Werkzeugpflege

Alles andere was zu Bonsai passt.
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Frankie667
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Beitrag von Frankie667 »

basco hat geschrieben:ja nu', was stimmt den jetzt... metallspezialisten sind gefragt.
Als Maschinenbauer hört man insgesamt 4 Semester etwas über metallische Werkstoffe. Ich glaube schon, dass ich mich damit auskenne. Allerdings braucht es eigentlich nicht mehr als gesunden Menschenverstand um die Gleichung Wasser + Eisen = Rost zu verstehen. Das liegt in der Lebenserfahrung eines jeden hier.

Übrigens ist auch "rostfreier" Stahl nicht rostfrei. Wenn man z.B. zwei Teile aus rostfreiem Stahl mit einer rostigen Schraube verbindet, wird nach einiger Zeit auch der rostfreie Stahl anfangen zu rosten. Das Material verzeiht eingie Pflegefehler, als ein Freifahrtschein sein Werkzeug zu misshandeln sollte es aber nicht missverstanden werden.
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Klaudia u. Martin
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Beitrag von Klaudia u. Martin »

.......jetzt fallen mir alle meine Sünden wieder ein! Die Werkzeugpflege haben Martin und ich bisher auch ziemlich vernachlässigt.
Werde mich baldigst daran begeben.
(Wieso haben die Tage eigentlich nur 24 Stunden?)

Lieben Gruß
Klaudia
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claudi
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Beitrag von claudi »

@ holgerb
Bin entsezt! Wie kann jemand, der sich selbst an dieser oder jener Stelle als Fachmann ( besonders für integrierten Pflanzenschutz!!!) bezeichnet,schreiben, dass es prinzipiell unnötig ist, Werkzeug zu desinfizieren???? Denke du arbeitest in ner Baumschule, macht ihr da keine Vermehrung? Hab mal beim Rosenveredeln eine mit ner Virose dabei, da ist ganz schnell aus der Traum und du stehst mit nem Totalausfall da, der mal fix ein paar tausend Euronen kostet! Unsauberes Werkzeug ist einer der Hauptübertragungswege für Virosen und bakterielle Infektionen!
Liebe Grüße Claudi

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Nico
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Beitrag von Nico »

Was verwendet Ihr zum desinfizieren?

Danke.

Gruß
Nico
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holgerb
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Beitrag von holgerb »

Hallo Claudi.

Beruhige Dich.

Nein, ich arbeite nicht in einer Baumschule.

Das müsste mir erstmal jemand beweisen, daß sich die Bakterien und Viren nicht auch ohne den Schnitt verbreitet hätten.
Und was willst Du dann noch alles desinfizieren?
Die komplette Unterlage?
Den Edelreis?
Das Substrat?
Den Topf?
Den Tisch auf dem Du arbeitest?

Pflanzen haben Abwehrmechanismen. Infektionen kommen sicher nicht von nicht desinfiziertem Werkzeug, sondern von kranken und schwachen Pflanzen.
Zudem brauchen auch die Bakterien und Viren ein bestimmtes Milieu um aktiv zu werden und zu bleiben(bei Viren bin ich mir nicht ganz sicher, da es sich ja genau genommen nicht um Lebewesen handelt).

Und integrierter Pflanzenschutz bedeutet eben auch, daß ich keine kranken und schwachen Pflanzen verwende, wozu auch immer.

Klar ist aber auch, daß unter Glas oder in Monokulturen Infektionsgefahren größer sind...

Holger
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claudi
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Beitrag von claudi »

Entschuldige, arbeitest du halt nicht in ner BS, aber an anderer Stelle hast du erwähnt, dass du beruflich mit Pflanzen ,Pflanzenschutz etc zu tun hast. Ist ja wurscht.

1. Die meisten Bakterien und alle Viren sind zur Verbreitung auf Vektoren angewiesen. Das können Insekten sein, direkter Kontakt zwischen Pflanzen oder eben Werkzeuge. Da die Werkzeuge in der Regel eine Verletzung an der Pflanze hervorrufen, stehen Viren, die ohne eine solche gar nicht in die Pflanze kommen, alle Türen offen.
Es ist sehr viel unwahrscheinlicher, dass sich eine Krankheit auf natürlichem Weg so massiv ausbreitet, wie durch diesen Übertragungsweg,
weil keine Biene/ Blattlaus ALLE Pflanzen eines Bestandes anfliegt und unmöglich alle Pflanzen in so engem Kontakt stehen können, dass es zu einer direkten Übertragung kommt.

2. Reiser und Unterlagen desinfizieren ist Blödsinn. Ist die Unterlage infiziert, habe ich maximal eine infizierte Pflanze. Infizierte Reiser sollten ausgeschlossen sein, da die Mutterpflanzenbestände prinzipiell sauber sein müssen. Da wird auch keine Laus dran geduldet, die was übertragen KÖNNTE.

3. In ernstzunehmenden Firmen, hauptsächlich wenns um Jungpflanzen geht, werden grundsätzlich nach jeder Kultur Stellflächen, Vermehrungskisten/ -paletten, gebrauchte Töpfe, die wiederverwendet werden etc desinfiziert.
Boden oder Substrate werden entweder gedämpft oder chemische entseucht. Schon wegen Nematoden, Pilzen, Unkrautsamen usw.
In meinem Ausbildungsbetrieb wurden komplette Gewächshäuser vor einer Wiederbelegung desinfiziert.
Das Risiko eines enormen wirtschaftlichen Schadens ,der durch mangelhafte Hygiene hervorgerufen wird, ist einfach viel zu groß.

Über die Abwehrkräfte frisch veredelter Pflanzen, von Stecklingen oder Jungpflanzen, oder wie hier bearbeiteter Bonsai, brauchen wir nicht diskutieren.
Und die Krankheit KOMMT natürlich von infizierten Pflanzen, wird aber durch nicht desinfiziertes Werkzeug ÜBERTRAGEN, wo sie sonst auf die eine Pflanze beschränkt bleiben würde.
Das innere der Pflanze ENTSPRICHT dem Millieu, das die Bakterien/ Viren brauchen! Die muss für eine Infektion nicht mal sonderlich geschwächt sein.
Dass infizierte Pflanzen aus dem Bestand fliegen und entsprechend vernichtet werden, versteht sich ja wohl von selbst.

Was ich hier schreibe, verstehe ich als prinzipiell. Es hat für uns Hobby- Bonsaianer nicht die Bedeutung, wie für einen Jungpflanzenbetrieb bei dem es um Millionen Pflanzen und ne Menge Asche geht.
Mich ärgert manchmal nur deine Blauäugigkeit. Nach dem Motto hab ich nicht gesehen - kanns nicht geben.
Nimms mir bitte nicht übel, ist nicht böse gemeint.
Liebe Grüße Claudi

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holgerb
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Beitrag von holgerb »

claudi hat geschrieben: Es hat für uns Hobby- Bonsaianer nicht die Bedeutung, wie für einen Jungpflanzenbetrieb bei dem es um Millionen Pflanzen und ne Menge Asche geht.
Hallo Claudi.

In manchen Punkten stimme ich Dir zu, in anderen nicht.

Der zitierte Satz ist in meinen Augen eben der wichtigste Deiner Ausführungen.
Die meisten machen das hier aus Hobby, nur wenige züchten ihre Bonsai selber (das sind dann die Baumschulen), um ne Menge Asche geht es zwar bei manchen auch, aber das sind wenige.
Und gerade jugendliche Anfänger verschreckt man mit der Annahme Bonsai müsse unbedingt Unsummen verschlingen. Für Wundpaste, für Desinfektionsmittel, für teures Werkzeug.
Ich sehe das realistisch:
In Monokulturen gebe ich Dir recht.
Aber Bakterien und Viren sind auch meist wirtspezifisch, wie pilzliche Erreger und Insekten. Allerdings gibt es bei Viren breite Streuungen, wie z.B. beim Tabak-Mosaik-Virus (mehrere hundert Wirte). Dafür sind manche Viren überhaupt nicht mechanisch übertragbar.
Wenn ich also einen potenziell befallenen Baum schneide und danach eine andere Gattung schneide (z.B.: Linde, Wacholder), dann dürfte wohl eher wenig passieren.
Fragen würde ich dann auch in diesem Zusammenhang, wie lange so ein Virus oder ein Bakterium auf "Messer's Schneide" (:wink: ) lebensfähig ist.
(als Beispiel habe ich auf die schnelle nur HIV gefunden: 60sec. an der Aussenwelt, hier: http://www.med1.de/Forum/HIV/175720/)

Die Infektion mit Viren und Bakterien durch Insekten ist doch weitaus größer.

Ich sehe den Pflanzenschutz bei weitem nicht "blauäugig", ich versuche nur eine Verhältnismäßigkeit herzustellen.

Unter Glas und in Monokulturen mag' ich Dir recht geben, aber nicht bei Lieschen Müller im Garten hinterm Haus. Das ist mir zu unwahrscheinlich:
Und hier noch ein paar Zitate aus dem unten angeführten Buch über Phytopathologie:

S. 74:
"Um nach mechanischer Verwundung Läsionenzu erzielen, scheint im Gegensatz zur systemischen Infektion eine große Anzahl von [Virus-]Partikeln im Inokulumnötig zu sein. [...]"

S. 75f:
"Der Ernährungszustand der Pflanzen hat ebenfalls einen großen Einfluß auf den Infektionserfolg und die Virusausbreitung. Pflanzen, die unter optimalen Bedingungen gezogen wurden, sind im allgemeinen anfälliger als solche, die unter reduzierten Bedingungen gehalten wurde."


=> Das hat auch mich gewundert, aber es scheint so, daß nicht optimal wachsende Pflanzen mehr Energie zur Verteidigung zur Verügung stellen und dann wird es wieder logisch.

Zitate aus: E. F. Elstner, W. Oßwald, I. Schneider; Phytopathologie

Auch das hier ist ein interessanter Link zum Thema Viren:

http://www.biologie.uni-hamburg.de/b-online/d35/35.htm

Sicher, eine gewisse Gefahr ist nicht von der Hand zu weisen, Bakterien sind gefährlicher als Viren. Aber Bakterien sind auch bekämpfbar, Viren nicht.

Zuletzt ein Tipp: Immer im gesunden Holz schneiden, dann findet auch keien Übertragung statt....


Gruß

Holger
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claudi
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Beitrag von claudi »

Dann sind wir uns ja einig! Ich mach zu Haus auch nicht so ein Theater. Hab zum Beispiel seit Jahren ne Kletterrose mit nem Virus. Aber ich seh halt zu, dass sie keine Läuse hat, die es dann weitertragen und schneide sie immer als letzte zurück. Ausserdem stehen alle meine Bäume, incl der Wachholder, unter nem riesigen alten Birnenbaum... Ich finde es einfach wichtig, zu wissen, was passieren kann und wie es möglich ist, Gefährdungen zu minimieren. Sein persönliches Risiko und seine individuellen Massnahmen legt letzten Endes jeder selbst fest.
Liebe Grüße Claudi

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holgerb
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Beitrag von holgerb »

*daumen_new*
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