Erika .... ?

Für ungeklärte(!) Fragen zum Bonsai-Einstieg und den Anfangsjahren. SUCHEN, LESEN, DENKEN und nur POSTEN,
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Bergi
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Erika .... ?

Beitrag von Bergi »

Guten Abend,

weil ich gerade für/mit ein paar mitgebrachten Heidepflänzchen ums Überleben ringe (daher sind sie im Moment auch nicht vorzeigbar, naja, vielleicht in ein paar Wochen :oops: ), wäre ich sehr an erfolgreichen Kultur-und Gestaltungsbeispielen interessiert.

In der Natur sind das ja sehr harte Pflanzen, in Skandinavien wachsen sie oft in "nichts" auf Felsplatten, brutalstem Wetter ausgesetzt, Hitze, Frost und Trockenheit, und das offenbar über viele Jahre, wie das schön gewundene Holz beweist. Als Bonsai habe ich sie vor allem als "Fünf-Minuten-Gestaltung" aus Baumarktpflanzen gesehen, aber sonst nicht so sehr viel Instruktives...

Gruß,
Stefan
"Leoparden brechen in den Tempel ein und saufen die Opferkrüge leer; das wiederholt sich immer wieder; schließlich kann man es vorausberechnen, und es wird ein Teil der Zeremonie." (F. Kafka)
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Thorschti
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Re: Erika .... ?

Beitrag von Thorschti »

Ich kenne Erika nur aus meiner Geburtsheimat Luneburger Heide und weiß, dass es dort nicht gut gelingt Erika Heiden wild anzusiedeln. Als Gartenpflanzen sind sie jedoch eigenartigerweise recht weit verbreitet.
Der Standort ist ein sandiger trockener und magerer Boden und bekanntlich wurde ihr bestehen durch die Heidschnucken garantiert, die es nicht so gerne haben diese harten Zweige zu kauen.
Ich würde einen sehr gut durchlässiges Substrat verwenden und trotzdem reichlich düngen, wir sind ja schließlich in kleinen Töpfen und nicht in einer Horde köttelnder Heidschnucken :lol:

Gruß

Thorsten
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achim73
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Re: Erika .... ?

Beitrag von achim73 »

ich kann dir nur berichten, dass mnir eine (leider sehr sehr schöne) im winter durch zu torfiges substrat abgesoffen ist. also tatsächlich sehr durchlässig, eher trocken halten.
Gruss, Achim
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten"
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bem_0
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Re: Erika .... ?

Beitrag von bem_0 »

Hallo, tolles Thema,
Meine Erfahrung mit Erika ist zweigeteilt. In manchen Schalen tauchen Sämlinge auf und halten sich dort zäh ob trocken, feucht, Schatten oder Sonne. Aber wenn ich versuche eine erwachsene
Pflanze auszugraben, geht diese regelmäßig nach einigen Wochen ein. Mittlerweile habe ich verschiedene Jahreszeiten, Erdmischungen und Standorte erfolglos getestet.
Vielleicht hat einer von euch Erfahrung mit Erika- Yamadoris und kann ein paar Tipps abgeben.

mfG

Dietmar
Mei klane Bem,
made em Westerwald
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Ingo
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Re: Erika .... ?

Beitrag von Ingo »

Hallo zusammen,

ich habe mir im Frühjahr auf der Noelanders Trophy einen kleinen italienischen Heideyamadori zugelegt. Er sah so schnuckelig aus, das ich nicht daran vorbei gehen konnte. In dem gewundenen unteren Stammbereich hat er ein sehr schönes natürliches Shari. Insgesamt ist er ca. 25cm hoch und weiß Blühend.

Ich habe ihn im Frühjahr in ein Kanuma Maxit Gemisch getopft in dem er sich scheinbar recht wohl fühlt, denn er hat jede Menge neue Triebe gemacht. Er steht vollsonnig und wird nicht zu feucht gehalten und darf sich jetzt erstmal in Ruhe erholen.

Vor dem Umtopfen stand er in einem sehr torfhaltigem Erdgemisch, was scheinbar zu Folge hatte das die Wurzelbildung doch recht spärlich war. Ich hoffe das sich dies jetzt ändert. Genaueres kann ich aber erst in 2 bis 3 Jahren sagen.

Gruß
Ingo
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Erika Yamadori
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Bergi
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Re: Erika .... ?

Beitrag von Bergi »

Hallo zusammen,
freut mich sehr, dass es schon so gute Rückmeldungen gab.

Meine paar Bäumchen stammen aus Norwegen, wo sie letzten September gesammelt wurden. Bis vor ein paar Tagen "machten sie einfach gar nichts", die Blättchen starben so vor sich hin, wobei die äußersten Spitzen grün blieben (Fotos unten). Erst jetzt richten sich die Spitzen etwas auf, und an einer Stelle zeigen sich sogar die Mini-Blüten. Meine Befürchtung ist natürlich, dass sie aus altem Holz nicht mehr austreiben, was eine Gestaltung fast unmöglich machen würde.

Ich könnte mir vorstellen, dass Erika als Rohhumusbesiedler stark auf Mykorrhiza angewiesen ist... eventuell kann man das durch besondere (oder besonders starke) Düngung ja ausgleichen... Das Komische ist, dass jüngere Pflanzen im sehr feuchten Moorbeet toll wachsen, von oben bis unten grün, blühend usw.. Die Pflanzen in der Schale fühlen sich aber wohl bei weniger Feuchtigkeit wohler (ich hatte sie zunächst im wassergefüllten Untersetzer mit "nassen Füßen", das schien aber nicht so der Bringer).

Vielleicht spielen auch die unterschiedlichen Arten eine größere Rolle - Ingos Italiener mag ja was ganz anderes sein als die Lüneburger oder Norweger? Ich muss da mal ein bisschen googeln.

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Gruß,
Stefan
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gerhard rodenbrügger
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Re: Erika .... ?

Beitrag von gerhard rodenbrügger »

Hallo Ingo,
an diesem Heidejamadori hätte ich auch nicht vorbei gehen können. Ich denke ich werde zukünftig ein Auge auf ausgewachsene Erika halten ob sich nicht ein Bonsai daraus machen kann. Alte ausgewachsene Pflanzen wurden bisher oft ohne Überlegung entsorgt. Dein Baum gefällt mir.
Gruß Gerhard
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Bergi
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Re: Erika .... ?

Beitrag von Bergi »

Hallo zusammen,

ich habe mir am Wochenende mal meine Erikas genauer angeschaut, auch was die Wurzeln machen. Es scheint, dass die Pflanzen am besten aussehen, die in recht flachen Schalen stehen (außer den jungen im "Sumpf", sprich nasser Torf, die strotzen geradezu...). Da sieht man dann die extrem dünnen Würzelchen durchs Substrat kriechen.

Sind sie tiefer eingetopft, schaffen sie es offenbar nur an besonders luftigen Stellen (bei einer gerade über der Drainageschicht) stärker zu wurzeln. Und am schnellsten eingegangen ist meine größte, älteste *autsch* , die ich zwecks Stabilität am tiefsten und festesten getopft hatte. Ich habe versucht, dem etwas Rechnung zu tragen, indem ich das noch nicht durchwurzelte Substrat durch Basaltsplit ausgetauscht habe... naja, mal sehen, ob das was bringt.

Es sind ja überhaupt sehr besondere "Baumgestalten"... der Stamm und die dicksten Äste sind mehr oder weniger bandförmig, ohne deutliche Verjüngung; irgendwas mit dem Assimilat-Transport vermute ich (vielleicht bleiben die vor allem in den immergrünen Pflanzenteilen und werden kaum nach unten transportiert - andererseits müssen sie ja irgendwie das Holz aufbauen...).

Gruß,
Stefan
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Bergi
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Re: Erika .... ?

Beitrag von Bergi »

Soderle,

mal wieder ein kleines *updated* mit Bildern: Zwei von den Norwegen-Erikas (in Pflege seit August 2008) habe ich ein wenig ausgelichtet, und ja, sie wachsen ganz brav weiter, blühen auch immer an irgendeiner der Spitzen. Es scheint sich zu bestätigen, dass sie einfach gar nicht aus dem alten Holz austreiben, die Pflanze also, wie man es auch dreht und wendet, letztlich immer größer bzw. die Äste immer länger werden müssen. "Nichtsdestotrotz" sind es nette Pflänzchen mit sehr interessanten Formen.
Was die Pflege betrifft: Torf/Split-Gemisch scheint nicht allzu schlecht zu sein. Ob eher trocken oder eher nass, ist schwer zu sagen... ich halte sie "normal", wie alle anderen Bäume.

Bei unserem Urlaub in Dalmatien bin ich wieder mal der Baumheide (E. arborea) begegnet - das sind ja geradezu Austriebswunder, auch ein brutal abgesägter Stumpf treibt aus allen Ecken. Hält die eigentlich jemand?

Gruß,
Stefan

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