@Anja und Andi, vielleicht sollte man das irgendwo archivieren!?
Hab gerade gesehen, sowas Ähnliches gibt es ja schon im BOB
Sammelordner (Pflege/Dünger),als Ergänzung wäre das finde ich nicht schlecht
Basiselemente:
Stickstoff (N) - wird von den Pflanzen vor allem für die Bildung von Blattmasse benötigt. Ein Zuviel verursacht meist lange, blasse und kränkliche Triebe und wird (nach chemischer Umwandlung) als Nitrit ins Grundwasser ausgewaschen!
Phosphor (P) - wird von den Pflanzen für die Förderung der Blüte benötigt.
Kalium (K) - fördert Trieb- und Fruchtwachstum, hilft Gehölzen beim "Aushärten" der Triebe (= bessere Winterhärte)
Mineralstoffe: weitere nichtorganische Nährstoffe, die von Pflanzen (meinst in geringen Mengen) benötigt werden, z.B. Magnesium, Eisen, usw.
Begriffserklärungen:
Volldünger: Enthält alle 3 Basiselemente - also N-P-K (die Zahlen geben immer an, wieviele Prozent der Gesamtmasse auf das jeweilige Element entfallen) und meist noch weitere Spuren- und Mineralstoffe.
Organischer Dünger: Düngemittel aus "natürlichen" Bestandteilen, z.B. Mist oder Hornspäne, die Aufschliessung der Nährstoffe erfolgt erst durch Bodenmikroorganismen, sprich die Nährstoffe stehen den Pflanzen nicht sofort zur Verfügung.
Mineralischer Dünger: anorganischer Dünger, der die bereits aufgeschlossenen Nährstoffe in Form von Salzen enthält, diese stehen den Pflanzen somit meist sehr schnell zur Verfügung. (Besonders schnell in Form von Flüssigdünger.)
Kunstdünger: jeder synthetische hergestellter Dünger - egal ob organisch oder mineralisch
Gründüngung: Genaugenommen wird damit das Einarbeiten von grünen Pflanzen oder angewelktem Pflanzenmaterial bezeichnet. Meist bezieht sich dieser Begriff bereits auf den gezielten Anbau spezieller Pflanzen zur Anreicherung des Bodens mit Stickstoff (Hülsenfrüchte) oder zur Nematodenbekämpfung (Tagetes)
Düngemittel:
Bananen(schalen): Bananen enthalten viel Kalium (durchschnittlich 393 mg je 100 g) und können daher überall dort, wo ein Kalidünger benötigt wird, eingesetzt werden. Zusätzlich wird auch noch Magnesium (36 mg je 100 g) zur Verfügung gestellt - auch dies kommt dem Pflanzenwachstum zu Gute.
Kaffeesatz: Kaffeesatz enthält neben einem hohen Stickstoff-Gehalt auch noch Phosphor, Kalium und weitere Mineralstoffe (= somit als organischer Volldünger einsetzbar)
Kalk: Eine Kalkdüngung erhöht den ph-Wert des Bodens (ungeeignet bei Pflanzen, die einen eher niedrigen ph-Wert bevorzugen) und dient auch zur Versorgung der Pflanzen mit Kalzium und Magnesium. Kalk im Rasen bekämpft in erster Linie nur Moose, die einen niedrigen ph-Wert bevorzugen. Ansonsten dient er lediglich zur Stärkung der Gräser.
Urgesteinsmehl: ein Bodenhilfsstoff aus Basaltmehl, liefert einen hohen Anteil an Eisen und Magnesium. Erhöht jedoch (wie Kalk) den ph-Wert des Bodens (also nicht bei Rhododendren & Co verwenden).
Hornspäne/Hornmehl: Beide Produkte liefern ausschließlich Stickstoff (einseitiger, organischer Dünger). Hornspäne werden über einen längeren Zeitraum zersetzt, der im Hornmehl enthaltene Stickstoff wird etwas schneller aufgeschlossen.
Holzasche: (Unter der Voraussetzung, dass unbehandelte Hölzer verbrannt wurden!) ein organischer Kaliumdünger, der aber stark alkalisch wirkt und somit nicht bei Pflanzen angewendet werden sollte, die einen eher niedrigen ph-Wert bevorzugen. (Am besten über den Umweg Komposthaufen ausbringen.)
Eisen: ein hoher ph-Wert (bereits über 6) des Bodens kann die Aufnahme von Eisen blockieren. Einige Pflanzen reagieren darauf mit Chlorose (Schadbild: gelbe Blätter, grüne Blattadern), mit einem speziellen Eisendünger (= Eisenüberangebot) bekämpft man aber nur die Symptome nicht jedoch die Ursache.
Blaukorn: ein eingefärbter, synthetische Volldünger - nicht mehr und nicht weniger.
Kompost: ein organischer Volldünger, dessen Zusammensetzung abhängig vom kompostierten Material stark unterschiedlich sein kann.
Notizen:
* Chemisch ist Stickstoff aus organischen Dünger nicht von Stickstoff aus Kunstdünger unterscheidbar = ident. Ausser dem Aufwand in der Produktion (Frage der ökologischen Vertretbarkeit) gibt es somit keinen Grund, künstlich produzierte Dünger abzulehnen.
* Eine Düngeempfehlung sollte sich immer zuerst am Bedarf der Pflanzen und dem bereits vorhandenen Nährstoffgehalt bzw. ph-Wert des Bodens orientieren! Die Düngermengenangaben auf den Packungen beziehen sich auf einen groben Durchschnitts-Nährstoffgehalt des Bodens und sind im Normalfall sogar etwas zu hoch angesetzt. Ruhig daher mal bei nährstoffreichen Böden die angegebene Menge halbieren.
* Die Nährstoffaufnahme wird auch durch den ph-Wert des Bodens bestimmt. So kann Stickstoff nur in einem Bereich von 6.5 bis 8.5 von den Pflanzen tatsächlich verwertet werden, eine Stickstoffdüngung auf sehr sauren Böden ist daher unnötig. Auf der anderen Seite steht Kalium nur in einem Bereich von 6.5 bis 7.5 zur Verfügung, eine Kaliumdüngung auf sehr alkalischen Böden kann daher ebenfalls unterbleiben. (Der optimale Bereich für die Aufnahme von Nährstoffen liegt bei einem ph-Wert zwischen 6.3 und 6.8.)
* Sofern die Bestandteile ident sind, kann ohne weiteres auf ein billiges Produkt zurückgegriffen werden - teure Markendünger sind nicht unbedingt besser.
* Es muss nicht für jede Pflanze ein eigener Dünger angeschafft werden. Wenn der Nährstoffbedarf von Pflanzen ident ist, kann auch für beide derselbe Dünger verwendet werden (unabhängig davon, welches Bild auf der Packung klebt).
* Generell sollte eine Düngung im Frühjahr eher stickstoffbetont sein (= fördert das Blattwachstum, die Photosynthese kann früher einsetzen) - im Herbst eher kaliumbetont (= fördert das "Aushärten" vor dem Winter)
Zum Nachlesen:
Generell zu Pflanzennährstoffen:
http://de.wikipedia.org/wiki/N%C3%A4hrs ... Pflanze%29
Generell zu Düngung:
http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCnger
(Bitte zumindest bis Kapitel 5.1 Nitratbelastung des Grundwassers lesen!)
