Ginkgo Samen sammeln - wo?

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Jasi
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Ginkgo Samen sammeln - wo?

Beitrag von Jasi »

Hallo.

Ich versuche nun ja schon seit letztem Jahr mal eigene Ginko Jungpflanzen zu ziehen, aber bisher hatte ich kein Glück. Ich habe auch schon Samen bei einem Bonsaishop teuer gekauft (3 Euro für 5 Kerne). Hab sie verschieden eingepflanzt - in Sand, Erde, Gemischen, sie drinnen gelassen, draussen, warm, ...
Keiner von denen hat sich seit Juli letzten Jahres geregt. Stratifiziert waren übrigens alle.

Jetzt wollte ich es mal auf diesem Weg versuchen. Hier in meiner Nähe weiß ich von keinen Ginkgo Bäumen, ausser von einem am Eingang vom Romberg Park, obwohl ich da nicht weiß ob der weiblich ist und ob man da sammeln dürfte.

Daher wollte ich mal gerne fragen, ob mir jemand Tipps geben kann, wo ich zu vielversprechenden :wink: Samen kommen kann.

Schonmal vielen Dank dafür!
:)


PS.: Jungpflanzen möchte ich nicht kaufen. da geht es mir nicht ums Geld - es geht mir darum , dass ICH diese Pflanze von anfang an groß ziehen möchte. (und ich dachte ja auch das kann nicht sooo schwer sein.)
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Hannah
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Beitrag von Hannah »

Hallo Jasi,

eigentlich sehe ich keinen Grund, warum du die Samen im Park nicht sammeln darfst ( wenn es denn eine weibliche Pflanze ist ). Ich hab das auch schonmal gemacht. Aber ich muss dich warnen :lol: :

Wenn Ginkgo Früchte reif sind, stinken sie wie Pech und Schwefel. *crazy*
Das ist eine höllische Arbeit, die Samen von diesem stinkenden Fruchtfleisch zu befreien. Außerdem habe ich mit den Samen bisher auch keinen Erfolg gehabt. Ich habs aufgegeben und mit kurzerhand Jungpflanzen gekauft.

Falls du es doch noch mal probieren willst, bei e-bää habe ich eine Auktion gesehen, wo Ginkgo Samen recht günstig verkauft werden. Gib mal Ginkgo + Samen an und klick "in Artikelbeschreibung suchen" an.

Viel Glück!
Hannah
Bekämpfe nicht den Täter sondern die Tat.
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Wissbie
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Beitrag von Wissbie »

Hi Jasi!

Ich warte auch schon darauf, dass die Zeit kommt, in der die Ginkobäume ihre reifen Früchte zeigen :-)

Wenn du magst, kann ich dir welche schicken - ich gehe welche sammeln sobald sie reif sind. In unserer Stadt steht ein weiblicher Baum, der schonmal viele Früchte getragen hat.

LG Wissbie
NitroFurz!
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Beitrag von NitroFurz! »

Das ist bei uns ja ziehmlich außergewöhnlich, das weibliche Ginkgos in Parks oder in Gärten stehen.
Ich hatte mal Samen bestellt, diese sind aber leider nicht aufgegangen.

Gruß Basti
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Jasi
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Beitrag von Jasi »

Hallo Wissbie,

das wäre natürlich besonders toll, wenn du mir welche schicken könntest. Porto bezahle ich dir natürlich im Voraus. :)

Hast du denn auch selber schon Erfolg gehabt und selber Jungpflanzen aus den Samen gezogen?

Und wann genau ist eigentlich die beste Zeit? Da ich noch nie einen Ginkgo-Baum mit Früchten gesehen habe weiß ich das nicht. Ich glaube aber es war Ende Oktober, Anfang November oder?

Grüße
Jasi
Zinita
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Beitrag von Zinita »

naja ziemlich selten ist es nicht, es dauert nur (??? 20 Jahre???) bis der das erste mal früchte trägt, und man dann weiß obs männlich oder weiblicher baum ist

hier mal aus wikipädia :
Die Vermehrung des Ginkgo erfordert auch von einem Gärtner viel Geduld. Nur etwa 30 Prozent aller Stecklinge gehen nach sehr langer Zeit an. Bis zur Keimung eines jungen Ginkgo können mehr als zwei Jahre vergehen. Stecklinge sind im Allgemeinen schwach wüchsiger als Sämlingspflanzen.
also ... naja scheint nicht einfach und langatmig zu sein, ich hab meine Samen in einem Topf im Garten vergraben, letztes Jahr im winter ... weiß nicht ob das noch was wird ...
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Dorian Gray
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Beitrag von Dorian Gray »

Ich möchte darauf hinweisen, es wurde hier noch nicht erwähnt, daß Samen von alleinstehenden Ginkgos niemals keimen werden, da sie nicht befruchtet sind. Männliche Bäume geben ihre Spermatozoiden in die Luft ab und befruchten einen weiblichen Baum in unmittelbarar Nähe. Ohne Partner kein Kind, also wie bei uns.
Hab auch schon mal Samen gesammelt und lange gewartet, daß sie keimen. Danach hab ich mich dann mal informiert. :idea:
You said to me once that pathos left you unmoved, but that beauty, mere beauty, could fill your eyes with tears.
Dan Arkway
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Parallelansatz?

Beitrag von Dan Arkway »

Versucht es in der Wartezeit doch einfach mal mit Stecklingen. :)

Ich stecke immer die abgeschnittenen Triebe meines Ginkgos einfach in einen großen Topf mit Torf und Sand (Gartenerde geht im Notfall auch) und die Bewurzelungsquote ist gut. Einfach mal ausprobieren. Wenn ihr mehr über die Rahmenbedingungen von Stecklingen wissen wollt, kann man z. B. auch mal in A. Bärtels Buch, Gehölzvermehrung reinsehen, ist aber bei genug Trieben (5-6, frische Triebe, mit einem kleinem Rest vom grauen Holz und ohne Blätter am Ende, den Topf eher schattig und leicht feucht stellen) im Sommer für eine Pflanze nicht unbedingt notwendig.

Den zitierten Wikipedia-Eintrag (bzg. Stecklingen, aber 1-2 Jahre bei Samen sind durchaus normal) kann ich aus meinen Erfahrungen so nicht nachvollziehen, am besten im Sommer einfach mal ausprobieren und den Eintrag ggf. reparieren. Hier gibt es auch noch weitere Informationen im Forum -> Suche.

Updates: Rechtschreibfehler korrigiert, Wikipedia Bezug auf Stecklinge eingeschränkt. Bärtels, der eine Arbeit von Kühn (aus dem Jahr 1952) zitiert, spricht bei Gingko-Stecklingen unter bestimmter Behandlung (Hormone) von 100%iger Bewurzelung. Meine Stecklinge sind Stecklinge eines Stecklings im zweiten und dritten Jahr, guter Wuchs. Alter und Herkunft der Ursprungsmutterpflanze sind mir unbekannt, alle wachsen sehr gut.
Zuletzt geändert von Dan Arkway am 08.10.2008, 23:08, insgesamt 2-mal geändert.
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Jasi
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Beitrag von Jasi »

Vielen Dank! Da werde ich mich nochmal schlau machen.
Und ich muss dann wohl bis zum Frühjahr warten, bis ich mir eine Jungpflanze holen kann.

Liebe Grüße
Jasi
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camaju +
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Beitrag von camaju + »

Zinita hat geschrieben:
weiß nicht ob das noch was wird ...
hier mal aus wikipädia :
Die Vermehrung des Ginkgo erfordert auch von einem Gärtner viel Geduld. Nur etwa 30 Prozent aller Stecklinge gehen nach sehr langer Zeit an. Bis zur Keimung eines jungen Ginkgo können mehr als zwei Jahre vergehen. Stecklinge sind im Allgemeinen schwach wüchsiger als Sämlingspflanzen.
Deine Samen sind ja noch nicht mal ein Jahr in der Erde.
Gruß Jürgen *wink*

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MarionS
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Beitrag von MarionS »

Dorian Gray hat geschrieben:Ich möchte darauf hinweisen, es wurde hier noch nicht erwähnt, daß Samen von alleinstehenden Ginkgos niemals keimen werden, da sie nicht befruchtet sind.
Öh - ich hätte eher gedacht, daß es ohne Befruchtung überhaupt erst keine Samen gibt??
Hier in der Innenstadt stehen drei Ginkos auf einem Platz, bei denen ich aber ehrlich noch nicht nachgesehen habe, welcher Männlein und welcher Weiblein ist. Ich habe ein paar von den Beeren gesammelt und entkernt (Bild), aber gekommen ist da nix - OK: über den Winter innerhalb eines halben Jahres. Nachdem alles andere gekommen, gesprossen und in Einzelpötte umgesetzt war, habe ich die unveränderten Kerne weggeworfen.
Gruß,
MarionS

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Jasi
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Beitrag von Jasi »

Naja. ich warte auch immer Wochen, bevor ich ne tote Pflanze als tot erkläre.
Die Ginkgo-Samen werden also noch eine Weile mitversorgt, aber wie lange macht das Sinn? Es ist jetzt immerhion schon über ein Jahr her, das die Samen eingepflanzt wurden.
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Wissbie
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Beitrag von Wissbie »

@ Jasi: Ich glaub das sieht nicht sehr rosig aus, für unsere Sämlinge :-( Wenn das wirklich so schwer ist und so lange dauert ....
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Gary
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Beitrag von Gary »

Hi Leute,
ihr erscheint mir soviel jünger als ich und habt keine Geduld.
Ginkgo aus Samen braucht Zeit.
:!: Es gibt nicht jedes Jahr Samen und er keimt nicht leicht.
Ginkgosamen wird am Besten noch im November im Freien ausgesäet, denn er braucht Frost.
Da die Schale sehr hart ist bleibt er oft 1,5 Jahre so liegen und keimt erst im übernächsten Frühjahr.
Man kann die Schale auch mit Schmiergelpapier gut anrauen - oft klappt´s dann gleich mit der Keimung.
Auf keinen Fall Schalen öffnen! Der Inhalt verfault sonst.
Grüße aus dem sonnigen Baden
Gary

Arbeitskreis Karlsruhe im BCD
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flu
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Beitrag von flu »

MarionS hat geschrieben:
Dorian Gray hat geschrieben:Ich möchte darauf hinweisen, es wurde hier noch nicht erwähnt, daß Samen von alleinstehenden Ginkgos niemals keimen werden, da sie nicht befruchtet sind.
Öh - ich hätte eher gedacht, daß es ohne Befruchtung überhaupt erst keine Samen gibt??
Gut beobachtet, gut gekontert.
Ginkgo biloba ist ein ganz erstaunlicher Baum. Man stelle sich vor, man finde in einem abgelegenen Tal irgendwo in China einen Dinosaurier, einen lebenden Dinosaurier. Was fuer die Zoologie eine kolossale Sensation waere, das war und ist Ginkgo biloba fuer die Botanik. Ginkgo ist fossil schon in 290 Millionen Jahren alten Gesteinen nachweisbar, also aus einer Zeit noch weit vor den Dionosauriern!

Die Gattung Ginkgo war weltweit verbreitet. Man findet Fossilien sowohl in Australien als auch hier in Europa. Alle Arten sind frueher oder spaeter ausgestorben, bis auf eine, die es erstaunlicher Weise bis in unsere Tage geschafft hat. Und das, obwohl sie einige sehr urspruengliche (plesiomorphe) Merkmale aufweist; Merkmale, die im Vergleich zu modernen Pflanzen so vom Nachteil sind, dass man sich ueber das "Nichtaussterben" dieser Art nur wundern kann. Darunter z.B. ihr Befruchtungmodus.

Moderne bedecktsamige Pflanzen habe eine doppelte Befruchtung. Aus dem Pollenschlauch treten zwei Kerne aus, der eine befruchtet die Eizelle, der andere verschmilzt mit der sogenannten Embryosackmutterzelle. Aus dieser Embryosackmutterzelle wird nach der Kernverschmelzung das Endosperm, also das Naehrgewebe fuer den jungen Embryo. Das tolle dabei ist, dass die Pflanze genau weiss, dass wenn die Embryosackmutterzelle "befruchtet" wurde auch die Eizelle befruchtet sein muss. Erst jetzt bildet sich das Endosperm aus.
Diese Art der Rueckkopplung macht es der Pflanze erst moeglich sehr effizient mit ihrer Energie zu haushalten. Samen werden immer nur dann ausgebildet, wenn die Eizelle auch tatsaechlich befruchtet ist.

Anders beim Ginkgo.
Ginkgo verfuegt nicht ueber eine doppelte sondern nur ueber eine einfache Befruchtung. Es wird nur die Eizelle befruchtet. Mit anderen Worten, die Pflanze muss in jedem Fall zunaechste einmal einen Samen mit Naehrgewebe und allem Drum und Dran ausbilden und kann dann nur hoffen, dass die Eizelle darin auch irgendwann befruchtet wird. Das kann wie gesagt Monate dauern. Oftmals findet die Befruchtung der Eizelle erst statt, wenn der Same / die Frucht schon lange am Boden liegt und vor sich hin stinkt.

Das ist natuerlich ein extremer Nachteil gegenueber modernen Pflanzen. Ein enormer Energieaufwand fuer die Mutterpflanze ohne irgend eine Erfolgsgarantie. Man muss dabei ja im Kopf behalten, dass die Sache mit der Samenausbreitung eh ein windiges Geschaeft ist. Nur eine absolut vernichtend kleine Zahl der produzierten Samen findet ueberhaupt geeignete Keimungs- und Wachstumsbedingungen um sich zu einem neuen Baum zu entwickeln.
Man kann sich ausrechnen, wie drastisch sich diese Chance noch minimiert, wenn noch nicht einmal sichergestellt ist, dass die Eizelle im Samen ueberhaupt befruchtet wurde.

Dass es Ginkgo also ueberhaupt noch gibt, grenzt so betrachtet schon sehr an ein Wunder.
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