Hier mal ein Beitrag über das Arbeiten mit Schneidwerkzeugen in Bezug auf Pilzbefall und allgemeinen Schneidarbeiten an Bonsais.
Viele Bäume (besonders Wacholder) sind anfällig für unterschiedliche Pilze. Wie viele wissen ist der Befall mit Birnengitterrost oft das Todesurteil für einen Wacholder bedeutet, aber nicht jeder Pilzbefall an einem Bonsai muss das aus bedeuten.
Ein sorgfältiges Abtragen des befallenen Astes oder Stammbereich kann dem Pilz den Garaus machen.
Hier ein paar Tipps zum Umgang mit dem Schneid-Werkzeug:
Ein Abflämmen der Oberfläche von Konkavzangen, Messern und anderen Schneidwerkzeugen ist nicht ratsam, da der Stahl durch die Hitze seine Härte verliert und sehr schnell wieder stumpf wird. Bereits ein Erwärmen auf wenige Hundert Grad weicht die Struktur um Stahl so stark auf, dass die Härte verloren geht.
Daher ist es besser die Zangen mit denen man an dicken Wurzeln oder größeren Bereichen am Stamm/dicken Ästen arbeitet vorher/zwischendurch zu desinfizieren.
Gerade das Abkneifen von dicken Wurzeln und anschließender Benutzung desselben Werkzeugs für einen Astschnitt bringt Bodenbakterien und Pilze in den Astbereich welche sich dann durch das Material "arbeiten" und den Verlust von Ästen mitsich bringen.
Wenn man den Pilz aus der Rinde schneidet, sollte man das Werkzeug vor der Benutzung:
- mit einem Instrumentendesinfektionsmittel (2-5%ige Lösung, z.b. Perfektan) behandeln,
- oder ein unverdünntes Flächendesinfektionsmittel (Bacillol, BC-DES Schnelldesinfektion) benutzen.
Besonders wenn der Pilz bereits fast ganz abgetragen ist, sollte man bei jedem Schnitt der dem nichtbefallenen Bereich näher kommt, die Schneidflächen der Zange/Messer mit einem frischen, Desinfektionsmittel getränkten Küchen-Krepp abreiben, um gesunde Bereiche des Baums nicht mit Sporen neu zu infizieren.
Das Auftragen von Jin-Mittel mit einem Pinsel kann die ganze Schnittfläche auch zuverlässig säubern. Dies ist auch mit Desinfektionsmittel möglich und das Mittel verdunstet in wenigen Minuten.
Da die Benutzung von Wundverschlussmitteln immer im Einzelfall zu beurteilen ist kann ich hier keine Allgemeine Empfehlungen abgeben.
Gewisse Grundsätze sind aber bei Schneidarbeiten immer im Auge zu behalten:
- Umfangreiche Schnitte (>4cm) sind wegen der großen Fläche anfälliger für Krankheiten als kleine Schnitte
- Nadelbäume verschließen Wunden mit Harz, hier ist i.d. Regel keine Wundverschluss nötig
- Wundverschluss geschickt angebracht kann verhindern dass sich am unteren Schnittbereich Regenwasser sammelt welches nicht abfließt
- Wundverschlussknete hat den Vorteil formbar zu sein, man kann evtl. den Bereich noch nach Monaten der Wunde anpassen und andrücken
- Wenn möglich Schnitte so ausführen dass keine Taschen entstehen, und Wasser immer gut abfließen kann. siehe angehängtes Bild
Spunk
