Erfahrungen mit weniger "pflegeintensiven" Konzepten

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
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Bergi
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Erfahrungen mit weniger "pflegeintensiven" Konzepten

Beitrag von Bergi »

Ein schönes Wochenende wünsche ich!

Nachdem Walter seine sehr erfolgreiche Methode dankenswerter Weise so ausführlich beschrieben hat *daumen_new*, fände ich es ganz interessant, hier auch mal Erfahrungen zu Pflegekonzepten zu sammeln, die z.B. ohne mehrmaliges Wässern täglich im Sommer auskommen. Für viele Bonsaianer, die das Hobby nicht auf einem so hohen Niveau betreiben wollen und können, ist das ja doch eine ziemliche Hürde. Priorität sollte natürlich die Sicherheit der Sache haben, leichte Einbußen beim Zuwachs wären dagegen eher zu verkraften, weil ja auch am natürlichen Standort "normal". Ich meine, dass Bonsai als Aktivität für unsere "moderne Welt" sehr viel zu bieten hat, aber zu aufwändig darf es halt nicht werden, um eine gewisse "Breitenfähigkeit" zu bekommen.

Um bei mir selbst anzufangen: Ich wasche und siebe Lavasubstrat nicht aus, sondern mische es, wie es aus dem "Winterstreubeutel" kommt, mit etwas Weißtorf, Hornspänen und Holzkohle. Düngen tue ich überwiegend mit einem Baumarktdünger auf Hühnermistbasis, der auf das Substrat aufgestreut wird. Osmotischen Stress verursacht dieser Dünger offenbar nicht, obwohl er auch ein paar Körnchen von Blaukorn oder sowas ähnlichem enthält (farbige Kügelchen).

Dieses Substrat hält Wasser länger, Gießen brauche ich höchstens einmal täglich, bei hoher Luftfeuchigkeit, gerade auch im Sommer, noch seltener. Verluste durch Trockenheit oder Staunässe hatte ich bisher nicht, lediglich durch Kälte/Frost bei frisch umgetopften im Spätfrühjahr. Mir scheint, dass das Substrat für Pfaffenhütchen und vielleicht für die einheimische Heckenkirsche zu wenig Kalk enthält, so dass der Zuwachs nicht optimal (aber auch nicht wirklich schlecht) ist. Für die - als recht wasserbedürftig berüchtigten - Birken ist es offenbar optimal.
Ein wichtiges Instrument beim Gießen sind für mich die bereits erwähnten "Monitor-Unkräuter", so ganz kleine Sämlinge, die ja in fast jedem Topf keimen. So lange die nicht schlapp machen, muss zumindest nicht dringlich gegossen werden.

Grüße,
Stefan
"Leoparden brechen in den Tempel ein und saufen die Opferkrüge leer; das wiederholt sich immer wieder; schließlich kann man es vorausberechnen, und es wird ein Teil der Zeremonie." (F. Kafka)
herbert48
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Re: Erfahrungen mit weniger "pflegeintensiven" Konzepten

Beitrag von herbert48 »

Die von Walter Pall angeregte Diskussion finde ich sehr hilfreich. Da ich nicht jede Neuigkeit in den letzten
drei Jahrzehnten mitgemacht habe finde es gut wenn man wieder zu den Wurzeln zurückkehrt.
Solche Fachbeiträge können das Forum sehr bereichern.
Schlechte Erfahrungen habe ich jedoch mit dem Lavasubstrat gemacht. Dieses Substrat ist keine Neuheit. Es
wurde schön vor über einem Jahrzehnt empfohlen. Da es sich ein poröses Gestein handelt nimmt es sehr viel
Wasser auf. Meine Bäume sind oft wochenlang durchgefroren. Beim Umtopfen in Frühjahr habe ich jedoch
festgestellt das sich Lava in grobes Pulver aufgelöst hat.
Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?
Totoro

Re: Erfahrungen mit weniger "pflegeintensiven" Konzepten

Beitrag von Totoro »

Hallo zusammen,

für Waldkiefern verwende ich 80% (2-8mm) Eifel-Lava. Ich schwör drauf *daumen_new* Der Rest ist verrottete Kiefernadeln und Komposterde.
Ich verwende, da meine Kiefern alle jünger als 15 Jahre sind, große Anzuchtschalen mit einer Vielzahl zusätzlich gebohrter Abzugslöcher.
Selbst im Hochsommer muss ich nie täglich gießen.Bei ausdauerndem Regen stelle ich die Schalen auf Kipp.

Vorteil:
Nach durchdringendem Wässern hat man meist einige Tage Ruhe.

Nachteil:
Liegt das wässern einige Zeit zurück muss man die Bäume bzw. das Substrat gut beobachten um ein völliges Austrocknen zu vermeiden.

Aber: Durch den Zwang zu aufmerksamer Beobachtung lernt man seine Bäume erst so richtig kennen und lieben. Ein wertvoller Aspekt bei einem Hobby.

Gedüngt wird mit organischen Bio-NPK Pellets von Manna (25kg ca 25 Euro) und organischem Aminosol von Manna als Blattdünger (10l ca 25 Euro). Die Kosten sind also minimal bei einer "normalen" Sammlung. Spurenelemente kann man leicht und billig durch eine oder zwei Blattspritzungen pro Vegetationsphase mit mineralischem Blattdünger Wuxal incl. Spurenelemente zuführen.
Lavagranulat enthält aber zum Glück bereits Spurenelemente. Ein Mangel kommt praktisch nicht vor! Bei den Flüssigdüngern halte ich mich genau an die Herstellerangaben. Der Pelletdünger wird "Pi X Daumen" aufgelegt.

Gruß
Dirk
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Bergi
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Re: Erfahrungen mit weniger "pflegeintensiven" Konzepten

Beitrag von Bergi »

herbert48 hat geschrieben:Schlechte Erfahrungen habe ich jedoch mit dem Lavasubstrat gemacht. Dieses Substrat ist keine Neuheit. Es wurde schön vor über einem Jahrzehnt empfohlen. Da es sich ein poröses Gestein handelt nimmt es sehr viel Wasser auf. Meine Bäume sind oft wochenlang durchgefroren. Beim Umtopfen in Frühjahr habe ich jedoch festgestellt das sich Lava in grobes Pulver aufgelöst hat.
Hallo Herbert,
ich muss im Frühjahr mal genauer nachsehen, ob sich die Korngröße deutlich verringert hat; bisher hatte ich diesen Eindruck von "verpulvern", wie du es beschreibst, nicht so sehr. Kommt aber vielleicht auch auf die genaue Herkunft an (hab' aber auch darauf bisher noch nicht geachtet :oops: ). Für meine Zwecke ist die feinkörnigere Streulava besser (und billiger) als das eigens als solches gehandelte Pflanz-(Mulch-)substrat, das es während des Sommers in Baumärkten gibt.

Dirk - das mit den "Manna" Pellets hört sich ja nicht schlecht an - wo gibt es die?

Gruß,
Stefan
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manuu29
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Re: Erfahrungen mit weniger "pflegeintensiven" Konzepten

Beitrag von manuu29 »

Ohne alles gelesen zu haben sag ich mal

Pflege BRAUCHT jede pflanze entweder man lässt sich drauf ein oder lässt es lieber sein



Gruß manuu
wenn die die reinwollen die die rauswollen nicht rauslassen,können die die rauswollen die die reinwollen nicht reinlassen (ganz logisch oder)
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Bergi
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Re: Erfahrungen mit weniger "pflegeintensiven" Konzepten

Beitrag von Bergi »

manuu29 hat geschrieben:Ohne alles gelesen zu haben sag ich mal
Weißt du Manu, es soll hier einfach um Erfahrungen mit weniger pflegeintensiven Konzepten gehen, deswegen heißt der Thread auch so.
Gruß,
Stefan
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camaju +
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Re: Erfahrungen mit weniger "pflegeintensiven" Konzepten

Beitrag von camaju + »

Totoro hat geschrieben: Gedüngt wird mit organischen Bio-NPK Pellets von Manna
Wenn ich mir das Datenblatt durchlese, schmeiß ich mal Fertofit von Neudorff in's Rennen ;-)
Gruß Jürgen *wink*

Wer nicht mit Pflanzen und Tieren kann, kann auch nicht mit Menschen.

Ich moderiere in blau, der Rest ist nur meine Meinung
Totoro

Re: Erfahrungen mit weniger "pflegeintensiven" Konzepten

Beitrag von Totoro »

Hallo Bergie,

Die Pellets der Fa. Manna gibt es beim Centralmarkt Landgard und in Raiffeisen-Centralmärkten.
Diese Pellets sind wesentlich billiger als Biogold und Konsorten enthalten dabei aber sogar deutlich mehr N. Sie werden im Bio-Landbau verwendet.

@ Jürgen Camaju :
Fertofit geht bestimmt auch prima. Die Zusammensetzung ist wohl recht ähnlich und auch für den Bio-Landbau gedacht. Als Aminosol Ersatz kann man auch "Koniferenbalsam" von Neudorff nehmen. Da kostet allerdings ein Minifläschchen 9,80 Euro.

@herbert48:

Das rötliche Lava aus der Eifel verändert sich bei mir eigentlich gar nicht. Ich topfe die älteren Bäume nur alle 4-7 Jahre um. Kann es sein das du nicht ausgesiebtes Lava verwendet hast und nun die Staubanteile am Schalenboden angesammelt sind ?

Gruß
Dirk
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Salvatore
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Re: Erfahrungen mit weniger "pflegeintensiven" Konzepten

Beitrag von Salvatore »

@herbert48
würde lava wirklich zu staub verfallen würde es hier im forum sciherlich irgendwo riesengroß stehen und nicht empfohlen werden. :D
lg
Salvatore

http://www.youtube.com/user/SalvatoreBonsai
ist im Experimentierstadium (nur junge Indoors)
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achim73
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Re: Erfahrungen mit weniger "pflegeintensiven" Konzepten

Beitrag von achim73 »

leute, die natur ist kein supermarkt, in dem nur einheitliche qualität zu haben ist.
lava ist ein komplexes naturprodukt mit sicherlich einer riesigen bandbreite an zusammensetzungen.
wenn herbert schreibt, dass sich seine lava durch frost zersetzt, wird das so sein.
Gruss, Achim
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten"
chinesische Weisheit
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Georg
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Re: Erfahrungen mit weniger "pflegeintensiven" Konzepten

Beitrag von Georg »

Ich verwende bisher immer maxit/fibrotherm (identisch) und habe null Zersetzungserscheinungen.
Ich halte es da sogar wie Walter und werfe gebrauchtes Substrat nicht weg, sondern verwende es weiter. ( das verbilligt den eh´ nicht hohen Preis nochmals )
Keinerlei Verdichtungserscheinungen.
Daher werde ich auch nicht wechseln ohne Not.
Soweit meine Erfahrungen.
Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben geben, daß Du es sagen darfst(Voltaire)
Eva Warthemann
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Re: Erfahrungen mit weniger "pflegeintensiven" Konzepten

Beitrag von Eva Warthemann »

Ich verwende bisher immer maxit/fibrotherm (identisch) und habe null Zersetzungserscheinungen.
Ich halte es da sogar wie Walter und werfe gebrauchtes Substrat nicht weg, sondern verwende es weiter. ( das verbilligt den eh´ nicht hohen Preis nochmals )
Keinerlei Verdichtungserscheinungen.
Daher werde ich auch nicht wechseln ohne Not.
Soweit meine Erfahrungen
Genau so mache ich es auch.
Liebe Grüße Eva Warthemann
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MarionS
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Re: Erfahrungen mit weniger "pflegeintensiven" Konzepten

Beitrag von MarionS »

Georg hat geschrieben:Ich halte es da sogar wie Walter und werfe gebrauchtes Substrat nicht weg, sondern verwende es weiter.
Ömm... entschuldigt die vielleicht blöde Frage, aber ist das denn nicht normal, das Zeug weiterzuverwenden?
Ich hab das von Anfang an so gemacht: Pflanze in Substrat aus dem Mischsack eintopfen, das gebrauchte Substrat trocknen, aussieben und wieder ab in den Mischsack.
Etwas fällt da immer ab, etwas Staub und ne halbe Tasse kleiner Körner, die jetzt durch das Sieb passen. Akadama, Seramis, Lavastrat.

Ich bin ja nur ein fortgeschrittener Anfänger und meine Pflänzchen kaum mehr, da steht alles eh in Körben. Bei denen reicht morgens und abends wässern. Die größte Saufnase, der Blauregen, kriegt an den heißen Tagen noch einen Untersetzer dazu, den er leeren kann.
Gruß,
MarionS

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Georg
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Re: Erfahrungen mit weniger "pflegeintensiven" Konzepten

Beitrag von Georg »

Hallo Marion,
mit Akadama/Humus würde ich das nicht tun.
Das würde unweigerlich zu gelinde gesagt ungesunden Verdichtungen führen.
Bei absolut strukturstabilem Substrat gibt es m.E. keinerlei Bedenken.
Nur die pflanzlichen Anteile ( Wurzeln etc. ) entferne ich großzügig.
Sieben? Ich nicht.
Und Düngen muß ich eh viel. Immer.
Ich selbst hab´ja auch Hunger (zu oft ) :wink:
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camaju +
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Re: Erfahrungen mit weniger "pflegeintensiven" Konzepten

Beitrag von camaju + »

Diese Beiträge (wie auch ein paar andere, die die letzten Tage eingestellt wurden) zeigen doch mal wieder, das es 1000 Wege gibt.

Es gibt eben keinen Goldenen 08/15 Weg. Genau wie beim Dünger (deshalb hab ich auch nur mal als Beispiel Fertofit eingeworfen)

Mal ein kurzer Auszug, was Heike in einem anderen Beitrag gescriebeen hat.
Heike_vG hat geschrieben:Das muss man einschätzen können.
....Man darf nicht zu viel verallgemeinern, sondern muss verschiedene Fälle unterscheiden....
Was am Ende bleibt, ist sich mit der Materie beschäftigen und selbst Erfahrungswerte sammeln.

Mal grob ein kleine Beispiel aus meiner Anfangszeit. Ich hab mir 1985 oder war's 86 im Bonsaizentrum Heildelber nen Sack "Orginal japanische Bonsaierde" gekauft. Das Zeug würde heute von der Strucktur her bestenfalls als Aussaaterde durchgehen, also relativ fein.

Da drin standen dann ein Apfel und ne Hainbuche. Die Hainbuch hats nicht lange gemacht. Als ich die dann aus Topf genommen hab war die Erde klatschnass. Hm, warum lebt der Apfel noch. Erdkontrolle, da war nix nass. Also beobachten und ne neue Hainbuche gekauft, weiter beobachten und Erde kontrollieren. Dabei haben schon die Holzstäbchen / Zahnstocher eine große Rolle gespielt.

Hat eigentlich gar nicht lange gedauert, bis ich bemerkt hab,das der Apfel säuft wie ein Loch (in guten Zeiten 2-3 Ltr. am Tag) und die Hainbuche eben nicht, für die war diese Menge viel zuviel. Letztendlich hat es auch mit diesem "Substrat" funktioniert.

Ich hoffe jetzt einfach mal, das ihr versteht, was ich meine.

@Dirk

Nur mal aus Neugier. Ist "dein" Aminosol (10Ltr.) gebrauchsfertig oder musst du verdünnen ?
Gruß Jürgen *wink*

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