Diagonalenschnitt - Hainbuche
-
MrBigWednesday
- Beiträge: 335
- Registriert: 23.09.2008, 17:24
Re: Diagonalenschnitt - Hainbuche
bevor ich über die technische ausführung dieses schnittes diskutiere, würde ich mich fragen, ob dieser schnitt in gestalterischer hinsicht überhaupt sinnvoll ist. ich glaube, bei diesen dimensionen hast mit einem solchen schnitt folgende probleme:
1. das auswachsen des übergangs vom stamm zum verbleibenden ästlein wird eine gefühlte ewigkeit dauern
2. wie willst du gestalterisch weiter verfahren?
3. die bereits ausführlich diskutierte problematik der wundheilung einer solch grossen schnittfläche
ich bin der meinung, dass die gestaltung anders angegangen werden muss. ich würde die vorhandenen äste die nächsten jahre voll durchtreiben lassen, damit die verhältnisse überhaupt stimmen.
grüsse
gérald
1. das auswachsen des übergangs vom stamm zum verbleibenden ästlein wird eine gefühlte ewigkeit dauern
2. wie willst du gestalterisch weiter verfahren?
3. die bereits ausführlich diskutierte problematik der wundheilung einer solch grossen schnittfläche
ich bin der meinung, dass die gestaltung anders angegangen werden muss. ich würde die vorhandenen äste die nächsten jahre voll durchtreiben lassen, damit die verhältnisse überhaupt stimmen.
grüsse
gérald
-
jonny kontroletty
- Beiträge: 77
- Registriert: 08.03.2009, 19:45
- Wohnort: Magdeburg
Re: Diagonalenschnitt - Hainbuche
1. zeit is relativMrBigWednesday hat geschrieben: 1. das auswachsen des übergangs vom stamm zum verbleibenden ästlein wird eine gefühlte ewigkeit dauern
2. wie willst du gestalterisch weiter verfahren?
3. die bereits ausführlich diskutierte problematik der wundheilung einer solch grossen schnittfläche
2. es gibt nichts was gestaltet bzw. in nächster Zeit gestaltet werden könnte
3. ausführlich wurde nichts diskutiert, heilt nicht zu *Punkt*, war die allge. Aussage...
Es soll hier nichts gestalltet werden und es sollen auch keine Verhältnisse der Äste zum Stamm stimmen.MrBigWednesday hat geschrieben:ich bin der meinung, dass die gestaltung anders angegangen werden muss. ich würde die vorhandenen äste die nächsten jahre voll durchtreiben lassen, damit die verhältnisse überhaupt stimmen.
Vllt. anders formuliert...
Wie sehen bei euch Verjüngungsschnitte aus? Bei geringen Durchmessern natürlich.
Eher glatt, konkav oder konvex?
Bei nicht glatter Form, zieht ihr die Vertiefung bzw. Erhöhung dann eher weiter nach oben oder weiter nach unten?
(siehe dazu zweites Bild im Startpost)
Grüße Stephan
-
MrBigWednesday
- Beiträge: 335
- Registriert: 23.09.2008, 17:24
Re: Diagonalenschnitt - Hainbuche
mit einer konkavzange
Re: Diagonalenschnitt - Hainbuche
Hallo!
So eine große Wunde sollte eigentlich auch kein Problem sein, die einzige Hürde bei dem ganzen ist eine halbwegs glatten Schnitt über Jahre zu erhalten.
In der Schale wird es zu lange dauern, aber in Feldkultur ist das sicher in einer überschaubaren Zeit zugewachsen.
Welche Rolle der glatte Untergrund spielt, lässt sich bei diversen Schildüberwallungen beobachten...
Die überwallte Fläche ist offt größer als der Stammquerschnitt!
So eine große Wunde sollte eigentlich auch kein Problem sein, die einzige Hürde bei dem ganzen ist eine halbwegs glatten Schnitt über Jahre zu erhalten.
In der Schale wird es zu lange dauern, aber in Feldkultur ist das sicher in einer überschaubaren Zeit zugewachsen.
Welche Rolle der glatte Untergrund spielt, lässt sich bei diversen Schildüberwallungen beobachten...
Die überwallte Fläche ist offt größer als der Stammquerschnitt!
- Dateianhänge
-
- (Foto von Prof. Dr. Martin Dambach, Altenberg, Rheinisch-Bergischer Kreis, 2003)
- db_03-Schild-im-Maul1.jpg (70.46 KiB) 1552 mal betrachtet
Re: Diagonalenschnitt - Hainbuche
Ist ja schon wieder eine lebhafte Diskussion
Aber da mir persönlich noch nicht ganz klar ist wo für den Baum bzw. für den Besitzer die Reise hingehen soll ....
@Stephan: Ich muß doch schon wieder Fragen stellen - Soll die Schnittstelle später zu sehen sein? Soll sie der Stammverjüngung dienen?
Wenn letzteres wäre mein Vorschlag ein einfacher schräger Schnitt mit der Säge und dann manuelle Nachbearbeitung zu einem Totholz. Ich würde es zumindest so machen, da ich nicht glaube, dass die Wunde in absehbarer Zeit vernünftig zuwächst. Dann lieber so wie Walter es bei seinem Beispiel gemacht hat - aus der Not eine Tugend. Vielleicht wäre ja auch ein ausgehölter Stamm eine Idee (z.B. Blitzschlag aus der Natur, wo ein Seitenast zu neuen Krone wird???).
Falls der Baum vital genug ist hätte ich evtl noch eine andere Idee: ganz radikal möglichst tief abschneiden und darauf hoffen, dass viele Seitentriebe kommen, mit denen man neu arbeiten kann.
Wie auch immer - ein langfristiges, spannendes Projekt.
Aber es ist wohl so wie immer: Gib ein und den selben Baum 10 Leuten und hast hinterher 20 Lösungen!
Grüße
Alex
@Stephan: Ich muß doch schon wieder Fragen stellen - Soll die Schnittstelle später zu sehen sein? Soll sie der Stammverjüngung dienen?
Wenn letzteres wäre mein Vorschlag ein einfacher schräger Schnitt mit der Säge und dann manuelle Nachbearbeitung zu einem Totholz. Ich würde es zumindest so machen, da ich nicht glaube, dass die Wunde in absehbarer Zeit vernünftig zuwächst. Dann lieber so wie Walter es bei seinem Beispiel gemacht hat - aus der Not eine Tugend. Vielleicht wäre ja auch ein ausgehölter Stamm eine Idee (z.B. Blitzschlag aus der Natur, wo ein Seitenast zu neuen Krone wird???).
Falls der Baum vital genug ist hätte ich evtl noch eine andere Idee: ganz radikal möglichst tief abschneiden und darauf hoffen, dass viele Seitentriebe kommen, mit denen man neu arbeiten kann.
Wie auch immer - ein langfristiges, spannendes Projekt.
Aber es ist wohl so wie immer: Gib ein und den selben Baum 10 Leuten und hast hinterher 20 Lösungen!
Grüße
Alex
Zuletzt geändert von Alex_B am 26.08.2012, 19:41, insgesamt 1-mal geändert.
“Nichts ist so beständig wie der Wandel” (Heraklit von Ephesos)
www.ak-bonsaileipzig.de
www.ak-bonsaileipzig.de
- peter krebs
- Beiträge: 3012
- Registriert: 09.09.2008, 18:18
- Wohnort: 35745 Herborn
- Kontaktdaten:
Re: Diagonalenschnitt - Hainbuche
Entschuldigung, das musste jetzt sein.
Viele Grüße
Peter
Viele Grüße
Peter
Re: Diagonalenschnitt - Hainbuche
Lieber Peter: Thanx für die hübsche Montage
(wobei der Rüssel leider unterschlagen wurde
)
Ergänzung: wurde gerade gefragt, ob ich mein Ei gelegt hätte, da ich so gegackert hätt
Ergänzung: wurde gerade gefragt, ob ich mein Ei gelegt hätte, da ich so gegackert hätt
think pink
-
Totoro
Re: Diagonalenschnitt - Hainbuche
Hallo Jonny,
also egal ob in der Schale oder im Freiland eine solch große Wunde kann eine Hainbuche die ein BONSAI ! werden will nicht überwallen
!
WARUM ?
:
Ein Hainbuchenbaum von etlichen Metern Höhe kann so etwas natürlich leisten
.
Man muss einfach einen Trieb in direkter Nähe der Wunde etwa gleichdick oder dicker !!! ca 6m durchwachsen lasssen . Dann hast du aber wieder einen großen Baum
Den mußt du dann wieder köpfen und so weiter....
Die einzige Option wäre die Methode von Walter Pall meine ich.
Gruß
Dirk
also egal ob in der Schale oder im Freiland eine solch große Wunde kann eine Hainbuche die ein BONSAI ! werden will nicht überwallen
WARUM ?
Ein Hainbuchenbaum von etlichen Metern Höhe kann so etwas natürlich leisten
Man muss einfach einen Trieb in direkter Nähe der Wunde etwa gleichdick oder dicker !!! ca 6m durchwachsen lasssen . Dann hast du aber wieder einen großen Baum
Die einzige Option wäre die Methode von Walter Pall meine ich.
Gruß
Dirk
Re: Diagonalenschnitt - Hainbuche
Obwohl ich zu dem Baum gleich eine Idee hatte, die weder einen Schnitt an dieser Stelle noch irgend etwas frei aufrechtes beinhaltet, ist das nicht die Frage. Wenn ich einen Schnitt dieser Art mache, so ist die Fläche eigentlich konkav. Bei einer Schnittfläche dieser Größe würde ich die Mitte aber wieder etwas höher machen, quasi einen flachen Hügel mit Grabe drum herum.
73 Anja
-
jonny kontroletty
- Beiträge: 77
- Registriert: 08.03.2009, 19:45
- Wohnort: Magdeburg
Re: Diagonalenschnitt - Hainbuche
Freut mich der rege Gedankenaustausch!
*edit* jetz hab ich das mit der Schildüberwallung geschnallt
Und ja sie soll der Stammverjüngen dienen, der Schritt wird der Theorie nach mehrere Male wiederholt

Schneiden... Wachsen lassen... wieder Schneiden... Wachsen lassen... usw.

jetz wo ich dein Bild seh, lud es ja förmlich dazu ein...
Achso, wer seine Schnittform verrät, darf auch eine alternative Gestalltung einbringen
Grüße Stephan
MrBigWednesday hat geschrieben:mit einer konkavzange
Dank dir für dein Bildbeispiel. Schildüberwallung werd ich mal genauer googeln müssen, weil so richtig erschließt sich mir noch nicht der von dir benannte Zusammenhang zwischem glatten Untergrund und Überwallung. Vllt. können wir das im weiteren ja nochma genauer betrachten.stoefal hat geschrieben:Welche Rolle der glatte Untergrund spielt, lässt sich bei diversen Schildüberwallungen beobachten...
*edit* jetz hab ich das mit der Schildüberwallung geschnallt
Dass die Schnittstelle(n) später auch zu sehen sein werden, wird sich nicht vermeiden lassen, daher der Gedanke einer möglichst optimalen Formgebung der Schnittfläche.Alex_B hat geschrieben:@Stephan: Ich muß doch schon wieder Fragen stellen - Soll die Schnittstelle später zu sehen sein? Soll sie der Stammverjüngung dienen?
Und ja sie soll der Stammverjüngen dienen, der Schritt wird der Theorie nach mehrere Male wiederholt
Für diese Gestaltungsform stehen andere Kandidaten in der AufbauphaseAlex_B hat geschrieben:Vielleicht wäre ja auch ein ausgehölter Stamm eine Idee (z.B. Blitzschlag aus der Natur, wo ein Seitenast zu neuen Krone wird???).
Der Baum war beim 'Sammeln' an die 6 Meter hoch und wurde dann wie von die angeregt bearbeitet, mit der ersten Zielstellung über die Jahre mehrere Verjüngungsschnitte anzubringen.Alex_B hat geschrieben:Falls der Baum vital genug ist hätte ich evtl noch eine andere Idee: ganz radikal möglichst tief abschneiden und darauf hoffen, dass viele Seitentriebe kommen, mit denen man neu arbeiten kann.
so solls nach Herrn Naka ja auch gemacht werden.Totoro hat geschrieben:...
WARUM ?:
Ein Hainbuchenbaum von etlichen Metern Höhe kann so etwas natürlich leisten.
Man muss einfach einen Trieb in direkter Nähe der Wunde etwa gleichdick oder dicker !!! ca 6m durchwachsen lasssen . Dann hast du aber wieder einen großen BaumDen mußt du dann wieder köpfen und so weiter....
![]()
Schneiden... Wachsen lassen... wieder Schneiden... Wachsen lassen... usw.
Peter, fühl dich frei das Thema aufzulockernpeter krebs hat geschrieben:Entschuldigung, das musste jetzt sein.
jetz wo ich dein Bild seh, lud es ja förmlich dazu ein...
Danke für deine Schnittausgestalltung. Kannst du noch versuchen die Gedanken hinter deiner Idee zu posten.Anja M. hat geschrieben:Obwohl ich zu dem Baum gleich eine Idee hatte, die weder einen Schnitt an dieser Stelle noch irgend etwas frei aufrechtes beinhaltet, ist das nicht die Frage. Wenn ich einen Schnitt dieser Art mache, so ist die Fläche eigentlich konkav. Bei einer Schnittfläche dieser Größe würde ich die Mitte aber wieder etwas höher machen, quasi einen flachen Hügel mit Grabe drum herum.
Achso, wer seine Schnittform verrät, darf auch eine alternative Gestalltung einbringen
Grüße Stephan
- Bonsai-Bene
- Freundeskreis
- Beiträge: 1982
- Registriert: 02.12.2007, 20:00
- Wohnort: Fränkisches Seenland
Re: Diagonalenschnitt - Hainbuche
peter krebs hat geschrieben:Entschuldigung, das musste jetzt sein.
Viele Grüße
Peter
Sau cool
MfG Benedict
Versuche nicht wie der Meister zu sein, sondern suche nachdem was der Meister sucht!
Versuche nicht wie der Meister zu sein, sondern suche nachdem was der Meister sucht!
-
Totoro
Re: Diagonalenschnitt - Hainbuche
Hallo Jonny,
der perfekte Bonsai-Fachartikel für dich und deine Hainbuche :
www.bonsai4me.com
dort den Artikel lesen : "Developing deciduous bonsai branch structures
art One : Building a branch structure"
Gruß
Dirk
der perfekte Bonsai-Fachartikel für dich und deine Hainbuche :
www.bonsai4me.com
dort den Artikel lesen : "Developing deciduous bonsai branch structures
Gruß
Dirk
Re: Diagonalenschnitt - Hainbuche
Konkav wird der Schnitt, damit die Narbe nachher nicht einen Hubbel bildet. Wenn der Baum aber erst einmal die Ränder ein Stück überwallt hat, dann ist aber auch der Stammdurchmesser größer und in der Mitte der Schnittstelle wird das zu überwallende Loch immer tiefer. Ob der Hügel in der Mitte jetzt nur optisch besser aussieht oder auch zeitlich etwas bringt, hab ich keine Ahnung.Danke für deine Schnittausgestalltung. Kannst du noch versuchen die Gedanken hinter deiner Idee zu posten.Anja M. hat geschrieben:Obwohl ich zu dem Baum gleich eine Idee hatte, die weder einen Schnitt an dieser Stelle noch irgend etwas frei aufrechtes beinhaltet, ist das nicht die Frage. Wenn ich einen Schnitt dieser Art mache, so ist die Fläche eigentlich konkav. Bei einer Schnittfläche dieser Größe würde ich die Mitte aber wieder etwas höher machen, quasi einen flachen Hügel mit Grabe drum herum.
Achso, wer seine Schnittform verrät, darf auch eine alternative Gestalltung einbringen![]()
Ich hätt den Baum eher in Richtung eines Besens geführt mit einem horizontalen Schnitt ein Stück weiter oben. Damit wär er wohl Walters Beispiel näher gekommen.
73 Anja
-
jonny kontroletty
- Beiträge: 77
- Registriert: 08.03.2009, 19:45
- Wohnort: Magdeburg
Re: Diagonalenschnitt - Hainbuche
@ Dirk - sehr passender Beitrag, dank dir!
@ Anja - danke für deine Asuführung, konnt ich nachvollziehen. Mit einer Besenform, ob mit oder ohne Bltizschlag setz ich mich auch ma noch auseinander
Grüße Stephan
@ Anja - danke für deine Asuführung, konnt ich nachvollziehen. Mit einer Besenform, ob mit oder ohne Bltizschlag setz ich mich auch ma noch auseinander
Grüße Stephan
-
jonny kontroletty
- Beiträge: 77
- Registriert: 08.03.2009, 19:45
- Wohnort: Magdeburg
Re: Diagonalenschnitt - Hainbuche
Hallo zusammen,
die anfängliche Aufregung über die große Schnittwunde, welche wohl schwer verheilen wird, hat sich gelegt.
Alternativen wurden gebracht, Beispiele für für starke Überwallungen und ein interessanter Link zum Thema Diagonalschnitt.
Zum Thema, wie man die Schnittwunde ausformen könnte, bei etwas größeren Wunden, hatte leider nur Anja etwas geschrieben.
Machen alle Anderen es genauso, wenn sie einen Verjüngungsschnitt an etwas größeren Stammdurchmessern vornehmen?
Grüße Stephan
die anfängliche Aufregung über die große Schnittwunde, welche wohl schwer verheilen wird, hat sich gelegt.
Alternativen wurden gebracht, Beispiele für für starke Überwallungen und ein interessanter Link zum Thema Diagonalschnitt.
Zum Thema, wie man die Schnittwunde ausformen könnte, bei etwas größeren Wunden, hatte leider nur Anja etwas geschrieben.
Machen alle Anderen es genauso, wenn sie einen Verjüngungsschnitt an etwas größeren Stammdurchmessern vornehmen?
Grüße Stephan
