Seltsame Krankheit meiner Kastanie...

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
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Heike_vG
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Re: Seltsame Krankheit meiner Kastanie...

Beitrag von Heike_vG »

Hallo, Ihr Lieben,

bei meiner Kastanie ist ganz ähnliches aufgetreten. Sie hat die letzten Jahre auch immer schon so ihre Problemchen gehabt, anfangs die Miniermotte, dann auch einmal ein Hitzeschaden wie von Norbert beschrieben.
Da ich die Sache mit der Miniermotte ja inzwischen kenne, habe ich den Baum die letzten zwei oder drei Jahre nach dem Austrieb im Abstand von einigen Wochen zweimal mit einem entsprechenden systemischen Mittel gespritzt und so hatte ich Ruhe vor den Biestern. Auch meine Kastanie sah erst einmal super vital aus.
Nach dem ersten Schnitt der Triebe und Teilblattschnitt der größten Blätter ging dieses Jahr dann wieder der Kummer los, ganz ähnlich wie hier bei Kryz. Ich habe mit vielen Leuten darüber gesprochen und tippte dann auch auf einen Pilz. Zweimal habe ich mit einem systemischen Fungizid gespritzt, das auch auf der Liste des Arbofux-Links aufgeführt ist, aber es hat sich keine sichtbare Besserung gezeigt.
Die Blätter sind deutlich verfrüht abgefallen, Ende August waren die meisten schon weg. ein paar Zweige sind abgestorben, die anderen haben aber noch lebendige Knospen, wenn auch relativ kleine.

Ich habe mir jetzt überlegt, dass ich vor dem Einwintern (frostfreie Überwinterung halte ich beim geschwächten Baum für wichtig) den Baum einmal mit dem Hochdruckreiniger säubere und dann eine Winterspritzung vornehme. Im Frühjahr wiederhole ich dies und pflanze den Baum in eine etwas größere Trainingsschale um. Nächste Saison freies Durchwachsen ohne Schnitt, systemische Spritzung gegen Miniermotte und Pilz, bei großer Hitze kommt der Baum in den Schatten.
Hoffentlich kann ich die Kastanie damit wieder fit und vital bekommen und brauche zukünftig nicht mehr so viele Mittelchen. Wenn der Baum nicht so schön wäre, wäre ich wohl in Versuchung, ihn zu entsorgen.
Auf jeden Fall werde ich mir nach den vielen Scherereien keine weitere Kastanie mehr zulegen. :roll:

Liebe Grüße,

Heike
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Honey
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Re: Seltsame Krankheit meiner Kastanie...

Beitrag von Honey »

Mit etwas Überlegung ist mir noch ein Grund eingefallen, warum zwei meiner Kastanien derart stark befallen waren und die Dritte ein paar Meter weiter dagegen kaum. Die beiden standen schattiert unter einem großen Gartenbaum (Linde), die im Sommer von massenhaft Läusen heimgesucht wird (wer eine Linde hat, kennt dieses Phänomen). Der klebrige Honigtau auf den Blättern bietet Pilzen einen idealen Nährboden. Da hilft wohl nur ein Standortwechsel :?
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und dich in die Wildnis deiner Intuition begeben...
Was es dort für dich zu entdecken gibt,
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Kryz
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Re: Seltsame Krankheit meiner Kastanie...

Beitrag von Kryz »

Hallo,

da es heute morgen wie aus Fässern geschüttet hat und ich dann auf eine Konferenz musste, habe ich es nicht mehr geschafft, nach diesen Pilzkörpern zu suchen. Ich komme erst am Mittwoch zurück nach D und melde mich dann gleich.

Heike, auf der Seite mit den Pflanzenschutzhinweisen, wird betont, dass man vorbeugend schon während des Austriebs spritzen soll. Vielleicht, weil man ansonsten eine einmal ausgebrochene Infektion nicht mehr erfolgreich zurückdrängen kann? Ich werde das auf jeden Fall nächstes Frühjahr zusätzlich zu der von Dir vorgeschlagenen Winterspritzung durchführen.

Was haltet Ihr von der von mir beobachteten "Ansteckung" meiner Poti, meines Acer buerg. und meines Weißdorns? Kann das überhaupt sein? Ich dachte immer Pilze sind auf nur sehr wenige Wirtspflanzen spezialisiert?
Grüße, Chris

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Heike_vG
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Re: Seltsame Krankheit meiner Kastanie...

Beitrag von Heike_vG »

Kryz hat geschrieben:Was haltet Ihr von der von mir beobachteten "Ansteckung" meiner Poti, meines Acer buerg. und meines Weißdorns? Kann das überhaupt sein? Ich dachte immer Pilze sind auf nur sehr wenige Wirtspflanzen spezialisiert?
Das würde ich auch eher bezweifeln. Aber leider gibt es für die jeweiligen Baumarten ja oft andere / ähnliche Parasiten, die bei ungünstigen Bedingungen wohl auch gleichzeitig zuschlagen können...
Weißdorn ist anfällig für Weißdorngitterost, der tritt hier oft auf und ich spritze frühzeitig dageben, aber das Herbstlaub ist bei meinem Weiß- und Rotdorn auch immer ein bisschen fleckig.
Dreispitzahorn und Potentilla haben bei mir allerdings noch nie irgendwelche Krankheiten oder Schädlinge gehabt.

Liebe Grüße,

Heike
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Barbara
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Re: Seltsame Krankheit meiner Kastanie...

Beitrag von Barbara »

Hallo Ihr Lieben,

ich melde mich auch mal wieder zu Wort... :wink:

Ich habe zwei Kastanien. Die letzten Jahre, noch auf dem Balkon, haben sie immer mit dem genannten Schadbild reagiert, sobald es heiß wurde..... und auf dem Balkon wurde es SEHR heiß, es war Ostseite und die Luft stand dort regelrecht.
Seit unserem Umzug stehen sie nun auf einer Südterrasse, die aber zur Mittagszeit von einer großen Birke und Fichte beschattet wird.
Sie waren superfit, bis die Hochsommertage kamen. Die eine bekam aber nur nachmittags für ca 2 Stunden die Hitze ab und zwar nur von rechts, bzw westseitig, wenn die Sonne schon tiefer stand.
Sie sieht jetzt recht witzig aus: ihre linke Hälfte ist unversehrt, während die rechte wieder das Schadbild zeigt- also praktisch halb und halb....
Die andere Kastanie habe ich erst im Juni auf die Terrasse gestellt, sie stand vorher an der Ostseite des Hauses, wo sie nur vormittags Sonne abbekam. Auf der Terrasse ist sie allerdings etwas anders ausgerichtet als die andere, sie bekommt sowohl von oben, als auch von hinten Sonne und zeigt seit der Hitze komplett das Schadbild.

Damit ist für mich eigentlich klar, dass die starke Sonne/ Hitze der Auslöser ist. Die Blätter verbrennen und werden damit offensichtlich auch anfällig für den Pilz.

Liebe Grüße,
Barbara
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MrBigWednesday
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Re: Seltsame Krankheit meiner Kastanie...

Beitrag von MrBigWednesday »

weit verbreitet und häufig tritt der pilz Guignardia aesculi (sog. blattbräune) an der rosskastanie auf. das bild von kryz ist ein paradebeispiel für dessen schadbild. um diesem pilz entgegenzuwirken sind folgende punkte einzuhalten:
- sämtliches abgeworfenes laub einsammel und entsorgen
- bei lang anhaltendem regen den baum unterstellen/trocken halten
- der pilz kann nicht im eigentlichen sinne bekämpft werden. sind die blätter bereits befallen, nutzt das fungizid nicht mehr viel. die erste spritzung mit fungizid ist bereits im frühling angezeigt, sobald die knospen aufbrechen und sollte alle 7-10 tage wiederholt werden, bis das blatt vollständig entwickelt ist. es handelt sich somit vielmehr um eine prophylaktische bekämpfung.

barbara
ohne bild kann man nicht viel dazu sagen. jedoch unterscheidet sich das schadbild der blattbräune doch sehr von jenem eines hitze- oder trockenschadens.
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Barbara
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Re: Seltsame Krankheit meiner Kastanie...

Beitrag von Barbara »

Lieber Mr Big...,

das ist mir schon klar...siehe letzter Satz...
Bei meinen Kastanien tritt eben zuerst der Sonnenbrand auf und als Folge davon der Blattpilz. Bevor die Sonnenhitze kommt haben meine Kastanien auch keinen Pilz.Trockenschaden war es keiner....

Guß Barbara
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Kryz
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Re: Seltsame Krankheit meiner Kastanie...

Beitrag von Kryz »

So, bin wieder im Lande. Vielen Dank für Eure Infos - es ist jetzt klar, dass es sich um den Pilz Guignardia aesculi handelt. Ich möchte ungern so viele Spritzungen wie von Dir, MrBigWednesday, vorgeschlagen - aber es nützt wohl nichts. Anders werde ich die Sache wohl nicht in den Griff bekommen.
Nachdem meine liebe Kastanie während meiner Abwesenheit herbstlich bedingt mittlerweile alle Blätter abgeworfen hat, habe ich erst einmal eine Kupferspritzung vorgenommen, um den Sporen das Überleben bis zum Frühjahr schon einmal schwer zu machen. Ich werde dann im Frühjahr wie vorgeschlagen prophylaktisch spritzen.
Welcher Wirkstoff ist denn hier am besten geeignet. Auf dem Link oben werden ja verschiedene Produkte mit verschiedenen fungiziden Wirkstoffen vorgeschlagen. Welcher ist der beste?
Kastanie ohne Blätter nach Spritzung
Kastanie ohne Blätter nach Spritzung
Grüße, Chris

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MrBigWednesday
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Re: Seltsame Krankheit meiner Kastanie...

Beitrag von MrBigWednesday »

hallo

niemand will soviel spritzen, eigentlich will überhaupt niemand spritzen müssen. und mit der richtigen pflege kann man das auch weitläufig vermeiden. könnte man auch mit dem bekannten hausmittel wasser/milch-gemisch versuchen. entscheidend ist der zeitpunkt, der, wie gesagt, dann angezeigt ist, bevor und während sich die blätter entwickeln. gute erfahrungen habe ich mit cuprosan, dithane und aliette gemacht. je nach anwendung eignet sich der eine besser als der andere. das heisst, wenn die kastanie keinen symbiosepilz hat, würde ich ein mittel auf kupferbasis verwenden.

grüsse
gérald
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