Produkte aus Japan noch kaufen?

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Andreas R.
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Re: Produkte aus Japan noch kaufen?

Beitrag von Andreas R. »

Hallo,

als Chemiker und Biologe kenne ich mich ein wenig aus mit radioaktiven Stoffen und ihrer Wirkung auf den menschlichen Körper.
Die japanische Regierung hat die Daten von Drohnenflügen nach der Reaktorkatastrophe veröffentlicht, die eine gute Abschätzung ermöglichen, in welchen Gebieten es radioaktiver Fallout gegeben hat und in welchen nicht. Ebenfalls wurden auch Daten von Bodenproben veröffentlicht, die natürlich nicht flächendeckend genommen werden können. Danach wurden bedenkliche Werte vor allem in der Gegend um Fukushima gemessen, dort besonders in Richtung Nordwesten. Schon etwa 40km in nordwestlicher Richtung sinken die Werte schon wieder auf ein unbedenkliches Niveau. In allen anderen Richtungen schon nach etwa 10km.
Kanuma-Erde stammt wohl aus der Gegend um die Stadt Kanuma, die etwa 130km süd-westlich des Kraftwerkes liegt und damit weit außerhalb des bedenklichen Bereiches. Akadama-Erde wird in der Kanto-Region abgebaut, das ist die Gegend in der auch Tokyo liegt. Dieses ist 210km süd-westlich des Kraftwerks. Kiryu kommt auch irgendwo aus der Gegend.
Natürlich konnte man in den Tagen und Wochen nach dem Unfall auch in Tokyo erhöhte Strahlung messen, aber weit ausserhalb bedenklicher Dosen. Sogar in Europa war die Strahlung nach einiger Zeit messbar. Die Kollegen, die auqatische Sedimente datieren freuen sich über sowas weil sie jetzt wieder einen neuen Marker haben. Nach dem Unfall von Tschernobyl konnte auch in ganz Europa ein starker Strahlungsanstieg gemessen werden.

Ich bin der Meinung, dass ganz normale Erde hier in Bayern weit mehr radioaktive Isotope enthält als Akadama oder Kanuma. Dazu kommt noch die Belastung durch Radongas in alten Häusern. Oder habt ihr schonmal gesehen, was ein Geigerzähler zu einer handelsüblichen Küchenarbeitsplatte aus Granit sagt?

Werkzeuge kann man mit Seife und Wasser abwaschen, dann ist alles runter, selbst wennn da was drauf gewesen wäre. Schalen genauso. Im Ton ist auch nichts drin, der kommt nicht direkt von der Oberfläche sondern da ist eine Humusschicht drüber.

Und natürlich wird alles, was in die EU eingeführt wird, woher auch immer und in welchen Mengen, auch vor dem Unglück schon, auf radioaktive Belastung überprüft. Dies muss nicht unbedingt mit einem Geigerzähler passieren, sondern z.B. mit einem Gaschromatographen. Der ist viel empfindlicher, genauer und misst wirklich welche Stoffe auf der Ware drauf sind. Ein Geigerzähler unterscheidet nicht zwischen Alpha-, Beta-, und Neutronenstrahlern, die aber sehr unterschiedliche Gefährlichkeit haben und berücksichtigt nicht deren kinetische Energie. Die Grenzwerte legt die EU fest und nicht die Japaner. Diese liegen weit unter dem gesungheitlich bedenklichen Bereich.

Ich selbst verwende Akadama und Kanuma wenn überhaupt nur noch in geringen Mengen, weil ich schon vor zwei Jahren auf Fibotherm umgestiegen bin. Trotzdem werde ich es weiter kaufen (und würde es sogar essen, wenn es schmecken würde ;) )

Ich hoffe ich konnte allen helfen, die sich unsicher waren. Es gibt immer ein paar, die trotzdem vor allem Möglichen Angst haben, aber denen ist wohl nicht zu helfen.

Viele Grüße,
Andy
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achim73
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Re: Produkte aus Japan noch kaufen?

Beitrag von achim73 »

Die japanische Regierung hat die Daten von Drohnenflügen nach der Reaktorkatastrophe veröffentlicht, die eine gute Abschätzung ermöglichen, in welchen Gebieten es radioaktiver Fallout gegeben hat und in welchen nicht. Ebenfalls wurden auch Daten von Bodenproben veröffentlicht, die natürlich nicht flächendeckend genommen werden können. Danach wurden bedenkliche Werte vor allem in der Gegend um Fukushima gemessen, dort besonders in Richtung Nordwesten. Schon etwa 40km in nordwestlicher Richtung sinken die Werte schon wieder auf ein unbedenkliches Niveau. In allen anderen Richtungen schon nach etwa 10km.
tja...das ist vielleicht die offizielle Version. für alle, die gern auf unabhängige berichterstattung zurückgreifen, kann ich nur die seite
http://www.enenews.com
empfehlen.
heute z.b. das und das.

für uns hier wird sich das ganze in grenzen halten von der auswirkung, aber da unten wird das ganze ausmaß der tragödie erst langsam nach und nach deutlich.
vor allem, weil es absolut keine idee gibt, wie man damit fertigwerden könnte.
Gruss, Achim
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Andreas R.
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Re: Produkte aus Japan noch kaufen?

Beitrag von Andreas R. »

Hallo Achim,

bitte nicht falsch verstehen. Ich wollte keineswegs das Ausmaß der Katastrophe verharmlosen.
Ich glaube dem Bericht der japanischen Regierung und gehe davon aus, dass diese keine falschen Informationen verbreitet. So etwas mag in manchen Ländern üblich sein, ich glaube aber, dass man in Japan entweder korrekte Messwerte veröffentlicht oder diese verschweigt. Nachdem sie veröffentlicht wurden kann man also wohl davon ausgehen, dass sie auch korrekt sind.
Zu den beiden Artikeln, die du gefunden hast:
Die Messwerte von der Müllverbrennungsanlage sagen nicht viel aus. Der rote Wert von knapp 20 µSv/h ist zwar bedenklich hoch, aber wie lange war dieser Wert dort so hoch? Den ganzen Tag oder nur ein paar Minuten? Aussagekräftig wäre hier z.B. ein Tagesmittelwert. Die gelben Werte drumherum (0,1-0,2 µSv/h) liegen alle unter dem Grenzwert für Zivilisten in Deutschland. Solchen Dosen kann man sein ganzes Leben lang ausgesetzt sein ohne Schaden zu nehmen. In München z.B. ist 0,07 µSv/h ein ganz normaler Wert und auch Werte bis 0,2 µSv/h kommen dort häufig vor.
In dieser Anlage wird laut dem Artikel wohl schwach radioaktiver Müll verbrannt, da kann es kurzzeitig schonmal zu so hohen Werten kommen. Auch in Deutschland passiert das, hier wird schwach radioaktiver Müll aus der Industrie auch in ähnlichen Anlagen verbrannt.
Der andere Artikel klingt da schon etwas schlimmer, 760.000 Bq/kg ist ein hoher Wert, fast so hoch wie z.B. reines Uran 238. Aber das kann man nicht so einfach in Bq/m^2 umrechnen. Ein Kilo wovon haben die denn da gemessen? Boden (bis zu welcher Tiefe)? Bei der Umrechnung wurde eine Masse von 65kg/m^2 angenommen, das würde bedeuten dass ca. 5cm tief gegraben wurde. Dann wäre der Wert wirklich sehr hoch. Allerdings liegt die Probennahmestelle nur 20km vom Kraftwerk entfernt und zwar Richtung Nordwesten, wo - wie ich bereits beschrieben habe - auch in weiterer Entfernung recht hohe Werte gemessen wurden.
Wirklich unabhängige Daten dürfte es wohl kaum geben, weil vermutlich wie hier in Deutschland alle vernünftigen Messstationen, Institute und Hardware vom Staat betrieben wird.
Das Gebiet um das Kraftwerk und in unittelbarer Umgebung ist auf jeden Fall massiv radioaktiv verseucht, auch einen Radius von 50km würde ich nicht unbedingt betreten wollen.
Aber: *back* Die für Bonsai üblichen Erden sind meiner Meinung nach unbedenklich, schon allein weil sie bei Einfuhr in die EU kontrolliert werden. Ebenso Werkzeuge und alles andere.

Viele Grüße,
Andy
Zuletzt geändert von Andreas R. am 24.11.2011, 12:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Andreas R.
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Re: Produkte aus Japan noch kaufen?

Beitrag von Andreas R. »

Da fällt mir noch ein: Wer auf keinen Fall mehr Erden aus Japan verwenden will kann statt Kanuma die Mischung aus Blähton (teilweise gebrochen "Fibotherm" oder "Maxit") und Torf verwenden. Mehr dazu hier. Torf ist schön sauer und quasi auch das natürliche Substrat der Azaleen. Alleine würde er zu viel Wasser speichern, deshalb sollte er nur in entsprechender Mischung mit Blähton verwendet werden.
Genauso kann man den Blähton (teilweise gebrochen) statt Akadama verwenden.

Viele Grüße,
Andy
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baba
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Re: Produkte aus Japan noch kaufen?

Beitrag von baba »

Hallo,

ich hatte auch sehr große Bedenken und habe diverse Bonsaibetriebe meines Vertrauens angeschrieben, darunter auch zwei seriöse Betriebe aus Ascheberg und Remschheid, die jeder hier kennt.

Hier mal die Rückmeldungen der Unternehmen.
wir waren in Japan und sind seit einigen Tagen zurück.
Die Firmen die diese Erden verarbeiten sind sehr renommierte alte Firmen die großen Wert auf Seriosität legen und selber untersuchen lassen
Es besteht keinerlei Gefahr für alle Importe.
Alle Bäume, Erden, Schalen usw. die wir gekauft haben werden in Japan auf Strahlenwerte auf unsere Kosten untersucht, darüber erhalten wir ein Zertifikat das wir gerne unseren Kunden mitgeben.
In Hamburg im Hafen werden die Container samt Inhalt ebenfalls untersucht.
danke für Ihre Email. Ich gebe Ihnen Recht. Grund zur Vorsicht besteht sicherlich. Wir haben uns als meines Wissens nach einziges deutsches Unternehmen ein hochwertiges Strahlenmessgerät für 800 Euro zugelegt und kontrollieren sämtliche Erden und das Zubehör welches wir aus Japan erhalten. Zudem haben wir auch Containerlieferungen bereits in Japan auf Strahlung untersuchen lassen.

Wir haben auch unser Lager mit Substraten (Akadama, Kiryu, Kanuma etc.) sofort nach dem Unglück um ein Vielfaches aufgestockt. Wir haben nun voraussichtlich genug Erde für die nächsten 2 Jahre. Diese Substrate waren alle bereits abgefüllt als sich das Unglück ereignete.

Ich kann Ihnen also garantieren, dass unsere Erde strahlenfrei ist. Wenn Sie einmal bei uns sind kann ich Ihnen das gern auch "live" mit dem Gerät zeigen.
die Befürchtung hatte ich auch und habe beim Großhändler in Japan nachgefragt. Hier seine Antwort:

However, I attached the chronological change for air dose rate in Hokota area where Akadama is produced since March 11th, checked by Ibaraki Prefectural Environmental Radiation Monitoring Center. The scale on the graph is micro gray per hour which is equal to micro Sievert. 1 micro Sievert is equal to 0.001milli Sievert. Considering that EU standard value for radiation is 0.4 milli Sievert, the maximum value 5.3 micro gray per hour (=0.0053 milli Sievert per hour) in Hokota is not a big deal in my opinion.

Ausserdem würde unter anderem, der Schiffseigner schon was dagegen haben, wenn verstrahlte Ware auf sein Schiff kommt.

Ich denke, wenn man bei einem seriösen Händler bestellt, ist die Gefahr ausgeschlossen. Aber auch bei den nicht so bekannten Händler sehe ich keine Gefahr.

Liebe Grüße
Gökhan
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Andreas R.
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Re: Produkte aus Japan noch kaufen?

Beitrag von Andreas R. »

baba hat geschrieben:Ich kann Ihnen also garantieren, dass unsere Erde strahlenfrei ist.
Das ist unmöglich!
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baba
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Re: Produkte aus Japan noch kaufen?

Beitrag von baba »

Hallo Andreas,

wieso denkst Du, dass es unmöglich ist? Das ist die Aussage aus Ascheberg gewesen und die hört sich meiner Meinung nach sehr nachvollziehbar an *kopfkratz*

Liebe Grüße
Gökhan
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Dirk K. aus L.
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Re: Produkte aus Japan noch kaufen?

Beitrag von Dirk K. aus L. »

Ich vermute, Andreas möchte Folgendes zum Ausdruck bringen:

Gänzlich strahlenfrei ist die Erde aus Japan nicht. Es ist vielmehr Frage, ob die Strahlungsbelastung abseits der kritischen Werte liegt. Man hat nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima sogar auf anderen Kontinenten erhöhte Werte messen können.

Aufgrund der besagten Kontrollen halte ich persönlich die Import-Ware aber für unbedenklich.

Gruß, Dirk
Der wahre Weg geht über ein Seil, das nicht in der Höhe gespannt ist, sondern knapp über dem Boden. Es scheint mehr bestimmt stolpern zu machen, als begangen zu werden. (Franz Kafka)
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Andreas R.
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Re: Produkte aus Japan noch kaufen?

Beitrag von Andreas R. »

Erde enthält immer irgendwelche instabilen Isotope, strahlenfreie Erde gibt es nicht. Radioaktive Strahlung ist allgegenwärtig. Man nennt das "natürliche Strahlung" oder "terrestrische Strahlung".

@Dirk: Ja, im Prinzip meinte ich das auch. Die von dir beschriebene "künstliche" Strahlung kommt da noch extra dazu, übrigens nicht erst seit Fukushima sondern seit der ersten Atombombenexplosion in New Mexiko. Seitdem kommt immer mehr davon dazu, Hiroshima und Nagasaki, alle möglichen Kernwaffentests, Reaktorunfälle... Der Dreck verteilt sich über die ganze Welt, man kann damit z.B. Sedimentschichten in Seen seit 1945 aufs Jahr genau datieren.

Ich halte Erde aus Japan auch für unbedenklich, siehe meine früheren Posts hier.
Wann eine Strahlendosis wirklich schädlich ist kann übrigens keiner sagen, die Grenzwerte sind rein willkürlich. Das ist wie Lotto spielen: irgendwann trifft ein Strahlungsteilchen deine DNS an einer kritischen Stelle und du bekommst Krebs. Und je mehr Kästchen man ausfüllt umso höher ist die Chance.
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Bonsai-san
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Re: Produkte aus Japan noch kaufen?

Beitrag von Bonsai-san »

Jetzt bin ich um einiges Informierter darüber, vor allem wenn ein Chemiker/Biologe sein Wissen und Denken Preis gibt, danke dir dafür Andreas R. Somit ist ja alles beim Alten vom Kauf importierter Ware aus Japan. Danke für die Aufschlussreichen Antworten die bis jetzt zusammen kamen. In der Zwischenzeit habe ich mir jedoch die Bestandteile für W.Pall´s Modernes Substrat fast zusammen gestellt und bestellt. Ich werde trotz den Unbedenklichkeiten gegenüber Akadama meine Bäumchen dieses Jahr zum ersten mal in Modernes Substrat umtopfen (auch wenn ich noch auf der suche nach GROBEN TORF bin). Die einzigen Bedenken die ich bei der Neuen Substrat Umstellung habe sind nur die, das das Substrat hoffentlich ähnlich so schnell Abtrocknet wie reines Akadama wegen der Gewohnheit und vor allem der Zeit (10Std. von Daheim außer Haus wegen der Arbeit) Die letzten 3 Jahre hatte ich auf jeden Fall keinerlei Probleme mit der Feuchtigkeitsspeicherung im Akadama. Konnte also beruhigt Arbeiten gehen, nach hause gekommen, die Bäumchen gegossen (wenn nötig) und alles war gut. Das neue Substrat soll ja schneller Abtrocknen, daher werde ich wohl etwas mehr Torf und Lava unter mischen.
Zuletzt geändert von Bonsai-san am 04.03.2012, 09:34, insgesamt 2-mal geändert.
Liebe Grüße aus Baden-Württemberg

Armin
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Frank80
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Re: Produkte aus Japan noch kaufen?

Beitrag von Frank80 »

Bonsai-san hat geschrieben:... habe ich mir jedoch in der Zwischenzeit die Bestandteile für W.Pall´s Modernes Substrat fast zusammen gestellt und bestellt.
... Das neue Substrat soll ja schneller Abtrocknen, daher werde ich wohl etwas mehr Torf und Lava unter mischen.
Ich bin da jetzt absolut kein Experte, aber wenn ich diverse Diskussionsbeiträge richtig verstanden, dann sollte man bei modernem Substrat eben gerade nicht zusätzliche Teile Torf "reinmogeln" - denn genau dadurch wird zuviel Wasser gespeichert, so dass im schlimmsten Fall Wurzelfäule entsteht.
Wäre ganz gut, wenn sich da noch jemand zu äußern könnte, bevor das Substrat angemischt wird.

MfG Frank
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Bonsai-san
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Re: Produkte aus Japan noch kaufen?

Beitrag von Bonsai-san »

Hallo Frank80 das stimmt so nicht den Walter Pall schreibt folgendes über seine Substrat Zusammenstellung... ´´Weil moderne Substrate keine Erde enthalten, weisen sie auch nur wenig oder kein Leben auf. Sie trocknen schnell und man muss oft mehrmals am Tag wässern, wenn es heiß ist. Deshalb füge ich groben Torf zusätzlich zu den zuvor genannten Substraten´´.

Weiterhin schreibt er darüber dieses hier... ´´Diese organischen Materialien sind gut für die Erhaltung der Luftfeuchtigkeit und für die Unterstützung der Ansiedlung von nützlichen Kleinlebewesen im Boden. Es gibt auch Forschungsergebnisse, die aussagen, dass das Torfmoos Pflanzenhormone enthält, die für Bäume günstig wirken. Die genannten Zusatzstoffe sind organische Materialien, die normalerweise in einem Bonsai-Substrat nichts zu suchen haben, die jedoch so etwa fünf Jahre aushalten bevor sie zerfallen und schädlich werden. Das muss man bei der Zeitplanung für das Umtopfen berücksichtigen. Das organische Material sollte auch aus jedem Substrat, das recycelt wird, gesiebt oder gewaschen werden´´.

´´Ich verwende für alle Bäume dasselbe Substrat. Das kann im Laufe des Jahres von der genauen Zusammensetzung variieren, weil ich immer wieder altes Substrat neu verwende und auch mal mehrere verschiedene Substratanteile wahllos mische. Ich kümmere mich überhaupt nicht um die genaue Zusammensetzung sondern achte nur sehr genau darauf, dass nur modernes Substrat ganz ohne Erde verwendet wird´´.
Liebe Grüße aus Baden-Württemberg

Armin
chris-git@rre

Re: Produkte aus Japan noch kaufen?

Beitrag von chris-git@rre »

Hallo Zusammen,
das sagt die Bonsaischule Enger zu dem Reaktorunfall in Japan:

Mod- Bitte NB beachten. Die Info kann man unter Aktuell auf der Enger-Site nachlesen

Vor ca. einem halben Jahr habe ich im Bonsaizentrum Heidelberg nachgefragt.
Dort wurde mir gesagt, das sie kein Akadama mehr aus Japan bestellen.
Wie das mit den anderen Produkten aussieht weiß ich nicht.
Auf die staatlichen Kontrollen verlasse ich mich nicht, da wird zu viel zensiert.

LG Chris
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camaju +
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Re: Produkte aus Japan noch kaufen?

Beitrag von camaju + »

Der Meinungsaustausch um die Messwerte wurde hier hin verschoben

http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopi ... =2&t=31295
Gruß Jürgen *wink*

Wer nicht mit Pflanzen und Tieren kann, kann auch nicht mit Menschen.

Ich moderiere in blau, der Rest ist nur meine Meinung
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