Quelle: "atmungsaktives Tape" für die Gestaltung?

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Martin W
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Quelle: "atmungsaktives Tape" für die Gestaltung?

Beitrag von Martin W »

Hallo alle zusammen,

werden Stämme, Äste oder Zweige im Rahmen der Gestaltung stark gebogen dient das Umwickeln mit Raffia dem Schutz vor Brüchen usw..

Es gibt auch ein atmungsaktives Tape, dass statt Raffia verwendet werden kann. Kennt jemand den Namen des Produkts bzw. einen Anbieter :?: In diversen Onlineshops habe ich es leider nicht gefunden.

Vielen Danke,
Martin W
Zuletzt geändert von Martin W am 21.01.2004, 11:37, insgesamt 1-mal geändert.
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Reiner
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Beitrag von Reiner »

Hallo Martin,
beim letzten Ginko-Award habe ich mich bei Danny Use damit eingedeckt. Wegen der Sprachschwierigkeiten kann ich aber nichts über den richtigen Namen des Tapes sagen.
Reiner
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Anja M.
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Beitrag von Anja M. »

Hi Reiner,

du sollst uns hier ja nichts vorsingen, du sollst das ja nur aufschreiben :wink:
73 Anja
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Reiner
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Beitrag von Reiner »

Nee, ich kann ja auch überhaupt nicht singen :oops: . Aber da fällt mir ja auch noch eine andere funktionelle "Astknebelmethode ein :twisted: . Fahrradschlauchgummi! Das funktioniert ganz hervorragend. Hat dann auch den Vorteil, daß man dann nicht mehr Fahrrad fahren muß :P .
Aber im ernst. Davon schneidet man sich entsprechende Streifen, die man dann sehr eng um den zu biegenden Ast wickelt. Je nach Dicke des Astes, kann man dann mehrere dicke Drähte in einer zweiten Wicklung mit einarbeiten. Klappt ganz wunderbar, habe ich schon oft gemacht.
Was war das für ein Drama, als dann der jährliche Familienfahrradausflug anstand :twisted: :twisted: :twisted: :twisted: :twisted: .
Reiner
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Martin W
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Beitrag von Martin W »

Hallo Reiner,

Danke für die Info :)

Die Methode mit dem Fahrradschlauch hört sich gut an, aber kommt ausreichend Luft an die Äste. Kann es Probleme geben wenn die Sommersonne voll auf den Schlach scheint, z.B Überhitzung :oops: durch mangelnde Luftzirkulation?

Martin W
Zuletzt geändert von Martin W am 21.01.2004, 11:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Reiner
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Beitrag von Reiner »

Hallo Martin,
im letzten Sommer war es ja glühend heiß. Probleme, daß keine Luft an den Ast kam, konnte ich nicht sehen. In der Hitze ist der Fahrradschlauch spröde geworden, hat aber weiterhin gehalten. Die längste Umformung mit Fahrradschlauch hat drei Jahre gedauert. Danach sah man in der Rinde des Astes ein wenig das "Wickelmuster des Gummis. Das war aber auch das einzige Problem. Das Muster hat sich aber wieder verwachsen, mittlerweile.
Bei mir hat es also immer gut geklappt (auch schon wieder so ein Satz :oops: ).
Reiner
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mohan
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Beitrag von mohan »

Das ist doch eindeutig eine GESTALTUNGSfrage, oder?
Ich verschiebs mal in die GESTALTUNGS-Rubrik :)
Grüße
monika
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Gary
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Beitrag von Gary »

Hallo Martin,

die Luftdurchlässigkeit des Bandagiermaterials bzw. die "Luftzirkulation" am eingewickelten Ast, sind eigentlich kein Thema.

Raffia ist halt ein natürlicher Stoff und wird wegen seiner frühen Verfügbarkeit seit langem schon benutzt, doch dies allein will eigentlich noch nichts meinen.

Tapes, oft Produkte aus Erdöl, oder Fahrradschläuche (Gummi) - also "Kunststoffe" im weitesten Sinne - sind wegen ihrer "Künstlichkeit" per se nichts schlechtes. Früher wurde im Erwerbsgartenbau für Veredlungen auch Raffia genommen, dann Gummibänder und heute sind Kunststofftapes im Einsatz. Selbst als "Wundpflaster" bei großen Schnittwunden werden solche Tapes heute verwendet. Du siehst, so schädlich können sie nicht sein, denn dort zählt nur der Erfolg.

Raffia ist sicherlich am schwierigsten aufzubringen will man es straff anliegend haben und nur dann nützt es was. Dafür hält es Jahre bis zur Verwitterung und ist leicht zu entfernen.

Fahrradschlauch ist leichter auf zu wickeln, gut zu entfernen aber wird in der Sonne mürbe.

Tape ist ebenfalls leicht anzubringen, hat eine lange Lebensdauer, jedoch dafür ist es sicherlich am aufwendigsten bei der späteren Entfernung.

Du siehst, kein Licht ohne Schatten.
Also triff Deine Wahl nach Verfügbarkeit, Nutzen und persönlichem Geschmack, denn über die Ästethik der einzelnen Materialien kann man geteilter Meinung sein.

Noch ein Wort zu dem gekauften Tape, das Reiner in Belgien bei Danny Use mitgenommen hat.
Hierbei handelt es sich höchstwarscheinlich um das Tape welches auch William Vlanderen aus Holland verkauft. Dieses Tape ist keineswegs atmungsaktiv, hat aber den großen Verarbeitungsvorteil selbstvulkanisierend zu sein.
Grüße aus dem sonnigen Baden
Gary

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Martin_S
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Beitrag von Martin_S »

...und selbstvulkanisierende Bänder bietet dir der Autoteilehandel (zB. AT Unger) für vergleichsweise kleines Geld.
Dient zur Schlauchabdichtung.
Geht im übrigen ganz gut. Persönlich ziehe ich den Fahrradschlauch für starke Biegungen dem Raffia vor. Sonst nur Raffia.

Immer dran denken! Schade um die schöne alte Borke bei Yamadori und alten Bonsai oder was auch immer. Die brösselt dir runter (Fichte, Kiefer, Lärche).

Merkst du was?
Wie man es macht ist es verkehrt! :lol:
Gruß
Martin S
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Wolfgang
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Beitrag von Wolfgang »

Also für mich gibt´s für gröbere Eingriffe beim Biegen NUR Raffia:
Nachdem es sehr straff, den Ast komplett abdeckend und nass (im kalten Wasser angefeuchtet; Kimura gibt angeblich sogar Eiswürfel zum Wasser, in dem das Raffia "gebadet" wird!) um die zu biegenden Äste gewickelt wird, "spendet" es den beim Gestalten leicht gequetschten bzw. eingerissenen Astpartien ein wenig Feuchtigkeit und kann beim Überbrausen der Pflanzen im Garten immer wieder von Neuem angefeuchtet werden. Zudem sieht es optisch wesentlich besser aus.
Diese Tapes und Fahrradschlauch-Streifen gefallen mir optisch überhaupt nicht. Außerdem bildet sich darunter immer wieder Kondenswasser, das u.U. die Bildung von Schadpilzen fördern kann.
Es bleibt natürlich jedem Bonsaianer selbst überlassen, was er verwendet.

Bei den heimischen Kiefern-Arten (anders bei der extrem brüchigen, asiatischen Pinus densiflora!), Lärchen und Fichten ist das Umwickeln der Äste nur bei wirklich sehr massiven Biegungen / Eingriffen erforderlich; es muss also dem Baum beim Gestalten nicht immer zwingend von oben bis unten ein "Ganz_Körper_Fahrradschlauch_Kondom" verpasst werden. :wink:
Im Gebirge, wo unsere Yamadoris durch Steinschlag & Lawinenabgänge "vorgestaltet" werden, gibt´s übrigens definitv keine Fahrradschlauchstreifen und auch kein Raffia. :wink: :wink: :wink:
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Martin W
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Beitrag von Martin W »

Zunächst einmal vielen Dank für die sehr hilfreichen Informationen. :D :D :D

Gut, nun komme ich vom Hölzchen auf Stöckchen :lol: : Ich selber habe zunächst nur bei Manfred Roth eine Kiefer (mit Tape) gestaltet. Von daher meine Frage:

Wie kann ich feststellen ab wann ich überhaupt Schutzmaßnahmen ergreifen sollte? Ist es erst notwendig, wenn die Kambiumschicht beginnt zu zerreißen?

Danke, Martin W
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Claudia D
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Beitrag von Claudia D »

Wolfgang hat geschrieben:Also für mich gibt´s für gröbere Eingriffe beim Biegen NUR Raffia:Nachdem es sehr straff, den Ast komplett abdeckend und nass (im kalten Wasser angefeuchtet; Kimura gibt angeblich sogar Eiswürfel zum Wasser, in dem das Raffia "gebadet" wird!) ...
Bitte helft mir noch mal:
Jetzt bin mal wieder verwirrt. Ich meine im IBC vor nicht so langer Zeit (dies Jahr?) gelesen zu haben, daß das mit Kimura und dem Eiswürfelwasser nur eine Sage sein soll.
Angeblich soll sie so entstanden sein, daß er während einer Demo kein Wasser zum Einweichen des Raffia gehabt habe, außer dem "Sektkühler" incl. Eiswürfel, worauf er wohl meinte, daß er eh immer nur gekühltes Wasser nehmen würde - am besten mit Eiswürfeln. (Was tut man nicht alles für´s Kibun des Gastgebers?)
Könnte mir bitte jemand sagen was Sage ist und was nicht???
Danke schön!
Claudia
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Gary
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Beitrag von Gary »

Hallo Claudia,

Du bist nicht nur eine sehr aufmerksame Leserin vieler Foren, nein Du nimmst es auch sehr genau.
BTW: Beides nicht die schlechtesten Eigenschaften.

Die Sage hast Du selbst schon entlarvt.
Zum Beleg könnte ich Dir höchstens noch ein paar Personen benennen welche selbst bei dieser Convention in Californien anwesend waren.

Doch jetzt helf mal schnell einem alten Mann auf die Sprünge. Hat nicht der Schilly erst kürzlich von seinen Versuchen diesbezüglich berichtet?
Egal wer das nun war, das Ergebnis bleibt das selbe und ist von jedermann im Eigenversuch überprüfbar. Ob kochendheißes, lauwarmes oder eiskaltes Wasser, dem Raffia ist das zum Quellen ganz egal. Demjenigen der reinfassen muss vielleicht weniger. :wink:

Es gibt ja auch Menschen die dem Einweichwasser Tusche zusetzen oder einfach Teesud nehmen damit das Raffia seine natürliche Farbe verändert und somit anschließend optisch noch weniger auffällig am Baum ist.
Grüße aus dem sonnigen Baden
Gary

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Gary
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Beitrag von Gary »

Martin W hat geschrieben: Gut, nun komme ich vom Hölzchen auf Stöckchen :lol: :

Wie kann ich feststellen ab wann ich überhaupt Schutzmaßnahmen ergreifen sollte? Ist es erst notwendig, wenn die Kambiumschicht beginnt zu zerreißen?
Wie soll man diese Frage erschöpfend beantworten?
Die Entscheidung Ob und Wann eine Bandage zum Einsatz kommen soll bzw. muss bedarf großer persönlicher Erfahrung. Gerade wenn die Kabiumschicht zu reißen beginnen würde soll eine Bandage dies verhindern oder wenigstens minimieren.

Also zur Sicherheit anfangs lieber öfter bandagieren. Übung hat schließlich noch keinem geschadet.
Grüße aus dem sonnigen Baden
Gary

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Wolfgang
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Beitrag von Wolfgang »

Gary hat geschrieben:Also zur Sicherheit anfangs lieber öfter bandagieren. Übung hat schließlich noch keinem geschadet.
Übung schadet bestimmt nicht! - Raffia kann man ja wieder runter schneiden. :wink:

Eiswürferl können bestimmt auch verwendet werden; und sei´s nur zum Kühlen des Malt Whisky´s für den Gestalter .......... :lol: :lol: :lol:
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