Darf ich mich nochmal einmischen?
Lac Balsam ist wirklich nicht ratsam, aber es gibt inzwischen auch japanische flüssige Wundverschlüsse in kleinen runden Fläschchen. Damit habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Ist leicht aufzubringen, da die Flaschen lange spitz zulaufende Aufsätze haben und kann gut und leicht verstrichen werden. Entweder nur am Kallus aussen herum, oder auch auf der gesamten Schnittfläche. Großer Vorteil, das Zeug wird recht schnell fest und ist dann gummiartig auch wieder leicht und am Stück abzuziehen wenn man es weg haben möchte. Bis dahin hält es Klasse und vor allem dicht, was bei Wundpaste nicht der Fall ist. Bei Wachstum vom Kallus hebt die sich schon mal ab, platzt auf, wird rissig usw.
Nur am Kambium schützen oder gesamte Fläche?
Vor allem bei Schnitten die tiefer ins lebende Holz gehen würde ich lieber die ganze Fläche, und zwar unmittelbar nach dem Schnitt, luftdicht schützen. Der Gruund liegt auch darin, daß dabei im Splintholz Saftbahnen geschädigt werden indem sie durchtrennt werden. Der Saft steigt im Baum nach oben durch Kapillarwirkung und Sog, welcher durch Verdunstung an den Blättern entsteht. Wird die Leitungsbahn unterbrochen, dann saugt da sozusagen Luft an, der gleiche Effekt wie bei einem Schlauch oder Strohhalm. Kommt da also Luft rein, gibt es sozusagen eine Luftembolie. Einen unterbrochenen Saftstrom mit Luft in der Leitung wieder zum laufen zu bringen ist sehr schwer und manchmal für den Baum unmöglich, was ein absterben der oberen Grünbereiche zur Folge haben kann , welche von diesen Bahnen versorgt werden. Wird da abgedichtet bleibt der Saft sozusagen länger in der Leitung stehen und wenn der Baum die Leitungen wieder repariert oder umgelegt und wieder verbunden hat, kann der Saft wieder besser zum fließen gebracht werden.
Hoffe das war jetzt verständlich.
Also ich finde diese These logisch.
liebe Grüße
Carmen