Brauchen Pflanzen auch Dunkelheit ?

Für ungeklärte(!) Fragen zum Bonsai-Einstieg und den Anfangsjahren. SUCHEN, LESEN, DENKEN und nur POSTEN,
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Barbara
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Beitrag von Barbara »

schmieda hat geschrieben:...hmm, also Wasserpflanzen (im Aquarium) gehen bei Dauerbeleuchtung ein. ;)
(Das hat ein bekannter von mir getestet, in seiner unerfahrenen Anfangszeit...)
Hi zusammen!

Kann das nicht daran liegen, dass Pflanzen ja nicht nur Fotosynthese betreiben, sondern auch Atmung.
Im Gegensatz zur Fotosynthese, die ja nur unter Lichteinfluss stattfinden kann, funktioniert die Atmung auch bei Dunkelheit, da keine Lichtenergie benötigt wird. Sie findet Tag und Nacht statt, d. h. Sauerstoff wird ständig verbraucht und CO² ständig produziert.
Die Natur hat es aber so eingerichtet, dass die Fotosynthese wesentlich mehr Aufbauleistung vollbringt, als die Atmung abbaut, so dass Sauerstoff immer ausreichend vorhanden ist.
Der Kohlenstoff, der aus dem Kohlendioxyd aufgespaltet wird (CO² =C + O²) ist aber für das Wachstum der Pflanzen ebenfalls lebensnotwendig.

Jetzt meine Überlegung:

Da ja im Aqarium, bei ständiger Lichtzufuhr, ohne Pause Fotosynthese stattfindet, müsste es ja bald zu einem Mangel an Kohlendioxyd kommen, da die Atmung ins Hintertreffen gerät.Damit kommt auch bald die Fotosynthese zum Erliegen. Das wäre dann die Erklärung, warum Wasserpflanzen eingehen.

Da aber außerhalb des Wassers ja immer genug Kohlendioxyd vorrätig ist, müssten "Landpflanzen" eigentlich auch bei ständiger Lichtzufuhr überleben.

Keine Ahnung ob das so stimmt......

WO STECKEN DIE BIOLOGEN????

Liebe Grüße,
Barbara
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Andreas Ludwig
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Beitrag von Andreas Ludwig »

Also...

Nehmen wir mal eine Zelle.
Das heisst, einen Haufen Aminosäuren in der richtigen Anordnung. Mitochondrien, einen Zellkern, Membran, eine hübsch und richtig gefüllte Vakuole.

Machen wir einen Organismus. Bleiben wir einfach und machen wir mal eine Pflanze. Also viele, viele Zellen in der richtigen Anordnung, Leitbündel, Epithelien, Kambium, Phloem, Xylem, eine feine Cuticula vielleicht. Mein Hit waren immer die Spaltöffnung, die so gebaut sind, dass sie über den Turgor reguliert werden.

Dann gehen wir an drei Orte. Sagen wir Casablanca, Dortmund und Hammerfest. Jetzt passen wir die Pflanze solange an, bis sie an diesen drei Orten leben kann. Das dauert, aber wir haben keine Eile. Wir müssen nur so schnell sein, wie die Kontinente driften z.B. So grob.

Und jetzt kommt einer, der das einfach so umkehren will, damit er der Erste ist, der Bonsai im Kühlschrank halten kann?

Das macht mich ratlos. Dann werde ich skurril, was manche unangebracht finden. Ich bin zu höflich, um es ausdiskutieren zu wollen, ob eine solche... Sublimierung... Uteration... Transsubstantiation des ursprünglichen Themas angebracht ist - oder komplett bescheuert. Darum «zu höflich» - ich mag nicht schreiben, was ich denke.

So.

---
Jean-Luc - mehr ist nicht besser. Es gibt nicht nur die quantitative, sondern vor allem die qualitative Betrachtung, wenn es um die (wie Marion richtig bemerkt alteingesessenen) Pflanzen geht. Siehe analog dazu die Dosierung von Dünger - mehr ist nicht mehr, sondern Unfug. Genau gleich beim Licht. Geh bis 16 Stunden für tropische Arten, bis maximal 12 für einheimische.
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Barbara
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Beitrag von Barbara »

Hallo Andreas,

das ist ja alles gut und schön, aber sind meine Überlegungen jetzt richtig, oder bin ich auf dem falschen Dampfer?
Würde mich ehrlich interessieren, so rein theoretisch.
Du kennst Dich doch da aus.... :wink:

Liebe Grüße,
Barbara
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Andreas Ludwig
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Beitrag von Andreas Ludwig »

Barbara - ich beschäftige mich nicht damit, Wesen wider ihre Natur durchzuseuchen. Darum verbringe ich auch keine Minute damit, theoretische Überlegungen zur Frage anzustellen, wie man das tun könnte...

Deine Überlegungen bergen alle Unterüberlegungen - wie steht es mit dem Gasaustausch unter Wasser z.B.? Spielt die Zusammensetzung des Lichts eine Rolle? Ihre Brechung durch das wasser? Dann sind wir wieder oben. Wenn man das wissen will, muss man hinter dem Schreibtisch hervorkommen und ziemlich viele akkurate Versuche anstellen. Bloss - wozu?

Mein Hauptargument, warum mich solche Sachen nicht so interessieren: es gibt noch sehr, sehr viel zu tun in den ganz alltäglichen Bereichen. Vor allem in der Gestaltung. Nimm das Stichwort «windgepeitscht» und schau dir an, wie wenige davon wirklich überzeugen. Bevor das nicht völlig ausgelotet ist, fange ich nicht an, botanische Skurrilitäten zu entwerfen.
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Yunus
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Beitrag von Yunus »

Andreas Ludwig hat geschrieben:Barbara - ich beschäftige mich nicht damit, Wesen wider ihre Natur durchzuseuchen. Darum verbringe ich auch keine Minute damit, theoretische Überlegungen zur Frage anzustellen, wie man das tun könnte...

Deine Überlegungen bergen alle Unterüberlegungen - wie steht es mit dem Gasaustausch unter Wasser z.B.? Spielt die Zusammensetzung des Lichts eine Rolle? Ihre Brechung durch das wasser? Dann sind wir wieder oben. Wenn man das wissen will, muss man hinter dem Schreibtisch hervorkommen und ziemlich viele akkurate Versuche anstellen. Bloss - wozu?

Mein Hauptargument, warum mich solche Sachen nicht so interessieren: es gibt noch sehr, sehr viel zu tun in den ganz alltäglichen Bereichen. Vor allem in der Gestaltung. Nimm das Stichwort «windgepeitscht» und schau dir an, wie wenige davon wirklich überzeugen. Bevor das nicht völlig ausgelotet ist, fange ich nicht an, botanische Skurrilitäten zu entwerfen.

Stimmt :) Wo er Recht hat , hat er Recht ;)
Adieu

*undwech*
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Barbara
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Beitrag von Barbara »

Andreas,
das sehe ich ein. Der Aufwand würde nicht lohnen und wäre relativ sinnlos :wink:

Aber...windgepeitschte Formen mag ich sowieso nicht, deshalb will ich mir DArüber auch keine Gedanken machen... :wink:

Liebe Grüße,
Barbara
ulis
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Beitrag von ulis »

Barbara hat geschrieben: Der Kohlenstoff, der aus dem Kohlendioxyd aufgespaltet wird (CO² =C + O²) ist aber für das Wachstum der Pflanzen ebenfalls lebensnotwendig.

Jetzt meine Überlegung:

Da ja im Aqarium, bei ständiger Lichtzufuhr, ohne Pause Fotosynthese stattfindet, müsste es ja bald zu einem Mangel an Kohlendioxyd kommen, da die Atmung ins Hintertreffen gerät.Damit kommt auch bald die Fotosynthese zum Erliegen. Das wäre dann die Erklärung, warum Wasserpflanzen eingehen.

Da aber außerhalb des Wassers ja immer genug Kohlendioxyd vorrätig ist, müssten "Landpflanzen" eigentlich auch bei ständiger Lichtzufuhr überleben.
Hi an alle,

wenn man Tomatenpflanzen ständiger Beleuchtung aussetzt, dann sind sie erst ganz froh drüber und wachsen, aber nach einer Woche oder so sind sie alle kaputt. Hab mal einen Bericht im TV gesehen, wo das gezeigt wurde. Verlust = 100%. Also ich würds eher lassen. ;-)

Und die innere Uhr spielt auch noch eine Rolle, d.h. sie können das Licht gar nicht verwerten, weil die Photosynthese 'nachts' eingestellt wird.

@ Barbara: Und zum Aquarium ist zu sagen, dass es da ja nicht nur pflanzen drin gibt, sondern auch Fische, Bakterien und allerlei anderes Getier, also es wird immer ne Menge CO2 auch wieder verbraucht.

Viele Grüße und schönen Abend,

Uli
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holgerb
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Beitrag von holgerb »

Hallo zusammen.

Im Gegensatz zu Andreas finde ich solch' geistige Verbiegungen recht interessant, auch wenn sie rein theoretisch bleiben und der praktische Nutzen gleich null ist und sogar wahrscheinlich alles falsch... aber macht nix, mir kommt es auf ie geistige Verbiegung an, man muss nicht immer rein über Bonsai philosophieren, es gibt Millionen andere Themen.

@Yunus

Du hast ein paar Überlegungen aufgestellt, die so nicht stimmen, dazu kannst Du Barabaras Beiträge nochmal lesen.
Ob Pflanzen schlafen, weiß ich nicht. Das käme auch auf die Definition an. Salopp dahergesagt würde ich meinen, daß Schlaf etwas mit Erholung von aktiver Bewegung und Verarbeitung des Erlebten (Gehirnleistung) zu tun hat. Eine Pflanze kann sich nicht bewegen (jaja, Spaltöffnungen, Blätter drehen). Erschöpfung äußert sich bei Pflanzen anders als beim Menschen, weshalb ich diese Vergleiche Mensch-Pflanze weitestgehend meide, weil es nicht vergleichbar ist.

In der Nacht wird nicht die Photosynthese geändert, sondern eingestellt und nur noch geatmet (siehe Barbaras Erklärungen)


Und stell dir mal vor du bist so eine Pflanze und es ist immer hell. Das heißt du arbeitest ja ununterbrochen. Sprich Produzierst unendlich viel Glukose. ( Oder war das was anderes was die da herstellen ???)
Aufjedenfall würde dich bzw die Pflanze , die dauer arbeit doch auch "kaputt" machen.
Auch hier begehst Du den Fehler, Pflanzen allzu menschlich zu sehen. ICh bin kein Biologe und ich kann es Dir auch nicht so ganz richtig erklären, aber da sind keine Männchen mit Schäufelchen, die das CO2 und das Wasser in einen Ofen schmeissen (Achtung ich überziehe, diese Verlgeiche erinnern mich immer an eine Kinderzeichentrickserie "Es war einmal... der Mensch" hieß die, glaube ich)


@ Barbara:
Da ja im Aqarium, bei ständiger Lichtzufuhr, ohne Pause Fotosynthese stattfindet, müsste es ja bald zu einem Mangel an Kohlendioxyd kommen, da die Atmung ins Hintertreffen gerät.Damit kommt auch bald die Fotosynthese zum Erliegen. Das wäre dann die Erklärung, warum Wasserpflanzen eingehen.
Auf den ersten Blick scheint Deine Theorie etwas zu haben.
Es hatte aber schon jemand die Fische mit reingeschmissen und ich gebe noch zu bedenken, daß die Atmung parallel zur Fotosynthese läuft. Ohne Atmung keine Energie für die Pflanze, kein Zellwachstum, keine Vergrößerung.
Die Fotosynthese dient der Energiegewinnung, die Atmung verbraucht diese .

Ansonsten stimme ich mit Andreas überein, daß es so viele Faktoren gibt, die man nur empirisch untersuchen kann, daß uns da einfach die Zeit zu fehlt (es sei denn, wir sind Biologen von Beruf, hat bestimmt schon mal einer untersucht).
Ich denke aber, daß gaaaaannnz viel Evolution, wie Andreas das nett beschrieben hat, dahintersteckt.

Wir wissen alles über Autos, aber die Pflanzenwelt birgt noch soo viele Geheimnisse, das ist es, was mich daran interessiert.

Vom "durchseuchen" von Lebewesen halte ich auch nix.

Holger
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Barbara
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Beitrag von Barbara »

holgerb hat geschrieben:
Die Fotosynthese dient der Energiegewinnung, die Atmung verbraucht diese .

Holger
Hallo Holger,
...aber nicht 1:1, dann wäre ja immer alles ausreichend vorhanden (O²+CO²)
Die Fotosynthese ist wesentlich effektiver als die Atmung. Normalerweise setzt die Fotosynthese ja bei Dunkelheit aus, was ein ungefähres Gleichgewicht schaffen würde. Aber bei ständiger Beleuchtung "gewinnt" die F. haushoch, was ja irgendwann mal zu einem Mangel von CO² und in Folge auch O² führen müsste.

Naja, graue Theorie - es spielen noch zu viele andere Faktoren mit rein.
Aber interessant finde ich es schon...

Liebe Grüße,
Barbara
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holgerb
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Beitrag von holgerb »

Barbara,

da hast Du recht, das Verhältnis ist sicherlich nicht 1:1, da ein ganzer Teil ja in "Baustoffe" umgewandelt wird.

Aber, wie wir ja festgestellt haben, müssen auch Fische pupsen... ganz zu schweigen von den angesprochenen Bakterien...
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