sehr schön formuliert, und ich bin ganz nah bei Dir.
Ich will jetzt nicht den Inhalt auseinanderpflücken, sonst könnte man auch sagen:“ ein Lehrer ohne Schüler ist ein Redner in der Stille“. Aber so verhält es sich ja nicht in unserem Fall.
Das Wissen über Schalen, das ich seit ca. 40 Jahren gesammelt habe, habe ich ja soweit es schon aufbereitet wurde, auf meiner „Bonsaischalen.info“ Webseite jedem, der es möchte, zugänglich gemacht.
Und das kann ich auch sagen:
Ich bin seit einigen Jahren in vielen Bonsai-Foren weltweit unterwegs, und ich kann sagen, in keinem der Foren wird so viel über Schalen gesprochen wie in unserem.
In den meisten Foren zeigen sich die Töpfer gegenseitig ihre neusten Arbeiten, und jeder schreibt jedem “oh wie schön, oh, wie schön“.
Das bring aber den Schalensuchenden nicht wirklich weiter, und weil der Benutzer sich nicht meldet was er denn wünscht und benötigt, entstehen nicht selten kuriose „Künstlerschalen“, die zwar dem Töpfer zur Ehre gereichen, aber nicht wirklich benutzt werden können.
BFF und Schalen:
Das ist die Situation die ich mir schon immer erwünscht habe, es wird über die Schale gesprochen, und hier zeigt sich das worüber Du oben gesprochen hast. Es ist nicht alles perfekt, aber ich bemühe mich.
Das angestrebte Ziel:
Das Wissen um die Gestaltung und Pflege eines Bonsais ist in der kurzen Entstehungszeit im Westen rasant angestiegen. Das Wissen um die Schalen hierfür ist noch ungefähr auf Kniehöhe. Dieses auf Augenhöhe zu heben muss das Ziel all unserer Anstrengungen sein. Ich denke wir sind in unserem Forum auf einem sehr guten Weg!!! (..wer’s nicht glaubt, schaut bitte in die anderen Foren)
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Hallo liebe Anja,
meine Familie und ich leben schon seit vielen Jahren von der Schalentöpferei, das ist aber kein Grund weniger handwerklich gut zu arbeiten.
Zum Thema „ minderwertig“:
Grundsätzlich können alle Schalen, die jemals getöpfert oder noch getöpfert werden, auch benutzt werden. Man kann selbst entscheiden wofür und für was man eine Schale verwenden möchte.
Worum es mir persönlich geht, ist die Komplexität des Schalenwissens für jeden Bonsaianer, aufzuschließen. Es ist fast unumgänglich und macht das Bonsaileben wesentlich leichter, wenn ich in der Lage bin eine Schale zu definieren.
Fragen der Wichtigkeit nach, die man in der Lage sein soltel spontan für sich zu entscheiden:
Passt die Schale, wofür brauche ich die Schale, für die Anzucht oder zum Ausstellen des Baumes? Das wiederum bedingt, sollte die Schale hochwertig sein, oder reicht eine preiswerte Variante?
Individuelle Fragen:
Diese betreffen den eigenen Geschmack, wie Form oder die Oberflächenbeschaffungen einer Schale, wie glasiert oder unglasiert.
Nicht so wichtige, aber auch nicht unwichtige Fragen:
Von welchem Töpfer oder aus welcher Töpferei, Inland oder Ausland, wähle ich die Schale.
All diese Fragen gehören zum Grundwissen.
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Ab hier öffnet sich jetzt das Schalen-Universum mit 1001 Fragen:
Wie wurde die Schale hergestellt, Hand, Form oder Töpferscheibe, ist sie frostfest, ist sie geeignet für meinen Baum? Ist die Schale alt oder neu? Wie entsteht eine Patina? Welche Beschaffenheit hat die Schale? Welchen Rand oder welches Füßchen muss meine gesuchte Schale haben? Welches Füßen kann ich optisch gut einsetzen oder welches Zierband? Danach kommen alle Fragen, wie zum Beispiel: Ist die Malerei auf meiner Schale eine hochwertige oder eher eine Schnellmalerei usw., usw.
Es ist wie in der Bonsaigestaltung, und es gehört ja auch unzertrennlich dazu, eine lebenslange wunderschöne Suche.
In einem Forum wurde einmal angefragt,
„was es denn über Schalen zu sagen gäbe,
außer, dass sie einen Rand, einen Boden und ein Wasserabzugsloch hätte?
Die Antwort kam prompt:
Es gibt auch Schalen mit zwei Abzugslöcher.
Ich wünsche Euch und mir noch viele weitere entspannende und aufregende Schalen-Diskussionen.
Herzliche Grüße
Peter
