Hi Markus
Heike_vG hat geschrieben:Hm, erstmal wäre aber interessant zu sehen, wo und wie jetzt die ersten seitlichen Wurzeln abgehen.

Genau so ist es.
Bonsai-Abbing hat geschrieben:Sofern vorhanden. Vorraussichtlich sind ja Feinwurzeln rund um die alten Schnittstellen entstanden.
Das ist klar, es müssen jedoch vorher schon aktive Wurzeln vorhanden gewesen sein und zwar oberhalb der Pfahlwurzelschnittstelle,
denn sonst wäre der Baum nicht gewachsen.
Oft ist es so das bei den Yamadori die Wurzeln auf verschiedene Höhen verteilt sind, wichtig ist ja immer erst das er anwächst.
Bonsai-Abbing hat geschrieben:Mach bitte ein Foto, wenn der Baum aus dem Topf ist.

Da hätte ich auch Spass dran.
Markus du weißt ja noch in etwa wie der Wurzelbereich vorher ausgesehen hat, aber egal. Im Frühjahr kannst Du schon mit den Gestaltungsmaßnahmen (gezieltes schneiden) anfangen und das künftige Astgerüst aufbauen.
Wenn der Wurzelbereich nicht so schön ist, und die Wurzeln nicht so sehr auf einer Höhe entspringen kann man da die nächsten Jahre
dran arbeiten ungeachtet dessen was Du oben anstellst.
Vielleicht noch ein paar Tips:
Auf keinen Fall würde ich an einer Stelle ringsherum abmoosen, denn das veträgt die Eiche nicht gut.
Einzelne Stellen an der gewünschten Stelle im Wurzelbereich immer wieder wie Frank schon sagte z.B. beim umtopfen etwas verletzen bis kurz hinter das Kambium, nicht weiter. Das Wurzelwachstum wird dabei vom oben aufgelegten organischen Dünger perfekt unterstützt, pures mineralisches Substrat kann ich nicht empfehlen, kann sein das es bei einigen funktioniert, jedoch nicht so gut.
Eichen mögen auch keine Trockenheit obwohl sie in der Natur auf den extremsten Standorten wachsen können, in der Schale ist dies jedoch anders.
Eichen sind ringporige Bäume und die neuen Leitgefäße (Xylem/Phloem) werden noch
vor dem Austreiben der Knospen angelegt und zwar fast gleichzeitig.
Dies ist mit ein Grund dafür, das die Eiche später austreibt als z.B. die Hainbuche und auch sonst nicht dem generellen Trend folgt.
Dies bedeutet bei der Eiche auch, das das eigentliche Wurzelwachstum erst weit nach dem Schieben der Knospen anfängt. Das eigentliche Wurzelwachstum beginnt erst Anfang Juni und geht bis in den November hinein
Wenn der Wurzelballen etabliert ist, oder genügend gute Wurzeln vorhanden sind und der Baum fit ist, kann man auch im Frühjahr umtopfen, das ist egal. Der Baum treibt immer aus seinen Reserven des Vorjahres und die hast Du jetzt schon gut angelegt. Manchmal kommt es vor das Eichen bis zu 4mal im Jahr von sich aus treiben jedoch 3 mal mit Sicherheit.
Bei der Eiche ist die Wasserleitung (Xylem) auf den äußeren Jahresring beschränkt, deshalb sind diese Burschen auch schnell lahmzulegen wenn man z.B. beim abmoosen zu tief ins Splintholz einschneidet, oder Äste die geschnitten sind trocknen auch gerne zurück, oder wenn mans zu bunt treibt, tritt Kavitation auf (Luftembolien). Dies ist jedoch jetzt keine Angstmache, doch denke ich ist es gut wenn man einige Dinge weiß. Es gibt in der Natur völlig ausgehöhlte Bäume und die Leben immer noch.
Frisch geschnittene Äste insbesondere größere Stellen deshalb bitte gleich, also umgehend mit Wundpaste versorgen, nicht noch Stundenlang warten. Schneiden-versorgen, fertig
Im Wurzelbereich sind die Leitbahnen nicht so sehr auf den Außenbereich beschränkt und auch nicht so Grobporig wie im Spross, dort hat man mehr Möglichkeiten. Sind die Wurzeln jedoch mal geschnitten sollten sie nicht zu lange in der freien Luft stehen und immer nass halten damit keine Luft eingezogen wird und sie nicht austrocknen.
Die Pfahlwurzel bei Deiner Eiche würde ich persönlich erst weiter einkürzen wenn auf einer von Dir gewünschten Höhe genügend aktive Wurzeln sind die den Baum versorgen können, oder hast Du es eilig eine Schale zu wollen?
Ich habe mittlerweile viele Yamadori umgetopft und immer wieder feststellen können (nicht nur bei Eichen) das dort wo alte Erde zwischen den dicken Haltewurzeln oder Mulden und Zwischenräumen vorhanden war sich keine Wurzeln gebildet haben. Kleine Würzelchen die im Freiland schon gebildet wurden sind in der Schale abgestorben, weil die alte Erde in der Schale wie Matsch war und die Wurzeln keine Luft bekamen. Also alte Erde immer enfernen.
So, ein paar Tips unter Gleichgesinnten.
Gruß Ralf