VOLKER ARZT Kluge Pflanzen
Wie sie locken und lügen, sich warnen und wehren und Hilfe holen bei Gefahr
Verlag: C. Bertelsmann
ISBN: 978-3-570-01026-6
€ 24,95
Sehr interessant.
Leider steht dort nicht, wie schnell die Pflanze drauf reagiert. Sind da nur die jahreszeitlichen Schwankungen gemeint (für Outdoors), oder auch so kurze Intervalle, wie sie zB. beim Lüften am offenem Fenster entstehen (bei Indoors).
Es gibt seit einiger Zeit eine intensive Diskussion darüber, ob Fische (und andere "niedere" Wirbeltiere) Bewusstsein haben. Meist wird nicht bestritten, dass Fische Reiz bzw. Schmerzreize wahrnehmen können, und dass sie damit schmerz- und auch generell stressempfindlich sind.
Von einer Seite (das kommt ein bisschen aus der Ecke Neurophysiologie, aber auch - in den USA extrem gut als Lobby aufgestellt - Sportfischerei; s. z.B. James D. Rose. The neurobehavioral nature of fishes and the question of awareness and pain. Reviews in Fisheries Science, vol. 10 (2002) pp. 1-38) wird jedoch behauptet, dass Fische und andere Tierarten in Ermangelung einer Großhirnrinde (in welcher beim Menschen das Bewusstsein lokalisiert ist) kein Bewusstsein haben und damit auch nicht leiden können.
Andere Seiten (darunter ich ein bisschen...) sind eher der Ansicht, dass Bewusstsein ein Prinzip des Lebens ist, so eine Art universeller Motivationsmechanismus --- ganz ohne Bewusstsein würde wohl nicht mal ein Pantoffeltierchen am Morgen lospaddeln.
Dass Pflanzen Reize (und damit wohl auch Schmerz) wahrnehmen, ist sicher. Die Frage ist, ob es ihnen was ausmacht...
Gruß,
Stefan
P.S.
Sorry, ich sehe gerade, dass früher in diesem Mammut-Thread schon mal "Bewusstsein" angesprochen wurde - irgendwie ist dieser Faden hier zu lange geworden. Ich lass es mal stehen, weil die Sache mit den Fischen der Bereich ist, in welchen diese Fragen wohl am intensivsten besprochen und auch untersucht werden.
"Leoparden brechen in den Tempel ein und saufen die Opferkrüge leer; das wiederholt sich immer wieder; schließlich kann man es vorausberechnen, und es wird ein Teil der Zeremonie." (F. Kafka)
migo hat geschrieben:Sehr interessant.
Leider steht dort nicht, wie schnell die Pflanze drauf reagiert. Sind da nur die jahreszeitlichen Schwankungen gemeint (für Outdoors), oder auch so kurze Intervalle, wie sie zB. beim Lüften am offenem Fenster entstehen (bei Indoors).
Die Temperturwahrnehmung erfolgt unmittelbar.
So können z.B. innerhalb von Blättern stark besonnter Pflanzen durchaus Temperaturen von weit über 40°C entstehen. Ein Temperaturbereich, der hoch genug ist, um Proteine zu denaturieren. Damit das nicht passiert bildet die Pflanze sog. heat-shock-Proteine, die sich schützend um die gefährdeten Protiene legen und so deren Konfirmation erhalten. Dieses muss natürlich zeitnah geschehen ... und das tut es auch.
meinst du zeitnah im sinne von im tagesverlauf (werden nachts wieder abgebaut) ? sonst müsste ,man sich ja wundern, warum bei tropischen pflanzen (wo solche temperaturen ja wahrscheinlich fast ständig vorkomen) diese stoffe nicht dauerhaft gebildet werden.
Gruss, Achim
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten" chinesische Weisheit
Achim, zeitnah soll heissen, dass z.B. heat-shock-Proteine wirklich nur dann gebildet werden, wenn die Temperaturen in einen kritischen Bereich kommen. Sinkt die Temperatur wieder ab, dann werden sie auch wieder abgebaut.
Pflanzen vermitteln uns oft den Eindruck von Langsamkeit, da wir z.B. ihre Bewegungen nur als langsame Wachstumsprozesse wahrnehmen. Auf zellulärer Ebene aber sind Pflanzen sehr schnell. Sie reagieren prompt und unmitttelbar auf Umweltveränderungen. Das wird offensichtlich immer noch weitläufig unterschätzt.
flu hat geschrieben:
Pflanzen vermitteln uns oft den Eindruck von Langsamkeit, da wir z.B. ihre Bewegungen nur als langsame Wachstumsprozesse wahrnehmen. Auf zellulärer Ebene aber sind Pflanzen sehr schnell. Sie reagieren prompt und unmitttelbar auf Umweltveränderungen. Das wird offensichtlich immer noch weitläufig unterschätzt.
Dabei einfach optisch darstellbar...
Lass' mal ein Spathyphyllum solange trocken stehen, bis die Blätter durstig auf der Erde hängen..... dann wässern oder tauchen, was am schnellsten geht. Dauert's ne halbe Stunde bis die Blätter wieder stehen. Ja sicher, wassertransport, werdet ihr sagen, Kapillarität und so, aber ist das wasser nicht auch das zentrale Transportmittel in der Pflanze?
"The mind is like a parachute. It doesn't work unless it's open."
- Frank Zappa -
flu hat geschrieben:Auf zellulärer Ebene aber sind Pflanzen sehr schnell. Sie reagieren prompt und unmitttelbar auf Umweltveränderungen. Das wird offensichtlich immer noch weitläufig unterschätzt.
flu hat geschrieben:Geschenktipp zum Weihnachtsfest:
VOLKER ARZT Kluge Pflanzen
Wie sie locken und lügen, sich warnen und wehren und Hilfe holen bei Gefahr
Verlag: C. Bertelsmann
ISBN: 978-3-570-01026-6
€ 24,95
Heute auch im Fernsehen auf arte gewesen.... morgen Abend 19:30h zweiter Teil.... absoluter Wahnsinn:
Teufelszwirn (Rankparasit) der Tomaten riechen kann
Ameisen, die Akazien verteidigen
Liebesnacht im Aaronstab
Samen-Abschußtechniken
Überwältigend....
"The mind is like a parachute. It doesn't work unless it's open."
- Frank Zappa -