Aquarienleuchtstoffröhren als Pflanzenlicht?

Für ungeklärte(!) Fragen zum Bonsai-Einstieg und den Anfangsjahren. SUCHEN, LESEN, DENKEN und nur POSTEN,
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Jean-Luc
Beiträge: 592
Registriert: 06.09.2006, 15:40

Beitrag von Jean-Luc »

Lux ist eine Einheit und beschreibt die Beleuchtungsstärke.

Soviel ich weiß:

1 Lux = lumen / m*m

lumen = lux * m*m

lumen = Lichtstrom

m*m = Quadratmeter
-

Wie du siehst, ist die Beleuchtungsstärke unabhängig von der Zeit.

D.h. die Angabe 2000 Lux bezieht sich auf die Beleuchtungsstärke,
die jederzeit messbar ist.

-
Ich könnte mich aber auch täuschen :? ,
ich glaube aber, dass ich recht habe.

-
Mfg, Jean-Luc
Matschi
Beiträge: 27
Registriert: 04.06.2007, 20:08

Beitrag von Matschi »

Ah, ok.

Soweit wie ich dies nun nach deiner Erklärung verstehe ist es tatsächlich so: die 50.000 - 100.000 im Sommer in praller Sonne treffen in diesem Moment auf den Boden auf. Die 2000 Lumen einer Lampe X treffen in dem Moment auf den Boden/Pflanze auf. Eine 2000 Lumen - Birne liefert also pro m2 die 2000 Lux und somit gerade mal 1/25 bis 1/50 der prallen Sonne im Sommer. Würde man die 2000 Lumen der Birne nun auf 30*30cm verteilen also 0,3m*0,3m, so ergäbe sich 2000/ 0,3m*0,3m = 22000 Lux.

Ist die Berechnung soweit richtig oder habe ich was grundsätzlich falsch verstanden?

Die Entfernung zwischen Birne und Pflanze müsste ja zu vernachlässigen sein, insofern man dafür sorgt, dass das Licht möglichst verlustfrei (ohne Seitenabstrahlung) an der Pflanze ankommt, die Luft selber schluckt ja sicher nicht viel Licht... (natürlich würde ich die Lampe so nah wie möglich an die Pflanze heranführen, ohne Gefahr zu laufen die Pflanze zu verbrennen, um Streuverlust zu minimieren)

Grüße
Matschi
Jean-Luc
Beiträge: 592
Registriert: 06.09.2006, 15:40

Beitrag von Jean-Luc »

Matschi hat geschrieben: Würde man die 2000 Lumen der Birne nun auf 30*30cm verteilen also 0,3m*0,3m, so ergäbe sich 2000/ 0,3m*0,3m = 22000 Lux.

Ist die Berechnung soweit richtig oder habe ich was grundsätzlich falsch verstanden?
Falsch. Dann wären es keine LUX mehr, da LUX gerade die Beleuchtungsstärke auf 1 Quadratmeter angibt.

Kleines Beispiel: Ein Auto fährt 100 km/h.

Also: 100 km/h = 100 km / 1 h

Da kannst du auch nicht einfach die 1 Stunde auf 1/3 Stunde
verkürzen und sagen:

300 km/h = 100 km / 1/3 h.

Außerdem: Wenn deine Rechnung stimmen würde, dann wäre die Beleuchtungsstärke bei 1 cm: 2000 / 0,01 m * 0,01m = 20.000.000 LUX

Mfg, Jean-Luc
Hoffi
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Registriert: 12.03.2007, 23:20

Beitrag von Hoffi »

Da kannst du auch nicht einfach die 1 Stunde auf 1/3 Stunde
verkürzen und sagen:

300 km/h = 100 km / 1/3 h.
Das ist ein schlechtes Bespiel. Rechne mal durch :wink:.

Mir ist bei dem Titel auch sofort drosophyllum.com eingefallen.

Ganz am rande und "etwas" OT:
Ne Venusfliegenfalle mit Kunstlicht zu verwöhnen ist meiner Erfahrung nach wie Wasser in die Donau. Im Sommer raus auf den (Süd, bis Süd-Irgendwas) Balkon, im Winter an ein Südfenster oder sogar draußen lassen (wenn entsprechend abgehärtet). Kunstlicht hab' ich nur ein einziges mal gegeben, als sich ein Baumarktkauf als extrem schwach herausgestellt hat.

Leutstoffröhren oder auch Energiesparlampen sind (z.T., je nach Lichtfarbe, Leistung, und und und) durchaus eine brauchbare Notlösung. Dennoch bin ich der Meinung, dass Kunstlicht nur gegeben werden sollte, wenn's unbedingt nötig ist (z.B. aus Ermangelung eines ausreichend hellen Platzes in/an Haus/Garten). Durch das Hobby mit den Karnivoren bin ich eher ein Fan davon, die Pflanzen mal selbst machen zu lassen und sie lieber an entsprechende Bedingungen zu gewöhnen, als sie zu "verhätscheln". Was dazu geführt hat, dass die meisten meiner Pflanzen sehr robust geworden sind.
(Davon ausgenommen, sind Pflanzen, die ohne Kunstlicht in unserem Breiten nicht zu halten/über den Winter zu bekommen sind)

Bezogen auf den Konkreten Fall: 15W sind IMHO definitiv zu wenig. Dazu kann ich mir nicht vorstellen, dass eine ausschließliche Bestrahlung von Oben hilfreich ist. Eher benötigst du da auch noch Lampen an den Seiten, Hinten, etc.
Wenn du sagst, dass dir der Baum auf dem Regal nicht genug zur Geltung kommt solltest du auch überlegen, wie er wirkt, wenn du ihn mit Kunstlicht am Leben hältst, das (nach meinem Geschmack) normalerweise auch nicht unbedingt sonderlich Angenehm für die Augen ist.

Ich kann deshalb nur raten: Egal um welche Art Pflanzen es sich handelt (ob Karnivoren, Bonsai, was auch immer): Lieber einen guten Platz suchen als einen künstlich schaffen und aufrecht erhalten. Denk auch daran, dass ein Bonsai ja normalerweise schon ein paar Jährchen in der Sammlung bleibt. Rechne mal hoch, was du über 5 Jahre verteilt mit einer Bestrahlung mit 5 20W Lampen, durchschnittlich 10 Stunden täglich an Geld ausgibst.

mfg
Hoffi[/quote]
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Midgard
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Beitrag von Midgard »

flu hat geschrieben:Das Problem dabei: sie verlieren ihren typischen Habitus, sie etiolieren. Bei der Venusfliegenfalle verlängert sich der Blattgrund extrem und die Blattfläche (die Falle) verliert ihre typisch rote Farbe.
Dem kann ich aus eigener Erfahrunge nicht zustimmen. Meine Venusfallen hatten bisher rotgefärbte Fallen. Die Grünfärbung hängt doch von den Genen der Pflanze ab. Manche sind Grün, andere wieder nicht. Wie soll eine Pflanze solche Eigenschaften verlieren?
Hoffi hat geschrieben:Ne Venusfliegenfalle mit Kunstlicht zu verwöhnen ist meiner Erfahrung nach wie Wasser in die Donau. Im Sommer raus auf den (Süd, bis Süd-Irgendwas) Balkon, im Winter an ein Südfenster oder sogar draußen lassen (wenn entsprechend abgehärtet). Kunstlicht hab' ich nur ein einziges mal gegeben, als sich ein Baumarktkauf als extrem schwach herausgestellt hat.
Ja klar, wenn man einen Südbalkon hat. Ich hab nur nen Nordbalkon, der sehr stark durch Bäume beschattet ist. Aber ansonsten hast du natürlich recht, wenn man die Gegebenheiten hat, sollte man die Pflanze möglichst unter natürlichen Bedingungen kultivieren.
"it is only through struggle does one cultivate the strength to reach their true destiny" (unknown)
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flu
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Beitrag von flu »

Lumen, Lux, cm, Watt, ... ich merke schon, hier scheint die Physik von größerem Interesse zu sein, als die Biologie.
Und wenn es denn um Biologie geht, dann wird immer wieder der gleiche Bullshit erzählt:

:arrow: Pflanzen lassen sich hinsichtlich der Temperatur nicht abhärten! Sie haben einen natürlichen Toleranzbereich und ein Temperaturoptimum irgendwo dazwischen.

:arrow: Die Pigmentausstattung ist natürlich genetisch festgelegt, aber Pigment ist nicht gleich Pigment.
Auf Chlorophyll (grün) kann die Pflanze natürlich nicht verzichten. Es dient der Energieaufnahme.
Rote Pigmente wie Anthocyane oder Carotine dienen dem Schutz vor UV-Strahlung oder der Anlockung von Tieren und werden nur bei Bedarf synthetisiert.

:arrow: Dionaea kann man kühl und frisch, aber nicht nass überwinterm. So zieht ihr Laub ein. Kunstlicht tut dann sowieso nicht Not.
BildBildBild
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Midgard
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Beitrag von Midgard »

Eine Venusfliegenfalle wird sowieso nicht unter Kunstlicht überwintert, das wäre dämlich. Überwintern tue ich sie an einem hellen Fenster bei ca. 12°C. Mir ist also schon klar, dass diese eine natürliche Ruhephase braucht.

Und wieso sprechen viele von "abhärten"? Eine Pflanze in einem Terrarium mit 80% Luftfeuchte bekommt größere Blätter und wird "weich" und anfälliger für Krankheiten. Setzt man die Luftfeuchte herab passt sie sich an und entwickelt kleinere und härtere Blätter und wird auch restistenter gegen Schädlinge. Kommt natürlich auf die Pflanzenart an. Dass viele hier "Bullshit" im Sinne der Biologie reden, kann daran liegen, dass nicht jeder selbiges studiert hat. Andere können eben mit Zahlen und physikalischen Zusammenhängen besser umgehen und bleiben trotzdem sachlich.
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littlebonsai
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Beitrag von littlebonsai »

Matschi hat folgendes geschrieben:
Würde man die 2000 Lumen der Birne nun auf 30*30cm verteilen also 0,3m*0,3m, so ergäbe sich 2000/ 0,3m*0,3m = 22000 Lux.

Ist die Berechnung soweit richtig oder habe ich was grundsätzlich falsch verstanden?


Falsch. Dann wären es keine LUX mehr, da LUX gerade die Beleuchtungsstärke auf 1 Quadratmeter angibt.

Kleines Beispiel: Ein Auto fährt 100 km/h.

Also: 100 km/h = 100 km / 1 h

Da kannst du auch nicht einfach die 1 Stunde auf 1/3 Stunde
verkürzen und sagen:

300 km/h = 100 km / 1/3 h.

Außerdem: Wenn deine Rechnung stimmen würde, dann wäre die Beleuchtungsstärke bei 1 cm: 2000 / 0,01 m * 0,01m = 20.000.000 LUX

Mfg, Jean-Luc
Momentchen...

Lux ist doch Lumen pro Quadratmeter, also sichtbare Strahlung einer Lichtquelle pro m² bzw Lichtstrom pro m².

2000 Lux wären also 2000 [Lumen/m²].
Nun reduzieren wir die m² zu zB cm²: 1 m² = 10.000 cm².
Somit kommen dieselben 2000 Lumen auf 1/10000 der vorherigen Fläche.
dies bedeutet im Umkehrschluss: eine Lichtquelle mit 2000*10000=20.000.000 Lux würde, aus Sicht eines einsamen Qudratmeters, pro cm² gleich viel Lumen liefern, wie eine 2000 Lux liefernde Lichtquelle, die nur einen cm² bestrahlt.
Wenn man es schafft, das ganze Licht einer Leuchtstoffröhre mit 2000 Lux auf ein kleinen Bereich zu fokussieren, wär es also doch eine ziemlich effektive Beleuchtungsoption?
zumindest mathematisch...oder irre ich mich?

[off topic an: flu, hast du was gegen physik? off topic aus]
MfG
visten
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Beitrag von visten »

@ulf
Soweit ich mir erinnern kann werden Carotine immer bei genügend hoher Lichtintensität ebenfalls angeregt!
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