Bonsaianer, die nicht auf der klassischen Schiene sind und deren komplette Sammlung ich kenne??? hmm... da wäre ich???

Ich bin auf gar keiner Schiene, sondern humpel und bumpel leider noch querfeldein und gerate dabei mit meinem "Trämli" noch ständig ins Schleudern...

Aber vielleicht darf ich mich mit meinen "Stecken" auch noch gar nicht Bonsaianerin nennen...
Aber mal ernsthaft: ich bin ja noch sehr unerfahren in Bonsai und alles was damit zu tun hat, aber ich habe das Gefühl, daß es wenig Sinn macht, jemanden in solche "Schubladen" zu packen, ganz abgesehen davon, daß ich finde, daß es nichts über die Qualität des Baumes sagt. Ich finde, das was man macht, muß zu dem Baum passen. Ich habe das Gefühl, daß hier "klassisch" schon fast als Schimpfwort benutzt wird, was ich schade finde. Zum anderen: was ist denn für Euch "klassisch"? Manchmal frage ich mich, ob das was man heute als "naturalistisch" bezeichnet nicht eher dem klassischen Bonsai entspricht, als das was im Augenblick klassisch genannt wird.
Zumindest hatte ich es so gelernt, daß der "klassische" Bonsai eigentlich der Literat ist. Wobei der Literat im früheren Sinne nicht unbedingt immer einen langen dramatischen Stamm haben mußte. Der Literat war einfach die höchste Stufe der Bonsai bzw. Penjings, bei der man die Essenz des Künstlers mit aller künstlerischen Sensibilität wiedergeben wollte und alles überflüssige entfernte. Durch Leerräume und Unklarheit lässt man dem Betrachter die Möglichkeit sie mit seinen Phantasien zu füllen. Das reflektiert sich auch bei der Betrachtung von blühenden Bäumen: nicht der Baum in voller Blüte wird in Asien geschätzt, sondern der Moment, zu dem sich die ersten Blüten öffnen und sich der Betrachter vorstellen kann wie der Baum aussieht, wenn er in voller Blüte ist, was oft schöner ist, als die Realität, in der an dem Baum schon die ersten Blüten wieder verblühen.
Der Stil der Bäume, die wir heute als klassisch betrachten, ist erst später entstanden, als sich Leute für Bonsai interessierten, welche sich gar nicht unbedingt so für diese Kunst interessierten bzw. sie nicht selber ausüben wollten, sondern Angestellte dafür hatten. Die wollten dann eher Bäume mit mächtigen Stämmen, die etwas "hermachen" und der Baum wurde zum Prestigeobjekt und viele der Bäume heute fallen eigentlich in diese letzter Kategorie.
Sorry, kleiner Exkurs: so ungefähr habe ich das zumindest mal gehört, aber vielleicht hat das jemand mal anders gehört/gelernt oder irgendwelche Kommentare und Korrekturen?
Dickson’s Gardening Rule: When weeding, the best way to make sure you are removing a weed and not a valuable plant is to pull on it. If it comes out of the ground easily, it is a valuable plant.