Beleuchtung: Vogellampe statt Pflanzenlampe?

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
face95
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Beleuchtung: Vogellampe statt Pflanzenlampe?

Beitrag von face95 »

Hallo!
Da mir in den Basics noch niemand meine Frage beantworten konnte und ich auch in der Suchfunktion nichts finde, habe ich mir gedacht ich probiers hier mal ;)
Da es jetzt ja an die Überwinterung der Bonsais geht, muss ich früher oder später auch an die Beleuchtung denken. Da der einzig passende Raum nur ein Fenster hat (Südseite), denke ich, dass ich um eine extra Lampe nicht herumkomme.

Von meiner früheren Vogelhaltung habe ich noch eine Vogellampe über- meine Frage ist nun: kann ich die anstatt der Pflanzenlampe verwenden?
Hat da jemand Erfahrung?
Google hilft auch nicht groß weiter...

Würde mich über einen Erfahrungsbericht oder Tipps/Ratschläge sehr freuen! :)

Liebe Grüße,
Johanna
Queerkopf
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Re: Beleuchtung: Vogellampe statt Pflanzenlampe?

Beitrag von Queerkopf »

marke, göße, wattzahl, bezeichnung, Reflektor ?????????

ich vermute mal du hast ne infrarotlampe aus der vogelaufzucht die völlig ungeeignet ist, aber das ist ein ratespiel.
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Jour
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Re: Beleuchtung: Vogellampe statt Pflanzenlampe?

Beitrag von Jour »

Genau -- kommt im wesentlichen darauf an, wieviel Lichtausbeute und welche Lichtfarbe die Lampe hat.

Ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen, dass die Standard-36W-Leuchtstoffröhren mit einer Lichttemperatur von 6500°K funktionieren. Habe vier Stück davon meist ab Januar im sonst stockdunklen Keller zur Anzucht von Chilipflanzen in Verwendung. Brennen bei mir dann täglich 12 Stunden, mit sehr geringem Abstand zu den Pflanzen selbst (~10cm).
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Herbert A
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Re: Beleuchtung: Vogellampe statt Pflanzenlampe?

Beitrag von Herbert A »

Hi Johanna,

welche Bäume hast Du?
lg
Herbert Aigner
Das BFF ist mein persönliches Bonsaitagebuch. Vielen Dank dass ihr das seit vielen Jahren ermöglicht.

Info: www.bonsaisalzburg.net
face95
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Re: Beleuchtung: Vogellampe statt Pflanzenlampe?

Beitrag von face95 »

Hallo!
Ich hab ein paar Daten zur Lampe gefunden- ich hoffe, sie sind hilfreich, ich kenn mich da leider kaum aus, deswegen habe ich sie euch mal abfotografiert ;)
Die Lampe selbst ist etwa 90-100 cm lang.

Ich habe eine steineibe, einen junischnee, einen kleinen duftsumach, einen chinesischen liguster, einen buchs, zwei ficus (retusa+ginseng). Besonders beim liguster fällt mir auf, dass er mehr licht braucht... Die anderen schauen derweil noch ganz okay aus.

Liebe grüße
PS: hab grad gesehen das man durchs verkleinern die Schrift nicht gut lesen kann... Hier nochmal:
230 V- 50 Hz
Max. 36 W T8
Dateianhänge
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Queerkopf
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Re: Beleuchtung: Vogellampe statt Pflanzenlampe?

Beitrag von Queerkopf »

Also die Lampe ist okay aber bei den Röhren scheiden sich wieder die Geister. Viele stehen auf 3 Banden oder 5 Banden Röhren und verschiedene Lichtfarben mit verschiedenen Farbwiedergabewerten. In der Bude werden die meisten sagen Tageslicht ist optimal. Ich meine man kann nehmen was einem gefällt, allerdings rate ich zum mischen von verschiedenen Röhren und zu mehr gedanken über die Qualität und Lebensdauer. Also ich habe 10mal 28 Watt(T%) für eine Fläche 200X60 cm bei einer Höhe von 1 Meter für meine Indoors.
Ich rate zu mehr Röhren, wobei man nicht alle den ganzen Tagen laufen lassen muß.Wenn man wirklich nur den Strom von einer Röhre verbraten will rate ich trotzdem zu zwei Röhren. Mein Vorschlag wäre in dem Fall dann die Beleuchtungsdauer auf 10 Stunden zu reduzieren und morgens mit einer Röhre anzufangen, nach 4 Stunden geht die zweite Röhre zusätzlich an und bleibt bis zum Ende an, während die erste Röhre nach insgesamt 6 Stunden ausgeht.Die beiden großen Vorteile dieser Methode sind das die Pflanze zum Mittag die doppelte Lichtmenge für 2 Stunden bekommt und durch den Wechsel der angschalteten Röhren ihren Blattstand wechseln muß. Somit dringt das Licht tiefer ein und etwas aus einer anderen Richtung.

So ne Röhre hat am ende der Lebensdauer die gerne Beworben wird nur noch 40% ihrer Ausgangsleistung die ihr die DIN vorgibt. Also ne neue Röhre schadet sicherlich nicht.
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StevenCA
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Re: Beleuchtung: Vogellampe statt Pflanzenlampe?

Beitrag von StevenCA »

face95 hat geschrieben:Max. 36 W T8
Das klingt schon einmal nicht verkehrt. ;)
Stehen auf der Röhre selbst noch irgendwelche Angaben, wie die Leuchtmittelart/-farbe? Also z.B. eine dreistellige Nummer wie 740, 840, 865 etc. Oder ist es direkt eine spezielle Röhre für die Tierhaltung mit UV-A/UV-B Anteil?
Hängt die Lampe an der Decke über den Pflanzen? Falls ja - auf jeden Fall von der Decke weg machen und deutlich tiefer hängen! Auf die Entfernung kommt kaum noch Licht bei den Pflanzen an.
Insgesamt willst du sieben Pflanzen beleuchten - kommt natürlich auf die Größe der Pflanzen an, deswegen noch die Fragen: Auf welcher Grundfläche ungefähr willst du die Pflanzen beleuchten und wie hoch ist ungefähr die größte Pflanze?

Queerkopf hat geschrieben:Viele stehen auf 3 Banden oder 5 Banden Röhren und verschiedene Lichtfarben mit verschiedenen Farbwiedergabewerten.
5-Band Leuchtmittel bringen bei der Pflanzenbeleuchtung keine Vorteile ggü. 3-Band, da die 5-Band Leuchtmittel lediglich eine gute Farbwiedergabe für das menschlichen Auge liefern sollen. Ist bei Drucksachen oder bei Obst im Supermarkt hilfreich, bei Pflanzenbeleuchtung jedoch von Nachteil, da sie einen geringeren Lichtstrom wie entsprechende 3-Band Leuchtmittel liefern.
Und als Tipp: Bei "Lang-Tag Pflanzen" wie Ficus würde ich länger als 10h am Tag beleuchten.
MfG Stefan
face95
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Re: Beleuchtung: Vogellampe statt Pflanzenlampe?

Beitrag von face95 »

Also auf der röhre selbst habe ich jetzt das gefunden:
OSRAM L 36W/965
Biolux
Soweit ich weiss (zumindest wurde sie mir so verkauft) handelt es sich um eine spezielle tierhaltungslampe- da ich sie von privatpersonen bekam und die verpackung nicht mehr habe, kann ich nicht mehr genau sagen!
Die fläche auf der die pflanzen stehen (so dass sie locker nebeneinander stehen können) beträgt etwa:
75 breite x 100 cm
Die höchste pflanze ist mit schale etwa 25 cm hoch.

Ich denke ich werde versuchen, die lampe so anzubringen, dass sie gut hinleuchtet und zusätzlich noch eine pflanzenlampe aus dem fachhandel besorgen- mal schauen wies funktioniert :)
Danke euch!!
Liebe grüße
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StevenCA
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Re: Beleuchtung: Vogellampe statt Pflanzenlampe?

Beitrag von StevenCA »

Ah gut, damit kann man etwas anfangen. ;)
Die Röhre ist nicht sooo verkehrt, hat immerhin zunächst einmal eine gute Farbtemperatur, sprich 6500K deswegen die 965. Allerdings verrät die 965, dass es sich dabei um ein oben erwähntes 5-Band Leuchtmittel handelt. Die gute Farbwiedergabe mag für Tiere gut sein, den Pflanzen ist es ziemlich egal, die wollen "Leistung". ;) Ein 3-Band Leuchtmittel wäre wesentlich effektiver, sprich mit der Nummer 865. Nebeneffekt: in der Beschaffung deutlich günstiger!

Konkrete Zahlen:
965er T8
Leistung: 36 Watt
Lichtstrom: 2300 lumen - entspricht 64 lumen pro Watt
PAR-Wert: 13 µmol/s/m²
Kosten pro Röhre: ab ~7 €

865er T8
Leistung: 36 Watt
Lichtstrom: 3250 lumen - entspricht 90 lumen pro Watt
PAR-Wert: 16 µmol/s/m²
Kosten pro Röhre: ab 2,50€

(PAR-Wert = Photosynthetisch aktive Strahlung. Gibt vereinfacht gesagt an, wie viel Strahlung die Lampe im photosynthetisch relevanten Bereich abgibt, also wie viel "Licht" aus der Lampe die Pflanze nutzen könnte. Je höher der Wert, desto besser)

Die 100cm Breite ist kein Problem, die 36 Watt T8 Röhren sind ja 120cm lang. 75cm Tiefe hingegen ist schon ordentlich, hier ist eine einzelne Röhre wohl etwas unterdimensioniert, sieht man auch an den niedrigen PAR-Werten. Für Ficus würde ich als Minimum etwa 25-30 µmol/s/m² ansehen um gutes aktives Wachstum zu ermöglichen. Also in deinem Fall mindestens zwei 36 Watt 865er Röhren einsetzen. Klar mag eine auch reichen, aber da sind die Werte so gering, dass man trefflich darüber streiten könnte, ob die Zusatzbeleuchtung überhaupt etwas bringt. Aber da du eh von einer zusätzlichen Pflanzenlampe sprichst, davon würde ich Abstand nehmen! Pflanzenlampen, die Land auf Land ab üblicherweise verkauft werden, bringen... höflich gesagt... keine Vorteile! Außer für den Handel, da du dafür locker das 3-10 fache wie für eine vergleichbare normale Lampe zahlst. Die im Handel erhältlichen LED-Pflanzenlampen sind auch eher zu Deko-Zwecken. Bei LED ist derzeit entweder noch selbst zusammenbasteln angesagt, oder man ist gewillt deutlich über 200€ pro Lampe auszugeben.

Bester Kompromiss aus Preis und Effektivität:
zwei - drei Röhren 36 Watt T8 in der Lichtfarbe 865 (bei drei Röhren könnte man auch 2x 865 mit 1x 840 Lichtfarbe mischen), dazu auf jede Röhre einen Reflektor drauf klippsen. Damit lässt sich die Lichtausbeute fast verdoppeln, das Licht strahlt nur noch unten zu den Pflanzen und nicht mehr im gesamten Raum umher. Und schließlich ganz wichtig: Leuchtstoffröhren erzeugen kaum Hitze, deswegen die Lampen nur ca. 5-10cm über die Pflanzen hängen - z.B. höhenverstellbar an Ketten. Die Entfernung kostet wohl am meisten Licht, da die Beleuchtungsstärke im Quadrat abnimmt. Beispiel: hängst du die Lampe nicht 50cm über den Tisch, sondern 100cm kommt nur noch 1/4 des Lichtes an!

Mit so einer Kombination kommen deine Pflanzen gut über jeden Winter und es werden zugleich die geringsten finanziellen Mitteln eingesetzt, abgesehen vom Stromverbrauch für 2x 36 Watt. Aber dagegen hilft wiederrum nur LED... oder die Beleuchtung sein lassen. ;)

Edit: Deine 965er kannst du natürlich auch erst einmal weiter verwenden! Es sei denn, sie ist schon ein paar Jährchen alt, dann hat sie möglicherweise schon so viel Leistung eingebüßt, dass sich eine Neue für 2,50€ rentiert.
MfG Stefan
face95
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Re: Beleuchtung: Vogellampe statt Pflanzenlampe?

Beitrag von face95 »

Hallo stefan!
Danke für deine ausführliche antwort! Jetzt habe ich eine gute vorstellung, wie ich meine pflanzen über den winter bringe und werde mich auch bald möglichst an die beschaffung der lampen machen :)
Liebe grüße
Johanna
chris-git@rre

Re: Beleuchtung: Vogellampe statt Pflanzenlampe?

Beitrag von chris-git@rre »

Hallo Zusammen,
StevenCA hat geschrieben: 865er T8
Leistung: 36 Watt
Lichtstrom: 3250 lumen - entspricht 90 lumen pro Watt
PAR-Wert: 16 µmol/s/m²
Kosten pro Röhre: ab 2,50€
Das habe ich schon öfters gelesen das die 865er die bessere ist!
StevenCA hat geschrieben: Klar mag eine auch reichen, aber da sind die Werte so gering, dass man trefflich darüber streiten könnte, ob die Zusatzbeleuchtung überhaupt etwas bringt.
Ist das jetzt wirklich so?
Ich kann halt nur eine Benutzen. Aber auch nur in Glühbirnenform.
Wenn ja, dann kann ich mir auch die Stromkosten sparen!?
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Jour
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Re: Beleuchtung: Vogellampe statt Pflanzenlampe?

Beitrag von Jour »

chris-gitarre hat geschrieben:
StevenCA hat geschrieben: Klar mag eine auch reichen, aber da sind die Werte so gering, dass man trefflich darüber streiten könnte, ob die Zusatzbeleuchtung überhaupt etwas bringt.
Ist das jetzt wirklich so?
Ich kann halt nur eine Benutzen. Aber auch nur in Glühbirnenform.
Wenn ja, dann kann ich mir auch die Stromkosten sparen!?
Ich schliesse mich StevenCA's Meinung an, und kann es mit einer überschlagsmäßigen Rechnung auch nachvollziehen. Ich gebe jedoch zu bedenken, dass diese sehr überschlagsmäßig ist.
Ausgehend von einer Annahme, die oft zu finden ist: Die Sonne hat eine Beleuchtungsstärke von ~100.000 lx an einem Sonnentag und ~10.000 lx im Schatten.
Aus der Beziehung

Lux = Lumen/m^2 (Beleuchtungsstärke = Lichtstrom/Fläche)

würde das einen mit Beleuchtung erzeugten Lichtstrom von 10.000-100.000 lm pro m^2 Beleuchtungsfläche erfordern.
Wenn man nun für die Überwinterung die beleuchtete Fläche auf 1 m^2 beschränkt (Reflektoren, etc.), von einer optimalen Leuchstoffröhre (mit dem ungeprüften Wert von 3250 lumen von oben, aber Wikipedia gibt ähnliche Werte vor) ausgeht und Spektreneinflüsse aussen vor lässt, so hieße das:
  • rund 3 Leuchtstoffröhren (zu je 36W) für Schattenverhältnisse,
  • und über 30 Stück für Sonnenverhältnisse.
Und Leuchtstoffröhren deshalb, da sie bei relativ geringer Leistung relativ viel Lichtstrom liefern, siehe Tabelle verschiedener Lichtquellen.
Beispiel: eine 100W Glühlampe bringt nur rund 1400 lm; das heißt, sie bringt nur halb so viel wie eine 36W-Leuchtstoffröhre, braucht aber die dreifache Leistung.
LED's bringen zwar eine ähnliche Ausbeute, hier muss man aber mehr Überlegung zum Erreichen der für Pflanzen günstigen spektralen Verteilung anstellen, und in der Regel sind die Kosten bisher noch zu hoch, zumal man dann auch noch etwas basteln muss.

Zu den ungefähren Kosten einer Beleuchtung mit 2 Lampen:
Ich habe meine Doppel-Lichtleiste um 20 EUR aus dem Baumarkt, die 865 waren da schon dabei. Ist gedacht für den Keller oder Feuchtraum, ich lasse die transparente Abdeckung einfach weg. Einen normalen Schukostecker mit Kabel dran, und man kann sie über eine übliche analoge/digitale Zeitschaltuhr (4--8 EUR) ans Stromnetz hängen. An kleinen Ketten aufgehängt, und schon können sie einfach höhenverstellbar angebracht werden.
Stromkosten: 2 x 36W x 12h / 1000 = 0,864 kWh/Tag x 26 ct/kwh = 22,5 ct/Tag x 31 Tage = ~ 7 EUR / Monat.

chris-gitarre hat geschrieben:Ich kann halt nur eine Benutzen. Aber auch nur in Glühbirnenform.
Wenn ja, dann kann ich mir auch die Stromkosten sparen!?
Aus welchem Grund nur in Glühbirnenform? Platzbedarf?

Jochen
chris-git@rre

Re: Beleuchtung: Vogellampe statt Pflanzenlampe?

Beitrag von chris-git@rre »

Jour hat geschrieben: Aus welchem Grund nur in Glühbirnenform? Platzbedarf?
Ja das hat was mit dem Platzbedarf zu tun!
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StevenCA
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Re: Beleuchtung: Vogellampe statt Pflanzenlampe?

Beitrag von StevenCA »

Oha, jetzt geht es hier ja richtig rund, ;) aber der Reihe nach...
face95 hat geschrieben: [...]Danke für deine ausführliche antwort![...]
Hi Johanna,
kein Ding, gerne! Falls noch etwas unklar ist, einfach fragen, ich denke mit Pflanzenbeleuchtung kenne ich mich ein bisschen aus. (und nein, ich habe nichts mit den Typen und ihren Dröhntannen-Anbau zu tun. :P)
chris-gitarre hat geschrieben:[...]Das habe ich schon öfters gelesen das die 865er die bessere ist![...]
Hi Chris,
meinst du besser als die 965? Oder wegen der Farbtemperatur - sprich im Vergleich zu einer bspw. 840er?
Den Vergleich zur 965 steht ja oben, du holst einfach mehr Lumen / einen höheren PAR-Wert aus gleich viel Watt raus. Mehr Licht bei gleichen Stromkosten. :)
Auf die Farbtemperatur bezogen: Schauen wir mal grob auf die Details - grob deswegen, weil in die Farbtemperatur von Licht einfach zu viele Faktoren reinpfuschen können.
Sonnenlicht an einem klaren Vormittag/Nachmittag hat etwa 5500K, morgens/abends so 5000K und blauer Himmel nordwärts, schattiert ab 8000K aufwärts. Im bezahlbaren Rahmen und überall erwerbbar ist ein Leuchtmittel mit 6500K da einfach am nächsten dran, auch wenn es ein blaueres (kälteres) Licht abstrahlt als das Optimum(5500K). Aber speziell bei Bonsai ist dies sogar von Vorteil! Dazu muss man wissen, dass warmes, energiearmes Licht neben der Blüten-/Fruchtbildung das Längenwachstum einer Pflanze begünstigt. Ein kaltes, energiereiches Licht jedoch fördert hingegen einen kompakten, gedrungenen Wuchs.
Wenn man will, kann man die Farbtemperaturen mischen indem mehrere Leuchtmittel eingesetzt werden: beispielsweise 2x 865 und 1x 840 mit 4000K - unter so einem Mischlicht kommt man den 5500K ziemlich nahe.
chris-gitarre hat geschrieben:Ist das jetzt wirklich so?
Okay, tauchen wir noch etwas tiefer in die Materie ein: :shock:
3 Begriffe sind hier relevant:
PAR-Wert - wie schon erwähnt, die photosynthetisch aktive Strahlung (Lichtspektrum der Wellenlänge 400-700nm)
LCP = Lichtkompensationspunkt - An diesem Punkt ist genau so viel Lichteinstrahlung vorhanden, damit die Pflanze bei der Photosynthese die gleiche Menge Kohlenstoffdioxid verbraucht, wie sie durch die Atmung wieder freisetzt. Kurz gesagt: Die Pflanze überlebt, sie wächst nicht, stirbt aber auch nicht. Überschreitet man diesen Punkt, kann die Pflanze durch das mehr an Licht mehr CO² in Zucker umwandeln, dadurch legt sie an Nettomasse zu - die Pflanze wächst. Unterschreitet man diesen Punkt, verbraucht die Pflanze durch die Atmung mehr Zucker, als durch die Photosynthese gewonnen werden kann. Folglich stellt sie das Wachstum ein, stößt unter Umständen Blattmasse ab und ernährt sich schließlich von den eingelagerten Reserven. Das geht - je nach Pflanzenart - über Tage, Wochen Monate gut, aber irgendwann sind die Reserven alle.
LSP = Lichtsättigungspunkt - An diesem Punkt ist das Maximum der Photosyntheseleistung erreicht, eine noch höhere Lichteinstrahlung bringt nichts mehr. Wird der Punkt extrem überschritten, schädigt es sogar die Pflanze.

Ich gehe jetzt nur mal auf Ficus benjamina ein, da sind mir die Werte bekannt:
Bei diesem Ficus wurde – je nachdem welche Studie man als Quelle hernimmt – ein LCP von 15-25 µmol/s/m² ermittelt. Also diesen Wert sollten wir durch die Beleuchtung überschreiten, wenn wir aktives Wachstum wollen. Deswegen habe ich oben bei dem Röhrenvergleich den PAR-Wert der Lampen angegeben. Schwieriger – damit diskussionswürdig - wird es in zwei Fällen:
1.) natürliches Sonnenlicht wird mit Kunstlicht gemischt. Will man hier exakt wissen ob man zusätzlich beleuchten muss/soll und in welcher Stärke, müsste man den vorherrschenden PAR-Wert schlicht und einfach messen (oder überschlagsmäßig errechnen – siehe Beitrag von Jour).
2.) wenn man nicht zwingend auf aktives Wachstum aus ist. Nehmen wir als Beispiel die eine 865er T8 Röhre mit ihren 16 µmol/s/m². Möglicherweise reichen diese ja aus, das Aufbrauchen der eingelagerten Nährstoffreserven so weit zu verlangsamen, bis der Ficus im kommenden Frühling wieder das volle Sonnenlicht genießen darf.

Nebenbei, um zu verdeutlichen was Reflektoren bringen: erreichen wir einen Reflexionsgrad von 85% (was durchaus möglich ist) erhöht sich der PAR-Wert der exakt selben Lampe auf ~32 µmol/s/m² (gerechnet auf eine Fläche von 100x60cm) und wir sind selbst mit einer Lampe über dem LCP!

Als Bezugspunkte kann ich noch zwei weitere Eckdaten anführen:

a) der LSP von Ficus benjamina liegt – wiederrum je nach Quelle – bei 600-700 µmol/s/m². Daran sieht man ganz gut, dass man mit künstlicher Beleuchtung eher im unteren Bereich des Möglichen rangiert. Außer man leistet sich eine Beleuchtungsanlage die einige Kilowattstunden am Tag verbrät – sinnvoll? Eher nicht… ;)
b) ein Wert unter 5 µmol/s/m² scheint für einen Ficus sehr kritisch zu sein. Fällt die Lichtintensität anhaltend darunter, werden die Reserven so schnell aufgebraucht, dass sich eine ansonsten gesunde Pflanze innerhalb 4-5 Wochen in den Pflanzenhimmel verabschiedet.

chris-gitarre hat geschrieben:Ich kann halt nur eine Benutzen. Aber auch nur in Glühbirnenform.
Ich gehe davon aus Glühbirnenform beinhaltet auch eine normale Energiesparlampe?
Damit kannst du natürlich ebenfalls ordentlich beleuchten. Eine ESL ist ja nichts anderes als eine Leuchtstoffröhre um ein paar Ecken gebogen. ;) Wenn für dich die Stromkosten okay sind, kannst du zu einer höheren Wattzahl greifen. Auf die Schnelle fällt mir von Philips die Tornado Reihe ein, beispielweise mit 42 Watt 2850 Lumen, oder 60 Watt 4300 Lumen – Lichtfarbe Daylight (6500K). Dazu ebenfalls einen Reflektor besorgen, die Lampe waagrecht über den Pflanzen platzieren - nicht senkrecht und nur knapp über die Baumspitzen. Damit erhöhst du die Lichtausbeute deutlich! Mit ESL + Reflektor leuchtet man halt eher eine quadratische Fläche aus, mit LSR eine rechteckige.

Jour hat geschrieben:Ich schliesse mich StevenCA's Meinung an, und kann es mit einer überschlagsmäßigen Rechnung auch nachvollziehen. Ich gebe jedoch zu bedenken, dass diese sehr überschlagsmäßig ist.
Überschlagsmäßig sind solche theoretischen Rechnereien ja irgendwie immer. Bei den Werten wie Lumen verlasse ich mich auf die Datenblätter der Hersteller und hoffe diese stimmen halbwegs. Wie viel Lux, bzw. PAR schlussendlich bei der Pflanze ankommen hängt von so vielen Faktoren ab… wird Kunstlicht mit natürlichem Licht gemischt, werden Reflektoren an der Röhre angebracht, erhellt die Lampe das ganze Zimmer oder steht die Pflanze in einem geschlossenem Raum mit reflektierenden Wänden, welche reflektierenden Materialien werden dabei eingesetzt, usw.. bis hin zu der Frage wie alt das Leuchtmittel ist. Ich denke, insgesamt wir sind da auf der gleichen (Licht) Wellenlänge. ;)

So, ich hoffe ich habe das Ganze einigermaßen verständlich geschrieben :oops:, falls nicht einfach nachfragen. Oh man, was ein Text... :shock:
MfG Stefan
chris-git@rre

Re: Beleuchtung: Vogellampe statt Pflanzenlampe?

Beitrag von chris-git@rre »

Hallo Stefan,
erst einmal vielen Dank für Deine ausführliche Antwort! *daumen_new*
StevenCA hat geschrieben:
chris-gitarre hat geschrieben:[...]Das habe ich schon öfters gelesen das die 865er die bessere ist![...]
Hi Chris,
meinst du besser als die 965? Oder wegen der Farbtemperatur - sprich im Vergleich zu einer bspw. 840er?
Den Vergleich zur 965 steht ja oben, du holst einfach mehr Lumen / einen höheren PAR-Wert aus gleich viel Watt raus. Mehr Licht bei gleichen Stromkosten. :)
Also ich habe mich eher oberflächlich mit dem Thema beschäftigt.
Aber meine Schlussfolgerung war das Energiesparlampen/ Tageslichtlampen im unteren Preissegment das beste sind.

Ja ich habe eine normale Energiesparlampe in Glühbirnenform!
Ich habe von Philips die Tornado Reihe 32W, CDL 865, 140mA, 3,5mg Hg, 6500K, 2160 Lumen.

Die hatten im Baumarkt nicht die mit 42W. Sonst hätte ich wohl die geholt!

Zum Glück habe ich auf der Südseite noch das Sonnenlicht! :wink:
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