Hallo!
Mit Suiseki habe ich mich bisher noch nicht sehr intensiv befasst, aber ich habe mich heute dann doch etwas im Internet umgeschaut.
Dabei sind mir Steine aufgefallen, die fast aussehen, wie kleine Gebirge, an der Unterseite jedoch völlig flach sind.Ist das nachträglich gemacht, oder ist der Stein wirklich so gefunden worden?
Und woran erkennt man ein gutes (ist es DAS suiseki?) Suiseki eigentlich?
Ich glaube jemand hat geschrieben, dass die teilweise(wenn auch in absoluten Ausnahmefällen)einen Wert von einem Einfamilienhasu haben können.Woran sehe ich das?
Liebe Grüße!
Sophie
"MoC-was das wohl heißt....?"
"Na bestimmt nicht MoC Donalds!!!"
Hallo Sophie,
ich habe überhaupt keine Ahnung von Suiseki. Ich weiß auch nicht einmal, welches grammatikalisches Geschlecht Suiseki hat.
Eines kann ich dir als Geologe aber doch sagen: Die Form eines Stein hängt von mehreren Faktoren ab: Art (Hauptfaktor) und Entstehung des Gesteins, Verwitterung, Abtragung, Transport und Ablagerung. Da ist nichts Mystisches dahinter.
Viele Grüße
Wolfgang
P.S. Sollte nicht so hart klingen.
Aber es ärgert mich, wenn Steine um den Preis eines Einfamilienhauses verkauft werden, die man in jedem Steinbruch oder in jeder Schottergrube findet.
Wolfgang
Hallo Klaus,
ich bin zwar Anfänger, was Bonsais angeht.
Ich beschäftige mich aber seit ca. 30 Jahren mit Steinen (beruflich und privat). Mir kann kein Mensch erzählen, dass man nicht den Stein, den man will, auch findet. Einen Bonsai in der Natur findet man natürlich selten. Stein(e) kann ich jederzeit und jeder Art zeigen, bringen etc.
Im Gegensatz zu Bonsais, bzw. im allgemeinen Pflanzen, wachsen Steine nicht, sondern sind das Produkt Millionen Jahre dauernder Prozesse, wo der Mensch gottseidank nicht eingreifen kann.
Zeige mir eine(n) Suiseki (leider haben wir die Grammatik noch nicht geklärt), und ich bringe dir in Kürze ein gleiches Bild.
Steine gibt es wie Sand am Meer.
Schönen Abend
Wolfgang
Wolfgang hat geschrieben:leg deine naturwissenschaftlichten Ansichten bitte beiseite!
Warum wohl kostet ein wirklich guter *Tanchu* (= weißer Koi-Karpfen mit rotem Punkt am Hirn) hundertausende Euro
genau darum lege ich nie meine naturwissenschaftlichen Ansichten zur Seite. Sind die einzig vernünftigen. Wenn jemand so blöd ist, für einen Karpfen hunderttausend Euro zu zahlen, ist er selber schuld.
Liebe Grüße und schönen Abend bei einem Ottakringer
Wolfgang
Dem allen vorrausgeschickt:Ich bin kein Suisekispezialist!
Aber alle Vorantworten,die ich gelesen habe ,werden dem nicht gerecht,
was Suiseki sein kann!
Ich war in Japan und habe das Glück gehabt ,solche teuren Stücke,in natura zu sehen,und in der Hand zu halten!
Wäre das nicht gewesen hätte ich vielleicht eine ähnliche Einstellung dazu wie Wolfgang!
Ich sag dir-man kann den Wert -die Schönheit-etc. definitiv sehen-erkennen-weiß es einfach-auch ohne ein Fachmann zu sein!
Die Steine werden nicht mechanisch nachbehandelt.
Das Dai nimmt in "Negativform",die Unterseite des Steines auf!
Die Steine werden in Japan sehr hoch geschätzt,und haben ein lange,
traditionelle Geschichte!
Ich ertappe mich oft dabei,daß ich beim Spazierengehen,Steine umdrehen anfange,oder es mich in ein Bachbett zieht,wo ich zum schauen und suchen anfang!
Die Eindrücke von damals, haben sich tief im Hinterkopf eingegraben! :D
Bonsai und Suiseki haben für mich auch in irgendeiner Form eine Affinität
-warum und wieso das so ist,bin ich noch nicht draufgekommen,
und kann es verbal auch nicht erklären!
Wenn meine Zeit dafür reichen würde,tät ich mich mit beiden beschäftigen!
Da es aber nicht so ist-bleib ich bei den Bonsai!
WolfgangU hat geschrieben:Aber es ärgert mich, wenn Steine um den Preis eines Einfamilienhauses verkauft werden, die man in jedem Steinbruch oder in jeder Schottergrube findet.
Wolfgang
Wenn dafür gezahlt wird um solche preise auch verkauft
Die horrenden Preise für manche Steine scheinen fast so alt zu sein, wie das Sammeln dekorativer Steine überhaupt.
Im "Stein-Katalog vom wolkenverhangenen Wald", der um 1125 von Du Wan in China veröffentlicht wurde, und in dem über 100 Steinarten für die Gartengestaltung, die Miniaturlandschaften und den Gelehrtenschreibtisch beschrieben sind, wird bereits bei besonders geschätzten Typen vor Fälschungen gewarnt. Und das Fälschen dürfte sich nur gelohnt haben, wenn die Preise entsprechend waren.
Von dem chinesischen Kunsttheoretiker- Landschaftsmaler- Beamten Su Shi (1036-1101) wird berichtet, daß er einen Stein mit 9 Spitzen und vielen Durchbrüchen, der ihn an einen der heiligen Berge erinnerte, für 100 Goldstücke kaufte. Der Kaiser bezahlte seine Beamten offenbar nicht schlecht.