Lärchengruppe auf Steinplatte

Allgemeine Philosophie, Stilarten, Techniken, Vorstellung und Besprechung von Rohmaterial sowie lose Sammlung von Entwicklungs-Dokus
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smi
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Lärchengruppe auf Steinplatte

Beitrag von smi »

Hallo!
Ich wollte euch mal meine Lärchengruppe und die Pläne für sie vorstellen.
Sie sieht auf jeden Fall top fit aus, soweit man das in dieser Jahreszeit beurteilen kann...alles voller Knospen! Anscheinend wurde sie auch schon länger nicht mehr umgetopft, die Lärchen drücken sich schon regelrecht aus der Schale und die unteren 2cm der Schale bestehen nur noch aus Wurzeln. Die einzelnen Bäume sind zwischen 30 und 40 cm hoch und an der Basis ca. 0.7 bis 1cm stark.
Da ich die Gruppe nicht in dieser Form beibehalten möchte, muss ich die Bäumchen vereinzeln. Wie gehe dabei am besten vor? Einfach nach dem Standard Prozedere, Wurzeln vorsichtig "kämmen" , sortieren und dann schneiden? Oder gibt es etwas Besonderes das ich bei einer Gruppe beachten muss? Irgendwie habe ich nämlich die Befürchtung, dass ich den Ballen ganz ohne "Trennschnitte" nicht in den Griff bekomme...Aber Lärchen sollen ja was Wurzelschnitt angeht recht robust sein oder?
Wurzeln
Wurzeln
DSC_0083.jpg
Nun zu der geplanten Gestaltung.
Drei der Lärchen möchte ich auf eine Limonit-Platte setzen, diese sieht Sandstein sehr ähnlich, ist aber um einiges härter. Für die ungefähre Richtung habe ich ein Virtual erstellt (mein erstes :oops: ). Leider habe mich es nicht so ganz hinbekommen wie ich wollte...Hauptproblem ist der Wurzelballen. Dieser wird natürlich um einiges höher, ich werde an der vorderen Kante mit Keto einen kleinen Wall mache, um den Lärchen genug Substrat zur Verfügung stellen zu können. Daher wird sich die Gestaltung wohl auch deutlich von dem Entwurf unterscheiden.
Ein weiteres "Problem" an dem Virtual ist die Zweiergruppe rechts, die haben einen sehr ähnlich Stammverlauf im unteren Drittel, das würde ich bei der Gestaltung später vermeiden, für das Virtual waren meine Fähigkeiten zu beschränkt. :roll:
Welche der beide Entwürfe gefällt Euch besser? (Bild 3 und 4)
geneigt.jpg
gerade2t.jpg
Irgendwie gefällt mir der Entwurf mit dem gekippte Baum...sieht für mich sehr natürlich aus und stellt irgendwie noch die Naturgewalten dar, ist aber auch nur rein intuitiv, da meine gestalterischer Erfahrung gegen 0 geht (bis auf die theoretischen Erfahrungen die ich in den vielen Threads hier im Forum gesammelt habe).

Mit einem der restlichen Bäume würde ich gerne eine Kaskade gestalten, die passende "Schale" habe ich dafür auch schon :) Ist natürlich keine richtige Kaskadenschale, möchte sie aber an eine Regalkante stellen und den Baum ins Freie hängen lassen. Mit einer Lärche in der Stärke dürfte ich keine größeren Probleme bekommen sie in Form zu bringen oder?
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Urzustand
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Freue mich wie immer über Bemerkungen, Anregungen und Kritik jeder Art!
Grüße,
Smi
grillstar
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Re: Lärchengruppe auf Steinplatte

Beitrag von grillstar »

Hallo Smi,
schöne Gruppe!
Ich würde aber die variante mit den drei gerade nach oben wachsenden Bäumen bevorzugen.
Möglicherweise sehen ein paar kleinere unterschiedlich große Lärchen auch nicht schlecht aus.
Aber vielleicht wäre es einer Überlegung wert, eine windgepeitschte Gruppe, statt des einzelnen gekippten Baumes in betracht zu ziehen...
Von der Halbkaskade würde ich abraten, denn entweder musst du den Baum sehr stark biegen ( Was aber durchaus bei richtigem Vorheghen von erfolg gekrönt werden würde), oder sehr stark einkürzen und von neuem aufbauen (sehr sehr Zeitintensiv). Außerdem stellt sich mir die Frage, ob das Ergebnis die ganze Mühe wert ist. (Ich würd für ne Halbkaskade lieber nach besserem Material suchen, da findet sich bestimmt was)
Aber wenn du sowie so eine der Lärchen entbehren kannst, dann ist das bestimmt gutes ?Training?

Gruß Lennart
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smi
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Re: Lärchengruppe auf Steinplatte

Beitrag von smi »

Hi Lennart,
Danke für deine Antwort.
Ja der Plan war, dass ich eine von den zwei verbleibenden Lärchen zur Kaskade gestalte und die andere ein oder zwei Jahre in einem Teichpflanzkorb durchtreiben lasse und nach gutem Zuwachs mit einem Baum aus der Gruppe austausche.
Was wäre denn das richtige Vorgehen zum starken biegen?
Ich hätte jetzt einfach eine der Lärchen genommen die schon relativ früh am Stamm Äste hat und hätte sie etwas geneigt in die Stein gepflanzt. Je nachdem welche ich nehme würde ich auch noch ein paar cm einkürzen und dann versuchen mit Draht einen ordentlichen Schwung in den Stamm zu bekommen. Da ich damit keine Erfahrungen habe, hätte ich versucht nach und nach mit Gefühl stärker zu biegen.
Wie du schon gesagt hast sehe ich das Projekt auch als Training an. Durch verschiedene Bonsai Anschaffungen in letzter Zeit habe ich mir erstmal einen Kaufstopp verordnet...
grillstar
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Re: Lärchengruppe auf Steinplatte

Beitrag von grillstar »

Hallo Smi,
also ich würde den Stamm erst mit so etwas wie Raffiabast oder dünnem Schaumstoff fest umwickeln, um den Stamm nicht mit dem Draht zu beschädigen und um der Rinde eine eigene "Rinde" zu geben, damit die auch nicht beschädigt wird. Und ich würde auf jeden Fall sowohl sehr dicken Kupfer- und sehr dicken Aludraht nehmen, mind 4mm eher 5. Jehnachdem, wie dick der Stamm ist. Wenn deine Lärche noch jung ist, dann geht das natürlich auch einfacher, weil das Holz noch nicht so fest ist.
Ich hab da leider noch keine eigenen Erfahrungen gemacht, aber z.B. in der Bonsai-Art 110 S. 20 ff, 122 S.42 ff geht es um das Thema "Starkes Biegen" bzw. "Biegen Biegen von älteren Stämmen". Ich glaube, dass die Artikel dir helfen könnten.
Bin auf jeden Fall mal sehr gespannt was du machst *daumen_new*
Hoffe ich konnte weiter helfen

Gruß Lennart
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smi
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Re: Lärchengruppe auf Steinplatte

Beitrag von smi »

Ich habe heute umgetopft, mit mittlerem Erfolg.
Wie auf den Bildern 1 und 2 zu sehen war die Schale ja schon ziemlich durchwurzelt was mich im Vorfeld ja schon etwas skeptisch gemacht hat.
Beim abarbeiten des Wurzelballens habe ich dann festgestellt, dass bei dem letzten Umtopfen anstatt 2 kleinen, festen Netzabdeckungen ein Gewebenetz aus Kunststoff als Ablussabdeckung benutzt wurde. Das hat die Umtopfaktion natürlich nicht wirklich erleichtert....da ich versuchen musste möglichst viele Wurzeln durch das Netz zu fädeln.
Haben solche Netze einen tieferen Sinn außer dass sie günstig sind und den Nachbesitzer/Kunden ärgern? (Entschuldigt die schlechte Bildqualität, aber das Foto habe ich während der Aktion einhändig im halbdunkeln geschossen)


Alle Pflanzen zu trennen war leider auch nicht möglich, bin nur an einer Stelle, ohne größere Schäden an den Wurzeln zu verursachen, durch gekommen. Daher habe ich die jap. Lärchen jetzt erstmal als 2 er und 3er Gruppen in Schalen gepflanzt...sieht nicht sehr schön aus.
Den Ballen zu zerschneiden ist wohl eher keine clevere Idee oder? Zur Zeit würde ich keine weitere Möglichkeit sehen die Gruppen zu unterteilen.

Liebe Grüße,
Simon
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Dieses Netz war auf der gesamte Länge in den Ballen eingewachsen...
Dieses Netz war auf der gesamte Länge in den Ballen eingewachsen...
grillstar
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Re: Lärchengruppe auf Steinplatte

Beitrag von grillstar »

Hallo Simon,
also wenn ich einen Wald/ eine Gruppe gepflanzt habe, dann hab ich die Wurzeln eigentlich immer sehr stark reduziert, Ich wollte ja sehen, wie die Individueen neben einander wirken.
Der Link wird dir bestimmt auch helfen, und ja ich weiß, das is ne Menge Stoff, aber wirklich lesenswert *daumen_new*

http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopi ... 55&t=20051

Gruß Lennart
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smi
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Re: Lärchengruppe auf Steinplatte

Beitrag von smi »

Bei dem sommerlichen Wetter und den grünenden Knospen habe ich das Umtopfen in Angriff genommen.
Die Kaskade habe ich nur grob gedrahtet, da ich am Sonntag bei Martin Sturm einen ws zu Grundtechniken besuchen werde und danach hoffentlich mehr Ahnung davon haben :)
Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden, auch wenn mich meine Nachbarn jetzt wohl für verrückt halten, weil sie mich etwas verdutzt dabei beobachtet haben wie ich morgens um 9 mit einem Messer Moos von der Innenhofmauer gekratzt habe....
Was sagt ihr dazu?
Liebe Grüße
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grillstar
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Re: Lärchengruppe auf Steinplatte

Beitrag von grillstar »

Sieht auf jeden Fall sehr schön aus *daumen_new*
Meine nachbarn schauen auch immer so komisch, wenn ich Moos hol, warum nur *dance*

Ein paar Anregungen:
1. Ich würde bei der dreier Gruppe den linken und rechten Stamm einkürzen, weil mir das zu monoton aussieht, da sie alle ungef. gleich hoch sind. (Links <Rechts <Mitte) Den mittleren würd ich so lassen und erstmal nicht beschneiden, damit der noch ein bissl an Dicke zu legt. Wenn ich dann den rechten gekürzt hätte, dann dürfte der auch noch ein oder 2 Jahre frei wachsen, damit der auch noch nen bills dicker wird. Beim linken wür ich mich dann nächstes Jahr für die wichtigen Triebe entscheiden, aber ein paar Ersatztriebe auch noch stehen lassen.
2. Ich würd noch, falls möglich, neben die Gruppe auf die freie Fläche Moos machen, aber das ist Geschmackssache.

*daumen_new*

In der BA 113 wird eine alte Dreispitzgruppe gezeigt. Ich musste sofort an die denken, als ich das erste Bild gesehen hab. Ein Vorbild :-D

Gruß
Lennart
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n-taucher
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Re: Lärchengruppe auf Steinplatte

Beitrag von n-taucher »

Hallo smi,

meinst du diesen Workshop: http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopi ... 10&t=38272 ? *undwech*
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smi
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Re: Lärchengruppe auf Steinplatte

Beitrag von smi »

Hi Lennart,
danke für deine Ratschläge. Durch Einkürzen etwas mehr Perspektive zu erreichen war auch mein Plan, aber auch dafür werde ich erstmal den ws am Wochenende abwarten.
Auch die Idee mit dem Moos finde ich gut....aber diesmal werde ich mich nachts raus schleichen :)
@n-taucher:
Der Workshop ist zwar auch in der Nähe, aber zum Glück nicht meiner :)
Kanna
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Re: Lärchengruppe auf Steinplatte

Beitrag von Kanna »

Hi

Sag mal, wo bekommt man solches Moos her?

Ich habe die Tage mal wieder etwas mit Ketosushi gemacht. Das letztjährige Experiment ging im laufe des Jahres dahingehend schief, dass das Moos welches ich auf das Torf fixierte nicht anwuchs bzw. einging und daher das Torf relativ schnell eintrocknete und rissig wurde.

Grüße
grillstar
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Re: Lärchengruppe auf Steinplatte

Beitrag von grillstar »

Hallo Kanna,
solches Moos kratz ich entweder von Mauern oder aus Ritzen, aber auch von Wellblechdächern kann man welches besorgen (darauf achten, dass da kein Sternmoos bei ist) Man kann natülich auch das Moos aus anderen Schalen klauen, da gabs bei mir bisher keine Probleme.
WICHTIG: Nur sonnenbestrahltes Moos nehmen, also welches das nicht im Schatten wächst, weil das dann ganz schnell über die Wupper geht, und auch nicht aus dem Wald, weil verboten!
Dann, wenn man es wie du vermutlich auf eine Steinpflanzung setzt, nicht nur reines Keto benutzen, sondern mit feinem Akadama (1-5mm) und Bimskies (1-5mm) mischen (Verhältnis ABK: 1-1-2, ggf mit Wasser geschmeidiger machen, aber nicht zu flüssig)
Dann Ketomischung auf zu bemoosende Stelle auftrgen, Moos andrücken und aus Drahtresten kleine Klammern biegen und damit das Moos befestigen, dann hält das auf jeden Fall. Anschließend mit sehr feinem Strahl gießen. Nach ca. 1 Monat verwende ich dann einen nomalen Brauskopf (hab aber vor einigen Wochen eine feine Kupferkanne geschenkt bekommen). Die Klammern mach ich dann im Herbst des Planzjahres oder Frühling des darauf folgenden ab, außer, das Moos ist noch nicht fest gewachsen.

Hoffe ich konnte helfen :-D

Gruß Lennart
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smi
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Re: Lärchengruppe auf Steinplatte

Beitrag von smi »

Also ich habe das Moos bei uns im Innenhof von einer kleinen Mauer geschabt. Auf den Bildern wirkt es auch "dicker" als es tatsächlich ist, nach dem Entfernen waren es hauchdünne Streifen und furztrocken. Zur Zeit besprühe ich das Moos einmal täglich mit einem Zerstäuber, da ich auf dem Balkon nicht die Möglichkeit habe großzügig mit feinem Strahl zu gießen.

Grüße,
Simon
Kanna
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Re: Lärchengruppe auf Steinplatte

Beitrag von Kanna »

Danke für deine ausführliche Antwort, Lennart.

Das Keto habe ich mit Akadama vermischt, aber mehr nach Gefühl. Die Klammern hatte ich auch letztes Jahr verwendet. Ich glaube das es dann wohl am Moos lag. Naja, neues Jahr, neuer Versuch, neues Glück :)

Viele Grüße
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smi
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Re: Lärchengruppe auf Steinplatte

Beitrag von smi »

Ich befürchte ich muss auch bald wieder auf Moos-Jagd gehen...bei mir ist mittlerweile auch nur noch ein braunroter Teppich übrig :oops: obwohl ich es mindestens 2 mal am Tag befeuchtet habe...

Bis vor 2 Wochen habe ich die Gruppe nur gegossen und gedüngt...sie ist gut gewachsen, nur eben sehr "kopflastig".
Den Baum ganz links habe ich etwas eingekürzt und sonst auch insbesondere in den Spitzen ausgelichtet. Bis auf die dünnsten Ästchen habe ich alle nach unten gedrahtet.

Im ersten Moment fand ich den Anblick der armen Kerle nicht so schön..aber mittlerweile denke ich, dass es ein Schritt in die richtige Richtung war....was denkt ihr?

lg
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