Birnengitterrostthread!

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
Benutzeravatar
Robert S.
Freundeskreis
Beiträge: 9783
Registriert: 28.03.2005, 07:09
Wohnort: München
Kontaktdaten:

Re: Birnengitterrostthread!

Beitrag von Robert S. »

holgerb hat geschrieben: Stefan, Du magst Dich gekränkt fühlen, aber da haben schon ganz andere als ich über Birnengitterrost hier geredet. Ich verweise da auch nochmal auf den Link von Andreas Ludwig.
Holger,

das ändert doch nichts daran, daß der "Blödsinn" überflüssig war, oder?

Servus,
Robert
Benutzeravatar
SteSt
Beiträge: 1003
Registriert: 12.09.2010, 22:14
Wohnort: Niederösterreich

Re: Birnengitterrostthread!

Beitrag von SteSt »

Hallo Leute!

Holger entschuldige bitte, Ich war Momentan etwas ausser mir! Aber das soll sich ja mit dem Alter geben! :lol:

So, nun zum eigentlichen Thema! Ich habe euch ein paar Fotos gemacht, von zwei Wildbirnen die ca 1000 km voneinander entfernt gesammelt wurden. Ich denke, dass es sich um gewöhnliche communis handelt, also keine eigene Art oder sowas in der Form. Auch weiß ich nicht, ob Zuchtformen anders reagieren!
Die Verdickungen treten immer nach der Infizierung der Blätter auf, und entstehen direkt am Blattansatz.


Was sagt ihr dazu?


lg Stefan
Dateianhänge
comp_SAM_0516.jpg
comp_SAM_0520.jpg
comp_SAM_0523.jpg
comp_SAM_0524.jpg
comp_SAM_0526.jpg
comp_SAM_0527.jpg
comp_SAM_0528.jpg
comp_SAM_0531.jpg
comp_SAM_0532.jpg
Stillstand ist Rückschritt
Benutzeravatar
holgerb
BFF-Autor
Beiträge: 5215
Registriert: 22.09.2004, 17:24
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Birnengitterrostthread!

Beitrag von holgerb »

Hallo Stefan.

Entschuldige auch Du, daß ich mich etwas im Ton vergriffen habe. Ich bin in Sachen Pflanzenschutz sehr sensibel geworden und mir liegt daran Aufklärung zu betreiben, leider vergreife ich mich oftmals dabei die passenden Worte zu finden. Also Schwamm drüber oder wie der Engländer sagt: "Lasst u ns schütteln die Hände!"

Zum Thema:

Zu den Fakten:

Ja, das sind eindeutig Verdickungen, die Deiner Beschreibung zu Folge nach der Infizierung mit Birnengitterrost entstehen.

Aber: Die Sympotmatik der Verdickungen entsprricht in keiner Weise der von Birnengitterrost.

In keiner wissenschaftlich fundierten Arbeit ist erklärt, daß Birnengitterrost vom Blatt auf das Holz überspringt. Ich habe hier nochmal einen Link zur Symptomatik von Birnengitterrost:

Birnengitterrost

Mögliche Ursachen:

Nach Dei ner Einschätzung werden die Birnen von Birnengitterrost befallen. Interessant wäre jetzt tatsächlich ein befallenes Blatt zu sehen, dürfte zur Zeit schwierig sein.
Durch den ständigen Befall wird der Baum geschwächt, möglicherweise entstehen die Verdickungen durch den Befall mit einer zweiten Krankheit.
Die Recherche dazu hat ergeben, daß hierfür Nectria-Krebs (Nectria galligena) in Frage kommen könnte.

Nectria Krebs

Eine andere Erklärung habe ich dafür nicht, aber es entspricht in keiner Weise der Biologie von Birnengitterrost an Birnen auf das Holz zu gehen.

Das Wichtigste, Vorbeugung und Bekämpfung:

Zur Vorbeugung steht geschrieben, wenig anfällige Birnen- bzw. Wacholdersorten auszusuchen. Das ist in diesem Falle natürlich schwierig, da Du ja nunmal diese Birnenart hast. Nasse Standorte sind zu meiden. Bei allen Bäumen, das halte ich für allgemeingültig, ist auf gute Durchlüftung des Kronenbereiches zu achten, freie Standorte mit Windbewegung.

Die Verdickungen müssen vom Baum entfernt werden und im weiteren der Baum so stark wie möglich erhalten werden, um einem erneuten Befall vorzubeugen.
Gegen den Birnengitterrost wirst Du wenig machen können, leider.

Diese Verdickungen an Deiner Birne haben mein Interesse geweckt und, wenn Du Lust hast, würde ich gerne der Sache weiter auf den Grund gehen wollen.

Kannst Du noch weitere Fotos einstellen?

1. Gesamter Baum in Ansicht
2. Gesamter Baum von oben mit gekennzeichneten Befallsstellen der Verdickungen
3. Ein Querschnitt durch die Verdickung

Gruß

Holger
"The mind is like a parachute. It doesn't work unless it's open."
- Frank Zappa -
Benutzeravatar
SteSt
Beiträge: 1003
Registriert: 12.09.2010, 22:14
Wohnort: Niederösterreich

Re: Birnengitterrostthread!

Beitrag von SteSt »

"Lass uns schütteln die Hände!"

Das ist eine Ansage! :-D

Holger, ein paar Fotos von Blättern habe ich auf der Festplatte gefunden, die übrigen Fotos werde ich übers Wochenende machen!

Was mich etwas stutzig macht ist, das sich der Blattansatz derartig verdickt, das die Blätter an diesen Stellen nicht abfallen können, da sie regelrecht überwuchert werden!

Danke, dass du dich dammit befassen willst!



lg Stefan
Dateianhänge
comp_2007_0428(025).jpg
comp_2007_0505(039).jpg
comp_2007_0508(063).jpg
comp_2007_0508(064).jpg
comp_2008_1004Bild0011.jpg
comp_2008_1004Bild0012.jpg
comp_2008_1004Bild0013.jpg
comp_2008_1004Bild0014.jpg
Stillstand ist Rückschritt
Benutzeravatar
zopf
Mentor
Beiträge: 7070
Registriert: 19.05.2005, 14:18
Wohnort: Bergisches Land

Re: Birnengitterrostthread!

Beitrag von zopf »

Hallo Holger
Du bist keineswegs ein Buhmann und ich respektier Dein Engagement
in Sachen Pfanzenschutz. Aber Deine Interpretation der schwammigen Faktenlage
und die daraus resultierenden Konsequenzen mögen für Dich richtig sein.
Sie aber als allgemeingültige Grundsätze festzuschreiben
ist halt ein Punkt wo sich die Geister scheiden.
mfG Dieter

ps jeder dackelt halt seinen Weg
grüsse an die bewohner von melmac
Benutzeravatar
Norbert_S
BFF-Autor
Beiträge: 8148
Registriert: 09.08.2006, 08:30

Re: Birnengitterrostthread!

Beitrag von Norbert_S »

Moin

In dem von Holger geposteten Artikel aus dem bayrischen steht doch Seite 2 unterhalb Abb.1

"...Seltener finden sich die letzteren (Anmerk.:Verwarzungen) Strukturen auch an Trieben..."

Selten aber es kommt eben vor!

Auf den Fotos sieht es ja so aus, als bliebe die Infektion auch lokal begrenzt.
Norbert

So wie du bist, so sind auch deine Gebäude
Sullivan, 1924
Benutzeravatar
avicenna
Beiträge: 2307
Registriert: 04.08.2009, 22:29
Wohnort: niedersachsen ... emsland

Re: Birnengitterrostthread!

Beitrag von avicenna »

Hallo Holger,
mich würden bei den Verwarzungen, nennen wir diese Wucherungen der Unterseite des Blattes einmal so, die merkwürdigen "Fahnen" die an einen rauchenden Schlot erinnern, ein wenig stutzig machen. Sind das Blattknospenansätze?, umprogramierte Zellen aus der Wucherung die genetisch auf "Trieb" oder "Blatt" umgepolt sind ?. Oder kann sich irgendeine Gallwespe oder ein Minierer auf das Blatt gesetzt haben und diese "Fahnen" sind Austrittsstellen des Insekts ? Ist es ein Virus der sich in dem durch den Rost geschädigten Gewebe breit gemacht hat und zu diesen Wucherungen veranlasst ?
Es sind eben diese "Fahnen" die mich stutzig machen. Sollen das etwa die Sporangien sein, mittels derer sich der Rost wieder verbreitet und zu seinem Zwischenwirt gelangt ? Quasi die "Fruchtkörper" ( Champignon) des Rostes ?

saludos
avicenna
Benutzeravatar
holgerb
BFF-Autor
Beiträge: 5215
Registriert: 22.09.2004, 17:24
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Birnengitterrostthread!

Beitrag von holgerb »

@zopf: nur kurz, weil ich diese Diskussion eigentlich leidlich finde:
Die Faktenlage ist alles andere als schwammig. Du hast nach einem Spritzmittel (Wirkstoff) gefragt, ich habe dazu geschrieben, daß es für Birnengitterrost kein wirksames, zugelassenens Mittel gibt und das die Anwedung anderer Mittel ausser Pflanzenstärkungsmitteln (also sowas wie Aliette beispielsweise) strafbar ist. Darana ist nichts schwammig.

@Norbert_S:
Sehr aufmerksam gelesen, Norbert. Allerdings ist da die Rede von den Aecidien, also das, was auch auf Stefans Blattfotos zu sehen ist. Das wird Stefan besser beurteilen können, ob sich dort tatsächlich solche Aecidien gebildet haben. Allerdings ist dort nur von diesen Verwarzungen die Rede, nicht von Verdickung des Triebes. Ich würde sogar soweit gehen zu behaupten, daß dafür der Trieb grün und nicht allzu verholzt sein muss. Aber das ist dennoch spekulativ.
Die Behandlung bleibt dennoch die gleiche: Abschneiden.

@avicenna:

Die von Dir als Fahnen beschriebenen Auswüchse sind die Sporenlager der sog. Aecidien (das sind diese Verwarzungen blattunterseits). Sie platzen im Juli/August auf und verbreiten sich durch Wind und befallen dan anfällige Wacholderarten.

@SteSt:

Puh! Das sieht wirklich nach einem sehr massiven Befall aus. Uneins bin ich mir über die massiven schwarzen Flecken auf den Blättern, die für Birnengitterrost eigentlich untypisch sind. (siehe Symptomatik)
Auch hier würde ich auf einen Zweitbefall mit einem anderen Pilz oder Virus tippen, habe dazu aber noch nichts passendes gefunden.
Ich werde mal bei meinem local Baumschulist nachfragen.

Dennoch würde ich folgende Maßnahme erfgreifen: Möglichst optimal die Pflanzen versorgen, also regelrecht pushen, Düngergaben in kleinere Portionen teilen und dafür öfter düngen.

Sind an den Bäumen sonstige große Wunden, wie lange hast Du sie und in welchen Zeitintervallen hast Du schon welche Arbeiten gemacht (gestalterische)

Gruß

Holger
"The mind is like a parachute. It doesn't work unless it's open."
- Frank Zappa -
Benutzeravatar
Norbert_S
BFF-Autor
Beiträge: 8148
Registriert: 09.08.2006, 08:30

Re: Birnengitterrostthread!

Beitrag von Norbert_S »

Stefan, hast du die Blätter mit irgendeinem Mittel behandelt?
Als ich meine Birne mit dem Mehltauschreck behandelt habe, habe ich eine ähnliche Reaktion - verdunkeln bis hin zu schwarz - auf den Blattteilen beobachten können.
Norbert

So wie du bist, so sind auch deine Gebäude
Sullivan, 1924
Benutzeravatar
SteSt
Beiträge: 1003
Registriert: 12.09.2010, 22:14
Wohnort: Niederösterreich

Re: Birnengitterrostthread!

Beitrag von SteSt »

Hallo Leute!

Holger, erstmal Danke, dass du deine Zeit investierst, um das alles herauszufinden!

Das Schwarzfärben kommt erst kurz vorm Laubfall, die andere Zeit sind sie eigentlich nur "rostig".

Die kleinere der beiden hat nur ein paar Schnittstellen, so groß wie ein Zweieurostück. Sie ist so eine art Floßform!
Die habe ich noch nicht bearbeitet, und ca. vor 5 Jahren gesammelt. Sie ist 65 cm hoch.

Die große hat eine größere Schnittstelle, ca 10cm Durchmesser und ein paar kleinere, habe sie erst letztes Jahr grob gestaltet, sie ist
ca. 120cm hoch, und seit 4 Jahren in meiner Sammlung.

@Norbert, ich habe sie in den letzten Jahren mit dem Birnengitterrostspritzmittel von Ba.er behandelt, und da blieb der BGR aus, nur am Zweitaustrieb bekam er einen, warum auch immer!? Nur letztes Jahr hab ich es wieder mal etwas verschwitzt! :roll:


lg Stefan
Dateianhänge
comp_SAM_0521.jpg
comp_2008_0826Bild0036.jpg
comp_2009_0718Bild0001.jpg
Stillstand ist Rückschritt
Benutzeravatar
zopf
Mentor
Beiträge: 7070
Registriert: 19.05.2005, 14:18
Wohnort: Bergisches Land

Re: Birnengitterrostthread!

Beitrag von zopf »

Hallo Holger
Lass uns nett bleiben,
es steht Dir frei mit Scheuklappen stur Deinen Weg zu gehen,
aber den Informationsfluss in einem Forum unterbinden zu versuchen
hat ein bischen den Anschein, als ob Du der alleinige Meister der Pflanzenpflege bist.

http://www.landwirtschaftskammer.de/lan ... t/o-02.htm

mfG Dieter
grüsse an die bewohner von melmac
Benutzeravatar
holgerb
BFF-Autor
Beiträge: 5215
Registriert: 22.09.2004, 17:24
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Birnengitterrostthread!

Beitrag von holgerb »

Dieter,

ich bin mit Sicherheit nicht der alleinige Meister der Pflanzenpflege.

Ja, ich habe mich geirrt, offensichtlich sind tatsächlich für Birnengitterrost an Obstbäumen Pflanzenschutzmittel zugelassen. Ich schreib's nochmal: ich habe mich geirrt.

Allerdings:

-"Bei Birnen kann ein Befall mit dem Birnengitterrost weitgehend vermieden werden[...]". Weitestgehend klingt in meinem Ohr nicht nach 100%.

- halte ich es (und das ist meine ganz persönliche Meinung) für nicht sinnvoll, Jahr für Jahr einen Baum zu spritzen, nur damit er vielleicht nicht befallen wird, im Zweifelsfalle aber doch. Jedes Jahr die gleiche Chemiekeule aus dem Schrank zu holen, nein, das halte ich nicht für sinnvoll und ist in meinen Augen auch kein wirksames Mittel.
Und bei dem von der Landwirtschaftkammer NRW vorgeschlagenen Fungizid handelt es sich nicht um ein harmloses Wässerchen, das ist schon nicht ganz ohne, wenn man sich das Sicherheitsdatenblatt mal anschaut.

Es ist aber natürlich jedem selbst überlassen, wie er mit Pflanzenschutz umgeht.
Die Konsequenzen daraus müssen aber bitteschön auch erwähnt sein.
"The mind is like a parachute. It doesn't work unless it's open."
- Frank Zappa -
Benutzeravatar
SteSt
Beiträge: 1003
Registriert: 12.09.2010, 22:14
Wohnort: Niederösterreich

Re: Birnengitterrostthread!

Beitrag von SteSt »

Hallo Leute,

ich wohne im sogenannten "Mostviertel", und bei uns gibt es millionen von Birnen, die zur Saft-,Obstwein- und Schnapserzeugung genutzt werden! Und beinahe jede dieser Birnen ist mit dem BGR infiziert.
Das heißt für mich, das meine höchstwahrscheinlich auch infiziert werden, wenn ich nicht mit irgendwas drüber gehe. :cry:

Aber Birnen sind ja sooooo schöne Bonsai!


lg Stefan
Stillstand ist Rückschritt
Benutzeravatar
holgerb
BFF-Autor
Beiträge: 5215
Registriert: 22.09.2004, 17:24
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Birnengitterrostthread!

Beitrag von holgerb »

SteSt hat geschrieben:Hallo Leute,

ich wohne im sogenannten "Mostviertel", und bei uns gibt es millionen von Birnen, die zur Saft-,Obstwein- und Schnapserzeugung genutzt werden! Und beinahe jede dieser Birnen ist mit dem BGR infiziert.
Das heißt für mich, das meine höchstwahrscheinlich auch infiziert werden, wenn ich nicht mit irgendwas drüber gehe. :cry:

Aber Birnen sind ja sooooo schöne Bonsai!


lg Stefan
Stefan,

ich sag's nicht gerne, aber unter den Umständen wirst Du das Problem kaum nachhaltig in den Griff bekommen können.
"The mind is like a parachute. It doesn't work unless it's open."
- Frank Zappa -
Benutzeravatar
holgerb
BFF-Autor
Beiträge: 5215
Registriert: 22.09.2004, 17:24
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Birnengitterrostthread!

Beitrag von holgerb »

Stefan,

ein bißchen habe ich über das Problem sinniert.

Der Befall an Birnen beginnt im Mai, laut arbofux.de sind erste Symptome ab Mitte Mai zu erkennen.

Folgendes habe ich mir gedacht:

Ende Mai, bzw. Anfang Juni wäre der passende Zeitpunkt für einen Blattschnitt. Möglicherweise kann man damit einen gesunden Zweitaustrieb provozieren und somit den Zyklus des Birnegitterrostes an Deiner Birne unterbrechen.
Vorraussetzung dafür ist, daß die Birne stark genug dafür gemacht wird.
Ich finde, es wäre ein Versuch wert.
Der dann möglicherweise zweite, gesunde Austrieb könnte der Birne helfen, gestärkt aus der Situation herauszukommen.

Ob das schon mal versucht wurde, weiß ich nicht und es ist mit dem von Dir beschriebenen Befallsdruck ein Kampf gegen Windmühlen, aber vielleicht auch ein gangbarer Weg.
Ob Dein Baum dafür stark genug ist, musst Du selbst entscheiden. Eine intensive Düngung ist dabei unumgänglich.

edit: Befallene Blätter sind natürlich zu vernichten....
"The mind is like a parachute. It doesn't work unless it's open."
- Frank Zappa -
Antworten