Hallo,
nach bald 2 Jahren hier mal ein update der Zelkowe, bei der ich einen Aufbau versuche, wie ihn John Yoshio Naka in seinem Buch "Bonsai Techniques I" auf den Seiten 137-139 aufzeigt.
Bei dem folgenden Bild wird klar, dass ein Umwickeln des oberen Stammes mit Plastikmanschette und mehreren strammen Raffiabandagen bei weitem nicht ausreicht. Der Druck, den die Pflanze aufbaut, ist so stark, dass sie mühelos diesen Verband sprengt und sich damit die von Naka so wenig geschätzten "knobs", also Knoten oder Verdickungen doch entwickeln können.

- Zelkowe gesprengter (Kopf)verband.jpg (64.87 KiB) 2035 mal betrachtet
Hier ist das Kind also bereits in den Brunnen gefallen. Vielleicht kann ich diese unschöne Geschichte noch etwas stoppen mit Plastikmanschette, Umwicklung aus festem Kunststoffband und Armierung mit 3 festgezurrten Alu-Drähten von 3 mm Stärke (2. Bild).

- Zelkowe n. Naka, 30.6.2012
Fazit:
In den ersten Jahren wird ein Steckling in einer geräumigen Trainingsschale gemästet. Alle 2 Jahre soll umgetopft werden, warum?
Das Nebari hat bei dieser Stilform eine besonders wichtige Bedeutung und korrigierende Eingriffe sind nun mal nur während des Umpflanzens möglich.

- Zelkowe n. Naka, Wurzelansatz, 30.6.2012
Der keilförmige Einschnitt, dann, wenn der Steckling etwa 3,5 cm - 4 cm oder mehr an Stärke erreicht hat, sollte so gesetzt werden, dass die Kerbe quer zur später vermuteten Ansicht liegt, was sich wiederum nach dem bereits erreichten Aussehen des Wurzelansatzes richtet. An den tiefsten Stellen der Kerbe bilden sich 2 stärkere Triebe, aus denen die Krone aufgebaut werden wird. Ganz so ideal, wie Naka es in seinen Zeichnungen andeutet, verläuft die Sache leider nicht, jedenfalls nicht bei unseren Klimabedingungen oder bei meinem Versuch.
Es schadet auch nichts, wenn vor Festlegung der Stammlänge man sich Gedanken macht über die Endgrösse des gestalteten Baumes. - Ich will hier nicht der Bonsaigestaltung mit Geodreieck und Massband das Wort reden, aber es zeigt sich bei der Betrachtung und Auswertung von meisterhaften Referenzbäumen (Lesniewicz-Atlas u. "Bonsai-Art"-Heft Nr 100), dass
auf eine Stammlänge von ca 10 cm noch eine Kronenhöhe von 31 cm - 33 cm dazukommt. Die ideale grösste Kronenbreite, die im oberen Drittel der Krone liegt, soll etwas breiter sein als wie sie hoch ist. Entsprechend der gewählten Stammlänge kann also jeder die Ausmasse seines Baumes schon vorher bestimmen, wenn er denn dieser Empfehlung folgen will.
Der Aufbau der Krone verlangt von Anfang an eine stetige Verjüngung zur Peripherie hin. Deshalb ist das konsequente Zurückschneiden der stärkeren Triebe unerlässlich.
Beste Grüsse,
Heiner