Buche hat ein Problem

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
Caveman
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Buche hat ein Problem

Beitrag von Caveman »

Hallo zusammen,

zuerst möchte ich mich vorstellen. Mein Name ist Harald, ich bin 46 Jahre jung und betreibe das Hobby schon sehr lange, aber nicht intensiv.
Darum bin ich auch mit meinem Latein am Ende. Ich habe eine Buche die ich 1986 gesammelt habe (mit der Erlaubnis vom Förster) und dieser Baum ist mir sehr ans Herz gewachsen. Er ist schon über 1,20m groß und hatte nie Probleme. Da meine Mutter (80 Jahre alt) so viel Freude an dem Baum hat steht er bei Ihr im Garten und sie kümmert sich um den Baum, abgesehen vom schneiden. Letzten Sommer waren sie dann in den Urlaub gefahren und hat vergessen dafür zu sorgen das der Baum genug gegossen wird (sonst war das immer geklärt worden). Der Schock war groß als ich sah das alle Blätter vertrocknet waren. Den Baum gegossen und in den Schatten gestellt. Jetzt bekam er zum Herbst wieder neue Knospen, juhu dachte ich, er überlebt. Jetzt ist es schon Juni und die Knospen gehen nur zögerlich auf. Sonst hatte er um diese Zeit schon eine volle Blätterpracht ( er kam natürlich immer etwas später als die anderen Laubbäume).
Was könnte das bedeuten? Was kann ich tun damit er doch wieder zur alten Kraft zurück kommt?
Anbei ein Bild, ist mit dem Handy gemacht, werde am Samstag die Kamera mit nehmen und bessere Bilder machen.

Bild

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Ich hoffe das Ihr mir helfen könnt. Danke im Voraus.

Gruß Harry
Kanna
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Re: Buche hat ein Problem

Beitrag von Kanna »

Hi

Hmm...ich glaube die ist nicht mehr zu retten - sry :(

Erinnert mich an diesen Thread:
http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopi ... e&start=30

Selbes Problem. Eine Mögliche Ursache kann schon der gewaltige Stress im letzten Jahr gewesen sein. Wahrscheinlich war sie damals schon fast tot. Sie wird jetzt noch die letzten Reserven in die Knospen gesteckt haben. Die Wurzeln liefern ja nicht mehr wie man leider sieht.

Echt schade so etwas zu sehen. Der Baum gefällt mir auch sehr. Vielleicht liegt/lag es auch am Substrat das sie auf Dauer darin nicht überleben kann. Sieht ja sehr nach reiner Erde aus. Wann hast Du das letzte mal umgetopft?
Da ich vermute das die Pflanze nicht mehr wieder kommt, kannst Du sie - sobald sie definitiv hinüber ist - aus der Schale nehmen und mal die Wurzeln anschauen. Auch mal daran riechen.

Als letzte Maßnahme kann man die nur in den Schatten stellen und vielleicht aus dem Topf nehmen und in gut durchlässiges Substrat stecken. Also nicht umtopfen, sondern in einen größeren Pott setzen - evtl. auch ins Freiland.

Viele Grüße
Caveman
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Re: Buche hat ein Problem

Beitrag von Caveman »

Hi,
meine Mutter hat da immer mal Erde drauf gepackt , wenn die Vögel da rumgewühlt haben. Puh, wann habe ich den Baum zuletzt umgetopft, ist schon ein paar Jahre her, weiß es nicht mehr genau.
Ich werde den Baum am Samstag in den Garten Pflanzen, direkt in die Erde, ohne Schnitt ohne alles und das im Schatten. Wenn sich mehr als zwei Blattpaare gebildet haben (wenn es noch so weit kommt) dann nehme ich diese weg und lasse nur zwei Paare stehen. Mal sehen ob das noch etwas wird. Ich werde mir auch den Wurzelballen genau ansehen bevor ich sie in den Boden pflanze.
Wenn er es nicht schafft dann wird es mich sehr treffen. Habe den Baum jetzt 28 Jahre lang gepflegt und nur weil man sich auf andere Leute nicht verlassen kann passiert so etwas.


Gruß Harry
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Logizip
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Re: Buche hat ein Problem

Beitrag von Logizip »

Oh man das tut mir echt leid! Aber ich denke mal, dass auch das ungünstige Substrat daran schuld ist, dass der Baum nicht mehr ordentlich treibt. Der Stress des letzten Jahres steckte sicherlich noch in dem Baum, aber das Verhalten sieht auch nach einem Wurzelschaden aus. Wenn du ihn nicht umgetopft hast und er mittlerweile komplett in Erde steht und es zu dauerhafter Staunässe gekommen ist, dann mag das die Buche so überhaupt nicht. Ich hoffe für dich, dass der Baum wieder wird!
grillstar
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Re: Buche hat ein Problem

Beitrag von grillstar »

Hallo Harry,
sehr Schade drum, wirklich. Aber als Mensch der immer etwas Hoffnung sieht, denke ich, es ist es auf jeden Fall Wert für die Buche zu kämpfen!
Die Fehler wurden ja schon zu genüge analysiert.
Hier also meine Tipps:
1. Umsetzten ist eine gute Idee und, wie du ja geschrieben hast, in den Schatten ist eine noch bessere Idee. Ich vermute mal dass es sich um eine Rotbuche handelt, Fagus Sylvatica, die mögen Sonne eh nicht so (verbrennen sehr leicht)
2. Öfter besprühen (lassen). Das geht am besten mit so einem Ding in dem auch z.B. Fensterreiniger verkauft wird. Natürlich darf man diese nicht verwenden, weil die chemischbelastet sind, aber es gibt auch jungfräuliche im Müller, Tedi o ä.. Mind 2x müssten es schon sein (am Tag!), außer es regnet.
3. nicht zuviel gießen! Bei mir hat es in den letzten Tagen öfters geregnet und so musste ich nur alle 2 Tage behutsam (!) gießen.
4. Nicht zu stark düngen. Das würde die Pflanze nur noch mehr schaden, weil sich Salze in der Erde bilden können. Erstmal ganz darauf verzichten.

Nun ein Tipp, den man als Verzweiflungstat bezeichnen kann:
Nicht zwei, sondern nur ein Blattpaar stehen lassen. Das verdoppelt (theortisch) die Nährstoffzufuhr des Paares. Bei meiner Rotbuche habe ich dieses Jahr so pinziert und sie steht da wie eine Eins (Sie hatte aber auch keine Wurzelschäden)

Und dann nur noch hoffen.
Caveman
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Re: Buche hat ein Problem

Beitrag von Caveman »

Hallo grillstar,

Danke für den Tipp. So werde ich es machen, wenn eine Chance besteht den Baum zu retten dann werde ich diese wahrnehmen.
Ich bin für jeden Tipp dankbar.

Gruß Harry
Kanna
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Re: Buche hat ein Problem

Beitrag von Kanna »

Wenn Du sie in den Garten setzt, pass auf das sich keine Staunässe bildet. Am besten die Erde abmagern mit Sand, Splitt, Blähton, etc. Man kann auch in den verdichteten Wurzelballen mit etwas spitzen einige male rein stechen, damit etwas Sauerstoff an die Wurzeln gelangt und das Wasser besser abläuft.

Ganz auf Dünger würde ich nicht verzichten. Ein paar Blätter sind ja da, da kann Blattdünger helfen. Wenn die Zufuhr über die Wurzeln nicht richtig klappt kann es der pflanze helfen die Nährstoffe direkt über die Blätter zu geben.

Halte uns bitte auf dem laufenden.

Viele Grüße
Caveman
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Re: Buche hat ein Problem

Beitrag von Caveman »

Danke Kanna, da werde ich drauf achten.

Gruß Harry
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TeeJay
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Re: Buche hat ein Problem

Beitrag von TeeJay »

Hallo Harry,

ich bin leider slebst Anfänger und kann dir keine weiteren Tipps geben. Trotzdem hoffe ich mit dir, dass der Baum es schafft.

Doch ich habe eine Frage zu den Tipps. Warum Blätter abschneiden?
Der Baum hat anscheinend mit seinen eingelagerten Reserven ausgetrieben, die Wurzeln sind aufgrund des Substrat/Trockenheit/Staunässe nicht mehr funktionsfähig.
Als Rettungsmaßnahme würde man ihn ins Freiland setzen, Erdballen etwas durchstochern, den Baum in durchlässiges Substrat setzen und zusätzlich zur normalen Pflege auch täglich mehrfach besprühen. Einer würde düngen, der andere nicht.
Doch was passiert im Baum. Er benötigt Kohlenhydrate (Zucker) welches er durch Photosynthese herstellt, dafür benötigt er unter anderem wieder Wasser um die Spaltöffnungen für das CO2 zu öffnen. Wenn wir Blätter entfernen reduzieren wir zwar die Verdunstung, aber auch die Photosyntheseleistung welche er für die Wurzelbildung benötigt.

Wie gesagt, ich habe damit keine eigene Erfahrung gemacht, sondern betrachte das ganze nur theoretisch. Kann mir vielleicht jemand erklären warum die Blätter besser reduziert werden sollen.


Gruß Thorsten
Thorsten
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migo
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Re: Buche hat ein Problem

Beitrag von migo »

Hallo zusammen,

das Thema "jetzt noch umtopfen, bzw. umsetzen" sehe ich sehr kritisch ...das kann gut gehen oder auch nicht ...ich glaube eher nicht.
Nachdem der Baum letztes Jahr fast vertrocknet ist, hatte er auch einen Wurzelschaden erlitten, das ist klar.
Im Frühjahr weder zurückgeschnitten, noch umgetopft - zwei grobe Fehler!
Jetzt soll er mit den wenigen funktionierenden Wurzeln wieder die gesamte Laubmasse bilden - das geht nicht!

So, wie der Baum jetzt aussieht, hat er einige Wurzeln wieder aktiviert, wenn jetzt aber umgetopft wird, nehmen diese wenigen Wurzeln wieder Schaden und dann war´s das ganz sicher.
Das die Wurzeln funktionieren, zeigt der Baum an den ausgetriebenen Blättern. Er kann damit aber nicht alle Blätter versorgen, bzw. alle vorhandenen Knospen öffnen.

Ich würde ihn jetzt in der Schale lassen und dafür auf jeden Fall kräftig zurückschneiden.
Frische Triebe bis zu dem Punkt zurückschneiden, wo Blätter so gut wie fertig ausgebildet sind - also alle schlapp hängenden Blätter und Triebspitzen weg.
Dort, wo der Baum die Knospen noch nicht oder nur leicht geöffnet hat, auf jeden Fall alle Endknospen rausnehmen, weil die den stärksten Austrieb mit sechs bis acht Blattpaaren bilden - kann der Baum jetzt unmöglich schaffen.

An ganz heißen Tagen (kommendes WE, laut Wetterbericht) schattig, ansonsten halbschattig stellen. Erde mäßig feucht halten. Baum mehrmals täglich einsprühen (evtl. mit Waldleben oder so), die nächsten Wochen nicht düngen!

Viel Glück.
Tschüüss, Michael

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Kanna
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Re: Buche hat ein Problem

Beitrag von Kanna »

Hallo Migo. Von umtopfen spricht ja keiner. Die Pflanze soll nur umgesetzt werden und aus den alten verdichteten Substrat raus. Das kann man vorsichtig und mit Ruhe machen. Da passiert fast nichts mit den Wurzeln.

Von kräftigen Rückschnitt würde ich auch eher abraten. Die Pflanze hat es nicht geschafft alle Knospen richtig zu öffnen und dann soll sie es jetzt schaffen die schlafenden Augen zu wecken? Halte ich für utopisch. Wenn die Pflanze von alleine schlafende Augen aktiviert, kann man bis dahin zurückschneiden. Vorher würde ich das nicht machen.

Ich frage mich aber gerade ob der Pflanze auch die nur teilweise geöffneten Blätter etwas bringen?


Grüße
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achim73
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Re: Buche hat ein Problem

Beitrag von achim73 »

nein, ich glaube, michael hat nicht von schlafenden augen geredet, sondern von den wenigen blättern, die sich geöffnet haben - was bedeutet, dass die wurzeln sie versorgen können.

der gedanke klingt für mich richtig. ob es bei einem baum, der so offensichtlich am seidenen faden hängt funktioniert ? ich würde es eher probieren als alles andere.

zusätzlich würde ich ihn an eine geeignete stelle im garten auspflanzen, ohne an den wurzeln irgendwas zu machen.
Gruss, Achim
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migo
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Re: Buche hat ein Problem

Beitrag von migo »

Gut, ich habe geschrieben, ich würde auf jeden Fall kräftig zurückschneiden. Ich muss zugeben, dass das leicht zu einem Missverständnis führen kann.
Wer dann meine weitere Anleitung im direkten Anschluss ließt, sieht aber sofort, das sich das nur auf Endknospen und Endtriebe bezieht.
migo hat geschrieben:Frische Triebe bis zu dem Punkt zurückschneiden, wo Blätter so gut wie fertig ausgebildet sind - also alle schlapp hängenden Blätter und Triebspitzen weg.
Dort, wo der Baum die Knospen noch nicht oder nur leicht geöffnet hat, auf jeden Fall alle Endknospen rausnehmen, weil die den stärksten Austrieb mit sechs bis acht Blattpaaren bilden - kann der Baum jetzt unmöglich schaffen.
Noch was zu den schlappen Austrieben: Die Endknospe hat sich geöffnet, das erste und evtl. zweite Blattpaar hat sich schon ganz gut entwickelt (auf den Fotos zu sehen), aber die weitern Blattpaare einschließlich der Triebspitze hängen kraftlos runter. In dem Fall alles weg, was schlapp ist. Die gut entwickelten Blätter bleiben am Baum.
Zu den Endknospen: Wenn die Kräfte zehrenden Endknospen entfernt sind, kann der Baum sich auf die vorhandenen kleineren Knospen konzentrieren. Die muss er nicht erst bilden, die sind schon da. Und die schieben im Normalfall max. die Hälfte an Blattpaaren aus, als die Endknospen - kosten also auch viel weniger Kraft.
Tschüüss, Michael

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Re: Buche hat ein Problem

Beitrag von Heike_vG »

Lieber Michael,

da bin ich eigentlich ein wenig skeptisch, denn wenn ich mir die Bilder ansehe, ist der Austrieb zwar mickrig und stehen geblieben, aber die etwas schlapp wirkenden Blätter machen nicht den Eindruck, als würden sie nicht versorgt.
Wenn man zur Zeit des beginnenden Austriebs durch einen Buchenwald geht, sehen die ersten zarten Blätter oft auch erstmal so aus, wenn sie frisch aus den Knospen kommen.
Solange diese Blätter nicht deutlich sichtbar verwelken und die neuen Triebspitzen nur hängen und nicht vertrocknen, würde ich nichts schneiden.

Liebe Grüße,

Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

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Re: Buche hat ein Problem

Beitrag von migo »

Tja, dann hilft wohl nur noch Daumendrücken...
Tschüüss, Michael

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