Ein aussergewöhnliches Yamadorierlebnis

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Herbert A
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Ein aussergewöhnliches Yamadorierlebnis

Beitrag von Herbert A »

Servus an alle

Seit 6 Jahren weckte ein Baum immer wieder meine Aufmerksam wenn ich mit dem Auto daran vorbeigefahren bin. Er stand allerdings so ungünstig, dass ich ihn aufgrund einer scharfen Kurve immer nur den Bruchteil einer Sekunde gesehen habe. Vor zwei Jahren wollte ich dann in das nächste Haus gehen um zu fragen wem der Baum gehört und ob ich mir den ausgraben darf. Damals und auch noch zweimal danach habe ich allerdings in dem alten Bauernhaus nie jemand angetroffen.

Letzte Woche fuhr ich die Strecke wieder. Sekundenschneller Blick zum Baum - ja er steht noch da. Diesmal allerdings war eine alte Frau in dem Garten des Bauernhauses. Sofort den Retourgang rein und zu der Frau hin.

"Jaja, sagte die ca 80 Jahre alte Frau, der Baum steht da schon ewig. Solange ich denken kann schneide ich den Baum immer im Frühjahr"

Ich habe ihr gesagt dass ich den Baum wunderschön finde und dass ich einen ganz tollen Platz für diesen aussergewöhnlichen Baum hätte. "Na, dann nimmst´n halt mit". Beinahe hätte ich sie abgebusselt.

Am Nachmittag Werkzeug geladen und auf zum Baum. Mit dem Spaten bin ich nicht weit gekommen. Unter einer dünnen Grasnarbe war es sehr steinig. Der Baum hat sich wahnsinnig gewehrt. Ich musste dann mit schwerem Gerät anrücken.

Als der Baum halb ausgegraben war kam aus dem Wurzelbereich eine Schlange aus einem Loch. Das hat gar nicht mehr aufgehört. Letztendlich ringelte sich am Baum eine Äskulapnatter mit eineinhalb Meter Länge. Es gefiel ihr gar nicht dass ich den Baum ausgraben will und sie machte erstmal auf wilden Mann und ging in Angriffsstellung.
Äskulapnatter
Äskulapnatter
Aufgrund des schlanken Kopfes vermutete ich dass es eine Natter sein könnte. Nattern sind nicht giftig. Zumindest kenne ich bei uns keine giftige Natter.
Nachdem sie keine Anstalten machte vom Baum wegzukriechen, habe ich sie vorsichtig überredet ;-)
002 28.04.12.jpg
Zuhause habe ich dann nachgesehen und es war tatsächlich eine Äskulapnatter. Ich hoffe sie hat wieder ein neues Zuhause gefunden.

Achja, der Baum. Leider keine besonders gute Aufnahme. Es ist eine Weide. Der Stamm windet sich wie eine Schlange nach oben. Sehr passend.
003 28.04.12.jpg
Ich liebe Bäume mit denen ein besonderes Erlebnis verbunden ist. Da ich relativ wenig Wurzeln mitnehmen konnte, habe ich den Baum mit Plastikfolie umgeben, damit bei dem jetzt sehr heissen Wetter die Verdunstung reduziert wird.
Er schiebt auch schon die ersten Blätter.

ciao
Herbert Aigner
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avicenna
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Re: Ein aussergewöhnliches Yamadorierlebnis

Beitrag von avicenna »

Tolle Geschichte zu diesem Baum ... ich mag es ebenso, wenn der Baum erzählen kann ...einfach großartig. Ich kann es wunderbar nachvollziehen was sich in dir vom ständigen Vorbeifahren bis hin zur Äskulapnatterbegegnung und dem beobachten des ersten Grün abgespielt hat :-D .
Mein Name für diesen Baum ständ auf jeden Fall auch schon fest :) " Die Äskulapsalix"... weißt du denn schon um welche Salix es sich handelt ?

saludos
avicenna
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Herbert A
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Re: Ein aussergewöhnliches Yamadorierlebnis

Beitrag von Herbert A »

Servus Avicenna

die Bäurin meinte es sei eine alte Kopfweide. Das glaube ich allerdings nicht ganz. Mal sehen wenn sie ganz ausgetrieben hat.

ciao
Herbert Aigner
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Re: Ein aussergewöhnliches Yamadorierlebnis

Beitrag von Sanne »

Hallo Herbert,

ich schließe mich der Meinung von Avicenna an. War wirklich eine aussergewöhnliche Geschichte.
Über weitere Updates zu der Weide würde ich mich freuen.

Schöne Grüße, Sanne
Was wären wir ohne den Trost der Bäume…
(Zitat von Gisela V.)
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Norbert_S
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Re: Ein aussergewöhnliches Yamadorierlebnis

Beitrag von Norbert_S »

Hallo Herbert

Wieder einmal eine lesenswerte Geschichte von Dir.
Von den Proportionen und Abmessungen schaut der Baum aber alles andere als einfach aus.
Da wir hier aber ja schon einige deiner tollen Umsetzungen gesehen haben, bin ich außerordentlich gespannt, wie die Geschichte in der Schale fortgeschrieben wird.
Norbert

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Robert S.
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Re: Ein aussergewöhnliches Yamadorierlebnis

Beitrag von Robert S. »

die Bäurin meinte es sei eine alte Kopfweide. 
Hallo Herbert,
Danke für die für die schöne Geschichte. Die Frage, um was für eine Weide es sich bei dem Baum handelt hast Du doch längst selbst beantwortet. Es handelt sich um die einzigartige Natternweide. :-D
Und nachdem wir ja wissen, wie schön Du den Fortgang aller Deiner Bäume dokumentierst, freu ich mich schon auf die nächsten Jahre.

Servus,
Robert
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Sigrid
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Re: Ein aussergewöhnliches Yamadorierlebnis

Beitrag von Sigrid »

Jaja Herbert, du gehörst gewiss auch zu denen, die den "kleinen Baum" sprich Bonsai gern etwas größer mögen :P

Jedenfalls eine spannende und interessante Geschichte! Bin auch sehr neugierig, was daraus mal werden mag und wünsche ein gutes Gelingen - und drücke auch die Daumen, dass Baum und Natter ihre jeweilige Umsiedelung gut überstehen *daumen_new*
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Herbert A
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Re: Ein aussergewöhnliches Yamadorierlebnis

Beitrag von Herbert A »

Servus an alle

bis jetzt geht es der Weide noch gut. Sie treibt unter der Plastikfolie munter Blätter. Das sagt aber noch nichts, das kann der Baum auch noch aus den vorhandenen Säften bewerkstelligen.

Ja, der Baum ist ein bissl sehr groß, aber der wird wahrscheinlich nie in einer Schale stehen. Den habe ich als Begüssungsbaum für meinen Garten vorgesehen. Ich könnte mir den Baum auf einer sehr großen Steinplatte vorstellen.

ciao
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Re: Ein aussergewöhnliches Yamadorierlebnis

Beitrag von Heike_vG »

Tolle Geschichte, Herbert! Und die Fotos der Schlange sind toll.
Ich hoffe auch, dass sie sich ein anderes Zuhause suchen konnte. :-D
Der Baum ist etwas Besonderes, da freue ich mich schon auf weitere Bilder.
Du bietest uns immer wieder ganz spezielle Dinge, vielen Dank dafür!

Liebe Grüße,

Heike
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Carmen_G.
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Re: Ein aussergewöhnliches Yamadorierlebnis

Beitrag von Carmen_G. »

Hallo Herbert,

eine schöne Geschichte, welche den Baum jetzt schon einmalig macht und ihm Persönlichkeit verleiht.
als Begrüßungsbaum ein echter Schlangenbaum! Wer hat schon so was! :-D
Viel Erfolg beim anwachsen, aber Weide geht ja auch ganz ohne Wurzeln an. :)

Auf die Entwicklung in Deinen Händen freue ich mich auch schon.

liebe Grüße
Carmen
Liebe Grüße
Carmen
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Herbert A
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Re: Ein aussergewöhnliches Yamadorierlebnis

Beitrag von Herbert A »

Servus an alle

Ein Monat nach dem ausgraben treibt die Weide munter Blätter. Die zwei Wochen unter der Plastikfolie haben ihr gut getan. Wenn ich ein paar Zentimeter tief im Bims grabe, sind auch schon überall Wurzeln zu sehen. Ich denke die ist über den Berg.
Ein Monat nach dem ausgraben
Ein Monat nach dem ausgraben
ciao
Herbert Aigner
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Re: Ein aussergewöhnliches Yamadorierlebnis

Beitrag von Herbert A »

Servus an alle

ein Jahr ist jetzt seit dem ausgraben vergangen. Es ist Zeit dass Sie aus dem grausligen Mörteltrog herauskommt. D.h. der Weide ist es egal, sie ist darin gut eingewachsen aber ich bin nicht gerade ein Fan dieser schwarzen Tröge.

Zunächst einmal Substrat entfernen und kontrollieren ob der Baum auch genug Wurzeln gemacht hat. Ok. das müsste passen. Also raus damit
Wurzelbildung in einem Jahr
Wurzelbildung in einem Jahr
Mit diesen vielen Wurzeln kann ich auch die alte Hauptwurzel um gut 30 cm abschneiden Es verbleiben immer noch genug Feinwurzeln.
008 24.04.13.jpg
In der neuen Trainingsschale ist ausreichend Platz.
010 24.04.13.jpg
Der Baum kann jetzt mit wesentlich weniger Substrat auch wieder herumgetragen werden.

Das wird in dem Sinn kein Bonsai, sondern der Begrüßungsbaum zu meinem Garten. Er ist nämlich immer noch gut 170 cm hoch.
013 24.04.13.jpg
ciao
Herbert Aigner
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Re: Ein aussergewöhnliches Yamadorierlebnis

Beitrag von Mac Best »

Super Geschichte an der du uns da Teil haben lässt. Das ist einer der Gründe warum Bonsai so fasziniert, die unerwartete Verbundenheit mit der Natur...

LG, Tobi
Sich von Konsumgeilheit und Medialer Dauerbeschallung verführen zu lassen, liegt in den eigenen Händen, wer mitmacht, PECH GEHABT !!!
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Norbert_S
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Re: Ein aussergewöhnliches Yamadorierlebnis

Beitrag von Norbert_S »

Hallo Herbert

Ich kann mich so schwer auf die Weide konzentrieren, deine anderen Krachen lenken den Blick so ab.

Nein Im Ernst, die Weide ist ja unkompliziert und die Idee als Begrüßungsbaum finde ich gut, Ausdruck hat der Baum ja.
Norbert

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Re: Ein aussergewöhnliches Yamadorierlebnis

Beitrag von Herbert A »

Norbert, bei Dir zuhause kracht es aber auch ganz gewaltig :-).

Bald wird auch unser Kreuz krachen wie eine Kaisersemmel. Die künftigen Bäume werden bei mir jedenfalls wieder kleiner und handlicher.

lg
Herbert
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