Also ich hab ja (noch) nicht so die Ahnung, aber ich muß Ulf zustimmen.
Irgendwie sieht es "stimmiger" aus, wahrscheinlich ist es aber genau das, was Walter so stört.
Ich finde, Walter hat eine weitere Form der Asymetrie (schweres Wort) entdeckt. Und zwar einen Widerspruch in der eigentlichen Gestaltung. Dabei geht es nicht darum, ob der Ast in den Schwung des Stammes passt, sondern noch eine Ebene höher - quasi ein Stil-Mix. Dadurch wird gerade der geschulte Betrachter irgendwie gezwungen, gegen diese Unausgewogenheit der Gestaltung anzugehen. Und gerade dadurch kann der Baum auf seine Art sehr interessant sein, denn einen 08/15-Aufbau hat man schnell über...
Ich las mal in einem Buch, dass bei Bonsai ausgewogen symetrische, gleichmäßige Formen vermieden werden sollten...ich glaube, das hat Walter hier sehr gut hinbekommen. Und um ehrlich zu sein macht uns die Natur genau das auch vor - oder hat von Euch schonmal jemand eine Buche mit übermaßig dickem Stamm und streng frei aufrechtem Wuchs gesehen?
Wenn ich mir die Bäume ansehe, die hier so wachsen, stellt sich mir eh stets die Frage: ja was isses denn? Frei aufrecht oder Besen-Form oder eine frei-aufrechte Besenform?
Also ich bin der Meinung Walter soll so weitermachen wie bisher - ich würde es auch, denn Bonsai ist Kunst und die liegt bekanntlich im Auge des Betrachters.
Das war nur meine bescheidene Meinung - also bitte nicht "niederknüppeln" - Danke

:D
Gruß,
Markus