Ich bin auch Neuling und kenne mich nicht wirklich aus, also sehe ich Deine Situation, liebe/r Ginseng, als Lernfeld auch für mich.
Wenn die Ulme mein Baum wäre und wie Du sagst unter der Rinde noch grün ist, würde ich jetzt (also relativ zügig, sprich vorgestern) geeignetes Substrat besorgen und den Baum vorsichtig aus seinem Bett heben und versuchen, die (übriggebliebenen?) Wurzeln so vorsichtig wie möglich vom alten Substrat zu befreien, und den Baum in neues Substrat zu setzen. Gleichzeitig kannst Du unter Umständen (oder: recht wahrscheinlich) sehen, was mit Deinem Baum nicht stimmt. Wenn er ohnehin kurz vor dem Abnippeln ist, kann meiner Meinung nach diese Aktion höchstens helfen, oder aber er schafft es halt - leider - nicht.
Für den Fall, dass Du zu viel gegossen hast, müsstest Du das dann recht schnell merken, a) am Geruch des Substrats, in dem der Baum sitzt, weil es "müffelt", und b) an den verfaulten Wurzeln. Dann heißt es: mehr nach echtem Bedürfnis gießen, nicht nach dem eigenen, also wenn man meint, dass der Baum Zuwendung braucht. Ich hoffe, Du verstehst das nicht falsch, aber ein Bäumchen habe ich auch schon "zu Tode gepflegt".

Für den Fall, dass Du zu wenig gegossen hast, müssten die Wurzeln und der Ballen staubtrocken sein, was ich aber nicht glaube, Du hast ja weiter gegossen, obwohl der Baum kein Leben gezeigt hat und also auch kein Wasser verbraucht.
Ich würde darauf achten, dass:
- die Schale so sauber wie möglich ist, bevor der Baum reinkommt, allerdings ohne Reinigungsmittel zu verwenden (Wurzelbürscht und viel Wasser),
- das Substrat so locker wie möglich ist und gute Wasserspeichereigenschaften hat; für mich als Anfänger mit nicht so tollem Material hat sich bisher Seramis bewährt, weil man kaum übergießen kann, vorher läuft das überschüssige Wasser raus,
- das überschüssige Wasser auch wirklich gut ablaufen kann (die Löcher dürfen nicht verstopft sein),
- ich so viele Wurzeln wie nur möglich rette; wenn welche allerdings angefault sind, also sich matschig anfühlen und müffeln, müssen sie weg,
- ich NIX schneide, außer dem trockenen Laub, den braucht der Baum nicht,
- dass ich nach dem Umtopfen das Substrat nur leicht angieße, wenn es z.B. Seramis oder anderes trockenes Substrat ist.
Und dann würde ich den Baum so "neutral" wie möglich aufstellen: wenn möglich mit Frischluft (Balkon, Terasse, geschütztes offenes Fenster), ohne ganz direkten Sonnenschein, aber so hell wie möglich, ohne Durchzug (wenn es geht) und irgendwo, wo ich ihn am besten mal 2 Wochen stehen lassen kann, ohne ihn zu bewegen, also quasi "äußerste Bettruhe".
Nun bin ich gespannt, was die Kenner zu meinem Vorschlag sagen, denn das wären meine (Anfänger-)Maßnahmen, die aber nicht richtig sein müssen! Bitte korrigiert mich, nur so lerne ich es besser.
Und Dir, liebe/r Ginseng, wünsche ich viel Glück mit Deinen Bäumchen. Ich drücke Dir die Daumen!