Nachbearbeitung einer Mugo

Der richtige Ort Bonsai (Baum in Schale mit gewisser Reife) vorzustellen und zu präsentieren. Der Threadersteller möge bitte im Eröffnungsthread darauf hinweisen wenn allgemeine Kommentare unerwünscht sind. Andernfalls stellt sicher, dass ihr etwaige fachliche Kritik durch die "DREI SIEBE" gesiebt habt!
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Detlef
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Beitrag von Detlef »

flu hat geschrieben:Könnte man den Begriff "Konditionierung" in diesem Zusammnehang auch mit "Betriebsblindheit" gleichsetzen?
Könnte man vielleicht. Würde ich aber nicht tun.

Konditionierung ist für mich etwas, was jemand mit mir versucht zu machen.

Betriebsblind werde ich auch ohne Zutun Anderer. :wink:
Viele Grüße

Detlef
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flu
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Beitrag von flu »

Walter, um zu verdeutlichen was ich meine, habe ich mal ein Virtual gebastelt. Ich denke es läßt sich erkennen, in welche Richtung ich dachte, auch wenn ich die Krone virituell jetzt nicht so detailliert hinbekomme. Das dramatische Totholz spiegelt sich hier in der Gesamtkomposition wider. Man hat hier nicht mehr den Eindruck, man hätte zwei verschiedene Bäume (dramatische Totholzgestaltung versus gefälliger Lebendholzgestaltung incl. braver Schale) vor sich.
So wirkt der Baum auf mich wesentlich überzeugender.
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Dagmar M.
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Beitrag von Dagmar M. »

sieht aus als würde er fliegen :lol:

bzw. Hexe auf Besen !! *crazy*
Grüßle
Dagmar

Bonsai-Junkies Berlin
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Markus_Z
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Beitrag von Markus_Z »

Also ich hab ja (noch) nicht so die Ahnung, aber ich muß Ulf zustimmen.
Irgendwie sieht es "stimmiger" aus, wahrscheinlich ist es aber genau das, was Walter so stört.
Ich finde, Walter hat eine weitere Form der Asymetrie (schweres Wort) entdeckt. Und zwar einen Widerspruch in der eigentlichen Gestaltung. Dabei geht es nicht darum, ob der Ast in den Schwung des Stammes passt, sondern noch eine Ebene höher - quasi ein Stil-Mix. Dadurch wird gerade der geschulte Betrachter irgendwie gezwungen, gegen diese Unausgewogenheit der Gestaltung anzugehen. Und gerade dadurch kann der Baum auf seine Art sehr interessant sein, denn einen 08/15-Aufbau hat man schnell über...
Ich las mal in einem Buch, dass bei Bonsai ausgewogen symetrische, gleichmäßige Formen vermieden werden sollten...ich glaube, das hat Walter hier sehr gut hinbekommen. Und um ehrlich zu sein macht uns die Natur genau das auch vor - oder hat von Euch schonmal jemand eine Buche mit übermaßig dickem Stamm und streng frei aufrechtem Wuchs gesehen?
Wenn ich mir die Bäume ansehe, die hier so wachsen, stellt sich mir eh stets die Frage: ja was isses denn? Frei aufrecht oder Besen-Form oder eine frei-aufrechte Besenform?
Also ich bin der Meinung Walter soll so weitermachen wie bisher - ich würde es auch, denn Bonsai ist Kunst und die liegt bekanntlich im Auge des Betrachters.

Das war nur meine bescheidene Meinung - also bitte nicht "niederknüppeln" - Danke :oops: :D

Gruß,
Markus
gunter

Beitrag von gunter »

Ich finde flu`s Beobachtung, daß die Teile nicht zusammenpassen, sehr treffend. Aber muß das deshalb im Kunstwerk " nicht plausibel" sein?
Wenn man den Bonsai als Baum betrachtet, sei er nun naturalistisch, oder klassisch japanisch gestaltet, hat flu wohl recht. Der Baum ist eine Einheit und das sollte sich im Regelfall in der Komposition ausdrücken. Aber ich finde, in der modernen Gestaltung ist der Bonsai nicht mehr unbedingt ein Baum, sondern ein autonomes Kunstwerk. Das muß kein organisches Ganzes mehr geben. Gegensätze sind möglich, wenn sie nur einen formalen Sinn erfüllen.
Von Walters Werken gefallen mir selbst allerdings die naturalistischen meist besser.
Gruß, Gunter Lind
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flu
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Beitrag von flu »

Moment! Ich habe gesagt, dass diese unterschiedlichen Kronenformen als natürliche Erscheinung wenig plausibel sind. Ich habe nicht gesagt, dass es kein plausibles Kunstwerk wäre.
Ein Kunstwerk greift einen Gedanken auf, transformiert ihn und gibt ihm dadurch ein neues Gesicht. In dem Wacholder könnte ich den Gedanken innerer Zerissenheit wieder erkennen, vielleicht auch das "zur Ruhe kommen" des Alters, nach einer stürmischen Jugend (mit nur noch fraktalen Erinnerungen an letztere), oder sogar einen Saulus der zum Paulus wurde.
Nein, künstlerisch gibt dieser Baum einiges her.

Aber er ist kein Baum mehr - und das finde ich schade.
Zuletzt geändert von flu am 04.08.2005, 18:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Johannes
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Beitrag von Johannes »

hier ist ist auch ein Baum,bei dem ich das Gefühl hatte zwei getrennte
Gebilde vor mir zu haben
Sieht man auch oft bei Pius Notter Typus: wilder Stamm-brave Krone
Doch wie sollts anders gehen ??
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Eibe von Danny Use
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Grüße..
Johannes
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Wolfgang
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Beitrag von Wolfgang »

Finde ich nicht.
Das ist eben ein sehr modern gestalteter Baum, eine Eibe mit sehr viel interessantem Totholz.
Gut, dass die Geschmäcker verschieden sind ........ :wink:
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flu
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Beitrag von flu »

Können wir uns darauf verständigen, so etwas eine Bonsai-Skulptur zu nennen, bei der Natürlichkeit nicht zur Gestaltungsmaxime zählt?
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michael hohner
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Beitrag von michael hohner »

hallo ulf,

deine argumente kann ich nachvollziehen ......... und denkt man ein wenig darüber nach, kann man bei manchen gestaltungen tatsächlich eine gewisse unstimmigkeit feststellen .........
aus diesen gedanken können neue anregungen entstehen und es ist sicherlich gut ab und zu mal ein wenig aufgerüttelt zu werden .............

........ wobei walter eine gestaltung wie bei der vor gezeigten eibe niemals vom tisch stellen würde ...... oder ?? :roll:
gruss micha

"damit das mögliche entsteht muss immer wieder das unmögliche versucht werden" hermann hesse
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Walter Pall
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Beitrag von Walter Pall »

'Können wir uns darauf verständigen, so etwas eine Bonsai-Skulptur zu nennen, bei der Natürlichkeit nicht zur Gestaltungsmaxime zählt?'

Ulf,

das könnte man so nennen. Moderne Bonsai sind abstrakt. Noch abstrakter als traditionelle Bonsai. Abstrakt ist das Gegenteil von natürlich. Also kann bei einer abstrakten Gestaltung niemals das Ziel sein etwas natürlich AUSSEHENDES zu machen. Gute Gestalter versuchen aber immer etwas ntürlich WIRKENDES zu machen. Abstrakte Gestaltung, die nicht natürlich wirkt ist künstlich. Nicht künstlerisch.

Das muss man nicht alles verstehen. Viele gute Gestalter haben keine Ahnung von dem was ich da so von mir gebe. Sie machen es intuitiv richtig. Das dient nur um verschiedene Kunstrichtungen be Bonsai verständlich zu machen.[/quote]
Meine Beiträge und Bäume dürfen gerne kritsch beurteilt und diskutiert werden.
Aber bitte nicht unbedingt mit mir.

mit freundlichen Grüßen
Walter Pall
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A.Mittig
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Beitrag von A.Mittig »

Sehr interessant finde ich Ulfs Beobachtung in praktischer Hinsicht, da sie die Idee enthält, Totholz schon zu Lebzeiten im Hinblick auf das Endergebnis zu gestalten und erst dann zu Totholz zu verwandeln.

Ist das praktisch schon mal bewußt umgesetzt worden um einen im Tot- sowohl Lebendbereich in Ulfs Sinne stringenten Baum zu erzeugen? So im Prinzip: Ein Ast wird , bevor er geschält wird, erstmal einige Jahre lebend in eine bestimmte, zum Baum passende, Form gedrahtet?

Gruß, arne

P.S.: Zu der wieder aufkeimenden Kunst-"Diskussion" kein Kommentar von mir, denn dieser wäre alles andere als Mild...
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Walter Pall
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Beitrag von Walter Pall »

Arne,

natürlich ist das schon gemacht worden, schon sehr oft sogar. Das gibt schöne Bäume. Dauert zwanzig Jahre, dann bin ich 80.
:lol:

Die Kunstdiskussion ist das Interessanteste was dieses Forum zu bieten hat. Auch ist hier der allergrößte Nachholbedarf.
Meine Beiträge und Bäume dürfen gerne kritsch beurteilt und diskutiert werden.
Aber bitte nicht unbedingt mit mir.

mit freundlichen Grüßen
Walter Pall
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Anja M.
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Beitrag von Anja M. »

Über den unterschiedlichen Eindruck, den lebende und tote Bereiche manches Mal machen, bin ich auch schon gestolpert. Ich finde, das Grün sieht dann aus, als hätte ein älterer Mensch, dem man an der Nasenspitze ansehen kann, daß sein Haupthaar weiß und schütter ist, einen Mop in dichter, jugendlicher und unechter Textur auf dem Kopf.


Gerade bei den angesprochenen Beispielen aber wäre es mir kaum oder gar nicht in den Sinn gekommen. Bei beiden Beispielen gedeiht der Seitenast bzw die Krone im Schutz der abgestorbenen Äste und hat somit logischerweise eine andere Ausstrahlung.

Trotzdem empfinde ich Ulfs Vorschlag attraktiver als Walters Original, so wie ein Bild, daß durchgängig in einem Pinselschlag gemalt wurde.
73 Anja
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Thomas P.
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Beitrag von Thomas P. »

Hallo,
auch nach zwei Wochen Urlaub finde ich doch hier die allseits beliebte Diskussion über Pall´sche Bäume, modernen Stil und Todholz wieder.

Nur soviel zu den zwei kongreten Beispielen.
Ob nun künstlerisch wertvoll oder modern, ob man sie Bonsai oder Baumskulpturen nennt, darüber kann man streiten.
Das sind auf jeden Fall nicht die Art Bäume, die mich für Bonsai begeistert haben.
Bonsai bedeutet Baum in einer Schale. Wenn der Baum für mich als solcher nicht mehr erkennbar ist, das Grün nur als Beiwerk des Todholzes dient und ich nach Ersatzbegriffen wie Baumskulptur greifen muß, kann das für mich kein erstrebenswertes Ziel sein.
Es gibt genügend Beispiele von Spitzenbäumen europäischer Gestalter (auch von Herrn Pall) , daß ein modern gestalteter Baum noch als solcher erkennbar ist.
Viele Grüße
Thomas Pallmer

Bonsai-Wandkalender 2019
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