Bonsai aus Samen - als Geschenk in 18 Jahren

Für ungeklärte(!) Fragen zum Bonsai-Einstieg und den Anfangsjahren. SUCHEN, LESEN, DENKEN und nur POSTEN,
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.matt.
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Bonsai aus Samen - als Geschenk in 18 Jahren

Beitrag von .matt. »

hallo zusammen,

ich habe jetzt knapp 2 Stunden im Internet und hier im Forum gewühlt - und habe jetzt ein paar Fragen.
Bis mir die Idee zu dem Geschenk kam dachte ich, das nen Bonsai ne Baumart ist :oops:

Aber zum thema:
in etwa einem Monat wird meine Nichte geboren. Und ich habe mir vorgenommen an ihrem Geburtstag einen Bonsai zu pflanzen (aus Samen) und ihn ihr dann an ihrem 18ten Geburtstag zu schenken.
Da das mein erster Kontakt mit der Bonsaitechnik ist, brauche ich dabei aber vielleicht die ein oder andre Hilfestellung.

Als erstes kommt dabei die Wahl der Bonsaiart.
Dabei ist meine Wahl auf einen Kalthaus-Bonai gefallen, da ich selber keinen Garten habe und den Bonsai daher im Zimmer stehen haben müßte.

Als zweites sollte er natürlich auch recht hübsch aussehen. Am liebsten ein Kompromiss aus schönem Stamm und nicht zu dünnem Blattwerk. Im Idealfall einer, der im Laufe der Jahreszeiten ein paar Farben zeigt. Aber man kann ja nicht alles haben.

Drittens, sollte es nicht der anspruchvollste Bonsai sein und auch ein paar Anfängerfehler verzeihen ohne gleich einzugehen.
Das ist wohl bei mir das Hauptkriterium - schließlich soll er ja min 18 Jahre überstehen.

Bisher habe ich eine Seite mit einer Übersicht geeigneter Bäume gefunden - wobei mir dort mir die Korkeiche gefallen hat:
http://www.bonsai-info.net/baumschule/quercus-suber.htm

Haltet ihr die für einen Anfänger geeignet?? Sie scheint mir zwar nicht den dichtesten Blätterwuchs zu haben - aber nach deren Beschreibung ist sie wohl recht robust.

Gerne könnt ihr mir auch andre empfehlen - bin leider noch Anfänger und daher für jeden Tipp, jede Empfehlung, jeden Rat dankbar. Was würdet ihr an meiner Stelle tun?
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achim73
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Re: Bonsai aus Samen - als Geschenk in 18 Jahren

Beitrag von achim73 »

also, erstmal des wichtigste : kalthaus heisst nicht zimmer ! die einzigen arten, die sich für eine dauerhafte zimmerhaltung (überwinterung bei mehr als 10 grad) eignen, sind eigentlich ficus und crassula-arten. der chin. liguster geht so gerade noch.
von arten wie serisa und fukientee kann ich einem anfänger nur abraten.
Gruss, Achim
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Andreas Ludwig
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Re: Bonsai aus Samen - als Geschenk in 18 Jahren

Beitrag von Andreas Ludwig »

.matt. hat geschrieben:Was würdet ihr an meiner Stelle tun?
Die Idee weiterverfolgen, aber so, dass der Erfolg eintritt. Kalthaus im Zimmer - da läuft es mir kalt den Rücken runter. Das klingt nach Misserfolg, so vielleicht im 8. oder 13. Jahr. Stell dir das mal vor...

Wäre es nicht angebracht, jemanden zu bitten, das für dich zu tun, der sowas sowieso andauernd macht? Kann was kosten, klar, aber du hättest dann die Sicherheit, dass es gut wird...
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.matt.
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Re: Bonsai aus Samen - als Geschenk in 18 Jahren

Beitrag von .matt. »

ok - das war vielleicht falsch zu verstehen:
Ich wollte damit nur sagen, dass ich momentan keinen Garten oder eine Terasse habe, wo ich ihn rausstellen könnte.
In 10 Jahren könnte das hoffentlich anders aussehen - zumindest nen Balkon hätte ich irgendwann gern ;)

Das mit dem Kalthausbonsai hab ich mir auch nicht selber ausgedacht - die Seite von der ich das habe spricht von "raus in der warmen Jahreszeit" - das würde bei mir bedeuten - vors Fenster (solange er kleiner ist sollte das kein Problem sein).
Und im Winter wird dort ein Fenster im Treppenhaus empfohlen - auch kein Problem.
Da ich wie gesagt erst seit kurzem mit Bonsais in Kontakt bin, glaube ich einfach mal, was andere schreiben.

Das es in einem bewohnten Zimmer meist an Licht und Luftfeuchtigkeit mangelt ist mir schon klar. Wenn ich recht verstehe, spricht man dann von Warmhausbonsai (wobei ich es eher so verstehe, das "normale" freiluftbonsai in unsrer klimazone beheimatete, kalthaus mediterrane und warmhaus in den tropen zu findende bäume sind.)

entschuldigung, wenn ich mich missverständlich ausgedrückt habe.

edit: schande über mein haupt - ich bin gerade erst über den "anfängerprobleme" beitrag von holger gestolpert - sehr gut geschrieben und hat a) viel licht ins dunkel gebracht bzw. b) motiviert
Ich werd mein Glück einfach versuchen - Samen bestellen (habe leider keine Gärtnerei in der Nähe) und einen Teil davon selber sowie einen Teil zu jemandem, der nen Garten hat geben - und eine Pflanze kommt dann hoffentlich durch.

Übung macht den Meister. Bis das Pflänzchen groß genug zum Schneiden ist, hab ich dann hoffentlich auch schon ein wenig Erfahrung. Vielleicht hol ich mir dafür einfach eine Baumarkt-"Übungspflanze".
Und bei Fragen, auf die ich keine Antwort finde nerv ich einfach hier :D
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achim73
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Re: Bonsai aus Samen - als Geschenk in 18 Jahren

Beitrag von achim73 »

erspar dir doch wenigstens die fummelei mit dem keimen und fang mit einer 1-2jährigen jungpflanze oder einem eingewurzelten steckling an. der pauschale rat "treppenhaus mit fenster" kann auch gut in die irre führen. der optimale temperaturbereich für kalthauspflanzen ist 0-10 grad. und das gibst du deinem kind dann auch als bedingung mit... :wink:
Gruss, Achim
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.matt.
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Re: Bonsai aus Samen - als Geschenk in 18 Jahren

Beitrag von .matt. »

gerade die fummelei ist für mich der sinn des ganzen ;) - der/die Samen soll am Tag der Geburt gepflanzt werden.
Wird übrigens nicht mein Kind, sondern meine Nichte - sonst hätte ich an dem Tag wohl andres zu tun.

Da ich aber noch unerfahren bin bleibt nur Hit oder Niete. Einen schon gewachsenen könnt ich ja auch noch später kaufen.
Aber da ich Optimist bin, geh ich davon aus, das mit viel Reden eine Pflanze auskeimen und alt werden wird.

ach ja - ich suche gerade nach Samen.
Was andres als nach "Quercus suber samen" zu suchen fällt mir allerdings nicht ein.
Sind die Händler die man dort findet brauchbar?? oder könnt ihr mir einen empfehlen (hab wie gesagt keine Gärtnerei in der nähe (+ kein auto)

Danke für eure Hilfe soweit
magjo
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Re: Bonsai aus Samen - als Geschenk in 18 Jahren

Beitrag von magjo »

Hallo Matt,

ich würde mir mal Gedanken über den Zeitpunkt der Aussaat machen. Wenn die Saat noch dieses Jahr keimt, hat die Pflanze schlechte Karten über den Winter zu kommen. Einige Saat braucht außerdem Frost zum Keimen, wenn Du diese zu früh in die Erde bringst besteht die Gefahr, dass Dir die Saat einfach verfault ohne aufzulaufen.

Viele Grüße
Joachim
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Ravenier
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Re: Bonsai aus Samen - als Geschenk in 18 Jahren

Beitrag von Ravenier »

Nach eigenen erfahrungen kann ich dir Granatapfel-Samen empfehlen.

Es klappte bei mir das sie in der Wohnung an einem Fenster welches über den Tag viel Sonne abbekommt anfingen zu keimen und das nicht zu knapp. Von den aussortierten Samen waren es ca. 70-80% die sich gen Himmel Strekten.

Den Granatapfel kenn ich persönlich als nicht wirklich schwierige Pflanzenart. Die ansprüche gegenüber Ficus, Liguster oder Ulme (also die klassischen Anfängerbäume) sind etwas größer aber mit gedult, Tipps und ein bisschen Literatur ist es eigentlich machbar. Sonnenschäden haben sich bei meinen "Jungpflanzen" zwar gezeigt doch waren das vielleicht 2-3 vertrocknete Blattspitzen an einem Bäumchen und das bei praller Sonne den ganzen Tag

ABER!
Der Granatapfel ist auch eine sogenannte Kalthauspflanze. Überhaupt ist der Granatapfel eher schlecht in der Wohnung zu halten. Zwar geht die Pflanze nicht ein aber der Blattabstand ist riesig, die Triebe werden so lang das sie beinahe von selbst abknicken. Das ist auch das problem von vielen "Zimmerbonsais" die vielleicht nicht kaputt gehen aber ein total unnatürliches wachsum oder aussehen vorweisen. Wer ein Liguster besitzt (so wie ich *crazy* ) merkt jeden frühling wie krass der unterschied ist. Im Winter halte ich ihn in der Wohnung wodurch die Bläter ziemlich hell werden und sich wie ein dünnes Tempo afühlen. Steht er eine zeit lang draussen werden die blätter richtig dunkelgrün, dick und erinnern an schweres steifes Papier.

Kalthaus bedeutet meistens das die Bäume ein bisschen über 0 grad gehalten werden (meist bis ca. 10 grad). Ich glaub nichtmals ein Flur ist durchgehend so kalt, ganz zu schweigen von der Luftfeuchtigkeit die eine Pflanze braucht

Gibt es in deinem Freundes- oder Bekanntenkreis jemanden der ein Garten besitzt? Denn grade Sämlinge, auch Zimmerpflanzen nützt der beste Platz an einem Fenster wenig weil dadurch schon die entwicklung nachhaltig gestört wird.
schippy62
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Re: Bonsai aus Samen - als Geschenk in 18 Jahren

Beitrag von schippy62 »

Es gibt auch ein paar Pflanzen die Überwinterungstemperaturen zwischen 10-15°C mögen.
Man darf sie sogar im ersten Jahr durchkultivieren da die Aussaatzeit nicht optimal ist.
Sie sind zwar nicht so geläufig aber stellen nach 18 Jahren schon imposante Pflanzen dar.

Ich mache einfach mal eine Aufstellung

Boswellia alle (Silverhill)
Commiphora alle (Silverhill)
Erythrina alle (Silverhill)
Operculicarya decaryi (Haage)
Pachicormus discolor (mag es nicht unter 10°) (Haage)

Dirk
die-sansevieria.de.vu
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camaju +
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Re: Bonsai aus Samen - als Geschenk in 18 Jahren

Beitrag von camaju + »

Hallo Matt,

was du suchst, sind vermutlich die sogenannten Indoors. Schau dich doch einfach im Shop unseres Sponsors (ganz rechts Bonsaischule Enger) um. Da kannst du wenigstens mal schauen was so alles auf dem Markt ist. Nur, ob dazu auch Keimfähige Samen auf dem Markt sind *schulter zuck*

Was scheinbar funktioniert, ist ein Granatapfel. Dazu kannst du hier was lesen

http://www.bonsai-fachforum.de/viewforum.php?f=30
Gruß Jürgen *wink*

Wer nicht mit Pflanzen und Tieren kann, kann auch nicht mit Menschen.

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Fiene
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Re: Bonsai aus Samen - als Geschenk in 18 Jahren

Beitrag von Fiene »

Hallo,

Ich finde die Idee super, allerdings nicht gerade einfach.

Ich wuerde dir raten es mit einem Ficus-steckling zu probieren. Einfach einen ficus ein paar kleine Aestchen abschneiden und - so habe ich es immer mit Erfolg gehandhabt - in ein wasserglas stellen, bis genuegend wurzelchen erscheinen. Dann kann man das pflaenzchen in Erde stecken. Ich hatte bislang fast eine Erfolgsquote von 100 % dabei.

Du koenntest ja am Tag der Geburt den Steckling (besser ein paar mehr) ins Wasserglas tun, dann haettest du auch den symbolcharakter. Die Stecklinge wachsen in den ersten Jahren auch als wohnungspflanzen so, dass es zufriedenstellend ist. Die ausfallrate ist sehr gering, wenn man das kleine ein-mal-eins der zimmerpflanzenhaltun beruecksichtigt.

In ein paar Jahren haettest du ein robustes Baeumchen, das vielleicht schon leicht gestaltet werden kann. In 18 Jahren kann man da durchaus was richtig gutes draus machen, muesste dann allerdings irgendwann im Sommer die moeglichkeit haben den Ficus draußen zu halten.

Alles andere wuerde ich fuer nicht besonders einfach und/oder erfolgsversprechend halten. Wenn dann muesstest du meiner Meinung nach recht viele saemlinge an den Start bringen, da die ausfallquote doch gerade bei der Kombi Saemling/kalthaus in der wohnung/anfaenger sehr sehr hoch sein duerfte.

Lg
Silvia
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Andreas Ludwig
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Re: Bonsai aus Samen - als Geschenk in 18 Jahren

Beitrag von Andreas Ludwig »

matt - Anfang August ist so oder so oder auch so ein ganz schlechter Termin für eine Ausaat. Was immer es sein wird, es wird eine Pflanze sein. Die haben ihr Programm. Aufgesetzten Symbolismus verstehen die nicht. Überdenk das.

Wenn du einen Granatapfelkeimling von diesem Jahr möchtest, kannst du einen von mir haben. Auch zwei oder drei, kein Problem. Die wären tatsächlich nicht schlecht geeignet - im Sommer auf dem Balkon, im Winter (sind ja laubabwerfend) im Keller.

Vergiss nur eines nicht: Du wirst 18 Jahre lange täglich giessen müssen, der Rest der Pflege und die Gestaltung kommt dann noch dazu. Wirst du das tun..? Ich fände es ausgesprochen anerkennenswert, aber frag dich das nochmal vor dem Spiegel.
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Re: Bonsai aus Samen - als Geschenk in 18 Jahren

Beitrag von Eva Warthemann »

Hallo Matt!
Ich habe auch eine, im Frühjahr 2005 bei mir auf dem Grundstück gekeimte, europäische Lärche meiner kleinen Enkelin, die erst im August des gleichen Jahres geboren wurde, gewidmet.
Für die Wohnungshaltung wird es allerdings schwierig.
Der Vorschlag mit dem Granatapel ist meiner Meinung nach nicht der Schlechteste.
Im Gegenteil, falls Du jetzt reife Früchte auftreiben kannst, solltest Du nicht nur ein Samenkorn aussäen, sondern mehrere. Es gibt immer eine gewisse Ausfallrate.
Der Granatapfel hat den Vorzug, das er die Jahreszeiten so mitmacht, wie Du Dir es wünschst.
Also er verfärbt sich im Herbst und verliert im Winter sein Laub. In dieser Zeit sollte er weniger gegossen werden, aber auch nicht austrocknen. Im Frühjahr treibt er wieder aus und im Sommer bildet er schöne Blüten und auch Früchte. Jedoch im Sommer sollte er möglicht vollsonnig draußen stehen, sonst kommen keine Blüten.
Ich habe vor 8 Jahren mir einen Granatapfel so herangezogen. Geblüht hat er noch nicht, dazu ist er noch zu jung.
Ich wünsche Dir viel Erfolg und vieleicht kommst Du auf diese Art zu einem neuen Hobby.
Liebe Grüße Eva Warthemann
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Hier mein Granatapfel. Bild ist von diesem Jahr.
Hier mein Granatapfel. Bild ist von diesem Jahr.
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Edda
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Re: Bonsai aus Samen - als Geschenk in 18 Jahren

Beitrag von Edda »

Hier auch noch mein Senf:

Pro Granatapfel: Es wird ein Mädchen und damit eine leicht erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass sie in 18 Jahren die Blühten eines Granatapfels lieben wird.

Pflanz alles an Samen und Stecklingen, was in Deine Reichweite kommt, ein! Damit erhöhst Du die Wahrscheinlichkeit, dass einige in 18 Jahren noch leben.

Mein eingepflanzter Zitronenkern ist inzwischen eine ziemlich robuster junger Baum. Apfelkern habe ich erst dieses Jahr eingepflanzt, hält sich auch sehr tapfer.

Denk auch daran, dass Du nicht voraussehen kannst, welche Bedingungen Deine Nichte in 18 Jahren erfüllen kann.

Nette Idee!

Viel Erfolg, Edda
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avicenna
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Re: Bonsai aus Samen - als Geschenk in 18 Jahren

Beitrag von avicenna »

Und hier auch noch meiner ( den Senf meine ich) ... :D .
Ich hab jetzt nicht alle Beiträge gelesen die zu diesem Thema kamen ... nur schnell überflogen ...
Vor 23 Jahren hab ich, als meine Tochter sozusagen noch im Mutterleib verweilte, einen Ginkgo-samen eingepflanzt der auch zur Geburt keimte. Ich hatte damals genau die gleichen Gedanken wie du mit deiner Nichte. Zu ihrem 18 Geburtstag hab ich ihr dann den Baum überreicht und die Geschichte dazu erzählt ... war ein beeindruckender Moment :D . Meine Tochter ... sowieso seit ihrer Kindheit mit Bonsai aufgewachsen ... überlies ihn mir aber dann weiterhin zur Pflege :D .
Wo bekommt man nur Ginkgo-samen her ? Mein Freund, ein Förster, hat mir von seinem Japanbesuch kürzlich 10 Ginkgo-samen mitgebracht. In Japan werden die Samen gewaschen und in Supermärkten verkauft , dort wird die Samenhülle geknackt, etwa wie bei Nüssen und der Samen gegessen wie Nüsse oder so ... oder irgendwie zubereitet. Von diesen 10 Samen sind 3 ausgekeimt und wachsen nun so vor sich hin.
In manchen Städten wachsen Ginkgos als Straßenbäume, z.B. in Freiburg oder selbst hier im Norden mancherorts. Wenn man sich vielleicht dort einmal umschaut, Glück hat und einen weiblichen Ginkgobaum hat der Früchte bildet ? Weibliche Bäume werden ungern angepflanzt :-) eben weil sie Früchte bilden können ... Die Natur hats bei denen so eingerichtet, dass die Fruchthüllen im Reifestadium irre nach Buttersäure stinken und daher oftmals die Anwohner " geruchsbelästigen" :D .

Nette Geschichten zum Ginkgo sind ...
- eine ganz, ganz eigene Baumart die zu den Nadelbäumen zählt obwohl sie Blätter hat und keine Nadeln, botanisch zu den Gymnospernem ... also Nacktsamern ... und nur noch dieser Vertreter allein in diese Gruppe gehört ... also etwas besonderes.
- Von Goethe seinerzeit schon als Götterbaum bezeichnet wurde und als lebendes Fossil.
- Er hier bei uns zu einer Zeit bereits schon wuchs, als die Steinkohlewälder entstanden sind und vergingen.
- Jetzt natürlich nur noch in einem kleinen Reliktareal in China vorkommt und dort natürlich wächst.
- Durch Mönche schon seit jeher in China und Japan als heilger Baum (Götterbaum) Anerkennung fand und durch Anpflanzung in Klöstern Verbreitung fand.
-Er eben durch sein irre langes Verweilen auf dieser Erde ohne eine entsprechende Veränderung keine Anpassungen an Frassfeinden hat, d.h. es gibt keine
Insekten, keine Pilze etc. die ihm irgendetwas anhaben können.
- In Hiroshima, dem Ort wo die erste amerikanische Atombombe abgeworfen wurde, in einem Tempel ein alter Ginkgo das Brandinferno überlebte und im
Folgejahr wieder austrieb ... und der Ginkgo seither dort eine zusätzliche Anerkennung gefunden hat und sich als etwas ganz besonderes auszeichnet ..
. http://de.wikipedia.org/wiki/Ginkgo
Also insgesamt ein sehr besonderer Baum ... eben etwas für einen solchen Anlass für den du einen ganz besonderen Baum suchst . ;-)

Ich würds damit angehen ...

saludos
avicenna
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