen, die nicht als Kritik verstanden werden sollen, seien mir trotzdem erlaubt... als Ergänzung oder Diskussionsgrundlage gemeint, obwohl es die durchaus auch schon hier gab. Überwiegend sind das tatsächlich auch eher "allgemeine Laubaumerfahrungen"...
Microklima:
Das ist aus meiner Sicht ein sehr wichtiger Punkt, gerade mit Blick auf die Zukunft. Eine natürliche Beschattung durch Bäume bzw. große Sträucher ist etwas anderes als ein dichtes Sonnensegel, weil sich unter letzterem die Sommerhitze staut und es keine Luftfeuchtigkeit hält.
Substrat:
Wie gesagt, ich bin alles andere als ein Experte für Fächahorne, aber meine Laubbaumerfahrung sagt, hier sind wahrscheinlich viele Variationen möglich und jede/r muss gucken, womit er am besten klar kommt. Akadama, da verstehe ich persönlich nicht, wozu man es braucht, teuer, wird um die halbe Welt geschippert und hat aus meiner persönlichen Sicht keinen Mehrwert - kann meiner Erfahrung nach bei allen Baumarten durch Lava/Bims/gebrochenem Blähton tc. ersetzt werden. Torf ist ökologisch problematisch und kann wunderbar durch Kokosfasern ersetzt werden (sogar mit deutlichen Vorteilen), allerdings mit etwas mehr finanziellem Einsatz (den spart man sich durch den Verzicht auf Akadame wieder rein:)). Es gibt da einen Anbieter, der das in lockerer Form in Säcken verkauft, man muss keine gepressten "Ziegel" kaufen.
Dünger:
Warum Biogold, wenn es Saidung gibt. Ähnliche Argumentation: Biogold ist zwar ausgewogen und funktioniert, ist aber unverschämt teuer und wird (vermutlich auch deshalb so teuer) um die halbe Welt geschippert. Saidung ist Biogold aus meiner Sicht überlegen, zumindestens in Sachen Stickstoff deutlich.
Zu den anderen Aspekten steht mir wirklich keine Meinung zu. Nochmal lieben Dank für deine Expertise, lieber Ben!
LG, Lutz
Re: Pflege von Japanischen Ahornen
[Lieber Ben,
vielen Dank, für deine Mühen und dass du diese Arbeit auf dich genommen hast. Es ist nicht selbstverständlich diese Zeit hier zu investieren. Und umso mehr freut es mich, dass du meiner Bitte gefolgt bist, über die "Speziellen" deine Erfahrung zu tauschen.
Nun wäre spannend zu den einzelnen Sorten konkret zu werden, welches sind Zwergformen, welche Schwachwüchsig, basaldominant etc.
Ich kann hier nur zu den Sorten "Skeeters broom", "Katsura" und ausgesäte Autropurpureum beitragen. Die ersten zwei beides Zwergsorten. Wobei der Sketchers broom um einiges wüchsiger ist als der Katsura - bei dem schon diskutiert wurde ob es einen Kyohime oder einen Katsura sei.
Zum skeeters Broom: dichte Verzweigung, relativ sonnentolerant, apikaldominant (bei meiner Pfropfung) dunkelrot nicht verblassend. Herbstlaub bleibt äusserst zäh am Baum. Der Baum hat einen äusserst kompakten Wuchs verzweigt gut und gern aber eher dicke Triebe. Das Blatt ist relativ fest und schafft auch mal etwas Trockenheit ohne direkt Schaden zu nehmen.
Der Katsura hat einen olivgoldenen Austrieb mit roten Rändern und Blattsiele und wechselt bis zur Blattentfaltung in ein frisches helles grün. Bei mir steht es ab 12 Uhr vollsonnig und erhält dadurch rote "Bäckchen". Das unterirdische Wachstum ist gut, oberirdisch nur ca 2 Internodien pro Saison.. die Rinde wechselt bald in ein Elefantengrau. Blattgrösse von Natur aus Klein, ein Blattschnitt verkleinert die Blattgrösse nicht, da er meist nur einmal treibt. Die Äste sind brüchig wie Glas! Am besten im Saft mit Spannfäden gestalten, dann ist er etwas flexibler.
Herbstfärbung stark licht-und wetterabhängig. Von pink, bordeaux über orange und gelb alles vorhanden. Die braunen Blätter lösen sich gut von den Ästen. Hier hatte ich ihn vorgestellt: link https://www.bonsai-fachforum.de/viewto ... 09#p630909
Vielleicht gibt es weitere Erfahrungen zu einzelnen Sorten, die man einbringen kann?
Liebe Grüsse, Roro
vielen Dank, für deine Mühen und dass du diese Arbeit auf dich genommen hast. Es ist nicht selbstverständlich diese Zeit hier zu investieren. Und umso mehr freut es mich, dass du meiner Bitte gefolgt bist, über die "Speziellen" deine Erfahrung zu tauschen.
Nun wäre spannend zu den einzelnen Sorten konkret zu werden, welches sind Zwergformen, welche Schwachwüchsig, basaldominant etc.
Ich kann hier nur zu den Sorten "Skeeters broom", "Katsura" und ausgesäte Autropurpureum beitragen. Die ersten zwei beides Zwergsorten. Wobei der Sketchers broom um einiges wüchsiger ist als der Katsura - bei dem schon diskutiert wurde ob es einen Kyohime oder einen Katsura sei.
Zum skeeters Broom: dichte Verzweigung, relativ sonnentolerant, apikaldominant (bei meiner Pfropfung) dunkelrot nicht verblassend. Herbstlaub bleibt äusserst zäh am Baum. Der Baum hat einen äusserst kompakten Wuchs verzweigt gut und gern aber eher dicke Triebe. Das Blatt ist relativ fest und schafft auch mal etwas Trockenheit ohne direkt Schaden zu nehmen.
Der Katsura hat einen olivgoldenen Austrieb mit roten Rändern und Blattsiele und wechselt bis zur Blattentfaltung in ein frisches helles grün. Bei mir steht es ab 12 Uhr vollsonnig und erhält dadurch rote "Bäckchen". Das unterirdische Wachstum ist gut, oberirdisch nur ca 2 Internodien pro Saison.. die Rinde wechselt bald in ein Elefantengrau. Blattgrösse von Natur aus Klein, ein Blattschnitt verkleinert die Blattgrösse nicht, da er meist nur einmal treibt. Die Äste sind brüchig wie Glas! Am besten im Saft mit Spannfäden gestalten, dann ist er etwas flexibler.
Herbstfärbung stark licht-und wetterabhängig. Von pink, bordeaux über orange und gelb alles vorhanden. Die braunen Blätter lösen sich gut von den Ästen. Hier hatte ich ihn vorgestellt: link https://www.bonsai-fachforum.de/viewto ... 09#p630909
Vielleicht gibt es weitere Erfahrungen zu einzelnen Sorten, die man einbringen kann?
Liebe Grüsse, Roro
Zuletzt geändert von roro am 27.07.2025, 22:09, insgesamt 1-mal geändert.
Sind diese Blumen künstlich? - Natürlich.
Also natürlich oder künstlich? - Natürlich künstlich!
Also natürlich oder künstlich? - Natürlich künstlich!
Re: Pflege von Japanischen Ahornen
Hey Ben,
erstmal richtig klasse geschrieben, auch grammatikalisch. Ich bin nicht so ein Wortkünstler, deshalb beeindrucken mich solche Schreibweisen umso mehr.
Nun kann ich auch nachvollziehen wo meine Fehler möglicherweise liegen könnten. Zum Glück ändert sich ziemlich bald unsere Wohnsituation und mir stehen dann mehrere Standorte zur Verfügung. Derzeit bin ich lediglich auf den Balkon beschränkt. Auch dessen Wände Heizen sich sehr schnell und für lange Zeit auf. Durch das Öffnen der Glasscheiben, zum kühlen der Raumluft, entsteht teils aber Zugluft, besonders wenn man seine Innenräume lüften möchte. Ich denke mit dem Wohnortwechsel ergeben sich neue Herausforderungen, dessen Maßnahmen zur Bekämpfung du teils in deinem Text benannt hast. Daher wird dein Inhalt mich sicherlich noch ein bisschen begleiten.
Hab ganz vielen Dank, dass du dir für uns hier die Zeit genommen hast.
Ich werde mein Ahorn also erstmal ankommen lassen und dann weiterschauen
Grüße Thomas
erstmal richtig klasse geschrieben, auch grammatikalisch. Ich bin nicht so ein Wortkünstler, deshalb beeindrucken mich solche Schreibweisen umso mehr.
Nun kann ich auch nachvollziehen wo meine Fehler möglicherweise liegen könnten. Zum Glück ändert sich ziemlich bald unsere Wohnsituation und mir stehen dann mehrere Standorte zur Verfügung. Derzeit bin ich lediglich auf den Balkon beschränkt. Auch dessen Wände Heizen sich sehr schnell und für lange Zeit auf. Durch das Öffnen der Glasscheiben, zum kühlen der Raumluft, entsteht teils aber Zugluft, besonders wenn man seine Innenräume lüften möchte. Ich denke mit dem Wohnortwechsel ergeben sich neue Herausforderungen, dessen Maßnahmen zur Bekämpfung du teils in deinem Text benannt hast. Daher wird dein Inhalt mich sicherlich noch ein bisschen begleiten.
Hab ganz vielen Dank, dass du dir für uns hier die Zeit genommen hast.
Ich werde mein Ahorn also erstmal ankommen lassen und dann weiterschauen
Grüße Thomas
Re: Pflege von Japanischen Ahornen
Danke Ben für diese wertvolle Zusammenschrift deines Wissens und deiner Erfahrungen, die schon in deinen Entwicklungsgeschichten bereichernd durchschimmern.
In meiner Jungen Ahorn-Erfahrung mit den Sorten Little Mikawa und (sehr wahrscheinlich) Kiyohime kann ich vor Allem Standortfaktoren bestätigen, muss mir da auch noch Dinge Überlegen um Schattierung, Windschutz und Feuchteres Mikroklima zu fördern, damit die Bäume nicht nur überleben sondern sich gesund entwickeln können.
Wie stark schätzt du den Einfluss der Feuchtigkeit im Wurzelballen ein? Kann man da generelle Gemeinsamkeiten nennen? Dass der grüne Fächerahorn am robustesten ist, ist ja bekannt. Meine Beobachtung ist, dass Trockenheit pauschal wenig toleriert wird, erst recht wenn kein feuchtes Mikroklima geboten wird.
Danke auch für den Hinweis, dass Wurzelarbeiten und größere Rückschnitte in Etappen erfolgen sollten. Von anderen Arten, die deutlich schnittverträglicher sind ist man schon fast gewohnt einen Baum "resetten" zu können, ohne sein Sterben in Kauf zu nehmen. Das Werde ich mir auf jeden Fall zu Herzen nehmen!
Gruß, waldemar
In meiner Jungen Ahorn-Erfahrung mit den Sorten Little Mikawa und (sehr wahrscheinlich) Kiyohime kann ich vor Allem Standortfaktoren bestätigen, muss mir da auch noch Dinge Überlegen um Schattierung, Windschutz und Feuchteres Mikroklima zu fördern, damit die Bäume nicht nur überleben sondern sich gesund entwickeln können.
Wie stark schätzt du den Einfluss der Feuchtigkeit im Wurzelballen ein? Kann man da generelle Gemeinsamkeiten nennen? Dass der grüne Fächerahorn am robustesten ist, ist ja bekannt. Meine Beobachtung ist, dass Trockenheit pauschal wenig toleriert wird, erst recht wenn kein feuchtes Mikroklima geboten wird.
Danke auch für den Hinweis, dass Wurzelarbeiten und größere Rückschnitte in Etappen erfolgen sollten. Von anderen Arten, die deutlich schnittverträglicher sind ist man schon fast gewohnt einen Baum "resetten" zu können, ohne sein Sterben in Kauf zu nehmen. Das Werde ich mir auf jeden Fall zu Herzen nehmen!
Gruß, waldemar
Re: Pflege von Japanischen Ahornen
Phantastisch Ben, Dass Du Dir in den 20 Jahren soviel Mühe mit der Erkenntnissammlung gemacht hast und es dann auch noch der Allgemeinheit zur Verfügung stellst. Vielleicht schreibst Du noch ein Buch darüber.
Vielen Dank für diese umfangreiche Arbeit. Auch wenn ich mit meinen beiden Ahörnern (ein 40jähriger aus DDR-Zeiten und ein Deshojo) gut zurecht komme, werde ich Deinen Beitrag noch genau studieren. Ich habe ihn nur erst mal überflogen.
Was die Unterlagen betrifft, finde ich Holz (aber auf keinen Fall Latten, sondern Bohlen) wegen der Wasseraufnahme sehr zweckmäßig, aber noch besser ist eine Filzunterlage. Meine Filzmatten sind weiß und fast 1 cm dick; als Feuchtigkeitsspender hervorragend. Die sind witterungsbeständig und können in der Waschmaschine gewaschen werden.
Dir noch einen schönen Sonntagabend, Gruß Heiner
Vielen Dank für diese umfangreiche Arbeit. Auch wenn ich mit meinen beiden Ahörnern (ein 40jähriger aus DDR-Zeiten und ein Deshojo) gut zurecht komme, werde ich Deinen Beitrag noch genau studieren. Ich habe ihn nur erst mal überflogen.
Was die Unterlagen betrifft, finde ich Holz (aber auf keinen Fall Latten, sondern Bohlen) wegen der Wasseraufnahme sehr zweckmäßig, aber noch besser ist eine Filzunterlage. Meine Filzmatten sind weiß und fast 1 cm dick; als Feuchtigkeitsspender hervorragend. Die sind witterungsbeständig und können in der Waschmaschine gewaschen werden.
Dir noch einen schönen Sonntagabend, Gruß Heiner
Re: Pflege von Japanischen Ahornen
Vielen Dank Euch allen für die schönen Rückmeldungen! Das freut mich wirklich sehr, denn das Schreiben hat mir Spaß gemacht und ist für mich eine vertraute Art zu lernen. Ich wollte schon lange mal meine alten Notizen zusammenfassen, die ich über die Jahre angesammelt habe. Als mich Roro dann in einem anderen Thread fragte, ob ich etwas schreiben kann, nutzte ich die Gelegenheit.
Bitte verzeiht, wenn ich nicht auf jeden Eurer Posts im Einzelnen eingehe, seid Euch aber sicher, dass ich sie mit Freude lese.
Bitte verzeiht, wenn ich nicht auf jeden Eurer Posts im Einzelnen eingehe, seid Euch aber sicher, dass ich sie mit Freude lese.
Re: Pflege von Japanischen Ahornen
Meine Erfahrung ist, dass man Ahorne viel gießen sollte, durchlässiges Substrat vorausgesetzt.Acelyte hat geschrieben: 27.07.2025, 14:13 Wie stark schätzt du den Einfluss der Feuchtigkeit im Wurzelballen ein? Kann man da generelle Gemeinsamkeiten nennen?
Re: Pflege von Japanischen Ahornen
Hallo Ben, auch von mir herzlichen Dank für deine Arbeit, die du sehr ansprechend, gut verständlich, für viele Bonsaifreunde hilfreich und mit interessanten Einschränkungen (auf deine Situation bezogen) geschrieben hast. Ich pflege auch seit längerem einige Ahörner und kann sehr vieles in deinem Artikel bestätigen.
Weiterhin frohes Schaffen - Gruß Volker
Weiterhin frohes Schaffen - Gruß Volker
Bis denne Volker
Ein fallender Baum macht mehr Lärm
als ein wachsender Wald.
Ein fallender Baum macht mehr Lärm
als ein wachsender Wald.
Re: Pflege von Japanischen Ahornen
Danke auch Dir, Volker, für die schöne Bestätigung.
