Hallo Stephan,
dass Dir das Nebari dieses Ahorns gefällt, wundert mich nun etwas. Für ein geübtes Bonsai-Auge ist es kein besonders schönes Nebari und ich denke, wegen seiner Einseitigkeit und unharmonisch angeordneten Wurzeln war der Baum auch preiswert.
Wollte man jetzt das Nebari verbessern, müsste man entweder abmoosen oder auf der kahlen Seite Jungpflanzen als neue Wurzeln ablaktieren, das ist aber keine Sache für Anfänger.
Da Dich das Nebari jetzt nicht stört, schreibe ich nur noch etwas zum Astaufbau.
Der unterste Ast, der dünn und gerade ist und schräg nach oben geht, sollte solange er jung und biegsam ist, am Ansatz vorsichtig heruntergedrahtet werden, so dass er ungefähr waagerecht oder leicht hängend ausgerichtet ist. Aber vorsichtig beim Drahten, das muss gekonnt sein (am besten Kurs / Workshop besuchen oder AK beitreten, wenn das noch nicht sicher beherrscht wird) und auch die richtige Drahtstärke zur Hand sein, damit man den Ast nicht abbricht. Es ist ein wichtiger Ast für die zukünftige Form. Die anderen Äste sind schon einigermaßen waagerecht bis leicht hängend.
Die stark wachsende Spitze immer schön kurz halten, da sind schon so ausladende Zweige, die zu lang und dick werden. Wichtig ist, die schwächeren unteren Äste aufholen zu lassen. Durch wiederholten Rückschnitt der jungen Triebe die Verzweigung verbessern.
Ich hoffe, diese Hinweise bringen Dich schon mal ein wenig weiter.
Viele Grüße,
Heike