als Chemiker und Biologe kenne ich mich ein wenig aus mit radioaktiven Stoffen und ihrer Wirkung auf den menschlichen Körper.
Die japanische Regierung hat die Daten von Drohnenflügen nach der Reaktorkatastrophe veröffentlicht, die eine gute Abschätzung ermöglichen, in welchen Gebieten es radioaktiver Fallout gegeben hat und in welchen nicht. Ebenfalls wurden auch Daten von Bodenproben veröffentlicht, die natürlich nicht flächendeckend genommen werden können. Danach wurden bedenkliche Werte vor allem in der Gegend um Fukushima gemessen, dort besonders in Richtung Nordwesten. Schon etwa 40km in nordwestlicher Richtung sinken die Werte schon wieder auf ein unbedenkliches Niveau. In allen anderen Richtungen schon nach etwa 10km.
Kanuma-Erde stammt wohl aus der Gegend um die Stadt Kanuma, die etwa 130km süd-westlich des Kraftwerkes liegt und damit weit außerhalb des bedenklichen Bereiches. Akadama-Erde wird in der Kanto-Region abgebaut, das ist die Gegend in der auch Tokyo liegt. Dieses ist 210km süd-westlich des Kraftwerks. Kiryu kommt auch irgendwo aus der Gegend.
Natürlich konnte man in den Tagen und Wochen nach dem Unfall auch in Tokyo erhöhte Strahlung messen, aber weit ausserhalb bedenklicher Dosen. Sogar in Europa war die Strahlung nach einiger Zeit messbar. Die Kollegen, die auqatische Sedimente datieren freuen sich über sowas weil sie jetzt wieder einen neuen Marker haben. Nach dem Unfall von Tschernobyl konnte auch in ganz Europa ein starker Strahlungsanstieg gemessen werden.
Ich bin der Meinung, dass ganz normale Erde hier in Bayern weit mehr radioaktive Isotope enthält als Akadama oder Kanuma. Dazu kommt noch die Belastung durch Radongas in alten Häusern. Oder habt ihr schonmal gesehen, was ein Geigerzähler zu einer handelsüblichen Küchenarbeitsplatte aus Granit sagt?
Werkzeuge kann man mit Seife und Wasser abwaschen, dann ist alles runter, selbst wennn da was drauf gewesen wäre. Schalen genauso. Im Ton ist auch nichts drin, der kommt nicht direkt von der Oberfläche sondern da ist eine Humusschicht drüber.
Und natürlich wird alles, was in die EU eingeführt wird, woher auch immer und in welchen Mengen, auch vor dem Unglück schon, auf radioaktive Belastung überprüft. Dies muss nicht unbedingt mit einem Geigerzähler passieren, sondern z.B. mit einem Gaschromatographen. Der ist viel empfindlicher, genauer und misst wirklich welche Stoffe auf der Ware drauf sind. Ein Geigerzähler unterscheidet nicht zwischen Alpha-, Beta-, und Neutronenstrahlern, die aber sehr unterschiedliche Gefährlichkeit haben und berücksichtigt nicht deren kinetische Energie. Die Grenzwerte legt die EU fest und nicht die Japaner. Diese liegen weit unter dem gesungheitlich bedenklichen Bereich.
Ich selbst verwende Akadama und Kanuma wenn überhaupt nur noch in geringen Mengen, weil ich schon vor zwei Jahren auf Fibotherm umgestiegen bin. Trotzdem werde ich es weiter kaufen (und würde es sogar essen, wenn es schmecken würde
Ich hoffe ich konnte allen helfen, die sich unsicher waren. Es gibt immer ein paar, die trotzdem vor allem Möglichen Angst haben, aber denen ist wohl nicht zu helfen.
Viele Grüße,
Andy
