Bewässerung

Alles andere was zu Bonsai passt.
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abconcept
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Bewässerung

Beitrag von abconcept »

hallo zusammen,

habe diese woche eine neue methode zum bestimmen der richtigen wassermenge gehört die ich Euch nicht vorenthalten möchte :-D :
habe jemanden (ich nenne keinen namen) beim gießen angesprochen und sofort eine harsche abfuhr erhalten: "jetzt nicht, ich bin am zählen". nach dem gießen durfte ich dann nachfragen, die lösung des rätsels: "ich zähle beim gießen mit, orchideen von 23 bis 27, kakteen von 23 bis 25 usw. jede pflanzenart hat seine eigene zahlenfolge und so ist gewährleistet das die pflanzen immer die gleiche menge wasser erhalten."
momentan versuche ich immer noch diese technik geistig zu verdauen und ich glaube diese technik ist nicht unbedingt nachahmenswert.

aber, wer es ganz präzise machen will für den habe ich einen interessanten link, nicht speziell für bonsai aber seht selbst.

http://edoc.hu-berlin.de/dissertationen ... /beck.html

lg
albin
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Sigrid
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Re: Bewässerung

Beitrag von Sigrid »

oh je, nicht nur nix speziell für bonsai, taugt auch nicht für meine Schlampigkeit :lol: 8) :?
think pink
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Andreas R.
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Re: Bewässerung

Beitrag von Andreas R. »

Sachen gibts.

Dabei ist es doch ganz einfach: Pflanzen wachsen am besten wenn ständig und unbegrenzt Wasser zur Verfügung haben. Wenn es zu trocken wird machen sie die Spaltöffnungen zu und es ist keine Photosynthese mehr möglich.
Gleichzeitig muss aber auch Sauerstoff an die Wurzeln kommen.

In modernen Gewächshauskulturen (z.B. für Tomaten) wachsen die Pflanzen nicht in Erde sondern in Blähton(!), Perlit oder ähnlichem, in Steinwolle oder sogar ganz ohne Substrat. Die Bewässerung erfolgt dabei in festen Intervallen, so dass der gesamte Wurzelapparat unter Wasser steht das dann wieder abläuft (Ebbe&Flut) oder kontinuierlich als permanente, fließende Wasserschicht auf dem Boden (NFT - Nutrient Film Technique).

Dabei wird mit rezirkulierenden Systemen gearbeitet, d.h. kein Wasser versickert im Boden, Dünger wird nicht ausgewaschen, so wird viel Wasser und Dünger gespart. Das Wasser enthält ständig Dünger und zwar relativ viel - so viel wie die Pflanzen eben vertragen, damit ihnen immer genug zur Verfügung steht. Über das Verhältnis von Phosphor und Kalium kann gesteuert werden ob die Pflanzen wachsen und Grünmasse bilden sollen oder wenn die ideale Größe erreicht ist möglichst viele Blüten und große Früchte. Es gibt sogar die Möglichkeit mit speziellen Düngern gemäß den EU-Kriterien für ökologische Landwirtschaft Bio-Gemüse und Obst anzubauen.

Ich habe das letztes Jahr mal mit ein paar Tomaten- und Paprikapflanzen ausprobiert. Das Ergebnis war beeindruckend: fast 4,5 kg Tomaten von einer einzigen Pflanze, und das auf dem Balkon ohne Gewächshaus, wo nur von Mitte Juli-September geerntet werden konnte. Man stelle sich das im Gewächshaus vor wo die Saison um mehrere Monate verlängert werden kann. Dabei ist der Aufwand viel geringer. Man muss nicht jeden Tag gießen sondern nur alle paar Wochen Wasser und Dünger nachfüllen. Im Sommer liegen keine grünen Tomaten mehr auf dem Boden weil die Pflanze zu trocken wurde. Man kann sogar in den Urlaub fahren ohne dass jemand gießen muss. Anlagen für den Hobby-Bereich lassen sich leicht und mit einfachen Mitteln ohne große Kosten selbst bauen.

Ich werde dieses Jahr eine ähnliche Anlage für meine Bonsai bauen, allerdings nur zur Unterstützung in den heißesten Wochen des Sommers oder wenn ich Abends mal nicht zum Gießen da bin.

Eine andere Möglichkeit ist die Pflanzen in einer Art Whirlpool zu halten, so dass die Wurzeln ständig in einem Gemisch aus Wasser und Luft hängen. Substrat ist dann gar nicht nötig. Das soll angeblich auch ideal sein um Stecklinge zu bewurzeln, ich werde es dieses Jahr mal ausprobieren.
Diese Methode kann auch mit Fischzucht kombiniert werden: Statt zu düngen bekommen die Fische Futter, die Pflanzen nutzen ihre Ausscheidungen als Dünger und reinigen so das Wasser.
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Georg
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Re: Bewässerung

Beitrag von Georg »

Hallo Andreas,
darf ich Dich bitten, noch ein wenig ausführlicher über Dein gelungenes Balkonexperiment mit Tomaten zu berichten. Würde es gerne nachmachen für Tomaten, da meine Familie diese lieben!
Besonders die Düngung und Düngungsteuerung über das Phosphor-Kalium Verhältnis interessiert.
Vorab schon mal Danke!
Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben geben, daß Du es sagen darfst(Voltaire)
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Andreas R.
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Re: Bewässerung

Beitrag von Andreas R. »

Also zunächst einmal die Anlage selbst:
Ich habe mich für ein Ebbe&Flut System entschieden, da es sehr einfach selbst zu bauen ist.

Dazu nimmt man eine möglichst große Plastikkiste, ich habe die aus dem schwedischen Möbelhaus verwendet, andere (z.B. aus dem Baumarkt) gehen sicher auch. Jedenfalls habe ich die größte genommen die es da gibt und dann nochmal die Gleiche in flach. Die passen genau ineinander, so dass man eine Wanne mit einem Tank darunter erhält. Man sollte die große Kiste außen mit Silofolie bekleben, außen weiß innen schwarz, damit keine Algen wachsen und sich das Wasser nicht aufheizt.

Außer den Kisten braucht man noch eine Pumpe, ich hatte einen alten Innenfilter für Aquarien übrig, sowas ist ideal, muss auch nicht besonders groß sein. Eine Zimmerbrunnenpumpe ist zu schwach. Die Pumpe wird an eine Zeitschaltuhr angeschlossen die sich minutenweise steuern lässt. Ich habe eine digitale Zeitschaltuhr vom Discounter genommen, war auch von einem Aquarium übrig. Man nimmt einen Schlauch, der genau auf den Ausgang der Pumpe passt, sichert ihn mit einer Schlauchschelle und bohrt in die obere Wanne ein Loch, wo der Schlauch gerade so durchpasst und auch nicht rausrutscht wenn man ihn durchschiebt. Er wird von unten durchgeführt und sollte nur wenige mm nach oben stehen. Kann zur Sicherheit auch mit einer Schlauchschelle versehen werden damit er wirklich nicht nach unten durchrutscht.
Die Zeitschaltuhr wird so eingestellt, dass sie dreimal am Tag (z.B. 10, 13, 17 Uhr) jeweils für 5min die Pumpe einschaltet. Die Wanne füllt sich und wenn die Pumpe wieder ausgeht läuft das Wasser durch die Pumpe langsam wieder zurück.
Ganz wichtig: viele kleine Überlauflöcher unterhalb des oberen Randes der Wanne, durch die das Wasser wieder in den Tank zurückläuft bevor die Wanne überläuft. Im Hochsommer habe ich auf 5 Zyklen pro Tag erhöht.

Die Pflanzen selbst kommen idealerweise in so schwarze quadratische Töpfe in denen z.B. Stauden verkauft werden. Nicht die kleinen sondern die größeren. Da gibt es ein Standardmaß, ich hab jetzt grad keinen zum Messen da aber es werden so 12-15cm sein. Davon passen genau 12 in die Wanne. Die Pflanzen müssen möglichst von aller Erde befreit werden, ich habe als Substrat Blähton verwendet (Fibotherm), weil ich davon immer große Mengen da hab. Unten in die Töpfe kommt gröberer Blähton (Hydrokultur-Kugeln) oder ein Fliegengitter, damit nichts durch die Löcher rieselt.

Man kann alle möglichen Pflanzen verwenden, Tomaten, Paprika/Chili, auch Salat und Erdbeeren hab ich schon gesehen. Ich habe vorgezogene Tomatenpflanzen aus dem Gartencenter genommen. Dabei war aber ein großer Unterschied zwischen billigen (1,50€) und teuren (6€) Pflanzen. Die billigen blieben etwa 50cm hoch, die teuren mindestens 3m, dann habe ich sie zur Seite gebunden. War am Schluss ein ganzer Urwald, obwohl ich immer viel weggeschnitten hab. Kann aber auch sein dass die billigen größer geworden wären wenn sie mehr Licht gehabt hätten, die teuren sind halt viel schneller gewachsen. Die teuren hatten auch größere und bessere Früchte und natürlich auch viel mehr davon.

Als Dünger muss man spezielle Düngersysteme für Hydroponik nehmen. Die bestehen aus mehreren aufeinander abgestimmten Komponenten. Bei mir waren es drei: Ein Dünger der überwiegend Kalium enthält, einer der überwiegend Phosphor enthält und noch ein dritter mit Spurenelementen, Eisen, Calcium etc. Letzteren gibt es in zwei Versionen je nachdem ob man weiches oder hartes Wasser hat. Er puffert nämlich im idealen pH-Bereich. Ich habe den für hartes Wasser genommen weil ich Leitungswasser verwendet habe. Bei uns hier kann man mit einem Liter Wasser jemanden erschlagen.

Es gibt dann Tabellen, in welchem Stadium der Pflanze wieviel von welchem Dünger ins Wasser muss. Zunächst mehr Kalium, damit sie größer werden und viel Grünmasse bilden. Dann eine Umgewöhnungsphase mit etwa gleich viel von beidem und danach mehr Phosphor, damit sich viele Blüten bilden und die Früchte schön groß werden. Es gibt auch sog. Blühbooster, die mit Hormonen dafür sorgen dass besonders viele Blüten gebildet werden und Zusatzstoffe, die am Ende der Saison bewirken dass die vorhandenen Früchte möglichst schnell ausreifen. Das hab ich aber beides nicht ausprobiert, ich hatte so schon genug Tomaten.

Etwa alle 4 Wochen muss man einen Wasserwechsel machen, ich habe das mit so einem Schlauch gemacht wie man da auch fürs Aquarium nimmt (Tank erhöht aufstellen, sonst gehts nicht). Im Hochsommer verdunstet mehr Wasser, da muss man das vielleicht bissl früher machen oder einfach zwischendrin mal mit klarem Wasser auffüllen.
Beim Wasserwechsel kann man dann auch immer das Düngerverhältnis anpassen.

Noch ein Bild zum besseren Verständnis (Wanne muss hier noch ganz in die große Kiste eingesenkt werden):
IMG_7714.jpg
IMG_7714.jpg (189.38 KiB) 3160 mal betrachtet
Dieses Jahr werde ich das Ganze noch um einige Anlagen erweitern und versschiedene Obst und Gemüsesorten anbauen.
Ein kleines NFT-System habe ich auch schon in Betrieb, in das habe ich ausgesät und es scheint bis jetzt ganz gut zu funktionieren.
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abconcept
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Re: Bewässerung

Beitrag von abconcept »

hallo Andreas,

*daumen_new* toller bericht, Danke. ich glaube dieses system werde ich ausprobieren, sehr easy und so erfolgreich. eine frage habe ich aber noch, was ist mit erde? wieso kann erde komplett durch dünger ersetzt werden, ist im dünger alles drin was in der erde ist, oder braucht pflanze ausschließlich das was im dünger enthalten ist, von wasser, sonne etc. jetzt mal abgesehen.

lg
albin
Entenmann
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Re: Bewässerung

Beitrag von Entenmann »

Albin, hier im Forum findet man im Bericht über Substrate von Walter Pall eine Erklärung, warum Erde in der modernen professionellen Gärtnerei kaum noch eine Bedeutung spielt.

Für Hobby-Gärtner aber fast keine Option. Ich z.B. kann nicht garantieren, im Hochsommer mindestens 3x täglich zu gießen.

Mit Andreas System wäre das ja aber kein Problem mehr. Vielen Dank für die sensationelle Anleitung! Da juckt es mich wirklich in den Fingern, direkt am Samstag die Teile zu besorgen.
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Waya
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Re: Bewässerung

Beitrag von Waya »

abconcept hat geschrieben:eine frage habe ich aber noch, was ist mit erde? wieso kann erde komplett durch dünger ersetzt werden, ist im dünger alles drin was in der erde ist, oder braucht pflanze ausschließlich das was im dünger enthalten ist, von wasser, sonne etc. jetzt mal abgesehen.
Die Erde hat im Bezug auf die Pflanzen 2 wichtige Aufgaben: 1. sie beinhaltet Organismen, die organische Substanzen in anorganische Substanzen (= Pflanzen verfügbare Nährstoffe) umwandeln und 2. bieten sie den Wurzeln Halt und somit der ganzen Pflanze.
Da man im Erwerbsgartenbau, voranging im Gemüsebau, den Pflanzen wie Gurken und Tomaten auch mit Stricken helfen kann sich aufzurichten, bräuchten die teilweise sogar gar keinen Boden mehr. Nährstoffe gibt es dann ja in bereits gelöster Form. Die Wurzeln kann man dann einfach in Rinnen mit Nährlösung hängen, sodass die Wurzeln immer feucht, aber gleichzeitig nie komplett bedeckt sind und eine Sauerstoffzufuhr für die Wurzeln gewährleistet ist. Ich selbst hab so ein System auch bei meiner Diplomarbeit verwendet. Worauf man dann immer achten muss ist der pH Wert der Düngelösung. Je nach Behältergröße und Anzahl der Pflanzen kann der Wert teilweise recht weit runter gehen.

Bodenlose Systeme bzw. welche, die auf Steinvolle etc. setzten haben den Vorteil, dass man Bodenbürtige Erreger/Schädlinge ausschließen kann. Zudem kann man die Düngezufuhr genauer steuern, was mit Boden schwieriger ist.
Gruß, Claudia
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Andreas R.
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Re: Bewässerung

Beitrag von Andreas R. »

Hallo Albin,

Pflanzen brauchen keine Erde.

Wie der Entenmann schon richtig sagt kommt bei der Methode von Walter Pall ja auch Blähton zum Einsatz. Es werden nur 10-20% Torf zugesetzt damit das Zeug länger feucht bleibt. Reiner Blähton ginge auch, dann muss man halt nur viel öfter gießen. Das macht in diesem Fall ja die Anlage.
Eine Anmerkung noch: Wenn man so vorgeht wie Walter beschreibt muss man keineswegs 3x am Tag gießen. Höchstens an heißen Sommertagen 2x, da reicht es aber teilweise schon wenn man bestimmte Bäume, z.B. Shohin oder solche in besonders flachen Schalen einfach schattig stellt.

Das System mit den Rohren, das Waya Yoshitaka beschreibt ist die im Industriellen Anbau übliche Variante der NFT-Technik.
Ich habe auch bei der Planung letztes Jahr oft gelesen, dass der pH-Wert ständig kontrolliert und korrigiert werden muss. Dazu war ich dann aber doch zu faul. Ich hab ein paar Mal nachgemessen und er war immer relativ konstant. Ich denke das liegt zum einen daran, dass der Dünger Puffersubstanzen enthielt, zum anderen am extrem kalkhaltigen Wasser, das einfach eine sehr große Pufferkapazität hat. Wichtiger als genau den für die Pflanzen idealen pH-Wert zu erzeugen ist es große Schwankungen zu vermeiden. Ich denke dass auch der regelmässige vollständige Wasserwechsel hier hilft. In industriellen Anlagen wird das wahrscheinlich nicht gemacht sondern stattdessen ständig Wasser und Dünger nachdosiert. Hierzu wird auch der Leitwert ständig gemessen, was für den Hobby-Bereich auch empfohlen wird, hab ich aber auch nicht gemacht, sondern einfach die in den Tabellen vom Hersteller angegebenen Düngermengen verwendet.

Das Ebbe&Flut System 1:1 für Bonsai anzuwenden halte ich nicht für ideal. Für Gemüse, Tomaten und sowas ist es gut, bei Bonsai könnte man ein paar Probleme bekommen. Z.B. werden die Schalen sicherlich außen unansehlich, die Wurzeln werden unkontrolliert unten aus der Schale wachsen und wenn man den Baum dann mal außerhalb der Anlage weiterkultivieren will könnte er das nicht so ohne Weiteres vertragen.
Für Stecklinge oder sehr junge Pflanzen, die erst noch zu brauchbarem Rohmaterial heranwachsen müssen wäre es vielleicht ganz praktisch.
Was ich für die Bonsai dieses Jahr realisieren möchte ist kein System aus Ikea-Kisten sondern ein schöner Flutungstisch, ähnlich wie er in Bonsai Art letztes Jahr zu sehen war. Hauptsächlich werde ich von Hand gießen, aber zur Unterstützung möchte ich den Tisch automatisch mit Wasser fluten lassen können, etwa wenn ich Abends nicht rechtzeitig zum Gießen heimkomme, um im Hochsommer doch zwei mal pro Tag gießen zu können, für kurze Abwesenheiten etc. Dazu werde ich die selbe Technik verwenden wie bei der Anlage für die Tomaten. Ich werde dann natürlich berichten und Bilder einstellen.
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abconcept
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Re: Bewässerung

Beitrag von abconcept »

hallo zusammen,

Euch allen vielen Dank für die ausführlichen erklärungen auch wenn ich immer noch ein wenig begriffsstutzig bin. vorab gesagt, ich vertraue euch und dem was ihr schreibt! trotzdem entstehen für mich spontan ganz neue fragen, wenn ich euch nerve würgt mich ab :oops: .
wenn das alles so ist, warum wird dann "so eine show mit den unterschiedlichsten substraten und mischungen gemacht".

Waya Yoshitaka schrieb:
Die Erde hat im Bezug auf die Pflanzen 2 wichtige Aufgaben: 1. sie beinhaltet Organismen, die organische Substanzen in anorganische Substanzen (= Pflanzen verfügbare Nährstoffe) umwandeln und 2. bieten sie den Wurzeln Halt und somit der ganzen Pflanze.


ist es dann richtig, das die anorganischen substanzen auch als dünger zugesetzt werden?

Andreas R. schrieb:
Das Ebbe&Flut System 1:1 für Bonsai anzuwenden halte ich nicht für ideal. Für Gemüse, Tomaten und sowas ist es gut, bei Bonsai könnte man ein paar Probleme bekommen. Z.B. werden die Schalen sicherlich außen unansehlich, die Wurzeln werden unkontrolliert unten aus der Schale wachsen und wenn man den Baum dann mal außerhalb der Anlage weiterkultivieren will könnte er das nicht so ohne Weiteres vertragen.


was meinst Du damit, das es probleme bei einer weiterkultivierung gibt?
thema wurzeln, wenn ich mir jetzt vorstelle bonsai bzw. solche die es noch werden möchten, ohne schale in dieses nft-system einbringe so daß die wurzeln vollkommen frei sind, ist das dann nicht eine gute möglichkeit das wurzelwerk so zu steuern und zu formen wie man es haben möchte?
wie stellt man es an, für die jeweils spezifische pflanzenart genau die richtigen düngeranforderungen fest zu legen?

habe ich noch zum thema gefunden:
http://german.alibaba.com/product-free/ ... 82427.html

übrigens, keine sorge ich habe jetzt nicht vor meine bäumchen auf so ein system umzustellen, aber es macht mich neugierig. ich möchte einfach nur verstehen.

lg
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Waya
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Re: Bewässerung

Beitrag von Waya »

abconcept hat geschrieben:ist es dann richtig, das die anorganischen substanzen auch als dünger zugesetzt werden?
Anorganisch sind z.B. auch einfach die puren Elemente bzw. einfache Verbindungen, die man in Düngern findet. Oder einfach als Mineralischen Dünger bezeichnet. Mineralischer Dünger kann schnell durch Wasser o.a. aufgespalten und von der Pflanze verwendet werden. Organische Substanzen liegen in größeren Strukturen vor, die durch chem. Reaktionen erst in ihre einzelnen Elemente aufgeteilt werden müssen.

abconcept hat geschrieben:was meinst Du damit, das es probleme bei einer weiterkultivierung gibt?
thema wurzeln, wenn ich mir jetzt vorstelle bonsai bzw. solche die es noch werden möchten, ohne schale in dieses nft-system einbringe so daß die wurzeln vollkommen frei sind, ist das dann nicht eine gute möglichkeit das wurzelwerk so zu steuern und zu formen wie man es haben möchte?
wie stellt man es an, für die jeweils spezifische pflanzenart genau die richtigen düngeranforderungen fest zu legen?
Da ich weitere Untersuchungen in der Richtung nicht kenne, gebe ich zumindest meine Gedanken in der Richtung preis:

Die Systeme werden heute bei krautigen, gezüchteten Gemüsepflanzen angewendet. Die Gemüsepflanzen bekommen im Gewächshaus ein relativ gleichbleibendes Klima. Da wird ALLES gesteuert. Das Hauptziel hier ist die größtmögliche Ausbeute von Früchten.

Würde man das auf Bonsai übertragen, würde ich folgende Probleme sehen: Verholzte Pflanzen werden anders Stoffe einlagern und verarbeiten. Durch das Überangebot an Nährstoffen werden sie auf Lange Sicht anfälliger gegenüber Krankheiten, wenn sie aus dem System mal raus kommen. Zudem würde man Dinge wie Frostresistenz bzw. überhaupt Resistenzen gegenüber Umweltabflüssen durch das gesteuerte Kleinklima (welches man imo auch mit steuern müsste) abbauen.
Gemüsepflanzen werden als einjährige Pflanze gezogen und danach weggeworfen. Da zielt die Kulturführung darauf ab, die Pflanze innerhalb der Zeit zu Höchstleistungen anzuspornen.
Bei mehrjährigen Pflanzen müsste man das System am Ende dauerhaft erhalten. Hätte dann vielleicht stark gewachsene, aber „schwache“ Pflanzen.


Bei Pflanzen gibt es ja nicht nur die Einflussfaktoren Wasser und Nährstoffe, sondern auch UV Strahlung, Dürrezeiten, Wind usw. usw. All das stärkt auch Pflanzen.

Pflanzen in einem kontrollierten Ramen zu halten, der relativ einseitig ist, hat immer zur Folge, dass die Pflanze gegenüber anderen Einflussfaktoren an Stärke verliert.
Gruß, Claudia
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Re: Bewässerung

Beitrag von Anja M. »

abconcept hat geschrieben:
was meinst Du damit, das es probleme bei einer weiterkultivierung gibt?
thema wurzeln, wenn ich mir jetzt vorstelle bonsai bzw. solche die es noch werden möchten, ohne schale in dieses nft-system einbringe so daß die wurzeln vollkommen frei sind, ist das dann nicht eine gute möglichkeit das wurzelwerk so zu steuern und zu formen wie man es haben möchte?
Ich habe davon in Zusammenhang mit Hydrokultur gehört. Die Pflanzen entwickeln andere Wurzeln, um sich dem System anzupassen. Bei einer Zurückführung in Pflanzsubstrat muß die Pflanze ihre Wurzeln dann wieder umbauen, was in die Hose gehen kann.

Auch bei Stecklingen im Wasserglas soll dieses Anpassungsproblem auftreten.
73 Anja
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Andreas R.
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Re: Bewässerung

Beitrag von Andreas R. »

abconcept hat geschrieben:was meinst Du damit, das es probleme bei einer weiterkultivierung gibt?
thema wurzeln, wenn ich mir jetzt vorstelle bonsai bzw. solche die es noch werden möchten, ohne schale in dieses nft-system einbringe so daß die wurzeln vollkommen frei sind, ist das dann nicht eine gute möglichkeit das wurzelwerk so zu steuern und zu formen wie man es haben möchte?
Anja M. hat geschrieben:Ich habe davon in Zusammenhang mit Hydrokultur gehört. Die Pflanzen entwickeln andere Wurzeln, um sich dem System anzupassen. Bei einer Zurückführung in Pflanzsubstrat muß die Pflanze ihre Wurzeln dann wieder umbauen, was in die Hose gehen kann.
Anja hat völlig recht, besonders bei NFT oder Aeroponik (das mit Wasser und Luftblasen) bilden sich sogenannte Wasserwurzeln, die völlig anders aussehen. Keine so schön feinverzweigten Wurzeln wie man sie an den Bonsai möchte sondern extrem lange Wurzeln ohne Verzweigung mit so einer Art kurzen Fiedern an den Seiten. Solche Wurzeln kenne ich sonst nur von Wasserpflanzen.
abconcept hat geschrieben:wie stellt man es an, für die jeweils spezifische pflanzenart genau die richtigen düngeranforderungen fest zu legen?
Die meisten Pflanzen haben recht ähnliche Anforderungen, von Extremisten mal abgesehen. Man wählt natürlich für die Kombination in einer Anlage Pflanzenarten die ähnlich schnell wachsen und etwa nach gleicher Zeit Früchte bilden. Tomaten und Paprika/Chili haben sich bei mir zusammen bewährt. Am Rand hat noch ein Basilikum Platz gefunden das mir die ganze Saison hindurch frische Blätter geliefert hat.
Ich würde jetzt nicht z.B. Tomaten und Erdbeeren in der gleichen Anlage halten sondern die Erdbeeren lieber in eine extra Anlage stellen.
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abconcept
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Re: Bewässerung

Beitrag von abconcept »

Danke für die ausführlichen erklärungen, jetzt verstehe ich es so langsam. die extrem-vorstellung pflanze ohne erde kam mir ungefähr so vor wie schwimmen ohne wasser, ist halt ein gedanklicher wiederspruch. fazit für mich nach Euren erklärungen das richtige pflegesystem für das entsprechende ziel.
systeme, die zeitlich befristet (einjährig) und kontrolliert durchgeführt werden, sehr gut sind um erträge zu steigern. für bonsai sicherlich nicht 1:1 umzusetzen. auf jeden fall faszinierend was alles möglich ist, habe mir im internet mal tomatenanbau in spanien angeschaut.

könnten solche systeme eigentlich in landschaften eingesetzt werden wo nur schlechter boden bzw. nur steine geröll, aber dafür viel wasser zur verfügung steht?

das pflanzen in solchen systemen einerseits gestärkt andererseits geschwächt werden, ist das vergleichbar mit den versuchen große autarke bio-systeme aufzubauen, vollkommen isolierte systeme. bei denen hört man ja auch davon das immer neue probleme auftreten, je stärker man eingreift bzw. nachbessert um so mehr probleme.

*daumen_new* war sehr lehrreich..............

lg
albin
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