Hallo Jürg,
eigentlich haben meine Vorredner schon das meiste zum Ausdruck gebracht. Besonders beeindruckt bin ich von Monikas Empfinden, die eigentlich völlig richtig liegt.
Doch vielleicht der Reihe nach.
Jürg Stäheli hat geschrieben:… Für die Ausstellung in Saulieu wird es Zeit ein geeignetes Beistell-Objekt zu finden.
Das Thema Akzent-Pflanze begleitet mich seit ich mich an Bonsaiausstellungen beteilige und eigentlich tue ich mich schwer damit.
Man möchte, wenn ich das richtig verstehe, eine Stimmung oder eine Begebenheit ausdrücken.
Das mit der Stimmung oder Begebenheit, also eine "Geschichte" erzählen, hast Du doch schon gut verstanden. Bei einer Präsentation gibt der Gestalter sein Inneres preis, schildert seine Empfindungen. Dies geschieht wie im Haiku mit minimalen Mitteln. Eine wichtige Rolle spielt, wie im Haiku, dabei der jahreszeitliche Bezug.
Noch kommt Dein Ahorn sehr sommerlich daher, dann aber auch im Herbstlaub wäre der moosbewachsene Stein m.E. die bessere Lösung. Die Problematik der kleinen Skulptur "Tal-Dunst" hat Monika sehr gut erfasst und geschildert.
Norbert_S hat geschrieben:Der Moos bewachsene Stein gefällt mir sehr, die Schale dazu verstehe ich alledings nicht.
Wenn, dann nur den Stein, evtl. auf einer sehr flachen, nicht zu hellen, länglich unregelmäßig geformtem Holz oder Steinunterlage.
Okay, die Schale war nur ein Versuch. Das Holzbrettchen (Ji-ita), wie von Norbert beschrieben, ist die beste Lösung. Stein auf Stein geht für mein Empfinden gar nicht.
(Fragst Du einen Japaner kommt nur das Holzbrettchen in Frage.)
Zur zu vermittelnden Stimmung passend aufwerten lässt sich der schöne moosbewachsene Stein noch dadurch, wenn es Dir gelingt links hinten einen kleinen Farn zu pflanzen.
Noch ein mehr allgemeiner Hinweis.
Bei Deinen Stellversuchen hast Du geschickt die räumliche Tiefe genutzt. Da Du in Saulieu wohl aber eine Tisch- und keine Tokonoma-Präsentation haben wirst, steht Dir dieser Raum so nicht zur Verfügung. Exponat und Beisteller stehen daher fast in einer Linie – mit entsprechender optischer Wirkung.
Somit wäre alles zu Deiner Frage nach dem "Beisteller" gesagt, doch Monika hat etwas ganz fundamentales angesprochen – den Tisch. Als jemand der mit Dir in Hallein über die Form und Ausführung der Holzplatte unter Deinem präsentierten Baum gesprochen hat, ist mir dies ebenfalls beim ersten Blick aufgefallen. Ja der Tisch hat mich förmlich gebannt bevor ich überhaupt auf die Gesamtkonstellation schauen konnte.
Ja es ist zweifelsohne ein schöner Tisch und auch auf die Gefahr hin das Du gar keinen anderen passenden hast: Er ist viel zu mächtig, gerade und präsent, eben kein Laubbaum-Tisch. Selbst Dein voluminöser, üppig belaubter Ahorn kann den nicht Untertan machen. Monika hat es sehr treffend beschrieben.
In der Hoffnung Dich nicht mit mehr unbeantworteten Fragen als Antworten zurückgelassen zu haben wünsche ich auf jeden Fall viel Freude und Spaß an der Ausstellungsteilnahme.