Seltsame Krankheit meiner Kastanie...

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
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Kryz
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Seltsame Krankheit meiner Kastanie...

Beitrag von Kryz »

Liebe Bonsai-Community,

ich habe ein kleines Problem mit meiner Kastanie und weiß nicht richtig weiter.

Was ist eigentlich passiert? Ich habe mir dieses hübsche Bäumchen im März 2012 als Ballenware gekauft und gleich in die Schale bringen können. Ich weiß, die Schale ist nicht optimal, aber mich hatte die Größe des Wurzelballen überrascht und diese Schale war halt die einzige, in die sie hineinpasste...

So weit, so gut. Die Kastanie hat über die Monate Mai, Juni, Juli prächtig ausgetrieben und mich rundrum glücklich gemacht. Bis dann, so Mitte Juli die ersten braunen Flecken entstanden. Ich habe dann natürlich sofort auf Miniermottenlarven getippt, aber beim besten Willen keine finden können. Das nächst naheliegende, was mir einfiel, war die Blattfleckenkrankheit. Da ich mir aber nicht sicher war und auch nicht einfach so zum Fungizid greifen wollte, habe ich erst einmal abgewartet, wie die Sache weitergeht.

Leider nicht gut! Nachdem ich Ende Juli zwei Wochen im Urlaub war und zurückkam, musste ich feststellen, dass nicht nur die Kastanie deutlich schlechter aussah, sondern auch die benachbarten Pflanzen (Acer buergerianum, Weißdorn und Poti) befallen waren - befallene, fleckige Blätter. Ich habe dann natürlich nicht länger gewartet und alle Pflanzen mit Kupfer gehandelt. Kann es so etwas denn geben? Ein Pilz, der nicht spezialisiert ist, sondern dermaßen breit, artübergreifend Bäume befällt?

Ich habe dann alle Pflanzen stabilisieren können - bis auf die kleine Poti; sie war noch ein Jungpflanze und leider nicht mehr zu retten :-(

Aber die Kastanie hat sich nie mehr richtig erholen können, wie Ihr auf den Bildern von heute seht. Ein Ast blieb seit Anfang August komplett blattfrei, aber die Knospen sind noch feucht und klebrig - das lässt mich für nächstes Jahr hoffen. Lasst Euch nicht täuschen, dass es Herbstlaub sein könnte. Ich komme aus der Pfalz und alle meine Bäume sind noch grün (bis auf der Flügelspindelstrauch - der ist herrlich rot-grün).

Was meint Ihr? Ich weiß, dass dieses Jahr nichts mehr gemacht werden kann, aber ich möchte für das nächste Jahr vorbereitet sein. Danke für Eure Hilfe!
Kastanie März 2012
Kastanie März 2012
Kastanie Juni 2012
Kastanie Juni 2012
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Kastanie Oktober 2012
Kastanie Oktober 2012
Kastanie befallene Blätter
Kastanie befallene Blätter
Grüße, Chris

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AlexDuerr
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Re: Seltsame Krankheit meiner Kastanie...

Beitrag von AlexDuerr »

Hallo Chris,

Für mich sehen die Blätter aber schon nach Minimiermotte aus. Wenn es die Minimiermotte war, sollte dein Baum nächstes Jahr schon wieder gesund austreiben. Zu deine ander Bäumen, könnte es an einem Düngefehler liegen? Neuer Dünger, einmal zu agressiv gedüngt?
Viele Grüße Alex
:-D
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Kryz
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Re: Seltsame Krankheit meiner Kastanie...

Beitrag von Kryz »

Hallo Alex,

vielen Dank für die schnelle Antwort. Ich hatte mich, als mein Verdacht noch bei der Miniermotte lag, ausgiebig mit dieser beschäftigt und mir viele Schadfotos angeschaut. Normalerweise frisst sie sich in den Blattadern entlang und es gibt dann segmentweise braune Flecken auf den Blättern. Das bei mir sieht einfach anders aus und ich habe auch niemals diese Larven entdecken können.
Da ich noch Anfänger bin, kann ich natürlich etwas beim Düngen falsch gemacht haben. Ich habe aber nur sehr zurückhaltend mit Osmocote gedüngt (das sind diese Langzeitdünger-Kügelchen) und hatte eher die Sorge, dass ich mit zuwenig Dünger arbeite. Ich bin ratlos...
Grüße, Chris

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Anja M.
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Re: Seltsame Krankheit meiner Kastanie...

Beitrag von Anja M. »

Soweit ich mit dem Thema Motte vertraut bin, bereitet sie den Boden für einen Pilz, der den Blättern dann den Rest gibt. Selbst wenn die Motte nicht zu finden ist, so kann der Pilz doch das Blatt befallen, nur ohne die Vorbereitung der Motte etwas später, bzw weniger.
73 Anja
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Norbert_S
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Re: Seltsame Krankheit meiner Kastanie...

Beitrag von Norbert_S »

Hallo

An den Blättern ist aber absolut nichts von der Miniermotte zu sehen.
Die Kastanie ist eine starke Pflanze aber auch ein zeitweilig zickiger Pflegling.
Die Ferndiagnosen anhand einiger BIlder gehören nicht unbedingt zu meinem Steckenpferd. Bei meinen Kastanien habe ich aber die Erfahrung gemacht, dass es etws Zeit braucht bevor sie Misstände bekannt geben. Ich halte es durchaus für möglich, dass nach dem Umtopfen ein Spätfrost für Wurzelschäden gesorgt hat und diese erst mit großer Verspätung sichtbar werden.
Kryz, dass kannst aber nur du wissen, auch ob die anderen geschwächten Pflanzen gleich oder ähnlich behandelt wurden. Zu nasse Kulturführung in der ersten Zeit nach dem Wurzelschnitt ist auch ein häufiger Fehler.
Einmalige oder mehrmalige Trockenheit während des Urlaubs möglich?
Dein Substrat ist so grobkörnig wie ich es mag und wie vor allem die Kastanie es mag. Einen Hitzeschaden möchte ich deshalb eigentlich ausschließen. Es sei denn, die steht vollsonnig und sehr windgeschützt.
Wegen zu großer Hitze hätte ich meine schöne Kastanie beinahe verloren. Es hat eine volle Vegetationsperiode gedauert, bis sie wieder fit war.

Leider sehe ich mich außer Stande genauere Diagnosen zu stellen, da ist aus der Ferne auch immer etwas raten dabei..
Aber wenn die Knospen gut sind, hast du im nächsten Jahr wieder eine grüne Kastanie. Aber vorsichtig sein, die Vitalität wird dann nicht hoch sein.
Norbert

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MarionS
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Re: Seltsame Krankheit meiner Kastanie...

Beitrag von MarionS »

Ich habe vor einiger Zeit mal einen rätselhaften Schaden erlitten, der auch eine ganze Reihe von Bäumen befallen hat. Da es ein einmaliges Schadensereignis gewesen zu sein schien und sie auch von einer bestimmten Stelle ausgingen, gehe ich heute davon aus, dass diese Bäume eine Salzvergiftung erlitten hatten - von meinem Entkalker, durch den das Gießwasser kommt.
Wäre hier auch so etwas in der Art möglich?
Gruß,
MarionS

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Kryz
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Re: Seltsame Krankheit meiner Kastanie...

Beitrag von Kryz »

Anja, Norbert, Marion,

vielen lieben Dank für Eure Hilfe! Mit unseren Bäumchen ist es ja wie mit unseren Haustieren: Wenn es denen schlecht geht, weiß man auch nicht, was los ist.

Zu Euren Ideen:
- Spinniermotte: Ich glaube nach wie vor, dass diese Protagonistin des Kastanienterrors hier ihre Finger mal ausnahmsweise nicht im Spiel hat.
- Spätfröste: Könnte natürlich sein, da es im April einige Spätfröste gab. Sie war aber im Mai, Juli sehr vital.
- Zu nass: Wegen des sehr groben Substrats schließe ich das eigentlich aus. Überschüssiges Wasser läuft sofort unten heraus.
- Entkalker: Ich verwende nur Regenwasser
- Pilz: Bleibt für mich der Hauptverdächtige. Gibt es denn einen "üblichen Verdächtigen", der Kastanien befallen kann?
Grüße, Chris

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AlexDuerr
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Re: Seltsame Krankheit meiner Kastanie...

Beitrag von AlexDuerr »

Hallo Chris,
Ich habe mich jetzt auch noch mal mit dem Thema befasst. Ein wenig gegoogelt.... So wie Norbert schreibt, scheint er mehr auf der richtigen Fährte zu sein.
Osmocote hab ich auch verwendet, bis ich das meiste auf Walters Substrat umstellte, hatte damit auch nie Probleme und ich habe da des öfteren die Grenzen ausgelotet, ohne Schwierigkeiten. Osmocote ist wohl gut aber auch teuer.

@Norbert Danke dass du uns immer wieder an deinem Wissen teilhaben lässt. Da ich beruflich viel mit Bäumen zu tun habe (Nachkommen der Sorfaltsplicht, die sich aber hauptsächlich auf die Standfestigkeit bezieht um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten) war ich erst vor kurzem auf einem Lehrgang bei dem auch die Kastanien angesprochen wurden. Stichwort Braune Blätter ===== immer die Motte. Hält der Baum aus, da die Vegetationsperiode bei Auftritt ohnehin schon so gut wie gelaufen ist..... und im BFF erfährt man die Wahrheit :-D Wieder was gelernt und das war nicht das erste mal.
Eins noch
Gestern war mein Bonsaifreund Michi, der mit mir beim Sommertreffen war. Michi ist Vater einer einjährigen Tochter und meinte: "Manchmal sind Bonsai wi kleine Kinder, sie schreien wie am Spieß aber du stehst da wie ein Depp und weist nicht was schon wieder nicht passt" ......wie treffend :)
Viele Grüße Alex
:-D
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AlexDuerr
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Re: Seltsame Krankheit meiner Kastanie...

Beitrag von AlexDuerr »

Ich Depp, hier der link: http://www.swp.de/reutlingen/lokales/re ... 74,1608575

Kastanienbräunepilz

Die Hoffnungslosigkeit sollte sich aber nicht auf Bonsais beziehen, da eine Spritzung bei großen Bäumen in Städten einfach unmöglich ist.

und noch einer http://www.arbofux.de/blattbraeune-an-rosskastanie.html
Zuletzt geändert von AlexDuerr am 06.10.2012, 23:23, insgesamt 2-mal geändert.
Viele Grüße Alex
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Re: Seltsame Krankheit meiner Kastanie...

Beitrag von Honey »

Der Augsburger Stadtpark besteht zu 100% aus Kastanien und die sahen, wie in dem Link beschrieben, bereits im Juli aus wie sonst Spätherbst. Randvoll mit braunen, vertrockneten Blätter - wobei IMO die weißblühenden Kastanien eher betroffen waren als die Rotblühenden.
2 meiner Rohlinge sind ebenfalls ziemlich von dem Pilz befallen; ein Dritter, der woanders steht, dagegen fast gar nicht. Ich denke es wird auf eine ordentliche Spritzung im Frühjahr hinauslaufen.
Du musst den Asphalt deiner Annehmlichkeiten verlassen
und dich in die Wildnis deiner Intuition begeben...
Was es dort für dich zu entdecken gibt,
ist etwas Wunderbares - nämlich dich selbst.
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Re: Seltsame Krankheit meiner Kastanie...

Beitrag von Kryz »

Doublette
Zuletzt geändert von Kryz am 06.10.2012, 21:22, insgesamt 1-mal geändert.
Grüße, Chris

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Re: Seltsame Krankheit meiner Kastanie...

Beitrag von Kryz »

Alex, Honey,

vielen Dank, ich glaube, das passt zum Bild. Ich habe auch mal schnell gesucht: Der Pilz heißt Guignardia aesculi und muss wohl gleich bei Blattaustrieb im späten Frühjahr durch präventive Spritzung bekämpft werden (zudem sollte ich alle abgefallenen Blätter im Herbst gut entsorgen). Ich habe nur noch nicht herausgefunden, was man am besten spritzt. Reicht Kupfer? Was nimmst Du, Honey?
Grüße, Chris

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Norbert_S
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Re: Seltsame Krankheit meiner Kastanie...

Beitrag von Norbert_S »

Kryz,
wenn du den Wurzelballen ausgespült hast beim umtopfen, dann ist eine zu nasse Kulturführung in der Tat auszuschließen sonst nicht, aber sie ist zumindest nicht sehr wahrscheinlich.
Eine Austriebspritzung wird sicher angeraten sein.
Kannst du die Pilzkörper auf den Blättern erkennen? Ist auf dem Link von Alex ja schön beschrieben.
Danke dafür, Alex.
Norbert

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Kryz
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Re: Seltsame Krankheit meiner Kastanie...

Beitrag von Kryz »

Hallo Norbert,

der zweite Link von Alex (Danke, Alex!) ist in der Tat sehr wertvoll. Hier werden auch Pflanzenschutzmittel empfohlen. Ich werde mich gleich morgen mit der Lupe auf die Suche nach diesen Pilzkörpern machen...
Grüße, Chris

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Honey
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Re: Seltsame Krankheit meiner Kastanie...

Beitrag von Honey »

Werd morgen auch mal nachsehen, ob ich solche Fruchtkörper erkennen kann - hab bisher nie darauf geachtet.
Das ganze alte Laub zu entfernen dürfte schwierig sein. Bei mir auf dem Grundstück stehen zu viele Kastanienbäume...
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